Ihre Meinung zu: Vor China-Afrika-Gipfel: Partnerschaft oder neue Abhängigkeiten?

31. August 2018 - 8:50 Uhr

China verändert mit massiven Investitionen und Megaprojekten den afrikanischen Kontinent. Für die betroffenen Länder kann Chinas Strategie Chancen eröffnen - sie birgt aber auch Risiken. Von Axel Dorloff.

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Kommentare

Stellt man sich vor

das müsste Deutschland machen ;-).
" Gewaltige Infrastrukturprojekte

Kenia ist für China ein Einfallstor nach Ostafrika. Die kenianische Wirtschaft wächst seit Jahren beständig, auch durch milliardenschwere Infrastrukturprojekte, die vor allem von chinesischen Unternehmen realisiert werden. Straßen, Stromleitungen oder die neue Eisenbahnlinie von der Hafenstadt Mombasa in die Hauptstadt Nairobi.

Am Indischen Ozean bauen chinesische Unternehmen einen neuen Containerhafen. Kenia gehört in Afrika zu den Hauptprofiteuren von Chinas Megaprojekt Neue Seidenstraße. Es sind diese Projekte, die jetzt vorm Gipfel in den chinesischen Staatsmedien besungen werden. Sogar vom chinesisch-afrikanischen Familientreffen ist die Rede."

Dann wird das Projekt nie fertig und dreifach teuer.

Und der Rest vom Artikel stimmt auch, China mischt sich nicht so ein wie die Westlichen Länder, China macht einfach ohne reden.
Natürlich sind Länder die sich verschulden immer abhängig.
Ist beim Dollar auch so.

Kein Kolonialismus, aber ...

Auch wenn die Regierung der VR China sich weiterhin mit dem Etikett des Sozialismus schmückt, ihr Handeln ist kapitalistisch. Der VR China kann formal Kolonialismus nicht unterstellt werden, denn schließlich erfolgt keine Ausweitung des Staatgebiets in fernen Kontinenten. Dafür nutzt die Regierung die starken Devisenreserven und ihre Wirtschaftsmacht. Die VR China kopiert damit bewährte Strategien der USA.
Investoren aus der VR China haben in fast allen afrikanischen Regionen großzügige Landkonzessionen erworben, für Plantagenlandwirtschaft oder zum Rohstoffabbau. In vielen Fällen führte dies zur Vertreibung, also Migration, der dort lebenden Kleinbauern, da diese keine Grundbesitztitel besaßen.
Auf der anderen Seite stehen die Großinvestitionen in symbolträchtige Infrastruktur, allerdings nur als Darlehen und ausgeführt durch chinesische Firmen mit chinesischen Arbeitern. Dies entspricht der Methode "Economic Hitman". Regierungen werden abhängig, die VR China kauft sich "Verbündete".

@ wenigfahrer

Kenia gehört in Afrika zu den Hauptprofiteuren von Chinas Megaprojekt Neue Seidenstraße.

Gestatten Sie eine Präzisierung?
Kenias Wirtschaftselite gehört zu den Hauptprofiteuren von Chinas Megaprojekt Neue Seidenstraße. Die Bevölkerung eher nicht. Die chinesische Führung betreibt keinerlei Entwicklungshilfe, sie betreibt nur Geschäft.

@ wenigfahrer

Natürlich sind Länder die sich verschulden immer abhängig.
Ist beim Dollar auch so.

Da Sie bei Amerika kritisch sind, bei China hingegen nicht, fehlt mir in Ihren Beiträgen die Glaubwürdigkeit.

friedlicher Ausbau der Macht

"Das chinesische Engagement in Afrika sei nicht an politische Bedingungen geknüpft."

Als größter Gläubiger der jeweiligen Nation wird sich China garantiert auch ein politisches Mitspracherecht einräumen. Dennoch ist diese wirtschaftliche Strategie Chinas um Größenordnungen besser als der Machtausbau mit militärischen Mitteln, wie er von einer anderen Großmacht seit Jahren unter dem Deckmantel der Terrorbekämpfung betrieben wird.

Vor Chine-Afrika-Gipfel:Partnerschaft oder neue Abhängigkeit...

Wenn es sich um einen EU-Afrika-Gipfel gehandelt hätte,wäre bestimmt nicht nach Abhängigkeiten gefragt worden.

Und da ist die Rede von Kenia.Dem Land wurde von der EU ein Handelsvertrag(EPA) aufgenötigt,verbunden mit der Drohung kenianische Schnittblumen nicht nach Europa zu lassen.
Vielleicht sehen daher manche in dem Seidenstraßenprojekt(Belt and Road) eine Alternative zu "Abhängigkeiten" vom Norden.

@ wenigfahrer

Da sagen Sie was.

Die Chinesen liefern zwar qualitativ nicht so eine hochwertige Arbeit wie deutsche Ingenieure ab, aber im Unterschied zu deutschen Ingenieuren werden chinesische Ingenieure mit ihrer Arbeit im festgesetzten Zeit- und Kostenrahmen immer fertig. Woran das wohl liegen mag?

Übrigens: Erstaunlicherweise schaffen deutsche Ingenieure gleiches auch in China. Auch da schaffen sie es, Deadlines einzuhalten und zu liefern. Nur hier in Deutschland selbst scheint das nicht wirklich zu klappen. Weder beim Eigenheimbau noch bei großen Infrastrukturprojekten.

Es fehlt wohl hauptsächlich am passenden politischen Rahmen...

hmm...

Chinesen mögen vor allem vier Dinge:

Chinesische Tradition
Westliche Luxusprodukte
Geld
Weisse Haut

So richtig glaube ich daher nicht an die familiäre Freundschaft, die da herbeigeredet werden soll.

Das ganze ist wohl eher ein moderner Kolonialismus. China hat das Geld, die Rohstoffe, das Know How und die Firmen um in Afrika massive Infrastrukturprojekte durchzuziehen.

Das bringt China zwei Vorteile:

1. Das Geld ist investiert, und die (Bau-)firmen sind beschäftigt. Mit dem abflauenden Bauboom und den Millionen an leerstehenden Wohnungen, die rein Investitionszwecken dienen ist das unumgänglich für den inneren Frieden (und die Profite der Oligarchen)

2. China sichert sich Land, Bodenschätze, und billige Arbeitskräfte auf dem letzten Kontinent, wo es das noch im Überfluss gibt.

Das muss, besonders auf kurze Sicht, Afrika nicht schaden. Insbesondere im Vergleich mit der Ausbeutung durch den Westen der letzten 30 Jahre.

Die Erste Welt hat Afrika über Jahrzehnte

verschlafen. Die überzählige Jugend kommt vorzugweise nach Deutschland, wenn man sie lässt. Hunderte Milliarden Entwicklungshilfe sind versandet auf Schweizer Banken. Die afrikanischen Regierungschefs fahren dickere Autos als europäische. Handelsverträge schützen immer noch unsere Landwirtschaft vor afrikanischen Agrar-Einfuhren. Und Frau Merkel tingelt bettelnd durch Westafrika, ihr Anliegen: Haltet eure "reisefreudige" Jugend zurück.. China gibt kein Geld aus der Hand; es baut damit seine Brückenköpfe, und die Potentaten sind dankbar.

Jetzt aber schnell agieren, liebe EU.

China macht vor, wie man seine Wirtschaft immer weiter ausbaut und auf diverse Standbeine stellt.
Das was China jetzt macht und baut, hätte Europa schon vor Jahrzehnten beginnen können und würde jetzt schon da stehen.
Aber so hilft China indirekt auch Europa. Durch die chinesischen Investitionen werden in Afrika Arbeitsplätze entstehen und die davon profitierenden Menschen müssen nicht nach Europa flüchten, um eine Überlebenschance zu haben.
Ich hoffe nur, die Chinesen sind klug genug darauf zu achten, dass auch der "Handelspartner" gut profitiert, denn nur dann haben beide Seiten auf Dauer etwas davon.
Es gibt noch eine Nischen, die sollte die europäische Industrie mit Hilfe der Politik schnellstens besetzen:
Wasserentsalzung, umweltfreundliche Energiegewinnung (Solar und Windkraft) sowie umweltfreundliche Landwirtschaft. Wie geschrieben, derzeit sind dies Nischen, aber m.E. wird ihre Bedeutung steigen.

nur neider

china giebt kein geld, wie es die europäer machen und damit noch die diktatoren finanzieren, wobei das geld der afrikanischen bevölkerung nichts bringt. europa hat auch die afrikanische landwirtschaft zerstört und man kann da auch sagen kolonialmethoden.
china baut auf, gebäude,strassen,krankenhäuser, firmen usw. ja und warum nicht mit gegenleistungen? ist doch normal oder gehen sie arbeiten ohne lohn zu verlangen? nur die bevölkerung profitiert mit der chinesischen methode ernorm. mal auch das possitife daran sehen und nicht immer neidisch mekern. bravo china mache weiter so und danke für euren einsatz in diesen von europa verlassenem afrika.

beides keine Philanthropen..

@ 11:24 von forensüchtig

"Da Sie bei Amerika kritisch sind, bei China hingegen nicht.."

@ 12:00 von Nachfragerin

" ist diese wirtschaftliche Strategie Chinas um Größenordnungen besser als der Machtausbau mit militärischen Mitteln .."

Hier muss man wirklich vorsichtig sein. Ja, die USA neigt dazu, Länder zu destabilisieren, und im Extremf.. -nein, eher im Normalfall auch Kriege unter Vorwand ("Massenvernichtungswaffen", Brutkastenlüge, u.s.w.) vom Zaun zu brechen.

Die Begegnung mit den USA ist weder Vietnam, noch Iran, Irak, Nicaragua, Mexiko, Haiti, und, und und.. gut bekommen.

China hingegen hält es da mit Sunzi: "Die profitabelsten Kriege mögen sehr wohl die sein, die man nicht führt."

Landminen und Napalm also dürften Afrika unter den Chinesen erspart bleiben.
Schaut man sich allerdings Tibet oder die Uiguren an...
Die Chinesen stabilisieren lieber als dass sie destabilisieren. Allerdings mit herzlich wenig Rücksicht auf Menschenrechte und individuelle Freiheiten.

"China schaffe

"China schaffe wirtschaftliche und auch politische Abhängigkeiten. Das sei eine neue Form des Kolonialismus, so der Vorwurf. Afrika-Experte Wang Hongyi bestreitet das. Er forscht beim regierungsnahen China-Institut für Sozialwissenschaften in Peking. Erstens, sagt Wang, müsse Kolonialismus aufgezwungen sein. "Zweitens beinhaltet Kolonialismus, dass es in dem jeweiligen Land eine große Anzahl deiner eigenen Leute gibt. Diese beiden Bedingungen für Kolonialismus erfüllt China nicht."

Mir gefällt, das hier auch die Gegestimme zu Wort kommt um eine Anschuldigung/Vorwurf zu entkräften.
Nur von wem genau wurden diese gestellt.
Das bleibt der Autor dem Leser schuldig.

Ich habe den Eindruck, Trump ist einer der wenigen,

die sehen, dass sich da eine gigantische Weltmacht aufbaut und der Handelsstreit mit China dient nur dazu, China zu verlangsamen.
Anscheinend hat der Rest der Welt, die Gefahr noch nicht erkannt.
Bei den Kapitalisten ist das klar, die denken nur an den schnellen Euro/Dollar aber was ist mit unseren Regierungen?
Was man früher über Wirtschaftsspionage erreichte, erreicht man heute durch Firmenübernahmen und die gierigen Kapitalisten spielen mit und über deren Lobbyarbeit leider auch die Politik.
Viele halten Trump für einen Idioten, schauen wir mal, wer am Ende als Idiot dasteht.

Am 31. August 2018 um 11:21 von forensüchtig

" Gestatten Sie eine Präzisierung?
Kenias Wirtschaftselite gehört zu den Hauptprofiteuren von Chinas Megaprojekt Neue Seidenstraße. Die Bevölkerung eher nicht. Die chinesische Führung betreibt keinerlei Entwicklungshilfe, sie betreibt nur Geschäft. "

Ja das stimmt so, nennen Sie mal einen Staat der das anders macht, es auf der Welt nirgends um den kleinen Bürger ;-).
Nicht mal in Deutschland.

@ RoyalTramp

... aber im Unterschied zu deutschen Ingenieuren werden chinesische Ingenieure mit ihrer Arbeit im festgesetzten Zeit- und Kostenrahmen immer fertig. Woran das wohl liegen mag?

An Ihrer für meine Begriffe einseitigen Sichtweise und dem mangelnden Zutrauen zu Ihrem eigenen Land.

Am 31. August 2018 um 12:39 von bitterer Pille

" Landminen und Napalm also dürften Afrika unter den Chinesen erspart bleiben.
Schaut man sich allerdings Tibet oder die Uiguren an...
Die Chinesen stabilisieren lieber als dass sie destabilisieren. Allerdings mit herzlich wenig Rücksicht auf Menschenrechte und individuelle Freiheiten. "

Also wenn ein Land im Fokus der USA steht, Militärisch oder durch Sanktionen.
Dann bleibt von Ihren Satz " Allerdings mit herzlich wenig Rücksicht auf Menschenrechte und individuelle Freiheiten. " nicht viel übrig.
Also der Unterschied ist, das Land ist nicht zerstört und kann Handel treiben und so weiter.
Da sehe ich schon einen Vorteil für China, wann hat China außerhalb seines wirklichen Gebietes Krieg geführt, lange her.
Vergleich USA bei Krieg und Sanktionen, eindeutig China im Vorteil.

@ Juergen

Das was China jetzt macht und baut, hätte Europa schon vor Jahrzehnten beginnen können und würde jetzt schon da stehen.

Wie steht denn Europa da?
Mir ist das etwas zu viel unkritischer Bewunderung für China und zu wenig Selbstbewusstsein für Europa.

Bevor China aktiv wurde

hat z.B. auch DE in Afrika Unsummen regelrecht verpulvert.
(Gefühlt hat man mit der Entwicklungshilfe afrikanische Despoten alimentiert; es ist nie etwas unten angekommen) Derzeit tönt es hierzulande: "Ursachen bekämpften!" Ohne echtes Konzept.
Aber China steigt ein, und sofort wird Kritik laut. Ketzerisch gefragt: Was soll an China schlecht sein, wenn sich dort die deutschen Firmen auf den Füßen stehen?
Jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er lieber Bilder von Frauen an Nähmaschinen sieht, oder junge Männer im Mittelmeer auf völlig überladenen Fast-Wracks oder Schlauchbooten.

Die Weitsicht Chinas

Im Gegensatz zu Europa sorgt China dafür dass das Geld an die "richtigen" Stellen kommt. Ob China letztendlich daran interessiert ist, das Bildungs- und Lebensniveau in Afrika zu verbessern, steht noch in den Sternen. Eher ist davon auszugehen dass die Chinesen versuchen die afrikanischen, günstigen Arbeitskräfte auszubeuten um ihr gestiegenes Lohnniveau zu kompensieren. Durch den Machthunger der meisten afrikanischen Staatsoberhäupter, kann man nicht von der gleichen geopolitischen Weitsicht ausgehen, die damals von China gezeigt wurde (steigender Anteil in der Wertschöpfungskette). Interessanter Schritt, mal sehen wohin das noch führt.

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Fatal: Geldabhängigkeit und Denken in "Machtsphären"

Ein wesentlicher Teil des durch technologischen Fortschritt hinzugewonnen Potentials geht für die Entwicklung von Waffensystemen, mit denen sich die ganze Menschheit auslöschen ließe, drauf (siehe rp-online: „Der Krieger der Zukunft ist eine Maschine“).

Wertvolle Ressourcen auch. Zitat „Hannoversche Allgemeine“ (8.8.2018):

„Niemand hat die Erde derzeit so im Blick wie die Astronauten auf der Raumstation ISS. Alexander Gerst: „Schockierender Anblick. Alles vertrocknet und braun, was eigentlich grün sein sollte.“

Warum wird eingangs erwähntes Potential nicht zur Entwicklung und Umsetzung eines zeitgemäßen Demokratiemodells genutzt, um Kriege dank humaner Alternativen bei der Konfliktlösungssuche überflüssig zu machen?

Weil unsere heutige Weltordnung auf einem Denken in überkommenen politischen Einfluss- (bzw. Macht)sphären beruht?

Und deshalb ein wesentlicher Teil unseres globalen Wirtschaftssystems auf der Entwicklung von Waffensystemen (und den damit zu erzielenden "Gewinnen")??

Während Europa junge Afrikanische Männer ohne ...

... Lebensperspektive aufnimmt, bauen Chinesische Arbeiter in Afrika Straßen oder Stromleitungen.
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Alle, die immer von der Ausbeutung Afrikas durch die Europäer faseln sollten sich mal darüber Gedanken machen.
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