Kommentare

Ein neuer Weg

Eine richtige Entscheidung. Puigdemont muss anerkennen, dass Unabhängigkeit nicht möglich ist, so lange drei Faktoren nicht geklärt sind:
(1) Die autoritäre Zentralregierung, der Lorruption vorgeworfen wird und Vetternwirtschaft ist auf Selbstschutz gepolt. Nach einer spanischen Wahl ist Rajoy womöglich weg. Erst dann kann es weitergehen.
(2) Die katalanischen Seperatisten sind in Katalonien höchstwahrscheinlich in einer Mehrheit. Das hängt aber auch vom Verhalten Brüssels ab. Nach dem Brexit sollte sich die EU überlegen, ob sie weitere Territorien verlieren will. Es ist nirgends festgelegt, dass ein neuer Staat automatisch aus der EU rausfliegt, v.a. dann, wenn er wie Kataolinien alle Mitgliedkriterien erfüllt.
(3) Es muss einen Dialog mit ganz Spanien geben, in der Form, dass man die Spanier fragt, ob man Katalonien gehen lässt. Erst dann sollte es die finale Volksabstimmung geben.
Insgesamt wünsche ich Katalonien viel Glück auf dem Weg in die Unabhängigkeit und zur Selbstbestimmung.

"gibt auf"?

Von "Aufgeben" kann hier wohl kaum die Rede sein. Die spanische Zentralregierung hat wieder einmal gezeigt was man von der verfassungsmässig verankerten "Autonomie" tatsächlich halten kann ... rein gar nichts.

Wenn ein vom Wähler legitimiertes katalanische Parlamant beschliesst, dass ihr Kandidat zum Präsidentenamt im Exil gewählt werden soll, dann ist das zu respektieren. Ein gegenteiliges Gesetz gibt es in Spanien auch nicht. Aber da die Seilschaften zwischen Exekutiver und Judikativer wieder hervorragend kooperiert haben, war das neue Gesetz ja schnell blockiert. Da hat Puigdemont nun das generelle Interesse, schnell eine Regierung zu bekommen über sein persönliches Interesse der Präsidentschaft gestellt. Er selbst wird von Deutschland aus die nächsten Jahre noch viel für sein Land tun.

Mit Quim Torres hat Madrid nun einen weniger kompromissbereiten Kontrahenten als es Puigdemont gewesen wäre.

Das ist kein Aufgeben. Er ist

Das ist kein Aufgeben. Er ist nur pragmatisch und tut was im Moment das beste fuer die katalonische Sache ist. Der vorgeschlagene Torra macht einen guten Eindruck mit dem Einsatz fuer Kultur und Spracherhaltung. Die Unabhaengigkeit innerhalb Europas wird sicherlich weiterhin das Ziel sein. Alle guten Wuensche dafuer.

Eine besonnene Entscheidung

Eine besonnene Entscheidung von Puigdemont, auch wenn das an der Situation nicht viel ändert.
Diese Lage hat sich erst durch den immer zentralistischeren Kurs des Ministerpräsidenten Rajoy so zugespitzt. Katalonien hat ja gewisse Autonomie-rechte von 1979, die neu verhandelt wurden und 2006 vom Parlament angenommen wurden. Nur die PP stimmte dagegen und ließ den Kompromiss vom Verfassungsgericht stoppen.
Tja und jetzt wird kompromisslos durchgezogen in Richtung einer zentralistischen Regierung.
Letztlich wäre eine Autonomie für Katalonien selbst auch nicht gut. Aber innerhalb einer spanischen Republik dürfte doch auch ein Freistaat wie Bayern möglich sein. Dann hätte ein Unabhängigkeitsreferendum keine Chance gehabt.
Es hätte nicht so weit kommen müssen, wenn man mal ernsthaft verhandelt hätte und auch die Gefühle der Katalanen ernst genommen hätte.

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