Ihre Meinung zu: Nachwahl in Ohio: Warnsignal für die Republikaner

8. August 2018 - 8:42 Uhr

Eigentlich hätte in der Republikaner-Hochburg Ohio die Nachwahl für das US-Repräsentantenhaus eine klare Sache sein müssen. Doch diesmal gibt es mit den Demokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Von Martin Ganslmeier.

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Kommentare

Woran liegt's?

Herr Ganslmeier möchte dem Leser offensichtlich vermitteln, dass Trump an dieser Beinahe-Niederlage schuld sei. Wenn Trump wirklich derart unbeliebt ist, könnte seine Wahlbeihilfe der Grund für das knappe Ergebnis sein.

Vielleicht klappts ja doch

Vielleicht klappts ja doch für die Demokraten ...

Ich drück alle Daumen

Messlatte

Die Wahl ist insofern interessant, als das wir Ausländer die Stimmung in den USA zu deren Präsidenten und seiner Politik unverfälscht in Zahlen präsentiert bekommen.

Eine Wahl als (Fast-) Sensation … angesichts der …

… „politischen DNA“ des Wahlkreises 0H-12

(1) Republikanische Kandidaten haben den Wahlkreis OH-12 mit einer einzigen Unterbrechung seit 1939 gewonnen.

(2) Der bisherige Abgeordnete Pat Tiberi alleine 9 mal. 2016 gewann er mit 66 % zu 29 % gegen seinen demokratischen Mitbewerber Ed Albertson.

(3) Trump gewann hier in 2016 mit 11,4 % Vorsprung vor Clinton.

(4) mit einem Vorsprung von 36 % galt das Mandat bisher als „safely republican“.

(5) dieser Vorsprung ist nun auf 0,9 % abgeschmolzen

(6) 164 der 236 Sitze der GOP im Congress haben einen geringeres Vorsprungspolster als OH-12.

(7) Die GOP hat 4 x mehr Geld in diesen Wahlkreis geworfen und Trump, Pence und Kassich vor Ort aufgefahren.

Unter diesen Bedingungen sind Troy Balderson (R) und Danny O'Connor (D) gegeneinander angetreten.

Bewertet man das Ergebnis vor diesem Hintergrund, dann ist der defacto-Gleichstand zwischen den beiden Kandidaten ein politischer Sieg der Demokraten und kein Midterm Push für die GOP

Und was

ändert das?Mag der Name des Politiker und die Partei einen anderen Namen haben,aber die Politik bleibt ja fast das selbe.

Offene Stimmen und Nachzählungsszenario

Die noch offenen 8.400 "Provisional Ballots" sind keine Briefwahlstimmen, sondern Stimmen deren Berechtigung noch geprüft werden muss. Das kann bis zu 10 Tage dauern und wird an dem Ergebnis - statistische Normalverteilung vorausgesetzt - kaum etwas ändern, es sei denn der Abstand zwischen den Kandidaten sinkt dadurch unter 0,5 %. Dann käme es zu einer Nachzählung.

Das Mandat selbst hätte so oder so auf die momentanen Stimmverhältnisse im Repräsentantenhaus keinen großen Einfluss.

In ziemlich genau 3 Monaten steht es erneut zur Wahl. Dann könnte es Bedeutung bekomen, wenn es sich zu den 22 anderen Mandaten addiert, die für einen Mehrheitswechsel notwendig werden.

Warnsignal für Trump.

Anscheinend beginnen die Wähler in Amerika nachzudenken. ´Make America great´ schafft, wie Trump es will, viele Probleme und kostet Otto Normal Verbraucher viel Geld. Denn die Importzölle, Tariffs verniedlichend genannt, machen viele Produkte deutlich teurer. MacDonalds, Coca Cola, Pepsi Cola, Dosenbier aber auch Stahl, bis zu 30 %, Aluminium, mehr als 10 %. Die Bautätigkeit ist deutlich geschrumpft, es ist zu teuer geworden.

Trump hat die Zwischenwahlen längst nicht gewonnen. Und darauf richtet er seine ganze Politik. Dewegen auch die Friedensgespräche mit der EU, noch mehr Importzölle geht schwierig. Deswegen auch die Iran Krise, Trump braucht die Jüdische Wähler. Aber sind die Zwischenwahlen gewonnen, dann fängt alles wieder von vorne an. Trump bleibt Trump.

War zu erwarten,

Trump ist ein Mann der seine Politik auf den Emotionen, Hass, Neid und Egoismus aufbaut.
Jetzt zu behaupten das alle Republikaner diese als Kerntugenden haben wäre eine massive Verunglimpfung, sie Denken vielleicht anders als wir in Deutschland es gewohnt sind, was sie aber nicht per se zu schlechten Menschen macht.

Was man aber sicher sagen kann, dass Trump jeden Tag beweist, dass ER ein schlechter Mensch ist.

Und eben dies führt dazu das gestandene Republikanerhochburgen sich abwenden weil sie ihn nicht unterstützen wollen.

Das selbe Phänomen erlebt die SPD doch bei uns seit Jahren, viele Menschen wenden sich von ihr ab weil sie ihren Kern aus Machtgier verrät.

Ist das Ergebnis in OH-12 repräsentativ für 435 Sitze ...

... die im November zur Wahl stehen ?

23 Mandate müsssen die Farbe wechseln, damit die Mehrheit der GOP kippt. Die Abstände zum Konkurrenten in der 23 am meisten kompetitiven Sitze der GOP liegen zwischen 0,1 und 12 %, also deutlich unter den in OH-12 fast egalisierten 36 %.

Eine "special election" kann nicht 1:1 hochgerechnet werden. Aber sie kann Trends aufzeigen.

(1) die Demokraten gewinnen in den Suburbs deutlich.

(2) Bei Frauen, jungen Wählern, College-Gebildeten und den "Independents" liegen sie signifikant vorn.

(3) die Motivation zur Wahl zu gehen ist bei Demokraten höher als bei Republikanern.

Die Wahl ist auch 3 Monate vor den Midterms noch nicht gelaufen. Aber sie zeigt, dass das Rennen trotz dem massiven Gerrymandering der GOP zumindest offen ist.

10:00, Nachfragerin

>>Woran liegt's?
Herr Ganslmeier möchte dem Leser offensichtlich vermitteln, dass Trump an dieser Beinahe-Niederlage schuld sei. Wenn Trump wirklich derart unbeliebt ist, könnte seine Wahlbeihilfe der Grund für das knappe Ergebnis sein.<<

Herr Ganslmeier vermittelt die Nachrichtenlage, nämlich daß die Nachwahl in einem Wahlkreis, der seit Jahrzehnten mit großer Mehrheit fest in der Hand der Republikaner ist, offensichtlich äußerst knapp ausgeht.

Woran das liegt, darüber nachzudenken ist erst mal jedem selbst überlassen.

Wer eins und eins zusammenzählen kann, kommt aber genau zu dem Ergebnis, welches wohl Ihrer Ansicht nach Herr Ganslmeier vermitteln möchte.

Es ist aber völlig egal, wer die Faktenlage vermittelt, sie spricht für sich.

10:50, friedrich peter...

>>Deswegen auch die Iran Krise, Trump braucht die Jüdische Wähler.<<

Sie wissen wenig über amerikanische Juden. Die sind nämlich im politischen Spektrum mehrheitlich eher links angesiedelt.

@Deeskalator: Republikaner und Trump - kein Neigungsbündnis

" Jetzt zu behaupten das alle Republikaner diese als Kerntugenden haben wäre eine massive Verunglimpfung. "

Das wäre in der Tat eine grobe, unzulässige Vereinfachung.

Was sich die GOP aber vorwerfen lassen muss, ist dass sie aus machttaktischen Gründen mit jedem Beelzebub spielt, der ihre plutokratischen Ziele irgendwie befördern kann.

Das galt für die "Tea-Party" und das gilt für Trump. Der hat die GOP gekapert.

Viele der klassischen Republikaner sind über diesen Narzissten entsetzt und sehen ihre Ziele verraten. Aber der GOP-Kern und die "zugwanderten rechten Hardliner" halten nach wie vor zu Trump.

Die Abgeordneten und Senatoren im Congress werden von Trump zunehmend mittels der Basis in politische Geißelhaft genommen.

Die GOP kann nur durch ihre moderaten - temporär anders oder nicht wählenden - Wähler befreit weden

Midterm elections

Die Midterm elections im November kommen eigentlich ein Jahr zu früh, denn die vielen neuen Zölle, die Präsident Trump noch einführen will bzw. schon eingeführt hat, wirken sich nicht so schnell aus, dass sie den Wählern richtig weh tun.

Laut Handelsblatt vom 03.07.2018 wird die Einführung der Zölle auf Stahl und Aluminium ca. 50000 Arbeitsplätze in den USA kosten (Schätzung der konservativen US Tax Foundation).

In den Stahl- und Aluminiumhütten in den USA arbeiten ca. 140000 Menschen. Diese sollen durch die Zölle geschützt werden. In der Verarbeitung von Stahl und Alu sind 6,5 Mio Menschen beschäftigt und diese Firmen haben mit den 25% Zuschlägen zu kämpfen, denn der Endkunde ist nicht bereit die Aufschläge zu zahlen. Er weicht auf alternative Anbieter z.B. aus China aus.
Wenn demnächst auf alle chinesischen Produkte Zöllle erhoben werden, gibt es kein Ausweichen mehr, dann wird der Endkunde zahlen müssen.
Ob das den Republikanern Stimmen bringt? Es bleibt abzuwarten.

Nachwahl Repräsentantenhaus

Sollte der republikanische Kandidat wirklich gewinnen, wird das medial wegen der knappen Mehrheit als eine Niederlage interpretiert. Gewinnt der demokratische Kandidat, so wird das als grandioser Sieg dargestellt. Merken eigentlich die Journalisten und Redaktionen nicht, wie unglaubwürdig sie inzwischen sind. Seit nunmehr 18 Monaten gibt es ein mediales Trommelfeuer gegen Trump und die Medienkonsumenten werden mit tendenziösen Berichten abgespeist. Die Wirklichkeit un den USA ist eine andere. Mit einer sachlichen und informativen Berichterstattung hat das nichts zu tun.

Jung gegen alt

cosmopolitan 10:57:
„(2) Bei Frauen, jungen Wählern, College-Gebildeten und den "Independents" liegen sie signifikant vorn.

(3) die Motivation zur Wahl zu gehen ist bei Demokraten höher als bei Republikanern.“

Beide Trends scheinen mir allgemein zu beobachten zu sein und machen mir Hoffnung.
Die Wut der vermeintlich oder tatsächlich Abgehängten und lange Ungefragten mag zu einem gewissen Teil erklärbar sein und eine Ohrfeige hatten die „Etablierten“ möglicherweise auch satt verdient.

Aber zu glauben, man man könne mit großmäuligem Besserwissen die Gegenwart unserer komplizierten Gesellschaften erklären und man brauche für die Zukunft nichts als den „gesunden Menschenverstand“ - dieser Glaube scheint doch mittlerweile deutlich abzuflauen.
Und umgekehrt ist bei den zuletzt noch tendenziell unpolitischen Jungen erkennbar die Erkenntnis gestiegen, dass Demokratie, Frieden und Wohlstand doch nicht nur einfach so da sind.

Keine Überraschung

Auch wenn es die ganzen Trump Fans hier bei TS und in den USA nicht wahr haben wollen, der Mann ist sehr unbeliebt insbesondere in Staaten wie Ohio, Michigan, Pennsylvania und Iowa, die er von den Demokraten zurückgewonnen hatte 2016 ist er unbeliebt.
Die GOP hat die ganzen letzten Wochen so getan als sei die Wahl längst entschieden.
Angesichts des extremen Gerrymandering welches andauernd von der GOP gefahren wird, ist eine totale Blamage, dass die Midterms so offen sind. Es wird im November ein böses Erwachen für Trump und die Republikaner geben.

10:57 von Cosmopolitan_Citizen

«Die Wahl ist auch 3 Monate vor den Midterms noch nicht gelaufen. Aber sie zeigt, dass das Rennen trotz dem massiven Gerrymandering der GOP zumindest offen ist.»

Ich lasse mal mein Gefühl sprechen:

1. Midterms Repräsentantenhaus
Die Reps werden ihre Mehrheit verteidigen, sie wird aber schrumpfen.

2. Midterms Senat
Hier erscheint mir die Situation viel spannender und offener.
Es steht hier ja momentan 51:49.

Bisher dachte ich, "das werden die Dems schon kippen".
Bis mir kürzlich durch Recherche bewusst wurde, dass von den 33 neu zu wählenden Senatoren ("Class 1 Seats") gegenwärtig 23 von den Dems gestellt werden.

10 Kandidaten der Dems müssen in Bundesstaaten antreten, die bei der Präsidentschaftswahl 2016 an Trump gingen.

Die Dems haben zwar nur zwei Sitze im Senat zu gewinnen, um die Mehrheit zu ihren Gunsten zu verschieben. Aber auch viel mehr zu verlieren, als mir bisher bewusst war.

Nun kann mir mein Gefühl gar nichts mehr sagen.
Zum Ausgang der Midterms im Senat.

@Nachfragerin: War Trump's Unterstützung kontraproduktiv ?

" Herr Ganslmeier möchte dem Leser offensichtlich vermitteln, dass Trump an dieser Beinahe-Niederlage schuld sei.

Woran erkennt man diese Intention des Autors ?

"Wenn Trump wirklich derart unbeliebt ist, könnte seine Wahlbeihilfe der Grund für das knappe Ergebnis sein."

Die Zustimmungswerte von Trump liegen tagesaktuell im Schnitt der Institute bei

- Approve ........43,1 %
- Disapprove...52,6 %

Seine Un-/Beliebtheitswerte bei

- Favorable.........41,7 %
- Unfavorable...53,9 %

Ihre Frage deutet in die richtige Richtung, ist aber in hohem Maße von der Region abhängig.

In Ohio war die GOP-Kalkulation, dass Trump hier eigentlich ein Plus-Faktor sein sollte.
Das könnte stimmen: für die Motivation der Wähler der Demokraten, zur Wahl zu gehen.

11:47, Michael.E

>>Sollte der republikanische Kandidat wirklich gewinnen, wird das medial wegen der knappen Mehrheit als eine Niederlage interpretiert. Gewinnt der demokratische Kandidat, so wird das als grandioser Sieg dargestellt. Merken eigentlich die Journalisten und Redaktionen nicht, wie unglaubwürdig sie inzwischen sind.<<

Merken Sie eigentlich gar nicht, daß das, was Sie hier den Journalisten vorwerfen, der Faktenlage entspricht?

Wenn ein Wahlkreis, der bisher haushohe Mehrheiten für die Republikaner eingefahren hat, nur noch hauchdünn gehalten werden kann, dann ist dies durchaus mit einer Niederlage zu vergleichen. Und wenn der demokratische Kandidat ihn hauchdünn gewinnen sollte, dann ist das, im Vergleich zu den Ergebnissen, die dort üblich sind, als grandioser Sieg zu werten.

Ich benutze hier übrigens Ihre Worte, die Sie im Artikel nicht finden werden. Aber selbst in der von Ihnen vorgenommenen Überzeichnung stimmt die Aussage.

re nachfragerin: Widersprüche?

„Herr Ganslmeier möchte dem Leser offensichtlich vermitteln, dass Trump an dieser Beinahe-Niederlage schuld sei. Wenn Trump wirklich derart unbeliebt ist, könnte seine Wahlbeihilfe der Grund für das knappe Ergebnis sein.“

„Herr Ganslmeier“ möchte hier gar nichts vermitteln! Die Wählerinnen und Wähler haben hier etwas vermittelt. Und zwar, dass sogar ein sehr großer Teil bisheriger Trump-Fans mit diesem Präsidenten unzufrieden sind und dass sie vor allem nicht bereit sind, für ihr nach wie vor konservatives Weltbild die amerikanische (ihre) Demokratie sehenden Auges gegen die Wand laufen zu lassen.
Bei der von Ihnen merkwürdigerweise kritisierten Aussage geht es darum, dass selbst Trumps persönlicher Einsatz nichts geändert hat. Und das eben ist für Trump himself eine krachende Niederlage - oder sehen Sie das anders?

11:47, rudolf gard

>>Tja
Hätte jetzt der Kandidat knapp verloren wäre die Schlagzeile "Erdrutsch Sieg" gegen Trump.Wie durchschaubar doch diese Artikel in unserer so liberalen und "unabhängigen" Presse doch sind. -))<<

Ihre Spekulation.

Aber schauen Sie sich doch mal an, mit wie viel Vorsprung der republikanische Kandidat vor knapp zwei Jahren gewonnen hat. Nämlich mit 66 zu 29 Prozent.

Und jetzt hängt die Mehrheit am seidenen Faden.

Wenn das kein Erdrutsch ist, dann weiß ich es nicht.

Unabhängig davon, ob die Republikaner den Wahlkreis jetzt knapp halten oder knapp verlieren werden.

@Schabernack: die Midterms sind eine "uphill battle" für die ...

... Demokraten.

Ihr "Gefühl" - das natürlich viel mit Ihrer Recherche zu tun hat - gibt Ihnen die richtigen Hinweise.

Im Senat wäre es geradezu eine Sensation wenn in der 2018 vorherrschenden Situation die Demokraten Senatoren hinzugewinnen könnten. 33 zu 8 bei den Vakanzen - da spricht schon die statistische Wahrscheinlichkeit für die GOP.

Zwar liegt im im erzkonservativen Tenneessee Phil Bredesen (D) in Umfragen vorne (wäre ein Netto-Gewinn), dafür hat aber in Missourie Claire McCaskill (D) ihren Sitz nicht sicher (wäre ein Netto-Verlust).

Im House sind die Chancen für eine knappe Mehrheit der Demokraten zumindest in Reichweite, aber die GOP hat sich durch Gerrymandering einen Wettbewerbsvorteil verschafft, der erstmal kompensiert werden muss. Schwierig aber nicht unmöglich.

Vermutlich werden die D eine Mehrheit im "Popular Vote" erreichen, aber für die Mehrheit der Sitze brauchen sie viele Einzelsiege auch in "gerrymandered" Wahlkreisen.

@ Michael.E und rudolf gard beide 11:47

Zitat von Michael.E: "Mit einer sachlichen und informativen Berichterstattung hat das nichts zu tun."
Zitat von rudolf gard: "Wie durchschaubar doch diese Artikel in unserer so liberalen und "unabhängigen" Presse doch sind."

Haben Sie den TS-Beitrag eigentlich gelesen?
An der Wortwahl in dem Bericht ist wirklich nichts zu beanstanden.
In der Überschrift ist von einem "Warnsignal" die Rede.
Dann finde ich noch "knappe Niederlage" im Zusammenhang mit dem demokratischen Kandidaten sowie "knapper Sieg" im Zusammenhang mit dem republikanischen Kandidaten.
Zudem wird berichtet, dass in diesem Wahlkreis bisher immer mit großem Abstand Republikaner gewählt worden sind und dass sich dieser Abstand jetzt auf wenige Prozentpunkte verringert hat.

Das ist alles sehr sachlich, informativ und im wahrsten Sinne des Wortes durchschaubar/transparent.

@Michael.E: Eine Nachricht wird durch politische Bedeutung ...

... des Vorgangs zur Nachricht.

Die Bedeutung der Nachwahlen und die Einschätzung der Ergebnisse wird durch die Aufmerksamkeit der US-amerikanischen Öffentlichkeit und der Medien bestimmt.

Wenn eine Partei in einer Hochburg wie PA-18 und OH-12, die sie gewinnen MUSS, massive Stimmenverluste einfährt, dann ist es eine Nachricht, die viele interessiert und Raum für Diskussionen gibt.

Ein verlustfreier Gewinn einer Hochburg - egal ob bei Demokraten oder GOP - wäre eine Selbstverständlichkeit, die weniger Aufmerksamkeit und mediale Beachtung fände. Auch bei den Medienkonsumenten.

Was ist daran tendenziös ?

"Die Wirklichkeit un den USA ist eine andere. "

Welche ? Sie haben den Raum, sie zu benennen.

11:47 von Michael.E

«Sollte der republikanische Kandidat wirklich gewinnen, wird das medial wegen der knappen Mehrheit als eine Niederlage interpretiert.»

Hier in DEU behaupten viele, die GroKo sei bei der letzten BTW "krachend abgewählt worden", obwohl sie immer noch eine Mehrheit hat, die zur Bildung einer Regierung reicht.

«Merken eigentlich die Journalisten und Redaktionen nicht, wie unglaubwürdig sie inzwischen sind.»

Merken eigentlich gewisse Menschen nicht, in welcher Art sie mit zweierlei Maß messen ("wenn nötig" auch mit dreierlei)?

«Seit nunmehr 18 Monaten gibt es ein mediales Trommelfeuer gegen Trump und die Medienkonsumenten werden mit tendenziösen Berichten abgespeist.»

Kluge Menschen konsumieren Medien nicht so, wie sie es mit einer Tüte Chips zum Fußballspiel vor dem TV tun.

«Die Wirklichkeit un den USA ist eine andere.»

Unter "Wirklichkeit" wird häufig nur all zu gerne das verstanden, was man selbst gerne hätte, dass es so wäre. Immer wieder ein großer Fehler …

@GeMe: die Negativ-Auswirkungen von Trump's Politik ...

... werden überlagert durch die gute Wirtschaftslage, welche sich auf einer Trend-Geraden seit Jahren entwickelt und unter Trump fortgesetzt hat.

Trump hat sie pro-zyklisch durch die Tax-cuts befeuert, was das Budget-Defizit ballon-artig anschwellen lässt. Solange sich aber der Kurzfrist-Effekt der Steuersenkung auf den pay-slips gut anfühlt, wird das von seinen Anhängern nicht hinterfragt.

Was die Auswirkungen der Handelskriegspolitik angeht, gibt es ähnliche Überlagerungen. Die Rhetorik hört sich nach "Kümmern" an ... die Effekte auf Unternehmen, Wettbewerbsfähigkeitsverluste, Verbraucher und Arbeitnehmer zeigen sich erst deutlich später.

Noch einen schönen Nachmittag !

@Schabernack: 25 zu 8 Vakanzen im US-Senat

... sind die richtigen Zahlen. Gibt zwar 33, aber es hätte in meinem vorherigen Post korrekterweise 25 (D) zu 8 (R) Senatoren heißen müssen.

Parallel arbeiten und posten hat manchmal seinen Preis, auch in Form von Typos ;-)

Noch einen schönen Tag !

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11:47 von Michael.E

"Sollte der republikanische Kandidat wirklich gewinnen, wird das medial wegen der knappen Mehrheit als eine Niederlage interpretiert. Gewinnt der demokratische Kandidat, so wird das als grandioser Sieg dargestellt. Merken eigentlich die Journalisten und Redaktionen nicht, wie unglaubwürdig sie inzwischen sind. Seit nunmehr 18 Monaten gibt es ein mediales Trommelfeuer gegen Trump und die Medienkonsumenten werden mit tendenziösen Berichten abgespeist. Die Wirklichkeit un den USA ist eine andere. Mit einer sachlichen und informativen Berichterstattung hat das nichts zu tun."

Schon blöd, wenn die Wirklichkeit sich immer mehr von der eigenen, festen Überzeugung entfernt.
Da müssen dann 'alternative Fakten' her.
Und die Berichterstattung, die sich an der Wirlichkeit und nicht an der eigenen Wahrnehmung orientiert muss zwangsläufig 'gesteuert', 'manipuliert' oder 'gleichgeschaltet' sein.
Sie ist dann eben nicht mehr "sachliche und informative".
Oder wie sehen Sie das?

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