Ihre Meinung zu: Verdacht auf Kindesmissbrauch: Papst-Vertrauter vor Gericht

1. Mai 2018 - 5:04 Uhr

Der Finanzchef des Vatikan, Kardinal Pell, muss sich in seiner Heimat Australien wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten. Er streitet die Beschuldigungen ab.

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Kommentare

Immerhin.

Hoffentlich gibt es ein kompetentes Gerichtsverfahren, indem ihm - bei ausreichender Sicherheit der Schuld Feststellung - allerdings eine angemessene Strafe erwarten sollte.
Was das Thema angeht haben wir allerdings in Deutschland mehr denn je für die Opfer und potenziellen Opfer zu tun.
Mehr denn je. Durch den UBSKM hat es erst einmal eine Verschlechterung gegeben.
Und was mit Benedikt sein sollte, wird noch nicht mal gedacht. Das ist immer noch ein Offenbarungseid, für einen Rechtsstaat. Täter praktischerweise können diese Opfer üblicherweise keine Randale mehr machen. Insbesondere in den häufigsten und am meisten Schaden anrichten der Täter Opfer Situation, wenn die eigenen Eltern die Täter sind.
Es ist in diesem westlichen Werte Land leider eine Katastrophe, diesbezüglich.

Untypische Situation

Der Vorwurf, sexueller Missbrauch von Minderjährigen in drei Fällen (also nicht drei Kinder, sondern drei Ereignisse), ist eher untypisch. Menschen mit einer solchen Veranlagung sind eher Serientäter. Aber auch solch verbrecherisches Tun in wenigen Fällen muss gerichtlich geahndet werden.
Allerdings verwundert die Darstellung im Artikel: "oft in Einrichtungen der Kirche, aber auch in Schulen, Sportvereinen oder bei den Pfadfindern". Die Erfahrung in Deutschland zeigt, dass der weit überwiegende Anteil des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger im Bereich der Verwandten, danach in Schulen und Sportvereinen stattfindet. In Australien wird dies nicht anders sein. Die Fälle im kirchlichen Bereich sind einfach nur spektakulärer und wegen des Missbrauchs von Autorität und Ansehen besonders verächtlich auf Täterseite. Aber das Leiden der Minderjährigen ist überall gleich. Und daher schadet es, den Eindruck zu erwecken, man müsste sich zur Prophylaxe vorrangig auf die Kirchen konzentrieren.

Das weltliche Gericht in Deutschland.....

..wäre mehr wie ausgelastet, wenn alle Missbrauchsvorfälle durch Mitarbeiter der kath. Kirche vor ein deutsches Gericht, zur Verhandlung gekommen wäre.

Leider haben es die Verantwortlichen der Kirchen für besser gefunden, über Jahrzehnte alles zu verschwiegen und versucht es unter dem Teppich zu kehren, teilweise bis heute..

Wiedergutmachung durch die kath. Kirche..? Halbherzig und nur auf Druck der Öffentlichkeit.

Was ist aus dem " Fonds Sexueller Missbrauch " geworden ?

Meines Erachtens sind die versprochenen 100 Millionen € immer noch nicht vollständig eingezahlt worden. Man spart lieber bei den Opfer und verweigert denen die Hilfe. Außer viel Bürokratie und Willenserklärung ist nicht viel geschehen. Die Opfer werden wieder alleine gelassen, diesmal durch die Politik.

Jedes mal wird Öffentlich groß verkünden, den Opfer müsse man unbürokratisch helfen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Es ist beschämend wie dieses Land.

M. Nordheim / Autograf

M. Nordheim: Ein kompetentes Gerichtsverfahren wird es sicher geben. Was ist UBSKM? Den Rest Ihres Artikels kann man auch nur deuten.
Autograf: So ist es.

Nicht alle! Doch erschreckend

Nicht alle! Doch erschreckend viele Pädophile in Reihe der Kirche. Schlimm das es sich um "Vertrauenspersonen" handelt, die erstmal nicht in Verdacht sind. Weltliche Gerichte müssen die Fälle untersuchen und aburteilen. Die Kirche es Institution muß endlich sich mit der scheinbaren Häufung beschäftigen. Selbst im Vatikan solle es zu Mißbrauch vom Kindern gekommen sein.
Die Glaubwürdigkeit ist schwer beschädigt. Eine Strafe und uneingeschränkte Wiedergutmachung sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

@Autograf "Untypische Situation"

Von 200 untersuchten kirchlichen Einrichtungen Australiens waren 46% mit sexuellem Missbrauch belastet. Zwischen 1950-2015 gab es 4400 Kläger gegen die Kirche. In 3000 Fällen wurde von der Kirche insgesamt 250 Millionen Dollar Widergutmachung gezahlt. 7% der Priester wurden belastet. (Täter waren überproportional nicht Priester sondern Ordensbrüder). Eine Kommission stellte fest: die Kinder wurden ignoriert und eher bestraft. Die Priester versetzt ohne dass die Folgeeinrichtung über den Grund informiert wurden.
Es wurden bei Pell vorerst 3 Fälle angeklagt, die am ehesten Aussicht auf Erfolg haben und ein Einfluss durch vorherige Veröffentlichung ausgeschlossen werden konnte. (engl. Wiki, The Sydney Morning Herald )
Ihre Schlussfolgerung keine 'Serie' ist nicht haltbar.
Ihre Methode vom Durchschnitt auf den Einzelfall zu schließen ist gelinde gesagt nicht üblich und wird dem Problem in keiner Weise gerecht.

07:57 von sosprach

Doch erschreckend viele Pädophile in Reihe der Kirche.
.
wo sonst wird sich ein Pädophiler aufhalten ?
doch dort wo er problemlos an seine Zielgruppe rankommt
das ist eben als Erzieher, als Lehrer .... und als Pfarrer bzw in der Jugendarbeit
Warum wird so wenig getan ?
Auch das ist in der Kirche nicht anders als überall,
man vertuscht zuerst, möchte nicht zeigen dass es Probleme gibt,
auch in einer öffentlichen Schule versucht man den betreffenden Lehrer zuerst zu versetzen und nicht an den Pranger zu stellen könnte ja auf eigenes Versagen hindeuten

Und die Krähen hacken doch!

@Sisyphos3
Ich möchte als Schulleiter einer öffentlichen Schule dieser Darstellung bezüglich pädophiler Lehrer widersprechen. Da gibt es keine standardmäßige Toleranz und kein standardmäßiges Vertuschen durch Versetzung. Ich selbst habe in meiner Dienstzeit bisher zwei Mal mit entsprechenden Vorwürfen gegen Lehrer zu tun gehabt. Ein Mal ging es um die Rache einer Gruppe von Schülerinnen mit schlechten Noten, das andere Mal um pubertäre Phantasien. Wenn aber erst einmal mit Dreck geworfen wurde, dann bleibt in jedem Fall genug davon hängen, um eine „freiwillige Versetzung“ in Betracht zu ziehen. Doch auch dabei verliert die betreffende Schule: Man unterstellt ihr Vertuschung.
In allen Fällen, von denen ich weiß, dass tatsächlich übergriffiges Verhalten eines Lehrers vorlag, gab es Null Toleranz und entschiedenes Handeln der Verantwortlichen. Erst wird das Problem angegangen, dann denkt man an den Ruf der Schule, das ist normal und legitim.

Sollte er unschuldig sein wird

Es fast unmöglich sein das vorherige Leben weiter zu leben. Wo mit Dreck hewiorfen wird bleibt immer etwas hängen. Sollte er schuldug sein hoffe ich auf eine gerechte harte Strafe.

@sosprach o7:57

Pädophile gesellen sich immer dorthin, wo sie guten Chancen wähnen. Der Zölibat ist vordergründig ein feines Deckmäntelchen, längst enttarnt.

Wenn Kardinal Pell wichtig

Wenn Kardinal Pell wichtig ist, werden die Zeugen in dem Fall schon alle irgendwie sterben, bevor sie aussagen können.....

Aber so eine Mühe macht sich die internationale Kinderschänder-Mafia nur wenn es wirklich nötig ist, wie beim Prozess gegen Marc Dutroux.

@ 09:44 von Schlandlover

Sie beschreiben die Situation heute in den Schulen. Aber wie war es vor 30 oder 50 Jahren? Die meisten Taten, die heute diskutiert werden, stammen aus der Zeit. Es bleibt einfach festzuhalten: Der Missbrauch von Macht gegen über irgendwie Abhängigen gerade im sexuellen Gebiet fand überall statt, wo eine solche Macht existierte. Das war im Dorf gegenüber Mägden selbstverständlich, gegenüber Frauen, aber auch gegenüber Kindern. Der Prozess, in dem Menschen allgemein vor einem Machtmissbrauch geschützt werden sollen, hat doch erst in den letzten Jahrzehnten begonnen - ich erinnere nur daran, dass das Schlagen von Schülern noch vor nicht allzu langer Zeit selbstverständlich war. Daher besteht heute auch noch ein Generationenunterschied. Für viele Alte ist der Machtmissbrauch noch selbstverständlich. Sich an Jüngern und damit oft Schwächeren zu vergehen, scheint bei vielen Menschen angelegt zu sein. Das heutige Mobbing ist einfach nur subtiler, keine offene Gewalt - sind wir denn besser?

Vorsicht mit dem Begriff "Pädophile"

Kindesmissbraucher sind nicht zwangsläufig pädophil, demzufolge missbrauchen nicht alle pädophilen Männer Kinder. Aber es ist eben einfacher, dem Bösen einen einfachen Namen zu geben.

@ 08:26 von Marcus2

Darf ich auch die entsprechende Vergleichszahl für entsprechende staatliche Einrichtungen oder anderer Organisationen in Australien aus der Zeit (vor 1970) haben (bei uns klassisches Beispiel Odenwaldschule)? Waren die besser? Wir haben es mit einem allgemeinen Problem zu tun, des Missbrauchs bzw. der Misshandlung (Nonnen/weibliche Angestellte haben villeicht weniger missbraucht sondern mehr misshandelt, ist das besser?) von Abhängigen in früheren Zeiten zu tun. Der Einstellung, dass Kinder gefälligst still zu sein haben und die Erwachsenen alle Rechte ihnen gegenüber haben. Von Kinderarbeit in Bergwerken bis heute zu freien pädagogischen Experimenten am lebenden Kind durch unsere Erziehungswissenschaftler. Wer nimmt Kinder den überhaupt ernst?

Pell

In dubio pro reo! Im Zeifel für den Angekagten. Leider haben viele User diesen Mann als Täter schon verurteilt. Warten wir es ab, wie das Gericht urteilen wird. Oder haben wir kein Vertrauen in die australische Justiz?
Übrigens sind solche Fälle üverwiegend ein Phänomen der westlichen Gesellschaften, vor allem als Folge der sog. "sexuellen Revolution"! In den osteuropäische Staaten waren solche Fälle eher eine Ausnahme!

Kinder

Ich verstehe nicht, warum es immer wieder Kinder betrifft, wenn es um Missbrauch seitens der Kirche geht. Stehen da welche explizit auf Kinder oder haben die das so nötig und vergreifen sich deswegen an Kinder? Sich mal etwas weiter von der Kirche in einen Gegend begeben und einen Bordell besuchen, wenn man es so nötig hat, das kam denen nie in den Sinn? Wer sich an Kinder vergreift, der sollte mir persönlich am besten nicht erscheinen, ich kann definitiv nicht garantieren, das ich mich zurückhalten kann und nicht handgreiflich werde. Ich hasse Kinderschänder.

Autograf

"Die Fälle im kirchlichen Bereich sind einfach nur spektakulärer und wegen des Missbrauchs von Autorität und Ansehen besonders verächtlich auf Täterseit"

Sie sind nichtspektakulärer, sie sind institutionalisiert.

In einzelnen Familien sind einzelne Kinder der Gefahr von Gewaltverbrechen ausgesetzt.

In Institutionen sind Massen von Kindern der Gefahr ausgesetzt Opfer dieser Gewaltverbrechen zu werden!!!!!!!

12:17 von

12:17 von Hackonya2
Kinder
"Ich verstehe nicht, warum es immer wieder Kinder betrifft, wenn es um Missbrauch seitens der Kirche geht. "

Und frage mich, warum immer wieder Männer auf so grausame und unmenschliche Weise so entarten.

Die Kirche

Was im Namen Gottes, der Kirche , auf dieser Welt an Unrecht geschehen ist, geschehen wird ist unbeschreiblich. Und niemand wird zur Rechenschaft gezogen. Und trotzdem gehen wir Morgen wieder in die Kirche und beten!

Die Hölle muss voll von

Die Hölle muss voll von Männern sein.

@ 12:17 von Hackonya2

Haß ist niemals gut - da können sich sogar sublimierte Wunschträume hinter verstecken. Und ein Bordell? In welchem Umfang werden dort Abhängige sexuell ausgebeutet? In vielen Kulturen bleibt z.B. verstoßenen Ehefrauen oder Witwen kaum eine andere Wahl - oder einen alten Mann heiraten. Kinderschänder sind oft verheiratet - es ist nicht sexuelle Not sondern spezifische Gier nach Sex mit dem Kind aus pädophiler Neigung. Dies gibt es in allen Kulturen. Allerdings ist es auch teilweise sexuelle Not, z.B. sehr gut beschrieben in Abdel-Samads Buch "Mein Abschied vom Himmel", der als Kind selbst Opfer von sexuellem Missbrauch wurde. Dies scheint in einigen Kulturen heute noch durchaus toleriert zu werden.

Seltsames Verständnis.

"Auf seinen Posten als Finanzchef des Kirchenstaats dürfte er kaum noch zurückkehren können."

Seltsames Verständnis von Rechtsstaat, das tagesschau.de mit dieser Spekulation offenbart.

Bis zum Beweis des Gegenteils ist Pell unschuldig!

Warum also keine (eventuelle) Rückkehr auf seinen Posten?

Muss der Kachelmann-Reflex sein...

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