Ihre Meinung zu: Trauerfeier in Genua: Applaus für die Helfer, Wut auf die Politik

18. August 2018 - 14:02 Uhr

Der Umgang mit der Brückenkatastrophe von Genua spaltet die Hinterbliebenen der Opfer. Etwa die Hälfte blieb der offiziellen Trauerfeier in Genua fern, aus Wut und Protest gegen die Politik. Von Jan-Christoph Kitzler.

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Kommentare

Wie schrieb Jan-Christoph

Wie schrieb Jan-Christoph Kitzler dieser Tage treffend: "Zynisch, verlogen und dilettantisch - so handhabt Italiens Regierung den Brückeneinsturz von Genua. Die halbe Regierung ist in diesen Tagen in Genua aufmarschiert - nicht um den Menschen dort nahe zu sein, sondern um sich in Szene zu setzen. ... Noch ist völlig unklar, warum die Brücke eingestürzt ist, da sprechen Minister bereits ihr Urteil. Die Betreibergesellschaft der Autobahn habe die Brücke vernachlässigt, sagt der Verkehrsminister - obwohl Experten anderer Meinung sind. Und überhaupt müssten die Betreiber für den Schaden bezahlen, sagt Innenminister Salvini. Für gründliche Ursachenforschung, juristische und fachliche Überprüfung ist da keine Zeit. Denn nur wer am meisten Krawall schlägt - mit welchem Recht auch immer -, kommt nach populistischer Logik zum Ziel." An alle, die heute in ihren Kommentaren meinen Gebrauch des Wortes "zynisch" kritisierten: Hier haben Sie ein Musterbeispiel dafür, wie ich den Begriff verstehe.

""Ich habe es 2013 das erste

""Ich habe es 2013 das erste Mal gemeldet, dann 2015 und 2016, und dann noch in einem anderen Ausschuss des Parlaments", erklärt Rossi. "Da habe ich mich ganz klar auf die Morandi-Brücke bezogen und die gesamte Strecke, die nicht europäischen Sicherheitsbestimmungen entspricht. "

Wem hat er das gemeldet?

Und wie kann es sein, dass dennoch keine Maßnahmen umternommen werden konnten, ohne dass der Betreiber Konsequenzen zu spüren bekam?

Ich kann mir das nur mit Korruption oder Mafia-Machenschaften erklären.

Salvini, ist das nicht der, der gegen Mafiagegner vorgeht?

es gibt eigentlich keine veranlassung, ..

den staatlichen trauerakt zu boykottieren. man muss sich fragen, wo soviel wut herkommt, und warum die sich nicht in positivem sinne wenden laesst.

schon wenige stunden nach der tragoedie konnte man in allen medien lediglich von einer art fieberhaften suche nach den schuldigen erfahren. natuerlich weiss ich, dass dies notwendig sein kann, besonders dann, wenn es um haftungs und entschaedigungsfragen geht.

jedoch diese katastrophe dahingehend zu instrumentalisieren, dass man nach der strassenbaugesellschaft schliesslich auch noch die EU verantwortlich macht, das geht schon ein gehoeriges stueck zu weit.

zum schluss bleibt die analyse, dass ein gerissenes trageseil den zusammensturz eingeleitet hat. das wurde zwar schon 2017 bemerkt und zur potentiellen gefahr erklaert, aber nun ja, es ist eben nichts passiert.

mir bleibt nur zu hoffen, dass die angehoerigen ihren schmerz dereinst ueberwinden koennen.

Die Welt schreibt "Als

Die Welt schreibt "Als Salvini auftritt, klatscht die Trauergemeinde von Genua", desweiteren

"Besonders warm wurden auch Innenminister Matteo Salvini von der rechten Lega, der Chef der Fünf-Sterne-Bewegung und Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Luigi Di Maio, sowie Präsident Sergio Mattarella empfangen. Vor Beginn der Zeremonie hatte Mattarella mehrere Minuten mit den Angehörigen der Opfer gesprochen."

Wer schreibt nun die Wahrheit?

Merkwürdig

Auf welt de und in anderen Medien (tz) lese ich, dass Matteo Salvini und Luigi Di Maio zusammen mit den Spielern des CFC Genua und Sampdoria besonders warm und mit Beifall empfangen wurden. So unterschiedlich kann die Berichterstattung ausfallen.

Trauerfeier in Genua

Den Opfern des Brückeneinsturzes kann es nun egal sein, wer Schuld an der Katastrophe hatte. Ihr Leben haben sie wahrscheinlich den Gewinnstreben der Autobahngesellschaft geopfert oder der unfähigen Regierung, die diese Schlamperei zugelassen hat. Die Schuldfrage muss aber gewissenhaft aufgeklärt und die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Das ist Italien den Opfern schuldig.

Unendliches Leid

Es ist verständlich, daß viele Angehörigen der offiziellen Trauerfeier aus Wut und Trauer fernblieben. Sie wollten nicht die Trauerreden von Politikern hören, die nach ihrer Auffassung ihre Arbeitspflichten vernachlässigt haben und sich dadurch mitschuldig an diesem großen Unglück gemacht haben. Nach den Grundsätzen des wissenschaftlichen Brückenbaus und seines ingenieurtechnischen Bauunterhalts hätte sich dieser Einsturz nicht ereignen dürfen. Menschliches Versagen ist immer auch eine Kette von Wegsehen, Schlamperei und Zuwarten.
Der Geschichte von vielen ähnlichen Brückenkatastrophen ist in Genua fortgesetzt worden...den Angehörigen ist das sicherlich kein Trost. Hoffentlich werden aus diesem Brückeneinsturz in Italien die richtigen Schlüsse gezogen.

@andererseits

Vorverurteilungen werden doch von vielen Politikern gemacht und gehören somit heute zum Politikgeschäft scheinbar dazu.
Beispiele:
Giftgaseinsätze in Syrien, Nervengiftanschlag in England, Wahlbeeinflussung durch Russland, ...
Solche Vorverurteilungen sind genauso langweilig wie viele Politikerreden, die große Veränderungen ankündigen (z. B. Obama) und dann in der Realität scheitern.

Es...

ist der Tag der Trauer. Es ist der Tag der Opfer.

Ich kann die Hinterbliebenen gut verstehen. ...

...Ich wüßte auch nicht, ob ich es wollte unter diesen Umständen bei einer solchen Trauerfeier teilnehmen zu wollen.
---
Gerade auch vor dem Hintergrund was Politiker der jetzigen Regierung dort versuchen.

Mit einem populistischen Rundumschlag vor allem von einem abzulenken, daß in den letzten Jahrzehnten viel versäumt worden ist.

Ein gutes Beispiel das rechter Populismus wieder saloonfähig geworden ist, auch hier im Forum,
sind viele Beiträge von Usern zum Beitrag
Lehrstunde in Sachen Populismus
.

Da wird "natürlich" der Betreiber als der Schuldige dargestellt ohne überhaupt mal die Untersuchungen abzuwarten.
Oder plötzlich ist Merkel schuld oder Deutschland.
Und natürlich alle linken auf der ganzen Welt sind schuld an allem.

Wenn es nicht so ernst wäre, müßte man lachen.
Aber ich verkneife mir das lachen und lese aufmerksam die Beiträge dieser User.

Trauerfeier in Genua:Applaus für Helfer,Wut auf Politik.......

Wut auf die Politik,völlig richtig.Aber doch auf die Politik,die die Daseinsvorsorge privatisiert hat.Also auf Renzi und seine Vorgänger.Und-natürlich auch auf die Austerität aus Brüssel.So wird ein Schuh draus.

Aber so sieht es Herr Kitzler nicht.

Nur so ein Gedanke

Sie werden die aktuelle Regierung Italiens nicht weg schreiben können.

Die bleibt.

Von mir aus - wenn Sie unbedingt müssen - können Sie das ja weiter versuchen - aber muss das unbedingt im Rahmen einer solchen Katastrophe sein?
Schämen Sie sich nicht, dass Sie die Berichterstattung über eine Beerdigung nutzen, um Stimmung zu machen?

Ihre einseitige Sicht ist sonst ganz amüsant (wenn man sich daran gewöhnt hat) - aber in diesem Fall so zu schreiben, als wäre unser Innenminister nicht mit Applaus begrüsst worden (wie immer schreiben Sie das nicht direkt, sondern Ihr Artikel lässt solch einen Eindruck entstehen), das ist verwerflich.

Vor allem wo man sich selbst doch auf das hohe Ross der Empörung setzte, von wegen die Populisten würden die Tragödie für ihre Zwecke nutzen.

Ich weiss, die Italiener sind gerade total unbeliebt - haben sie doch falsch gewählt - aber lassen Sie ihnen doch wenigstens einen Tag der Trauer - ohne Beschuss!

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