Ihre Meinung zu: Urteil: Schweizer Grundschullehrer dürfen aufklären

18. Januar 2018 - 17:55 Uhr

Sexuelle Aufklärung in der Grundschule? Eine Schweizer Mutter hielt das für viel zu früh und klagte. Doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hält die Sexualkunde für gerechtfertigt.

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Kommentare

Verbohrt

Anders kann ich es nicht nennen, wenn jemand so eine Klage bis hinauf zum EGMR treibt. Was ist das für eine Auffassung vom Leben, wenn man glaubt, Kinder vor ganz normalem Wissen über ganz normale Dinge beschützen zu müssen.
Und die angeführten Begründungen?
Religionsfreiheit? Damit das Kind die Jungfernzeugung nicht in Frage stellt oder was? Ich wüsste keine Religion, die Fortpflanzung verbietet oder das Wissen darüber, wie sie funktioniert.
Schutz der Familie, der Privatsphäre? Wovor? Der Lehrer wird meinem Kind wohl kaum die Hausaufgabe stellen, meine Sexualpraktiken in Erfahrung zu bringen.
Und welchen Schaden sollte ein Kind nehmen, wenn es aufgeklärt wird? Außer vielleicht die Erkenntnis, dass Mama und Papa mit dem Storch doch nicht so recht die Wahrheit gesagt haben?

Warum nicht?

Ich sehe keinen Grund dafür, warum nicht bereits in der Grundschule Aufklärungsunterricht stattfinden sollte. Schließlich leben wir in einer aufgeklärten Zeit, in der es keine unsinnigen Tabus mehr geben sollte.

Sexuelle Aufklärung ist nicht gleich sexuelle Aufklärung.
Es ist ein Unterschied, ob gelehrt wird, das Kinder aus Mamas Bauch kommen oder - nur, um das andere Extreme zu nennen - die Kamasutra.

(Früher gab es weniger Unsinn im Fernsehen, dafür mehr Naturfilme zu kindgerechten Zeiten. Da hat irgendwann mal auch das letzte Kind mitbekommen, woher die Babys kommen. Und das "woher"nicht nur bei Säugetieren.)

@18:10 von frosthorn

vor dem Rausbrüllen von Rundumschlägen: haben sie sich vor Abgabe ihres Kommentars die Mühe gemacht die "Lerninhalte" zum Sexualkundeunterricht von ABC-Schützen in der Schweiz nachzulesen und auf das Verständnisniveau von 6-7 jährigen Kindern zu überdenken?...ich glaube nicht!
Sexualkunde ja, aber immer Alters- und Verständnisgerecht!

18:44 von Tada

«Es steht leider nirgends, was denn nun genau das Problem war.
Sexuelle Aufklärung ist nicht gleich sexuelle Aufklärung.»

Doch, es steht deutlich im Artikel, "was denn nun genau das Problem war".
Darüber hinaus bietet der Artikel einen Link zur pdf-Datei der Urteilsbegründung des EGMR (in Englisch).

Das Problem war, dass eine Mutter nicht akzeptieren wollte, dass in Schweizer Grundschulen die Lehrer/innen "situationsbezogen auf Fragen der Kinder hin Dinge erklären, die mit Sexualität zu tun haben".

Es findet dort kein "systematischer Sexualkundeunterricht" statt, schon gar nicht wird das Kamasutra gelehrt. Und deshalb wurde die Beschwerde verworfen.

So wie die Schweizer Mutter argumentiert, müsste Sie ihre Tochter eigentlich "vor der Welt wegsperren", denn Kinder "lernen auch untereinander" etwas über Sexualität, das den Eltern nicht unbedingt gefallen muss.

Meine 9-jährige Nichte weiß z.B., dass "blasen" nicht nur das Erzeugen von Seifenblasen bedeuten kann. Nicht vom Lehrer!

@Zundelheimer, 19:15

vor dem Rausbrüllen von Rundumschlägen: haben sie sich vor Abgabe ihres Kommentars die Mühe gemacht die "Lerninhalte" zum Sexualkundeunterricht von ABC-Schützen in der Schweiz nachzulesen und auf das Verständnisniveau von 6-7 jährigen Kindern zu überdenken?...ich glaube nicht!

Doch, habe ich. Zurechtweisung überflüssig.

@19:15 von Zundelheiner

@18:10 von frosthorn
"vor dem Rausbrüllen von Rundumschlägen:..."
Warum so aggressiv?
Ihren Einwand hätten Sie ganz sachlich vorbringen können.
So wirkt er auch nur "rausgebrüllt".

19:15 von Zundelheiner

@18:10 von frosthorn

«vor dem Rausbrüllen von Rundumschlägen: haben sie sich vor Abgabe ihres Kommentars die Mühe gemacht die "Lerninhalte" zum Sexualkundeunterricht von ABC-Schützen in der Schweiz nachzulesen und auf das Verständnisniveau von 6-7 jährigen Kindern zu überdenken? ..ich glaube nicht!»

Es gibt in der Schweiz ganz offensichtlich keine "Lerninhalte zum Sexualkundeunterricht von ABC-Schützen", die man irgendwo nachlesen könnte.

Der Artikel sagt doch deutlich:
«Die Lehrer sind angewiesen, mögliche Fragen ihrer Schüler zu beantworten, aber keinen "systematischen" Sexualkundeunterricht zu erteilen.»

Und inwiefern Sie den Kommentar von User "frosthorn" als "Rausbrüllen von Rundumschlägen" empfinden, kann ich nicht nachvollziehen …

Neid über den Teich

Da dürfte so manche(r) GSL(in) in den USA neidisch werden.

Immer das Gleiche

In allen möglichen Ländern beschweren sich erzkonservative darüber, dass Sexualität Kinder verwirren oder verstören könnte. Bloß keine Sexualkunde, bloß nicht erklären was Homosexualität ist. Und natürlich Aufklärung durch die (erzkonservativen) Eltern - also quasi gar nicht.

Ist es nicht viel verwirrender mit Dingen konfrontiert zu werden von denen man zwanghaft abgeschirmt wurde und die einem niemals erklärt worden sind?

Einige tun ja gerade so, als würde man den Kindern Hardcore-Streifen vorspielen.

Ein gewisses Maß an Vertrauen

gehört immer dazu, wenn man seine Kinder überhaupt in eine Schule schickt.
Ich gehe mal davon aus, dass ein Grundschulkind schon weiß bzw. gemerkt hat, dass es da etwas zwischen den Beinen gibt.

Andererseits sind wohl die entsprechenden Lehrer so weit geschult, in dem was gerade in diesem sehr sensiblen Bereich zu vermitteln ist, altersgerecht, auf frühkindlichem Verständnisniveau.

Das geht zunächst in der Schule oft besser, als im Elternhaus. Und die Eltern dürfen dann darüber hinaus auf weiterführende, differenziertere kindliche Fragen und Fantasien, Ängste etc. als Nächste zur Verfügung stehen. Für ihr 'eigenes, persönliches, individuelles' Kind! - Die Lehrerin lehrt nun mal immer eine eine Klasse, in der Masse. Vertrauen zur 'richtigen' Aufklärung muss auf b e i d e n Seiten - Lehrkörper & Eltern - stattfinden. (Wer zuerst ist ... spielt doch keine Rolle;))

Sexualkundeunterricht

Sexualkundeunterricht vs.
sexualstraftaten.

Bitte bitte, bloß keine Birnen und Blutwurst mischen.

Das sind zwei völlig getrennte Themen.

Kinder, die das nicht schnallen, sind eben der Gefahr ausgesetzt, dass sie das Eine als zum anderen dazugehörend verstehen, weil die Völlig verschiedenen Themen didaktisch/methodisch vermengt werden.

Also bitte gar nicht!

Als Fach dringend Rechtskunde einführen und DORT das Thema sex. GEWALT etc. durchnehmen!
Da gehört es nämlich hin!

19:25, schabernack

>>Meine 9-jährige Nichte weiß z.B., dass "blasen" nicht nur das Erzeugen von Seifenblasen bedeuten kann. Nicht vom Lehrer!<<

Als ich neun Jahre alt war, 1965, gab es nicht einmal ansatzweise so etwas wie Sexualkundeunterricht. Trotzdem war ich bestens informiert, in Theorie und durchaus auch schon in Praxis. Nannte man "Doktorspiele".

Der Unterschied zu heute?

Ich war, wenn ich Fragen hatte, auf Gleichaltrige bzw. etwas Ältere angewiesen.

Pornografie gab es ebenfalls. Die Bildchen und Heftchen erfreuten sich großer Beliebtheit. Und es war alles so herrlich verboten, was die Sache natürlich erst recht interessant machte.

Da hat es die "heutige Jugend" wirklich leichter als unsereins, damals.

Und das ist gut so.

Kinder über ihre Rechte und

Kinder über ihre Rechte und die deren Mitmenschen azfklären halte ich sogar noch für essentieller als Sexualkunde. Wobei man davon vorher schon eine Vorstellung haben MUSS, wie sexualität abläuft.

Das würde ich dann voruugsweise sowohl in Bio als auch in Gesellschafts/Gemeinschaftskunde durchnehmen.
(biilogischer u sozialer Aspekt von Sexualität)

Wie gesagt, Verbrechen immer in Recht!

Und dann würde ich viele Kommentatoren hier an diesem Unterricht verpflichten teilzunehmen, ehe sie dazu kommentieren dürfen.

@StöRschall, 20:39

Sorry, aber das Thema Sexualität gehört ganz gewiss nicht in den Rechtskundeunterricht, und sexuelle Gewalt ist auch nicht das einzige, was man zum Thema Sexualität in der Schule lernen sollte.
Ihre Geschichte, von der ich immer ein wenig erahne, weil auch meine ersten Begegnungen mit Sexualität gewaltgeprägt waren, ist eine Sache. Eine andere ist, dass Sexualität (und zwar die nicht-gewalttätige) Teil des Lebens ist, und die Forderung, Kinder möglichst vor Sex zu warnen oder ihnen sogar damit zu drohen, ganz sicher nicht dazu beiträgt, sie vor dieser Gewalterfahrung zu schützen.
Sie haben mein Mitgefühl für das, was Ihnen womöglich widerfahren ist. Ich habe, wie gesagt, eine ähnliche Geschichte. Aber Sie leiten daraus wieder und wieder die Aussage ab, dass ein Geschlecht der natürliche Feind des anderen Geschlechts ist und folglich bekämpft werden muss. Da folge ich Ihnen nicht.

@ StöRschall

"Das würde ich dann voruugsweise sowohl in Bio als auch in Gesellschafts/Gemeinschaftskunde durchnehmen.
(biilogischer u sozialer Aspekt von Sexualität)"

Ähmm - wird das nicht womöglich etwas zu komplex?
Womöglich haben Sie es nicht mitbekommen - aber hier ist von Grundschülern die Rede.

@ 20:45 von StöRschall

Ich glaube, ich spreche im Namen einer beträchtlichen Reihe von Mitforisten, wenn ich Ihnen empfehle, Ihre Kommentare vor dem Posten noch einmal zu redigieren.
Ihre Auslassungen zu sämtlichen Themen, die die Bereiche der - vornehmlich weiblichen - Sexualität berühren, überschlagen sich häufig und wirken dadurch gelegentlich so entstellt, dass Ihre gewiss gut gemeinte Absicht ins Gegenteil umzuschlagen droht.

@fathaland slim

kein Wunder, das war ja noch vor der 68er Revolution bei Ihnen. Ich ging allerdings in den 70er und 80ern in die Schule. In Bayern. Sexualkunde ebenfalls nicht mal im Ansatz. Allenfalls konnte man in der Oberstufe im Biologieunterricht Analogieschlüsse ziehen, nach dem Motto: Muss bei Menschen ähnlich gehen wir bei diversen Säugetieren.

20:45 von StöRschall

«Kinder über ihre Rechte und die deren Mitmenschen azfklären halte ich sogar noch für essentieller als Sexualkunde.»

Ich wollte Ihnen meine unten stehende Antwort schon einmal in einem anderen Thread schreiben, der dann aber vorher geschlossen wurde. Dort haben Sie danals - völlig zu recht - genau so argumentiert, wie oben zitiert.

Ich kenne einen grandios positiven Ansatz, den ich mit großer Begeisterung im familiären Umfeld beobachten darf:

Meine (andere) Nichte (5 Jahre alt) geht in einen Kindergarten, der an einem Modellversuch teilnimmt (mit Zustimmung aller Eltern). Dorthin kommt 1x pro Woche für jeweils 1 Stunde ein externer Trainer (Kampfsportler).

Er bringt den 4 bis 6 Jährigen bei, dass sie Rechte haben und sich nicht alles gefallen lassen müssen. Sie lernen, wie man situativ richtig und entschieden "Nein!" sagen kann.

Meine Nicht findet das "supertoll".
Und sie entwickelt sich zu einem beeindruckenswert selbstbewussten Mädchen mit großen argumentativen Fähigkeiten.

20:57 von

20:57 von frosthorn
@StöRschall, 20:39
"Sorry, aber das Thema Sexualität gehört ganz gewiss nicht in den Rechtskundeunterricht, "

Eben.
Und umgekeht gikts genauso.

Gewsltverbrechen auch und gerade sexuelle gehören nicht in den Sexualkundeunterricht.

Dann sind wir wohl einer Meinung.

21:19, nelumbo

>>@fathaland slim
kein Wunder, das war ja noch vor der 68er Revolution bei Ihnen. Ich ging allerdings in den 70er und 80ern in die Schule. In Bayern. Sexualkunde ebenfalls nicht mal im Ansatz. Allenfalls konnte man in der Oberstufe im Biologieunterricht Analogieschlüsse ziehen, nach dem Motto: Muss bei Menschen ähnlich gehen wir bei diversen Säugetieren.<<

Glücklich waren auch Kinder wie ich, bei denen zu Hause ein mehrbändiges Lexikon im Bücherschrank stand...

20:57, frosthorn

>>Ihre Geschichte, von der ich immer ein wenig erahne, weil auch meine ersten Begegnungen mit Sexualität gewaltgeprägt waren...<<

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, bei wie vielen Menschen in meinem Bekanntenkreis das so ist.

Oder vielleicht doch.

Schabernack Selbstverteidigun

Schabernack

Selbstverteidigung in so nem kleinen Alter finde ich jetzt wieder nicht so gut.
Ich verfolge nicht das Ziel Mädchen u Frauen zu "Männern" umzuerziehen.
Andersherum:
Kommunikation und Lösungsstrategien auf Augenhöhe anerziehen ist sinnvoller. Besonderd für Jungs UND die Jungs ihre weibluche/fürsorgliche/sanfte Seite ausleben lassen.
vor allem Jungs mit Puppen spielen lassen, sie pflegerisches umsorgendes Spiel ausagieren lassen, das würden viele gerne tun u es wird ihnen von außen nicht zugestanden.
Männer sollten mMn. sich Frauen anpassen. Nicht umgekehrt. Nur im Notfall, bei Verteidigung z.B ihrer Rechte, kkar da ist die Frau gefragt.
Weibliches Verhalten erachte ich als erstrebenswert.

Treschko

Ähmm - wird das nicht womöglich etwas zu komplex?

Prof Dr. Harald Lesch ist Astrophysiker und er kann wirklich kompelxe Zusammenhänge so erklären, dass sie selbst ich verstehe.

Also wie Frosthorn schon sagte, man kan alles auch komplexes Kindern erklären auf eine Weise wie es ihrer Auffassungsgabe eben entspricht.

Fathaland

"Pornografie gab es ebenfalls. Die Bildchen und Heftchen erfreuten sich großer Beliebtheit. Und es war alles so herrlich verboten, was die Sache natürlich erst recht interessant machte."

Das war ja auch eher niedlich.

"Da hat es die "heutige Jugend" wirklich leichter als unsereins, damals."

Heute können die Jzgendlichen kaum mehr zwischen Pornographie und Foltermethiden unterscheiden.
"Leichter"? Ja. Ein masdiv gestörtes Empfinden was Sexualität betrifft,und wenns dumm läuft auch ein gestörtes Verhalten zu entwickeln.

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