Ihre Meinung zu: EU verhängt Millionenstrafe gegen Bosch und Continental

21. Februar 2018 - 14:33 Uhr

Die EU-Kommission hat gegen mehrere Konzerne Kartellstrafen in Höhe von mehr als einer halben Milliarde Euro verhängt. Die deutschen Autozulieferer Bosch und Continental müssen jeweils rund 75 Millionen Euro Strafe zahlen.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.42857
Durchschnitt: 4.4 (7 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Gerechtfertigte Strafe

Es ist gut, wenn gegen diese Kartelle mit aller Härte vorgegangen wird. Denn der Leidtragende von Preisabsprachen ist letztenendes immer der Verbraucher. Und hier handelt es sich wohl auch nur um die berühmte Spitze eines Eisberges.

Scheinbar sind die "Strafen"

Scheinbar sind die "Strafen" harmlos, sonst würden solche nicht in Wochentakt verhängt werden müssen.

Gibt

es überhaupt noch irgendetwas ohne Kartelle.
Letztens einen Bericht gesehen,es wurde sich sogar bei Löschfahrzeugen der Feuerwehr abgesprochen.Da gehen zig Tausende zur freiwilligen Feuerwehr und die Herren zocken die Gemeinden ab.Das ist doch voll asozial.

Wie die EU-Kommission arbeitet ...

... auch nicht anders als die Bußgeldstelle einer Gemeinde. Sobald einer Verdächtig ist wird erst mal ein Bußgeldbescheid geschickt, gegen den derjenige klagen und seine Unschuld beweisen muß.
Im hier angeführten Fall haben wir ein Duopol, das sich gar nicht absprechen muß. Die sind sich unausgesprochen einig, daß die überraschungsarme Zündkerzenfertigung ein paar Renditeprozente mehr vertragen könnte.
Sie wissen ohnehin wo beim Konkurrenten der Boden ist und ziehen dankbar bei jeder Preisanpassung der Konkurrenz nach.

Richtig so ...

Leider ist das aber nur ein Bruchteil von dem Gewinn, den sie durch ihren Betrug erwirtschaftet haben ...

14:23 von sinuhe251

"Leider ist das aber nur ein Bruchteil von dem Gewinn, den sie durch ihren Betrug erwirtschaftet haben ..."

Das ist ein Hauptproblem und muss wohl gewollt sein,sonst würde man es ändern.

Strafen überdenken...

Geldstrafen nutzen offenbar nichts, bzw. sind keine Abschreckung. Man sollte dazu übergehen, die Verantwortlichen Aufsichtsräte und Manager mit einem Gewerbeausübungsverbot zu belangen. Wenn die Leute sehen, dass ihnen so etwas droht, dann dürfte das die Hemmschwelle sicher erhöhen.

So wie das im Moment läuft ist das doch keine Abschreckung. Die Millionen zahlt das Unternehmen und sie deckt wahrscheinlich nicht einmal einen Bruchteil dessen ab, was die Firmen verdient haben.

@14:23 von sinuhe251

"Leider ist das aber nur ein Bruchteil von dem Gewinn, den sie durch ihren Betrug erwirtschaftet haben ..."

Woher nehmen Sie diese Informationen? Haben Sie sich das jetzt ausgedacht, oder ist das substantiell bewiesen?

Wäre dankbar für weitere Informationen

Hier sind ja wieder die

Hier sind ja wieder die Vertreter der sozialistischen Marktwirtschaft aktiv, die der EU nur das Gute wie Bananenkrümmung, Eierform, Glühlampenverbot, sogenannte wassersparende Duschköpfe (ist noch in Arbeit) zutrauen. Kurzum sich den betreuenden, vollversorgenden Staat wünschen (SPD will ja die Probleme der Bürger lösen. In NRW, Bremen, etc. kann man das Ergebnis deutlich sehen!) . Ich hoffe, die betroffenen Konzerne lassen die Entscheidung der EU gerichtlich überprüfen. Wenn sich herausstellt, daß die Konzerne tatsächlich geschummelt haben, dann sollen sie auch zahlen. Andererseit bin für für eine freie, liberale Marktwirtschaft, was wir in D schon lange nicht mehr haben.

@14:31 von patzie + @14:23 von sinuhe251

Ihre Behauptungen, dass die Geldbußen nur einen Bruchteil dessen ausmachen, was andererseits durch das widerrechtliche Verhalten an Gewinn erwirtschaftet wird, scheint mir nicht schlüssig:

"Die Kommission bestimmt einen Grundbetrag der Geldbuße, welcher an Umfang, Schwere und Dauer des Verstoßes orientiert ist, und passt diesen Grundbetrag durch Auf- (erschwerende Umstände; Gewährleistung der abschreckenden Wirkung) und Abschläge (mildernde Umstände) den Erfordernissen an. ... Der Grundbetrag wird anhand des Wertes der verkauften Waren und Dienstleistungen berechnet, die mit dem Verstoß in einem unmittelbaren oder mittelbaren Zusammenhang stehen. ... Die Schwere der Zuwiderhandlung ist anhand der Umstände des Einzelfalls zu bestimmen, wobei ein Betrag bis zu 30% des betroffenen Umsatzes festgesetzt werden kann. " Quelle: www.wko.at

Nun werden die Firmen ja wohl kaum mehr als 40% Gewinn mit diesen Waren gemacht haben. Denn nur dann wäre ja der Gewinn höher als die Strafe.

Geht doch

Es geht also doch, im Prinzip hat man eine "Sammelklage", wieviel sind nochmals wir in der EU, durchgesetzt und den bösen Jungs der Deutschland-AG eine"hohe Strafe" verpasst.

Wie war das jetzt mit EU-Recht bricht National-"Recht", oder so ähnlich.

Na ja , Schauprozesse mit entsprechenden "Strafen", bzw. Spiele fürs Volk, um demokratische Ur-Instinkte zu besänftigen.

Korruption, wo man auch

Korruption, wo man auch hinsieht. Deutschland und andere europäische Länder stecken tief drin in diesem Sumpf. Wie kann man solche "Vorbilder" denn noch ernst nehmen, wenn sie mit dem Finger auf andere zeigen.
Die Strafe ist eine Lachnummer.

Man wurde also erwischt...

...tja, wumpe. Das wird eingepreist.

15:39 von Hugomauser

"Woher nehmen Sie diese Informationen? Haben Sie sich das jetzt ausgedacht, oder ist das substantiell bewiesen?

Wäre dankbar für weitere Informationen"

Also in der Sendung über Kartelle wurde auch festgestellt das sich Kartelle trotz Strafzahlungen lohnen.Fragen sie mich jetzt nicht wo die Reportage kam,auf jedenfall öffentlich rechtlich.Googeln hilft bestimmt wenn man interressiert ist.
Ich hab mir jedenfalls nicht die ganze Sendung angeschaut weil mir schlecht wurde.

Das Wichtigste an diesen

Das Wichtigste an diesen Strafen ist natürlich, dass sie deutlich geringer ausfallen, als die mit den illegalen Aktivitäten erzielten Gewinne.

Damit der Anreiz für organisierte Wirtschaftskriminalität größer ist, als der Abschreckungseffekt, das verlangen die heiligen Märkte.....

Ohne Markt geht es nicht

@ Shuusui:
... das verlangen die heiligen Märkte.....

Märkte sind in einem modernen Wirtschaftssystem nicht heilig, aber ohne Märkte funktioniert eine Wirtschaft nun mal nicht.

16:46 von Shuusui

"Damit der Anreiz für organisierte Wirtschaftskriminalität größer ist, als der Abschreckungseffekt, das verlangen die heiligen Märkte....."

Logisch,wäre genau wie eine bissige und gut ausgestattete Steuerfahndung ein Standortnachteil wenn es anders wäre.

Eigentlich müßte die EU doch

in Italien die Machenschaften der Mafia mit überhöhten Preisen sehr schnell beenden können. Aber derartige Preisabsprachen werden nur in D festgestellt.
.
Eine Firma mußte sogar zweimal zahlen, weil die Amerikaner ebenfalls zulangten.
Gezahlt wurde das damals aus einem dreistelligen Millionenkredit.
.
Die Vorstellung, diese Strafe wird in die Preisen eingerechnet, ist logisch, aber nicht machbar gewesen. Die Produktion wurde inzwischen eingestellt.

Wie ist es möglich, daß vorwiegend deutsche Firmen angeklagt werden?

.

Wer war Kronzeuge?

Ohne Kronzeugen kämen die Wettbewerbshüter gar nicht hinter die Kartelle.
Der Nutznießer ist der Staat, wegen der Strafgelder - aber den eigentlich Geschädigten, den Käufern, ist die Sammelklage zur Erstattung des zuviel gezahlten Preises verwehrt. Das ist nicht fair!

hahahahahaha...

..

So in etwa dürften die großen Konzerne diese Strafen aufnehmen. Denn das ist ja das Schöne an Kartellen.

Technisch sind sie nur eine Ordnungswidrigkeit, strafrechtlich müssen sich die Verantwortlichen also keine Sorgen machen. In den Knast wandert deswegen niemand.

Und die Strafen? 75 Millionen klingen für Normalsterbliche erstmal viel. Sollte man aber ins Verhältnis setzen zu den so erzielten zusätzlichen Gewinnen.
Und mit "man" meine ich vor allem mal Euch, liebe Journalisten.

Üblicherweise sind die Strafen niedriger als die zusätzlichen Gewinne. Was hier zumindest nicht unwahrscheinlich ist.

4 Zündkerzen pro Wagen, 500 Millionen KFZ weltweit, 20% Marktanteil... da reicht es doch, wenn jede Zündkerze dank Absprachen 20 ct teurer verkauft werden konnte.

@ 17:01 von Titti von Rundstedt

Shuusui:
... das verlangen die heiligen Märkte.....

"Märkte sind in einem modernen Wirtschaftssystem nicht heilig, aber ohne Märkte funktioniert eine Wirtschaft nun mal nicht."

Ach.. heilig, alternativlos, systemrelevant... das sind doch Haarspaltereien..

Halt wichtiger als Bürger, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz, Frieden oder Menschenrechte...

Darstellung: