Ihre Meinung zu: Rund 41 Prozent aller Neueinstellungen befristet

30. August 2018 - 14:56 Uhr

Trotz der guten Konjunktur erhalten rund 41 Prozent der neu eingestellten Arbeitnehmer befristete Verträge. Besonders junge Menschen und Frauen sind betroffen.

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Kommentare

alles sinnlos, solange es viel mehr Arbeitslose als Jobs gibt

Wir sehen doch, wie alle Regelungen vom Mindestlohn über "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" bis hin zu Tarifverträgen, Regelungen zu Befristungen und Zeitarbeit mühelos umgangen werden.

Weil einfach jeder Unternehmer für jeden noch so miesen Job jemanden findet, der verzweifelt genug ist ihn anzunehmen. Und tun das keine Deutschen mehr, nimmt man halt Ausländer, die oft noch verzweifelter sind.

Lösen lässt sich das wohl nur durch eine Reduzierung der Arbeitszeit. Lässt man die Leute maximal 30h/Woche arbeiten, alles andere nur zum doppelten Lohn bei dreifacher Besteuerung, hätte man fast Vollbeschäftigung. Dann könnten die AN auch mal wieder nein zu Ausbeutern sagen, die Stelle wechseln wenn sie nicht fair an Wirtschaftswachstum, Produktivitätssteigerung und Gewinnen beteiligt werden, und würden Zeitarbeit und befristete Verträge nur noch annehmen, wenn sie deutlich *besser* statt wie bisher schlechter bezahlt würden. Immerhin übernehmen sie einen Teil des unternehmerische Risikos..

Das ist eine riesige Sauerei.

Das ist eine riesige Sauerei. Gerade junge Menschen brauchen eine Perspektive für die Zukunftsplanung.

Befristungen nutzen nur dem Arbeitgeber denn er profitiert von Eingliederungszuschüssen, Lohnkostenzuschüssen und vielem mehr. Das kann man googeln, z.B. "Befristung und staatliche Lohnsubventionen", da gibt es regelrechte Anleitungen wie ein Unternehmer Geld sparen und dem Vater Staat das Geld aus der Tasche ziehen kann.

Um weiterhin in den Genuss dieser Subventionen zu kommen werden dann die Arbeitnehmer vor Ablauf der Frist unter fadenscheinigen Gründen gefeuert und man holt sich Ersatz, so funktioniert das.

sachgrundlose Befristung

Es spielt keine Rolle, ob ein Sachgrund vorliegt, oder nicht. Wenn das ein notwendiges Kriterium werden sollte, dann ist der Kreativität dahingehend grenzenlos, Sachgründe aus dem Ärmel zu zaubern.

Einerseits ist das Kündigungsrecht so gestaltet, dass Arbeitnehmer mit zehn Jahren Betriebszugehörigkeit fast unkündbar sind. Andererseits werden Betriebsteile ausgelagert, und dann komplett aufgegeben, ohne das der Arbeitgeber eine Verantwortung zur Weiterbeschäftigung hat.

In vielen Firmen, auch bei deutschen Autoherstellern, arbeiten Leiharbeiter sehr oft über zehn Jahre an einem Arbeitsplatz, was rechtlich überhaupt nicht zulässig wäre.

Der öffentliche Dienst, also unser Staat, nimmt sich wieder einmal von solchen Regelungen aus, da hier Zeitarbeitsverträge quasi unendlich verlängert werden können.

Das Thema Arbeit ist nur eines von vielen, dass für große Unzufriedenheit in der Bevölkerung sorgt. Vielleicht fällt das einmal jemanden auf.

"41 Prozent aller

"41 Prozent aller Neueinstellungen befristet"

Oh, Wachstum ? Welche wundervolle Nachricht in vollem Einklang wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte, ist Arbeitslosenzahl jedoch der niedrigste Wert für diesen Monat seit dem Jahr 1991 sei.

Das zeigt eindeutig

Dass die SPD recht hat mit der Forderung, die sachgrundlose Befristung zu verbieten.

Die Union blockiert natürlich.

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Wirtschaft

Die Politik macht nichts weder CDU/CSU noch die SPD sind gewillt diesen Umstand wirklich zu ändern. Die Wirtschaft steht mit hunderten von Lobbyisten und im Bundestag und weiß das zu verhindern. Die Politik wird nicht für die Bürger gemacht sondern für die Wirtschaft ganz besonders mit der GroKo!

Befristet sollte teurer sein bzw.muß so auch Verleih.

Im Nachhinein ist es fast bis auf einige wenige Lichtblicke eine einzige Frustveranstaltung fürs Leben gewesen!
Also eine Festanstellung ist heute so gut wie eine Befristung wenn der Arbeitgeber es will wenn nicht bist du heute so oder so weg. Es sei denn du bist beim richtig großen Verein in meist Süddeutschl. oder du hast irgendwie Glück.
Ich habe als Junggeselle u. El.installateur u.nachher als Meister mind. 3/4 meines Erwerbslebens als unbefristeter AN zugebracht. Das hat mich schon vor 40 Jahren nicht davor geschützt jedes Jahr im Winter wegen Frostperiode einige Monate jeweils arbeitslos zu sein u. das aus sozialen gesetzl. Bedingungen macht es nicht besser. Als Meister dann ein paar wenige Jahre Aufzugsbau u. dann als Betr.elektriker auch noch mal wo dann der Unternehmensberater oder der Konzernplan dich auch wieder arbeitslos machte.Dann noch mal als Alibi-Meister (Lückenbüßer) u.seit ich über 50 bin beim Verleiher für eben lau.Jetzt als kranker oder alter ü50-60er chancenlos.

um 16:11 von bitterer Pille

"alles sinnlos, solange es viel mehr Arbeitslose als Jobs gibt"
Sie gehen wohl nur von einem (Ihrem) Beruf aus? Jobs gibt es genug, aber ob die alle von den Arbeitnehmern gewollt sind und ob die Bezahlung und die geforderte Qualifikation stimmt, ist die Frage.
Zum Beispiel werden von den Bundesländern jedes Jahr Lehrer gesucht, sogar nebenberuflich. Aber jedes Jahr werden diese nur befristet für ein Jahr eingestellt, um das Geld für die Urlaubszeit zu sparen. Sie erhöhen in dieser Zeit die Arbeitslosenrate, was ja auch nicht großen Sinn macht. Also auch der Staat/die Bundesländer arbeiten so, wie die Wirtschaft.

re hut

"In vielen Firmen, auch bei deutschen Autoherstellern, arbeiten Leiharbeiter sehr oft über zehn Jahre an einem Arbeitsplatz, was rechtlich überhaupt nicht zulässig wäre."

Entweder ist es legal oder illegal.

"Wäre" gibt es nicht.

Wenn unsere Politiker

Wenn unsere Politiker wirklich etwas für die künftige Rente tun wollen muss die Befristung komplett weg! Wer keinen festen Job hat bekommt auch keine Kinder.

re mm0815

" Das kann man googeln, z.B. "Befristung und staatliche Lohnsubventionen", da gibt es regelrechte Anleitungen wie ein Unternehmer Geld sparen und dem Vater Staat das Geld aus der Tasche ziehen kann.

Ich habe gegoogelt und nichts dergleichen gefunden.

Lohnzuschüsse z.B. beim Einstellen Langzeitarbeitsloser sind immer befristet. Das ist aber unabhängig vom Arbeitsvertrag.

Persoanlleasing, befristete Verträge....

...alles zum Wohle der Wirtschaft und der Firmen. Der Bürger sieht wie immer alt aus und muss sich alles gefallen lassen. Das könnte man moderne Unterdrückung nennen, aber die heutige Medienlandschaft würde sowas nie zulassen und alles nur herunterreden. Die wahre Meinung dee Bürger interessiert doch sowieso niemanden. Was soll diese Diskussion der Linksfraktion. Wahrscheinlich nur eine Aktion um Stimmen zu bekommen und wenn man gewählt ist, wird das Thema aus der Agenda entfernt.

Entsetzt

Die Formulierung "besonders junge Menschen und Frauen sind betroffen" finde ich, vorsichtig ausgedrückt, s e h r grenzwertig. Sind Frauen eine besondere Spezies?!
Hier sollte der Verfasser einmal drüber nachdenken.
Die Betroffenen der befristeten Arbeitsverträge sind im wahrsten Sinne des Wortes arm dran und solange Lobbyisten unseren Politikern einflüstern, wie es zu laufen hat, wird sich an den Missständen der Verhältnisse leider nichts ändern. Ich weiß von vielen jungen Menschen, die ihr Studium bzw. ihre Ausbildung abgeschlossen haben, in welcher oft menschenunwürdigen Situation sie sich befinden und schon in jungen Jahren verzweifelt sind. Wo soll das noch hinführen. Ich dachte immer, der Absolutismus wäre überwunden... aber Divide et impera ist wieder angesagt.

Gute Konjuktur,

Fachkräftemangel, wachsender Niedriglohnsektor, befristete Verträge, Perspektivlosigkeit und keine Lebesplanung für Arbeitnehmer, Fachkräfte aus dem Ausland. Wütender Mob auf den Strassen. Wie geht das zusammen? Finde den Fehler.

Es müssen neue Strukturen her..

zum Beispiel muss die Politik jedes Unternehmen zu einer Sicherungstelle verpflichten. Eine Art Verbraucherschutz auf Arbeitnehmerseite die es jedem Arbeitnehmer ermöglicht seinen Vorgesetzten zu verwarnen. Der Begriff Betriebsrat ist zu harmlos für mächtig gut aufgestellte Unternehmen. jedes Unternehmen muss daher einen unabhängigen Beobachter vom Staat aufgestellt bekommen. Und diese Stelle kann den Arbeitgeber schon bei der ersten Verwahrung Bussgelder auferlegen. So wäre zumindestens der Arbeitnehmer etwas geschützt. Aber so ein Idee würde die Wirtschaft auf keinen Fall zulassen.

Am 30. August 2018 um 16:11 von bitterer Pille

"Wir sehen doch, wie alle Regelungen vom Mindestlohn über "Gleiches Geld für gleiche Arbeit" bis hin zu Tarifverträgen, Regelungen zu Befristungen und Zeitarbeit mühelos umgangen werden."

Sie haben Recht!
Wer sich in dieser Materie gut auskennt, braucht sich um seine Zukunft keine Sorgen zu machen.
Solche Leute werden von vielen Betrieben händeringend gesucht und mit Kusshand genommen und überaus gut bezahlt. 30h Woche, doppelte Bezahlung, Dienstwagen, alles kein Problem. Und wenn man sich ausgebeutet fühlt, der nächste Betrieb wartet schon, also auf Wiedersehen!

Das alte Sprichwort sagt. "Wer sich auskennt, braucht sich nicht zu fürchten!"

Wie verhält sich denn der Staat? Beispiel "neue Lehrer"?

Soweit mir bekannt, sind auch die Bundesländer und Kommunen nicht viel besser, als die Konzerne und befristen zum Beispiel auch viele Lehrerstellen immer und immer wieder. Aus "Kostengründen". Und so melden sich zwangsläufig viele ausgebildete und studierte junge Lehrer/innen jedesmal zu den großen Sommerferien zwangsweise arbeitslos, weil Stiefvater Staat immer gern mit dem Finger auf andere zeigt, selbst aber nicht viel besser agiert...

Das muss nicht immer negativ sein

Ich stelle generell erst einmal befristet ein. Schuld daran sind die Arbeitnehmerrechte. Wenn man sich als Arbeitgeber ein faules Ei ins Nest legt, wird man es heute praktisch nicht mehr los. Danach werden aber alle Verträge unbefristet umgestellt. Somit wäre es interessant zu erfahren, wie viele davon unbefristet weiter geführt werden. So sagt die Statistik nichts aus. Gerade jetzt, wo man als Arbeitgeber geneigt ist, auch jemanden eine Chance zu geben, der eigentlich nicht die erste Wahl wäre, weil es sonst keine mehr gibt, ist doch die Befristung eine sinnvolle Sache.

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