Ihre Meinung zu: Frankreich: Zeltlager-Betreiber unter Verdacht

10. August 2018 - 14:22 Uhr

Nach Überschwemmungen in Südfrankreich wird der Betreuer eines deutschen Ferienlagers weiter vermisst. Zwei Verantwortliche aus Deutschland wurden vernommen. Haben sie Warnungen ignoriert?

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Kommentare

Gut, dass man dagegen vorgeht!

Richtig, dass da endlich mal gegen solche Inkompetenz angegangen wird und auch das Gericht sich einschaltet.
Auch Reisen mit anderen Jugendgruppen haben unsere Kinder schon gemacht.
Als wir damals vor den angekündigten Erdbeben in Italien warnten, fuhr eine Jugendgruppe der AWO dennoch.
Zum Glück passierte dort nichts, aber wenige Wochen später bebte die Erde derart, dass es für die Jugendlichen verhängnisvoll geworden wäre, wären sie noch dort gewesen.
Auch hier war man absolut unverantwortlich unterwegs. Auch die zahlreichen nicht ausgebildeten Jugendbegleiter ( oft kaum Älter als die Jugendlichen selbst) sind ein Drama. Sie schätzen oft Gefahren falsch oder gar nicht ein.

Zeltlager-Betreiber offenbar festgenommen

Es macht schon nachdenklich, dass die deutschen Betreiber in Frankreich ohne behördliche Genehmigung ein Zeltlager für viele Kinder und Erwachsene an einem Fluss betreiben durften bzw. betrieben haben. Allein die hygienischen Vorschriften hätten das bei uns wahrscheinlich verhindert. Und warum sind die beiden Betreiber in Deutschland geblieben?

Immer noch keine Zähmung der Natur

Es zeigt sich immer wieder, dass auch im 21. Jahrhundert mit all den technischen Möglichkeiten immer noch Gefahren von den Naturgewalten ausgehen.
Mir scheint, dies wird viel zu oft ignoriert im Irrglauben, die Menschen hätte die Natur gezähmt.
Ich bin nur froh, dass bis auf den vermissten Betreuer alle Betroffenen in Sicherheit sind.

St. Antonius klingt zwar nach

einem Heiligen, allerdings ist die Jugendfreizeit als Verein organisiert.
Einen Träger konnte ich auf der Website nicht ausmachen. Es war wohl Glück, daß vorher nichts nennenswertes passierte.

Ich hoffe, daß einem solchen Treiben mit Wild-Camping nun auch gerichtlich ein Ende gesetzt wird.

Mir tun die Eltern unendlich leid, die wohl erst jetzt jäh aus den Träumen einer geordneten Jugendfreizeit/Kinderbetreuung gerissen wurden.

Schrecklich, daß der Betreuer noch nicht gefunden wurde; das verheißt mE nichts Gutes.

@Zauberin

"Ich hoffe, daß einem solchen Treiben mit Wild-Camping nun auch gerichtlich ein Ende gesetzt wird."

Und ich hoffe, dass nicht alles reglementiert wird, nur weil Einzelne versagen.
Jeder, der mal ein Pfadfinderlager organisiert hat, weiß, dass man Zeltplätze nicht am Auslauf eines Hanges und direkt an einem Bach/Fluss aufbaut.
Mit Wild- oder Nichtwildcampen hat das gar nichts zu tun.
Sondern einzig und allein mit der Kompetenz der Verantwortlichen!

Erst informieren, dann verurteilen (1/4)

Ich finde es unglaublich, wie schnell manche Kommentierende hier in dieser Sektion die Lagerleitung und Jugendleiter verurteilen und verunglimpfen, ohne die Faktenlage zu kennen.
Auch wenn ich selbst nie als Jugendleiter bei der Jugendfreizeit an der Ardeche mit dabei war, habe ich vor vielen Jahren als Kind bei diesen Fahrten teilgenommen und bin seitdem ich volljährig bin selbst als Jugendleiter im Raum Leverkusen aktiv.
Nur weil die Leiter dieses Camps von den französischen Behörden vorgeladen wurden, muss man daraus nicht direkt schließen, dass wirklich Camping ohne behördliche Genehmigung stattgefunden hat. Dieses Lager findet seit mehr als 60 Jahren jährlich in den Sommerferien statt. Vielen Kindern wird dadurch ein unvergessliches 3-wöchiges Urlaubs-Erlebnis ermöglicht, dass in diesem finanziellen Rahmen sonst nirgendwo zu finden wäre.

Auf der einen Seite habt ihr

Auf der einen Seite habt ihr recht, auf der anderen Seite stellt sich mir die Frage wieso das Camp seitens der französischen Behörden seit ca. 20 Jahren an Exakt dieser Stelle geduldet wird wenn es scheinbar keine Genehmigung hierzu gab...

auch ich kann mich nur wundern,

wie hier über "wildes campen" und hygienische Zustände fabuliert wird.
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Es handelt sich um einen teilbefestigten Platz mit WC- und Duschanlagen, einer großen professionellen Küche, einem "Tresorhaus" und natürlich vielen ebenfalls professionellen Zelten.
Ich war vor 2 Jahren noch mit meinen Kindern "zu Besuch" dort.
Seitdem wurde vieles neu gebaut, Spielgeräte etc.
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Die Gemeinde St Martin liegt seit einigen Jahren im clynch mit den Betreibern, die seit über 60 (!) Jahren dieses Zeltlager betreiben - mit Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer.
St Martin versucht, "les allemands" aufgrund von Formalien loszuwerden (Abwasser etc).
Über die Motive ist viel spekuliert worden, zumal die Ferienfreizeit durchaus ein Wirtschaftsfaktor in dem kleinen Städtchen
ist.
Allerdings sind Jugendliche auch schonmal laut.

envierement

zur Gegend: es ist sehr naturbelassen, teils wild und eben nicht die Fußgängerzone von Bottrop (nichts gegen Bottrop)
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Ich habe beim letzten Besuch einen Franzosen aus der Ardeche gefischt, der mit seiner vielleicht 10jährigen Tochter mit dem Kanu gekentert war.
Die Kanustationen schliessen um 18h, und er war vor uns das letzte Kanu.
man hat ein echtes Problem, wenn man sein Kanu verliert.
Also habe ich das Boot eingefangen, dann beide beruhigt und wieder ins Kanu gesetzt-bevor es dunkel wird.
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Man kann das alles schlimm und unverantwortlich finden - oder eben natürlich.
Heute kann ja kaum noch ein Kind auf einen Baum klettern.
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A propos Baum: die unterkühlten Kinder hatten sich vorgestern auf Bäume gerettet, und haben stundenlang bei Wind und Wetter auf Hilfe gewartet - die dann glücklicherweise kam

Verantwortlichkeit vs. gesunden Menschenverstands...

Die "Berichterstattung" zur Überschwemmung des französischen Zeltlagers empfinde ich als einen (von einem ÖR-Medium) ziemlich aufgesetzten - und eher peinlichen - Hype um ein "Sommerlochthema".
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Wissen wir Verbraucher nicht längst alle, daß heutige Wirtschaftsbetriebe (auch Campingunternehmer) nur in Profitmaximierung, nicht aber in (nötige?) Sicherheitsvorkehrungen investieren..?! Wenn ich aber heute mein Zelt an Flüssen aufbaue, die - angesichts langer Hitze und sogar wegen vermutlich angekündigter Extremniederschläge als "gefährdet" gelten... ja - um himmelswillen - kann ich mich doch nicht anschließend als "völlig überrascht" zeigen... und Opfer auf das Verschulden Dritter abwälzen..!!
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Insofern sehe ich hier weniger den Zeltplatzbetreiber in der moralischen Pflicht, als vielmehr jene Zelturlauber, die meinten, trotz allem (Wetterinfos) und entgegen des gesunden Menschenverstands dort zelten zu müssen... Denn wer sich leichtfertig in Gefahr begibt, kann auch darin umkommen...

Zeltlager-Betreiber unter Verdacht.

Arme Kinder! Die Betreiber sollen die Verantwortung übernehmen. Und ihrer Aktivität muss ein Ende gesetzt werden. Solche Verbote darf man doch nicht übersehen, vor allem, wenn es um das Leben anderer Menschen geht.

@19:44 von peter04

>>Heute kann ja kaum noch ein Kind auf einen Baum klettern...<<
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Stimme Ihnen völlig zu - auch ich war früher (noch mit Gruppen "zuwendungsbedürftiger Jugendlicher") gelegentlich und mit gesellschaftlichem Engagemt rund um und auf der Ardéche unterwegs, und es war immer ein Erlebnis auf Gegenseitigkeit. Und schon damals gab es diverse franz. Gemeinden, die solche Feriencamps förderten - entweder als Teil eigener "Campings", oder als etwas abseitigere "Survivals" (aber meist mit Anbindung an örtliche "Campings" mit Sanitär usw...).
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Wer es nicht kennt sollte sich gewärtig machen, daß die Ardéche ein Wildgewässer ist, daß bei Extremwetterlagen höchst gefährlich werden kann (Überschwemmungen von Ortschaften sind nicht selten).
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Angesichts der aktuellen Tragödie nun im ÖR-Medium die Schuldfrage breit auszuwalzen, halte ich deshalb für völlig überzogen...

und genau das ist der unterschied :

die franzosen brauchen keine verbotsschilder.
sie appelieren grundsätzlich an den gesunden menschenverstand !

bei den deutschen braucht es ein klares verbot.
und wo keines ist, da darf man halt.
von wegen !

möglicherweise ist derjenige, der um sein leben gekommen ist, auch noch der gewesen, der die kinder retten wollte.

Immer wieder ärgerlich, ...

... wenn ein großer Teil der Kommentare von Leuten geschrieben wird, die den Artikel nicht richtig gelesen oder nicht verstanden haben.

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