Ihre Meinung zu: Fall Skripal: Attentäter als russischer Oberst entlarvt?

27. September 2018 - 4:56 Uhr

Im Fall Skripal beschuldigt London schon länger den Kreml, für den Giftanschlag verantwortlich zu sein. Nun haben Journalisten einen der mutmaßlichen Attentäter nach eigenen Angaben als russischen Oberst identifiziert.

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Kommentare

Also

...seit ihrer Einreise wurden diese beiden engmaschig überwacht.Warum,was lag denn bei der Einreise gegen sie vor und warum hat man dann den Anschlag micht verhindert und warum gibt es keine Fotos von denen am Tatort?
Man sucht echt einen Schuldigen -stimmts?

Belingcat?

Und schon ist die ganze Geschichte absolut unglaubwürdig!

Wichtige Analyse

Eine wichtige Meldung, die auf einer bestechenden, umfangreichen und logisch-methodisch aufgebauten Analyse der Recherchegruppe Bellingcat beruht. Hier sollten Unabhängigkeit und eine gute Dokumentation gegeben sein.
Natürlich wird dieser sehr deutliche wie überzeugende Fingerzeig auf eine Urheberschaft Russlands, vielmehr genauer Präsident Putins, von den Russia-Today-Hörigen nicht akzeptiert werden (Stichworte "False Flag", "britische Chemielabore in der Nähe zu Salisbury" als beliebte Gegenargumente, um ein "stets gutes Russland" zu schützen).
Dabei waren die Vorteile ("cui bono") bislang auf der Seite Russlands: Vorwürfe aus dem Ausland gerade zum richtigen Zeitpunkt auf dem Höhepunkt des Wahlkampfs.
Spannend, was sich im Zeitalter der Digitalisierung mit nur wenig Aufwand und Kreatitivität so alles herausfinden lässt.
Ob diese Entwicklung allerdings der aktuellen britischen Regierung zu mehr Stabilität verhelfen wird, auch um eine Lösung im Brexit-Chaos zu finden, bleibt fraglich.

Selbst in Russland

kann man nicht einfach einen Kathedralenliebhaber erfinden. Die tatsächliche Indentität lässt sich ohne weiteres feststellen. Darum geht es Putin auch nicht. Es geht ihm um eine Machtdemonstration, wie auch im Fall Wersilow. Er will allen seinen Gegnern zeigen: Ich kann es, ich treffe meine Gegner wo und wann ich will. Niemand kann mich davon abhalten. Selbst wenn es für die anderen Regierungen so offensichtlich ist, dass sie Sanktionen verhängen, das interessiert mich nicht. Es geht noch nicht einmal darum, dass die Gegner bei der Machtdemonstration umkommen. Es ist eine Warnung, welch grausamen Tod jeden erwartet, der sich Putin entgegenstellt. Töten kann er die Leute mit der demonstrierten Skrupelosigkeit immer noch. Notfalls wie im Fall Nemzow wird jemand, den Putin wirklich tot haben will, einfach auf offener Straße erschossen. Natürlich gibt es für all das keine 100%igen Beweise - wie es soll es die geben, wenn die russischen Behörden selbst wie beim Doping alles vertuschen?

Alexander Petrow ...

... ist in Russland ungefähr ein so verbreiteter Name wie Thomas Schmidt oder Martin Müller. Das heißt nicht, dass es nicht stimmen könnte. Für sich allein heißt die Anwesenheit eines Menschen dieses Namens aber gar nichts. Wer ist dieser Offizier, ist er ein bekannter Killer, weiß man das, woher kennt man ihn? Hatten sie ein Behältnis entleert oder sich Schutzkleidung angelegt? Ohne solche Informationen ist das doch alles nicht bewertbar. Journalismus im Konjunktiv. Und darauf stützen sich dann diplomatische Weltkrisen? Wenn es stimmt, dass es die zwei waren, ist das schlimm. Aber vorher sollte felsenfest ein Ergebnis ermittelt worden sein. Dieses "hättewärekönntevermutlichmöglicherweise" ist zu ungar als dass es schon als sicher gelten kann.

"London beschuldigt"

Ich bin immer wieder erstaunt, wie eine Stadt jemanden beschuldigen kann... ist das Journalismus? Ich persönlich finde das nicht!
Es scheinen mir vage Vermutungen zu sein, da sich auch schon die Überschrift selbst in Frage stellt.

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