Ihre Meinung zu: Zehnter Jahrestag - Was vom Krieg in Georgien blieb

7. August 2018 - 20:24 Uhr

Zehn Jahre ist der Krieg in Georgien her. Wenig ist davon im Gedächtnis geblieben, einige Fragen sind offen. Was zum Beispiel war mit den US-Militärberatern in Tiflis und gibt es heute noch welche? Von Silvia Stöber.

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Kommentare

Abwehrbereit

Der Krieg in Georgien war eine Initialzündung in vielen Staaten Osteuropas, sich gegen den Einfluss großer Nachbarn zur Wehr zu setzen und der Nato beizutreten.

Russland schafft sich an der Pheripherie Satelitenstaaten

Mit Georgien wurde so verfahren, wie auch mit Moldawien und später mit der Ukraine:

Russland schafft kleine, bis an die Zähne bewaffnete Satelitenstaaten, die ohne Russland nicht überlebensfähig wären. In diesen "Staaten" herrscht die Unterdrückung der Menschenrechte und die Menschen werden einer quasi lückenlosen Gehirnwäsche unterzogen.

Die Drohungen gegen Georgien und der Ukraine, sollten sie der NATO beitreten wollen, stellen eine völlig unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieser Staaten dar.

Wenn Russland sich dazu in der Lage sähe, weitere Gebiete oder Staaten einzunehmen, würde Russland das zweifellos ohne zögern tun.

Der Zerfall der Sowjetunion und der Verlust fast aller Satelitenstaaten steckt weiter wie eine gärende Suppe in der russischen Politik. Man kann sich dort nicht mit dem Abstieg von einer Weltmacht zur starken Mittelmacht abfinden.

Wozu die suggestive Frage?

"Insofern stellt sich die Frage, was der russische Ministerpräsident Dimitri Medwedjew im Sinn hatte, als er vor dem zehnten Jahrestag des Krieges vor einem 'furchtbaren Konflikt' warnte, sollte die NATO Georgien aufnehmen."

Die Frage, warum 170 Vertreter der NATO permanent in Georgiern stationiert sind, stellte sich für die Autorin nicht sondern wusste, dass es ein "Signal" an den geopolitischen Gegner sei.

Nichts anderes ist es, was Medwedjew verkündete. (Aber irgendwie muss man ja dem Leser seine Sichtweise übermitteln...)

Trump

sollte mit seinem Kumpel Putin darüber reden ,wer was in Georgien gemacht hat bezw macht !

wiedermal macht unsere anstalt

es wie die praline. wäre hätte würde fahradkette

Wieder ein Rohrkrepierer der USA-Politik

Und auch da hat die am. Einmischungs-Politik auf ganzer Linie versagt. Destabilisierung, Null Einfluss, zumeist das Gegenteil erreicht, was sie erreichen wollten. Fazit: Murks durchweg.

20:55 von Nachfragerin

Die Frage, warum 170 Vertreter der NATO permanent in Georgiern stationiert sind, stellte sich für die Autorin nicht

Georgien beteiligt sich an internationalen Missionen und bekommt entsprechend Hilfe bei Ausbildung und Modernisierung seiner Streitkräfte.

georgien

bei welcher Krise, egal wo auf der Welt, haben die Amerikaner nicht die Finger im Spiel ?

20:45 von Hugomauser

Tja, nur ist es ja gerade dieses Vorgehen, das Obamas Feststellung bestätigt:

"Russia is a regional power that is threatening some of its immediate neighbours, not out of strength but out of weakness, [...]"

Da möchte ich gern hinzufügen:

Statt Schutz bei Russland zu suchen, suchen fast alle Staaten die Russland intim kennen und ihm eigentlich verbunden sein sollten, Schutz vor Russland.

Und darauf wird niemand anderes eine Antwort finden können, als Russland selbst.

Der Versuch, die Welt mit haarsträubender militärischer Rücksichtslosigkeit die Welt in Angst zu versetzen, um damit diplomatische Schwäche auszugleichen, ist langfristig zum Scheitern verurteilt.

Georgien hat Russland den Krieg erklärt, wie

mir georgische Diplomaten versicherten. Sie bezeichneten Saakaschwili als wahnsinnig geworden. Georgische Truppen ermordeten in Südossetien russische Kameraden, mit denen zusammen für Sicherheit sorgen sollten. Dabei gibt es nichts zu beschönigen, denn Saakaschwili wollte einen Weltkrieg auslösen.

Beitritt zur Nato

Es ist symptomatisch für das Unterdrückungsgefüge im ehemaligen Ostblock, dass Länder wie Georgien oder die Ukraine heute am liebsten sofort der Nato beitreten würden. Russlands Lehrstück im Krieg gegen Georgien ist schon erhellend.

Fehlt zur Erinnerung nicht was?

Besser gesagt wer. Denn Südossetien und Abchasien waren und sind von Menschen bewohnt. Und mit denen bzw. ihrem Leben hat es Saakaschwili nicht so genau genommen.
Aber diese Menschen scheinen hier nicht relevant zu sein.

damalige Berichterstattung

Gemeinhin ist in Erinnerung, dass eine von der EU beauftragte Untersuchungskommission zu dem Schluss kam, der georgische Präsident Michail Saakaschwili habe den Krieg ausgelöst...

Ganz und gar nicht, auch dank der damaligen Berichterstattung der Tagesschau denken die meisten heute noch, dass Russland Georgien einfach überfallen hat. Die EU-Untersuchung war dann auch nur eine Randnotiz.
Ich habe auch lange so gedacht, obwohl mir russische Bekannte von Anfang an erklärten, dass Russland nicht zuerst angegriffen hat.
Für mich ein Knackpunkt, was das Vertrauen in unsere Medien betrifft.

Trotzdem hat natürlich Russland mehr als unverhältnismäßig reagiert!

Am 07. August 2018 um 20:43 von pro Rus - contra Put

"Der Krieg in Georgien war eine Initialzündung in vielen Staaten Osteuropas, sich gegen den Einfluss großer Nachbarn zur Wehr zu setzen und der Nato beizutreten."

Der Krieg in Georgien wurde ausgelöst durch den Überfall Georgiens auf Südossetien.

22:06 von Karl Napf

Und ich dachte immer, in der Praline gäb's nackte Tatsachen!

Lachender Dritter mit Ladehemmung

Ich denke, es war ein klassisches Beispiel für die Verfahrensweise der Amerikaner in ehemaligen Sowjetrepubliken, indem sie den Antisowjetismus ausnutzten, um sich dort gegen das gerade kleiner gewordene Russland, dass sich der Vereinnahmung durch sie widersetzte, niederzulassen und den evtl. sogar von ihnen eingesetzten Regierungen Rückhalt bei Provokationen zugestand. In Georgien war aber kein Amerikaner mehr zu sehen (ein Schifflein gerade, wenn ich mich erinnere), als es ernst wurde. Dessen sollten sich auch die Ukrainer bewusst werden, dass wenn sie es zu weit treiben, sie am Ende allein dastehen… Diplomatie ist allzeit wichtiger als das sich Stellen auf eine Seite, die offensichtlich ganz anderes im Sinn hat, als das, was sie verspricht.

Eine Frage der Stärke

Die Aufnahme Georgiens in die NATO ist nur eine Frage der Truppenstärke und Entschlossenheit.

US-Leute in Georgien

Letztes Jahr sind mir in Georgien auch einige stark trainierte US-Amerikaner in Tarnkleidung am relativ kleinen Flughafen Tiflis (Tbilisi) aufgefallen. Dass die keinen normalen Urlaub machen war offensichtlich.

Ein guter Bericht

Ich finde, Silvia Stöber versucht hier eine weitgehendst objektive Zusammenfassung bzw. Erinnerung an das Geschehen in Georgien vor zehn Jahren zu geben. Auch ihre Hinweise auf die US-Berater und "Privatfirmen" sind entgegen der gewohnten ARD-Berichtsweise von Udo Lielischkies und Golineh Atai überraschend offen.
Ihr Bericht hebt sich deutlich von den fast propagandistischen Meinungsberichten der "alten" Korrespondenten ab.

Danke an TS für diesen

Danke an TS für diesen erhellenden Artikel über die Hintergründe dieses fast vergessenen Krieges.

Allzuoft werden Kriege und Terroranschläge irgendwelchen dunklen Kräften oder unbekannten Milizen zugeschrieben.

In diesem Artikel werden ausnahmsweise die Drahtzieher und Planer (Regierungen, Politiker, Sicherheitsberater und Frontunternehmen) beim Namen genannt.

Weiter so!

Saakaschwili, staatenlos, als Krimineller gesucht.

Und zwar in Georgien.
In der Ukraine überwarf er sich mit Poroschenko. Verlor deshalb auch die ukrainische Staatsbürgerschaft.

EU-Ermittlungen: Frau Tagliavini, die Leiterin, stellte richtig, dass Georgien den Krieg begonnen habe: "Aus Sicht der Kommission war es Georgien, das den Krieg in der Nacht vom 7. auf den 8. August 2008 mit schwerem Artilleriebeschuss auf Zchinwali angefangen hat. " (FAZ)

@Phonomatic

22:28 von Phonomatic:
"Georgien beteiligt sich an internationalen Missionen und bekommt entsprechend Hilfe bei Ausbildung und Modernisierung seiner Streitkräfte."

Wenn Ihre Darstellungen der Gegenseitigkeit stimmt, müsste sich Georgien bereits seit 15 Jahren an solchen Missionen beteiligen. Tut es das?

Und ein Verteidigungsbündnis schwächt sich selbst, wenn es sich Gebiete einverleibt, die sich nicht selbst verteidigen können. Also woran liegt es wohl, dass sich die NATO immer weiter nach Osten ausdehnt?
Antwort: Es ist eine gegen Russland gerichtete Ausweitung des US-amerikanischen Einflusses. Also nichts als Geopolitik.

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