Ihre Meinung zu: Organmangel in Deutschland: So wenig Organspender wie noch nie

13. Januar 2018 - 9:54 Uhr

In Deutschland ist die Zahl der Organspenden auf ein historisches Tief gesunken. Laut Jahresbericht der Stiftung Eurotransplant gab es im vergangenen Jahr etwa 800 Spender. Das sind knapp acht Prozent weniger als 2016.

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Kommentare

in Deutschland: So wenig Organspender ...

Punkt 1 hat in dieser Agenda doch zu sein (egal ob es um Blut oder Organe geht), das Spender in jedem Falle vorrangig bedient werden - allein das, würde der Spendenfreudigkeit Auftrieb verleihen.

Kein Platz für Empathie

In der BRD ist wenig Platz für Empathie und das wirkt sich auch auf die Organspende aus. Jeder denkt nur noch an sich und man sollte sich die Frage stellen, warum. Sieht man jedoch etwas genauer hin, so finden wir die Antworten im herrschenden Regierungssystem, das Menschen nur als Motor für die Wirtschaft braucht. Allen Voran Frau Merkel. Und das sagen kluge Philosophen. Warum aber erkennt kaum jemand diese Zusammenhänge?

Ich denke, es liegt auch

Ich denke, es liegt auch schlicht an der Faulheit vieler Menschen, sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Wer beschäftigt sich zudem gedanklich gerne mit seinem eigenen Tod.
Abhilfe könnte hier eine Gesetzesänderung helfen: Statt einer Spende zuzustimmen, sollte man ihr künftig ausdrücklich widersprechen, wenn man das nicht haben will. Ich bin gespannt, wie sich das auf die Spenderquote auswirken würde.
Gerechterweise müssten Spendenverweigerer dann aber auch aus dem System für Organtransplantation herausfallen. Wer nicht bereit ist zu geben, sollte auch nicht von der Spendenbereitschaft anderer profitieren...

@ 09:07 von flomoser

Wir stellen zur Zeit eine Zunahme von Sonnenflecken fest - auch Frau Merkel schuld? Wir haben die Regierung, die wir verdienen. Denn wir wollen unseren Wohlstand - um jeden Preis - sichern. Und die Aufgabe erfüllt unsere Regierung perfekt. Die Probleme mit der Organspende dürften darin liegen, dass 1) eine Reihe zweifelhafter Fälle Misstrauen bewirken, vor allem aber 2) dass sich eine völlige "hier komm ich" Mentalität breit macht, wo die Interessen anderer gegenüber dem eigenen Wohlfühl-Status überhaupt keine Rolle mehr spielen. Typisches Beispiel im Kleinen: Wer blinkt denn noch mit dem Auto, um anderen Autofahrern das Fahren zu erleichtern? Oder was passiert, wenn Sie als älterer Erwachsener auf einem Bürgersteig gehen und Ihnen kommen zwei Jugendliche nebeneinander entgegen? (Klar, Sie weichen auf die Straße aus.) Und 3) wir haben den Tod völlig in irgendwelche klinischen Räume verdränkt, niemand will an seine Sterblichkeit erinnert werden.

Glaubwürdigkeit

Was ergab eine Studie 2001 (Der Organspendeprozess: Ursachen des Organmangels und mögliche Lösungsansätze) der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung? Ärzte, die an Organhandel in Deutschland glaubten: 1995 58%, 1999 46%, eigene Spendebereitschaft: 1995 84%, 1999 74%, Glaube an eine gerechte Organverteilung: 1995 51%, 1999 41%.

Noch vor den großen Organspendeskandalen war selbst eine Mehrheit der Mediziner nicht der Meinung die Organverteilung sei gerecht, mit steigender Tendenz.

Große Krankenhauskonzerne, die gewinnorientiert arbeiten, Krankenhausverwaltungen, die gewinnorientiert arbeiten und sehr reiche Privatpatienten. Dazu sehr schöne Internetseiten der Bundeszentrale mit wunderschönen gesunden jungen lächelnden Model Menschen.

Organspendeausweis

Ich bin dafür das der Organspendeausweis jeden Bürger alle zwei Jahre zugesandt wird.
Leider gebe ich einigen recht, dass viele keine Ahnung haben, wo sie ihn herbekommen.
Nur wenn man mal betroffen war kümmert man sich auch selber darum.
durch eine Spenderniere konnte meine Mutter viele Jahre noch leben.
Den Spender und seiner Familie danke ich für die Vielen Jahre mit meiner Mutter.

Das Übliche

@ flomoser:
Sieht man jedoch etwas genauer hin, so finden wir die Antworten im herrschenden Regierungssystem, das Menschen nur als Motor für die Wirtschaft braucht. Allen Voran Frau Merkel

Es hätte mich gewundert, wenn nicht irgend jemand auch dieses Thema zur Kritik am "System" und an der Kanzlerin umgebogen hätte.

Selbstbestimmt auch nach dem Tod

Die Vergabepraxis undurchsichtig, das juristische Hin-und Her, welcher Arzt oder Angehörige, was und wann entscheiden dürfen, auf Basis welchen Papiers.

Andere Wege in einer aufgeklärten Zeit - Fehlanzeige.

Eurotransplant, die behandelnde Klinik und Arzt; alle verdienen daran. Nur nicht der, der sein Organ hergeben soll.

Wieso nicht wie folgt:
Zu Lebzeiten kann man sein Organ "spenden". Die Spende, deren Höhe verhandelt wird, fließt dann nach dem Tod an eine vom Spender vorab bestimmte gemeinnützige Organisation. Mehr Organspender.
Ja, ja natürlich...Quod esset demonstrandum !

Aber wir sind halt noch nicht soweit, auch andere Modelle zu denken. Oder ?

zweifelhafte, ja sogar kriminelle Vergabeverfahren

die aber richtigerweise bekannt werden, dürften eine erhebliche Rolle spielen.
Ich selbst war jahrzehntelang Inhaber eines Spendeausweises. Selbst als ich darüber aufgeklärt wurde, dass Organspende und Patientenverfügung nicht vereinbar sind, habe ich mich schweren Herzens für die Spende entschlossen. Mit jedem neuen Organskandal ist aber meine Bereitschaft gesunken. Derzeit trage ich keinen Ausweis mehr.

Na ja, wenn ...

... die Ärzte sich mit ihren Initialen auf den Organen verewigen, möchte man lieber nicht spenden.

Ja, ich weiß, Einzelfall. #metoo.

@Autograf um 09:31Uhr

Es gäbe noch einige Punkte, um die man Ihre Liste verlängern könnte. Die sind auch bekannt, werden aber wegen political correctness verschwiegen und sind doch der Hintergrund für das von Ihnen zu Recht kritisierte Verhalten! Es ist ja auch viel einfacher sich am Verhalten oder an Äußerungen aufzublasen und in Schnappatmung zu verfallen, als die Wahrheit zu sagen.

"Die Zahl der

"Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf nur noch 2664. Im Vorjahr waren es noch knapp 3000 gewesen."
#
#
Etwa 20% der Deutschen haben einen Spenderausweis, das sollte ausreichen. Es gibt nur ein Problem, einem Toten kann man die Organe nicht mehr entnehmen, da diese nicht mehr funktionieren.
Ich begrüße es, das Ärzte nicht mehr so schnell den Hirntot feststellen und der entnahme zustimmen.
Würde die Pharmaindustrie nicht so gut daran verdienen (jeder Patient benötigt Medikamente für 1000 Euro im Monat), wäre die Stammzellenforschung schon weiter.

Das wäre eine einfache und

Das wäre eine einfache und logische Lösung: weniger Papierkram, weniger mit sich rumtragen, wenger Arbeit für jeden, mehr Spenderorgane... also.. komplett ausgeschlossen

@ von DerPhi

"Ich denke, es liegt auch schlicht an der Faulheit vieler Menschen, sich einen Organspendeausweis zu besorgen. Wer beschäftigt sich zudem gedanklich gerne mit seinem eigenen Tod."

Machen Sie es sich da nicht etwas einfach?

In gar nicht mal so wenigen belegten Fällen wurde massivst getrickst, getäuscht und mit erheblicher krimineller Energie gehandelt um als Organempfänger die Wartelisten zu umgehen.
Der Markt ist nunmal da - es wäre blauäugig anzunehmen das auf der Spenderseite nicht getäuscht wird.
Habe ich einen Organspenderausweis muß ich leider davon ausgehen das womöglich mein eigenes Leben für die Ärzte nebensächlich wird. Das kostet Geld und Aufwand, meine Leber, Niere, Herz, Bauchspeicheldrüse etc. bringt aber Geld...

Ich nicht! Und das hat nichts mit Faulheit zu tun.

@ Marcus2

Natürlich müssen Krankenhäuser mit Gewinn arbeiten. Es wäre albern ihnen gerade das vorzuwerfen. Gewinn ist ja nicht anrüchig, darauf basiert unsere Gesellschaft. Wenn mein Chef das Gewinn machen vergisst, bin ich bald danach am Däumchen drehen.

Mangel an Organen...

...ist auch ein zunehmend religiöses Problem, denn mit immer mehr Zuwanderung ist auch die Zahl der Muslime gestiegen und im Islam ist die Spende von Organen sehr umstritten. Da gesellen sich dann außer den ethnischen noch religiöse Vorbehalte gegen eine Spende.

Zuchttiere als Ersatzteillager

Es ist daher angemessen und dringlich, die gentechnische Schaffung und Nutzung von Tieren voranzutreiben, die der Humanmedizin als Organspender dienen.

Geldgier

Krankenhäuser, die aus rein wirtschaftlichen Interessen handeln, können mein Vertrauen nicht gewinnen. Die Schuld auf Ärzte zu schieben, die das Vergabeverfahren manipulieren, ist unglaublich. Die Ärzte sind Angestellte von Konzernen, die die Verantwortung tragen.
.
Mein Eindruck ist, das ein ausgefüllter Organspendeausweis mein Leben vorzeitig beendet damit ein bestechender Kunde sein Organ erhält.
.
Organspende: ohne mich

Nur lebenden Spendern kann man Organe entnehmen...

... und das ist schon ein Widerspruch in sich.

Demzufolge wird der Spender durch die Entnahme ermordet.

Dass der Spender vorher für Tot erklärt wurde, ändert nichts an diesen Tatsachen.

...

Ich bin dafür, dass jeder bei Beantragung des Personalausweises auch Informationen zur Spendebereitschaft liefern muss, welche dann im Ausweis vermerkt werden. Wenn der alte Ausweis abläuft und man eine neuen braucht, wird erneut gefragt.
Leider ist es häufig so (wie einige Kommentatoren schon angedeutet haben) dass viele Menschen Krankheit und Tod ausblenden bis es sie selbst oder nahe Angehörige erwischt, von daher sollten diese Personen gezwungen werden sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Jegliche Bevorzugung von Spendern gegenüber Nichtspendern halte ich für falsch, es sollte eine reine Gewissensfrage sein.
Ich selbst besitze einen Spenderausweis und bin zur Spende bereit. Durch Organspende werden Leben gerettet, eventuell auch das naher Angehöriger oder gar das eigene, das darf man nicht vergessen.

um 9.55 Uhr von lenin stalin putin zu flomoser

Tja, das ist wohl so, wie sie sagen.
Auch Herr/Frau flomoser sucht nicht den Grund in der Einstellung jedes/r Einzelnen, nein: Selbst an der mangelnden Akzeptanz des Spenderausweises hat die Kanzlerin schuld.
Ich finde es bemerkenswert, wie sich manche Leute von jeder eigenen Verantwortung freisprechen und immer die Schuld bei anderen (in diesem Fall bei Frau Merkel) suchen.
Alles hat Frau Merkel zu verantworten - Herr/Frau flomoser kann nichts dafür ...

um 10:05 von lenin stalin putin

>> Natürlich müssen Krankenhäuser mit Gewinn arbeiten. Es wäre albern ihnen gerade das vorzuwerfen. Gewinn ist ja nicht anrüchig, darauf basiert unsere Gesellschaft. Wenn mein Chef das Gewinn machen vergisst, bin ich bald danach am Däumchen drehen. <<

Natürlich müssen Krankenhäuser keinen Gewinn machen, wenn Sie den Begriff "natürlich" überhaupt verwenden wollen. Vor den Privatisierungen arbeiteten Krankenhäuser auch nicht gewinnmaximierend. Und unsere Gesellschaft basiert auch nicht auf Gewinn, sondern auf sozialem Zusammenhalt. Und das sage ich Ihnen als jemand, der eine Vergangenheit hat, in der er sich an leitender Stelle kräftig um Gewinnmaximierung bemüht hat.

Selbstbestimmt nach dem Tod

Es gäbe vielerlei Möglichkeiten, aber will das der Gesetzgeber überhaupt? Auch könnte ich mir vorstellen, dass im Vorfeld bestimmt wird, wer ein Organ erhält. Oder welche Eigenschaften der Organempfänger aufweist. Grundlage jeder Variante ist: Meine Organe gehören mir!
Genauso wie mein Bauch gehört mir!

Probleme bei Entnahmekliniken

Ich habe schon mehrere Reportagen gesehen, in denen ein kaum beachteter Grund genannt wird: Zu wenig (vor allem kleine) Kliniken kümmern sich darum mögliche Spender zu erkennen und die Hirntotdiagnostik und dann ggf die Organentnahme einzuleiten. Es ist leichter und billiger den Patienten für tot zu erklären und den Stecker zu ziehen. Die vorgeschriebene Position des Organspendebeauftragten wird pro forma einem Arzt zusätzlich aufs Auge gedrückt, der sich dann nicht weiter drum kümmert.

@frosthorn

Patientenverfügung und Organspendeausweis sind schon miteinander vereinbar. Die Bundesärztekammer schlägt folgende Formulierung in der Patientenverfügung vor: "Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Es ist mir bewusst, dass Organe nur nach Feststellung des Hirntodes bei aufrechterhaltenem Kreislauf entnommen werden können. Deshalb gestatte ich ausnahmsweise für den Fall, dass bei mir eine Organspende medizinisch in Frage kommt, die kurzfristige (Stunden bis höchstens wenige Tage umfassende) Durchführung intensivmedizinischer Maßnahmen zur Bestimmung des Hirntodes nach den Richtlinien der Bundesärztekammer und zur anschließenden Entnahme der Organe."

Am 13. Januar 2018 um 10:25 von thewhite

".....Kliniken kümmern sich darum mögliche Spender zu erkennen und die Hirntotdiagnostik...."
#
#
Diese "Hirntotdiagnostik" ist Menschenverachtend und ist mit verbotener Folter gleichzusetzen. Da niemand weis, ob ein Hirntoter Mensch wirklich keine Gefühle mehr hat, ist diese Prozedur mit Nadeln stechen und Eiswasser in Ohren und Nase zu schütten für mich ein barbarischer Akt.

Spende?

Wieso wird die Einwilligung zur Abgabe von Organen eines Sterbenden eigentlich Spende genannt? Ärzte, Kliniken u.a. verdienen sich eine Goldene Nase mit diesem Vorgang. Die Angehörigen eines Abgabewilligen sollten finanziell in der Weise eingebunden werden, dass die hochnotpeinliche Entnahme von Organen eines Sterbenden, aber noch lebenden Menschen, angemessen gewürdigt wird. Schon die Wortwahl Spende stellt eine Verschleierung der wirklichen Abläufe dar.

Am 13. Januar 2018 um 10:18 von GeneralTickTack

" Ich bin dafür, dass jeder bei Beantragung des Personalausweises auch Informationen zur Spendebereitschaft liefern muss, welche dann im Ausweis vermerkt werden. Wenn der alte Ausweis abläuft und man eine neuen braucht, wird erneut gefragt. "

Beim ersten selbständigen beantragten Personalausweis ist man 16 Jahre, und soll dann so eine Entscheidung treffen.
Auf der einen Seite noch Kind in unserem Land und und geschützt vor allen Dingen.
Halte ich für keine gute Idee.

Die Krankenkassen senden alle paar Jahre solche Spendenausweise Ihren Kunden zu, ich hab hier gerade zwei liegen.
Wer das also will muss ich nicht mal bewegen, das die Bereitschaft sinkt ist für mich zumindest erklärlich und hat viele Ursachen.
Eine davon ist auch eine wirtschaftliche, Angehörige haben nichts davon das die Organe irgendeinen vielleicht Reichen zu gute kommen.
Könnten aber dringend in Ihrer Armut was für Kinder gebrauchen, nur als Beispiel.
Dann Religiöse Gründe, ich will keinem xxx Gläubigen spenden.

@daia20 10:16

Ein hirntoter Patient wird nur noch von Maschinen am Leben gehalten. Das Gehirn zeigt keine Reaktionen mehr und der selbstständige Atemreflex funktioniert auch nicht mehr. An der Stelle gibt es nur noch die Möglichkeit die Maschinen abzuschalten und den Menschen einfach so sterben zu lassen oder die Organe künstlich weiter zu versorgen um sie entnehmen zu können.

kein Vertrauen in Krankenhäuser und Ärzte

Ich muss sagen, auch ich habe nicht mehr allzuviel Vertrauen in die wirklich humanitäre und dem hippokratischen Eid verpflichtete Einstellung der Krankenhäuser und Ärzte. Nachdem ich die Behandlung von Patienten in der letzen Lebensphase miterlebt habe und gesehen habe, wie wenig kompetent und kaum ehrlich dort mit den Menschen umgegangen wurde. Es mag sein, dass es einem todkranken Menschen neuen Lebensmut geben soll, ihm noch eine kosmetische Operation (auf Privatabrechnung) vorzuschlagen, aber ich sehe das eher als Geldschneiderei an. Auf der anderen Seite werden Menschen als "Fall" gesehen. Aufenthalt und Behandlung nach der Fallpauschale abgerechnet - danach bringt's finanziell nichts mehr. Also ab damit in die Kurzzeitpflege, allein und unbetreut nach Hause ... wer so mit Menschen umgeht, kann kein Vertrauen erwarten. Ich teile das Misstrauen, was die bedarfsgerechte, evtl auch vorzeitige Entnahme von Organen betrifft - leider

Rückzug

Warum sollte der erstarkende Nationalismus vor dem Einzelnen Halt machen? Es ist das gleiche Konzept. Machen wir uns nichts vor: Wenn äußere Umstände das Leben steuern, zieht sich die Motivation vor diesen Zurück. Da Politiker nur noch als Übermittler von Interessen dienen. Hier: weniger Organe! Für wen auch? Für den von der Politik erzeugten Konkurrenten? Diesen gibt es übrigens erst seit ca. 200 Jahren. Außerdem: wie kann es einen Organhandel geben, Organe als Produkt, wie in der "Insel" oder "Spederplanet"?

Ich bin gegen Organspenden.

Reine Vertrauenssache

Also ich für meien Teil traue dem Ganzen nicht. Ich bin überzeugt davon dass hier ganz sicher nicht gerecht verteilt wird, private Patienten werden (wie immer) bevorzugt. Außerdem befürchte ich dass wenn ich verletzt gefunden werde und einen Ausweis trage, die Hilfsbereitschaft geringer ausfällt als ohne :(

Ich hadere mit mir,

ob ich einem Alkoholiker meine Leber geben soll, um ihn dann weitersaufen zu sehen.
Auch möchte ich das Leid der lebenslangen Einnahme von Abstossungsverhinderen niemandem zumuten. Diese Menschen leben quasi ohne Immunsystem!
Die Entnahme erfolgt sehr kurz nach dem Hirntod,ein Tod der rein philosophisch anerkannt wird.
Auch ist letztendlich mein Organ gratis, und ich soll "sozial" handeln, der Operateur jedoch verzichtet nicht auf sein Entgelt.
Somit wäre Organspende eine Lebensrettung für Superreiche.
PS: Nieren können lebend gespendet werden- DA könnte ich dabei sein.
Jetzt wird auf meine Brust tätowiert:
No Explantation allowed"

um 08:57 von Duzfreund

Dann muss das aber in aller Konsequenz heißen dass man Unfallopfer die bisher kein Blut gespendet haben, verbluten lassen muss.
Oder da dann doch nicht!

Ich finde die selbstverständliche Gier nach Organen erschreckend.
Nur weil die Medizin heute so weit ist, vielen (nicht alle hilft eine Organspende) damit zu helfen, darf man nicht den Anspruch haben, dass für jeden quasi zeitnah wie auf Bestellung geliefert wird.
Etwas Demut vor der Schöpfung, dem Leben und den möglichen Spendern wäre angebracht.

Bitter aber Fakt: Unglaubwürdig

Die Aufarbeitung des Organverteilungs-Skandals ist noch nicht erfolgt. Ich besitze einen O-Spender-Ausweis, glaube aber BEI WEITEM nicht an eine gerechte Verteilung - oder anders herum: gerade die Ärzteschaft und Montgomery haben nichts oder zu wenig für die Wiederherstellung ihrer Glaubwürdigkeit getan. Nach wie vor bin ich von einem HANDEL mit Organen, einem GESCHÄFT damit überzeugt. Warum ich trotzdem spende? Die arme Sau, die darauf angewiesen ist, kann meist gar nichts dafür.

10:05 von lenin stalin putin ..Natürlich müssen Krankenhäuser .

Das war durchaus schon mal anders.
Aber da gab's die ganze Transplantiererei noch nicht.
Es ist ja auch nicht so, das Gewinn per se schlecht ist, oder investierbare Überschüsse richtig unschön oder was immer - das Problem, das verteilbare Überschüsse aber immer wieder Anlass zu Unfrieden, Korruptem verhalten etc., führen bleibt aber.

Letztlich bleibt aber nur, wenn es ZU wenig Spenden, egal ob Blut oder Organe gibt und die Gentechnik nicht entsprechend Ersatz liefern kann, Prioritäten her müssen und da kann man Ärzte und Krankenhäuser nicht allein lassen. Hier geht es um allzu menschliches und manche Seelennot und dem kann man durch entsprechende Zuteilungsschlüssel abhelfen.
1. die Organ/Blutspende Bereitschaft wird nicht auf launigen Pappärtchen, sondern in der Kassenkarte eingetragen und bei Engpässen werden Spender bevorzugt versorgt und der Gerechtigkeit ist Genüge getan.

Organspenderausweis

Ich habe auf meinen Organspenderausweis angekreuzt: "NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen oder Geweben". Dazu habe ich unter Anmerkungen geschrieben: "Ich möchte auch keine Organe erhalten!" Ich hoffe also, das das auch respektiert wird.

Als Motorradfahrer

hatte ich meinen Organspendeausweis immer am Mann.

Dann habe ich mich mit der Organspendemafia auseinandergesetzt.

Da meine Organe mutmaßlich einem Reichen eingesetzt würden, der sich den Listenplatz einfach gekauft und mutmaßlich das Organ weniger dringend bräuchte als ein Normalpatient, und eine ganze Reihe von Leuten an meinen Organen verdienen, habe ich den Spenderausweis schweren Herzens weggeschmissen.

08:57 von Duzfreund

in Deutschland: So wenig Organspender ...

Punkt 1 hat in dieser Agenda doch zu sein (egal ob es um Blut oder Organe geht), das Spender in jedem Falle vorrangig bedient werden - allein das, würde der Spendenfreudigkeit Auftrieb verleihen.
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In meiner Heinatstadt ist die Spendenentnahme vor 3 Jahren auf 0 zurückgefahren worden, weil sich die Ärzteschaft unkorrekt kritisiert sah.
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"Heute bedauert Sie und steht zu Ihrer Verpflichtung", bei anhaltendem O.

Am 13. Januar 2018 um 10:35 von thewhite

"Ein hirntoter Patient wird nur noch von Maschinen am Leben gehalten. Das Gehirn zeigt keine Reaktionen mehr und der selbstständige Atemreflex funktioniert auch nicht mehr."
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Das stimmt nicht. Wie sind für Sie dann fälle zu erklären, das für Hirntot erklärte Menschen kurz vor der entnahme wieder zu Leben erwacht sind?

Wann ist man tot?

#tagesschlau2012, daia20, thewhite

Das ist genau die Frage. Die Feststellung des Hirntods hat der Gesetzgeber nach Beratung mit Wissenschaftlern und dem Votum der Ärztekammer so definiert, wie es jetzt ist. Einem Lebenden Organe zu entnehmen wäre Tötung, das geht nicht. Einem - vollständig - toten Organismus Organe entnehmen ist sinnlos, die hätten keine Funktion mehr.
Man sollte (sich) informieren, was hirntot letztendlich bedeutet. Das Sinken der Organspendebereitschaft ist ein Ausfluss des informellen Defizits, das durch das Halbwissen einiger Journalisten nicht besser wird.

Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen, was mit seinem Körper passiert oder nicht. Eine faktische oder moralische Privilegierung von Organspendern gegenüber Nichtspendern darf nicht stattfinden.

10:51 von FFpetra44 ...Demut ist immer gut ..

z. B. auch beim Autofahren - wer sein Recht per PS durch drücken will, aber es sind dann ja meist die anderen, die drauf gehen ... ach was ginge einem da im Kopfe herum ... Ja natürlich, vieles was sich heute vermittels moderner Methodik fortpflanzt oder altert wäre uns früher nicht entstanden oder hätte sich nicht fortgepflanzt - aber eine Gesellschaft, die moralisch anpassungsfähig ist und sich dafür entscheidet, das man der Natur im einen ins Handwerk fuschen darf, muss auch im anderen Kompromissfähig sein. (sonst sind wir wieder bei der Differenzierung von wertem und unwertem Leben).
Also, Demut tut immer bitter not, liegt dieser Gesellschaft aber weniger im Blut als Hybris und Übermut - also packen wir es an. Herz, Leber, Milz und zwischendurch ein P...!

GENAU !!!!!! Am 13. Januar 2018 um 11:03 von Pinoc Cio

Am 13. Januar 2018 um 11:03 von Pinoc Cio
Als Motorradfahrer

hatte ich meinen Organspendeausweis immer am Mann.

Dann habe ich mich mit der Organspendemafia auseinandergesetzt.

Da meine Organe mutmaßlich einem Reichen eingesetzt würden, der sich den Listenplatz einfach gekauft und mutmaßlich das Organ weniger dringend bräuchte als ein Normalpatient, und eine ganze Reihe von Leuten an meinen Organen verdienen, habe ich den Spenderausweis schweren Herzens weggeschmissen.

Organspende

Ich verstehe, dass die vergangenen Skandale das Vertrauen in die Organspende nicht gerade erhöht haben. Bei den bekanntgewordenen Fällen war es aber nicht so, dass die Empfänger wegen Reichtums nach oben gefälscht wurden, sondern weil die beteiligten Ärzte "ihre" Patienten unabhängig von den Laborparametern auf der Empfängerliste weiter oben sehen wollten. Von Geldflüssen ist mir in dem Zusammenhang nichts bekannt geworden. Kann mich aber täuschen.
Der Hirntod ist für viele emotional schwierig. Vielleicht sollte jedem klar sein, dass das etwas anderes ist, als ein Patient, der im Koma liegt.
Wer hirntot ist, der ist tot und die kreislauferhaltenden Maschinen werden demnächst abgeschaltet. Egal ob man die Organe vorher entnimmt oder nicht.
Man kann Organspende aus religösen, ethischen oder sonstigen Gründen ablehnen. Das akzeptiere ich bei Menschen, die auch den Empfang einer Organspende ablehnen, wenn sie erfahren, dass sie ohne noch wenige Wochen zu leben haben.

@10:05 von lenin stalin

"Natürlich müssen Krankenhäuser mit Gewinn arbeiten. Es wäre albern ihnen gerade das vorzuwerfen. Gewinn ist ja nicht anrüchig, darauf basiert unsere Gesellschaft."

Und ich Dummerchen dachte immer das Krankenhäuser Menschen heilen müssen. Und das unsere Gesellschaft auf nonkommerziellen Werten beruht. Da hab ich die Wertegemeinschaft wohl mißverstanden.

re tagesschlau2012

"Wie sind für Sie dann fälle zu erklären, das für Hirntot erklärte Menschen kurz vor der entnahme wieder zu Leben erwacht sind?"

Das erkläre ich genau so wie die Fälle, wo einer aus dem großen weißen Licht zurückgekommen ist und Gott gesehen hat.

Organspender bevorzugen

Die einzige Lösung des Problems wäre die, die Duzfreund vorgeschlagen hat, nämlich Organspender bei der Vergabe zu bevorzugen.
Dann wären nämlich 99% der Foristen hier schneller Organspender als man sich umschauen kann. Auch diejendigen, die sich von der Realität verabschiedet haben und wirklich glauben, dass man sie umbringen würde, wenn sie einen Spandeausweis bei sich trügen.

@Autograf : In einem stimme ich ihnen zu, Deutschland im Gesamten, hat die Regierung, die es verdient. Aber die Aufgabe Wohlstand zu schaffen, erfüllt sie nur perfekt für eine Minderheit, die sowieso schon zu viel hat.

re ophorus

"Auch ist letztendlich mein Organ gratis, und ich soll "sozial" handeln, der Operateur jedoch verzichtet nicht auf sein Entgelt."

Warum sollte er denn? Er arbeitet schließlich dafür.

@ 10:23 von Klärungsbedarf

Krankenhäuser benötigen Kapital, um überhaupt gebaut und erhalten zu werden. Dieses Kapital muss irgendwo herkommen, z.B. über Steuern. Wenn die Steuern nicht mehr ausreichen, was eigentlich fast überall der Fall ist, muss man irgendjemand, dem man nicht wie bei Steuern zwingen kann zu zahlen, dazu motivieren, das Geld nicht für einen Urlaub auf Mallorca zu verwenden sondern für das Krankenhaus bereit zu stellen. Dazu wird er nur bereit sein, wenn er Zins auf dieses Kapital bekommt. Und um diesen Zins zahlen zu können, muss das Krankenhaus einen Überschuss (Gewinn) erzielen, um nicht nur das Kapital, sondern auch den Zins zahlen zu können. Sind Sie bereit aus "sozialem Zusammenhalt" einem Krankenhaus unentgeltlich Kapital dauerhaft zur Verfügung zu stellen? Das ist nicht nur ein Problem des Kapitalismus, sondern die DDR hatte die gleichen Probleme, Geld für etwas zu bekommen, für das die Steuern nicht ausreichen.

Mit dem Erwerb meines Motorradführerscheins

habe ich auch einen Organspendeausweis bekommen.
Mein Fahrlerer damals Ende der 80er sagte uns Fahrschülern, dass jeder von uns einen Spendeausweis von ihm bekommt, um uns daran zu erinnern immer vorsichtig zu fahren, damit er nie benötigt wird. Wir wären jung und damit die besten Spender, die man bekommen könnte und Motorradfahren sei nun mal gefährlich.

Heute bin ich der Meinung, dass wie in anderen Ländern auch, jeder automatisch Spender sein müsste, es sei denn man hat einen Nicht-Spender-Ausweis.

Wer glaubt, dass jemand der für hirntod erklärt wurde und nur noch mit Maschinen versorgt wird, um die Organe "am Leben" zu halten, durch die Entnahme der Organe "ermordet" wird, sollte sich vielleicht nicht in der Youtube-University informieren, sondern mit einem Fach-Arzt sprechen. Ein Hirntoter kommt nicht mehr zurück ins Leben.

Neoliberaler Staat

Wenn ich wüsste, dass meine Organe an die wirklich bedürftigen gehen, würde ich sie spenden.
Aber wir leben in einem neoliberalen Staat, in dem es nur um Geld geht - man sich für Geld alles kaufen kann, oder eben wenn man keines hat - nichts kaufen kann. Eine wirkliche Transparenz gibt es auch hier nicht, also muss ich die Organspende sein lassen!

@ Marcus2

"Natürlich müssen Krankenhäuser mit Gewinn arbeiten. "
NEIN! Müssen sie nicht.
Wären es kommunale Einrichtungen, würde es reichen, wenn sie halbwegs kostendeckend arbeiten! In anderen Ländern geht dies auch. Und zwar viel besser als bei uns! Die reichen sind dort aber auch nicht so reich wie bei uns!

@11:06 von tagesschlau2012: Hirntot erklärt

"Das stimmt nicht. Wie sind für Sie dann fälle zu erklären, das für Hirntot erklärte Menschen kurz vor der entnahme wieder zu Leben erwacht sind?"

Im Internet konnte ich Berichte zu vier Fällen auf der ganzen Welt finden, bei den Menschen, die für hirntot erklärt wurden, plötzlich wieder aufgewacht sind.

In der Medizin arbeiten Menschen und Menschen machen Fehler. Die Wahrscheinlichkeit durch einen Fehler für hirntot erklärt zu werden ist kleiner als die Wahrscheinlichkeit unschuldig zum Tode verurteilt zu werden.

Ich spende nicht, aus zwei

Ich spende nicht, aus zwei Gründen:

Korruption. Ich traue den Krankenhäusern nicht. Man verdient zuviel Geld damit. Geben sie sich wirklich alle Mühe, wenn die Organe für einen reichen/wichtigen Patienten gebraucht werden? Ich bezweifel das. Hält man sich an Vorgaben, nur bestimmte Organe zu entnehmen, ich WEISZ, dass sie das ignorieren.

Zweiter Grund: Organspenden sind eine billige Methode für die Pharmaunternehmen viel Geld zu machen. Solange es so ist, wird es keine ernsthafte Forschung zu künstlichen Organen geben.

Würden die Pharmaunternehmen nicht mit Transplantationen und der lebenslangen Medikamenteneinnahme so viel Geld verdienen, wir hätten längst gute, dauerhaft funktionierende Kunstorgane.

Kein Vertrauen

Ich trage seit über 15 Jahren einen Organspenderausweis, aber ich habe ehrlich gesagt mein Vertrauen in die damit verbundenen Institutionen nach dem Organspendeskandal verloren. Wenn ich diese Entscheidung nicht schon vor langer Zeit getroffen hätte, würde ich mich heute sicherlich gegen eine Organspende entscheiden.

Krude Meinungen

Ich halte es für selbstverständlich, im Fall des Falles meine Organe zu spenden. Dabei macht es für mich keinen Unterschied, ob der Empfänger oder die Empfängerin arm oder wohlhabend ist. Die Lebensqualität ist in beiden Fällen eingeschränkt und reiche Väter leiden ebenso mit ihren Kindern wie arme Väter. Aber sehr interessant, wie sich die angeblich Linken als Menschenfeinde outen- da werden die Statements zu Humanismus und das Berufen auf christliche Werte bei andern Themen noch sehr viel glaubwürdiger

@Stimme77, 10:05

Mangel an Organen......ist auch ein zunehmend religiöses Problem, denn mit immer mehr Zuwanderung ist auch die Zahl der Muslime gestiegen und im Islam ist die Spende von Organen sehr umstritten. Da gesellen sich dann außer den ethnischen noch religiöse Vorbehalte gegen eine Spende

Ich hatte kurz überlegt, ob selbst dieses Thema dazu dienen kann, für jeden beliebigen Mißstand die Zuwanderung verantwortlich zu machen, aber mir fiel beim besten Willen keine noch so krude Argumentation ein, mit der das jemand schafft.
Glückwunsch! Sie zeigen, dass es doch möglich ist.

wen man ...

den Spender untersucht...und alles was in dem Augenblick brauchbar wäre nach Liste bezahlt..dann wärs ok...aber Alle verdienen..nur der Spender und seine Familie bekommt garnichts...das passt zu unserem System...allein der Gewinn der Krankenkassen ist bei einer Spende enorm...

Beispiel.

der Ernährer einer Familie stirbt...viele Organe kann man transplantieren...großer Dienst für Viele ...eine Menge Leute verdienen daran...zur Belohnung rutscht die Familie in Hartz 4...darüber sollte man nachdenken...

Vielleicht gehts bei uns besser

Vielleicht gehts bei uns besser mit Sonderangeboten bei Beantragung eines Organspendeausweis ... einen Urlaubstag dazu, oder einen smartphone-Gutschein (natürlich Apfel X) mit Surf-Guthaben, vielleicht auch einen Schminke-Gutschein ... und eine show bei den Privatsendern sollte gemacht werden, z.B. "Fang das Organ" oder "Organ im Djungel" ...

@deutlich, 11:53

Aber sehr interessant, wie sich die angeblich Linken als Menschenfeinde outen- da werden die Statements zu Humanismus und das Berufen auf christliche Werte bei andern Themen noch sehr viel glaubwürdiger

Schon schräg, muss ich sagen. Erstens ist ja wohl Organspende eine sehr persönliche Sache, und ich glaube kaum, dass man als "Rechter" eher dazu neigt denn als "Linker". Das hat wohl kaum etwas mit dem jeweiligen weltanschaulichen Standpunkt zu tun.
Zweitens finde ich meinerseits interessant, dass Sie hier zu lesen glauben, dass sich "die Linken als Menschenfeinde outen". Weisen Sie mich doch bitte auf die entsprechenden Kommentare hin, in denen hier jemand so eine Aussage macht, also "Linken wie mir sind andere egal" oder umgekehrt "mir als Rechtem ist das Helfen ein Bedürfnis".

um 11:54 von frosthorn

Ich bin kein Organspender und der Grund dafür liegt zu 90% am fehlenden Vertrauen in die Verantwortlichen. Ich gehe davon aus, dass wenn Herr Unterschichtler ohne Angehörige aber mit einer gesunden Leber und einer Blindarmentzündung im KK liegt und Herr Oberschicht eine Leber benötigt, die Chancen bei einer Blindarm-OP zu sterben für Herr Unterschichtler deutlich erhöht werden.
Wieso sollte Skrupellosigkeit, Korruption und Raffgier ausgerechnet vor einer KK-Türe halt machen.

Aber um die Biege vollends hinbekommen.
...
Ich würde höchstens mein Hirn spenden ... bei 13% AFD scheint mir das, als Gabe für meine Mitbürger, als das wertvollste Geschenk.
;)

@Neuländer

Vielen Dank für Ihre sehr überzeugenden Argumente dafür, dass ein Aussteigen aus dem Spendenkarussell die Wahrscheinlichkeit, dass gerade arme Patienten dadurch noch weniger Chancen hätten, noch erhöht.
Das Thema zerreißt mich jedes Mal von neuem, wenn ich mich damit auseinandersetze. Wie jeder andere auch habe ich ganz persönliche Gründe für und gegen die Bereitschaft, selbst zu spenden, und die "endgültige" Entscheidung ist noch immer nicht getroffen. Ein Aspekt kam für mich völlig überraschend hinzu, nämlich dass meine eigenen Angehörigen mich bitten, nicht zu spenden, weil sie meinen Körper nicht "in Einzelteilen" beerdigen wollen. Ein Gewissenskonflikt, mit dem ich bestimmt nicht alleine bin.

Am 13. Januar 2018 um 11:26 von GeMe

"Wer glaubt, dass jemand der für hirntod erklärt wurde und nur noch mit Maschinen versorgt wird, um die Organe "am Leben" zu halten, durch die Entnahme der Organe "ermordet" wird, sollte sich vielleicht nicht in der Youtube-University informieren, sondern mit einem Fach-Arzt sprechen. Ein Hirntoter kommt nicht mehr zurück ins Leben."
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Drei Freunde von mir haben ein fremdes Organ erhalten und keiner von Ihnen hat nach 48 Stunden noch gelebt.
Warum gibt es keine Zahlen wieviele Menschen diese Transplantationsoperation nicht überleben?

@Neuländer @Frosthorn

Dann will ich es mal präzisieren: Für mich als aufgeklärten Humanisten und Sozi ist es nicht nachvollziehbar, wenn man keine Organe spendet mit der Begründung, es könnte ja der Empfänger oder die Empfängerin reich sein. Für Reiche wie für Arme ist z.B. die Dialyse eine wiederkehrende Tortur. Und auch die Begründung, ein Arzt verdiene an der Organentnahme- das ist sein Beruf, warum sollte er nicht bezahlt werden? Der Arzt und das OP-Team arbeiten auch für Geld wie alle Andern. Diese Neiddebatte hier im Forum kommt von Linksaußen, man betrachte nur mal die sonstigen Kommentare der Schreiber. Bei Organspenden ist dann ganz schnell Schluss mit Mitmenschlichkeit, Humanismus, Solidarität- das ist, was ich sagen wollte

Ich finde das Niederländische

Ich finde das Niederländische System besser wo jeder Spender ist, außer es wird ausdrücklich widerrufen. Die Menge an Leben die gerettet werden kann, ist diese kleine "Einschränkung" allemal wert.

11:53, deutlich

>>Aber sehr interessant, wie sich die angeblich Linken als Menschenfeinde outen- da werden die Statements zu Humanismus und das Berufen auf christliche Werte bei andern Themen noch sehr viel glaubwürdiger.<<

Ich habe jetzt den ganzen Thread durchgelesen und keinen einzigen Foristen, den ich als Linken bezeichnen würde, entdeckt, der sich gegen Organspenden ausspräche.

Der Sack, auf den Sie wütend einschlagen, ist leer.

Wer bekommt meine Organe?

Wenn ich tot bin, ist es mir völlig schnuppe ob ein Reicher, ein Armer, ein Deutscher, ein Flüchtling ein Mann oder eine Frau meine Organe bekommt, so sie denn noch zu verwenden sind.

Ich brauche sie nicht mehr und wenn ich das Leben eines Menschen damit verbessern kann, sollten sich meine Hinterbliebenen freuen, dass etwas von mir einem anderen Menschen hilft zu überleben.

Alle die hier die angebliche Korruption und Bevorzugung von Reichen beklagen, sollten sich über eines im Klaren sein.
Wenn man sich aus diesen vorgeschobenen Gründen als Spender verweigert, dann wird niemandem geholfen.

Ja es gab Ärzte, die das Vergabeverfahren manipuliert haben. Das ist ungerecht und zu verurteilen, aber ist es nicht besser, es wird eines von 1000 Organen flasch zugeteilt, als dass 1000 Organe nicht gespendet werden, weil vielleicht eines falsch vergeben werden könnte?

@ sinuhe251

:-D
Das ist echt gut. Erst hielt ich es für einen guten Scherz, aber nachdem ich darüber nachdachte, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das in unserer gierigen und geistig nachlassenden Gesellschaft tatächlich super funktionieren würde.

@Ein Gewissenskonflikt, 12:22 von frosthorn

"mit dem ich bestimmt nicht alleine bin."

Sicherlich nicht.
Auch ich als ehemaliger 'Klinikreferent' kenne die Mechanismen im Medizinbetrieb,
und habe meinen unausgefüllten Spenderausweis seit mehreren Jahren hier liegen.
Und er liegt und liegt...

Inzwischen ist das Problem von allein fast erledigt.
Denn nach den internen Richtlinien dürfte meine Spende aus Altersgründen
bald gar nicht mehr verwendet werden.

Die Zeit heilt alle Probleme ;-)

12:10 von schutzbefohlener

um 11:54 von frosthorn

Ich bin kein Organspender und der Grund dafür liegt zu 90% am fehlenden Vertrauen in die Verantwortlichen. Ich gehe davon aus, dass wenn Herr Unterschichtler ohne Angehörige aber mit einer gesunden Leber und einer Blindarmentzündung im KK liegt und Herr Oberschicht eine Leber benötigt, die Chancen bei einer Blindarm-OP zu sterben für Herr Unterschichtler deutlich erhöht werden.
Wieso sollte Skrupellosigkeit, Korruption und Raffgier ausgerechnet vor einer KK-Türe halt machen.

Aber um die Biege vollends hinbekommen.
...
Ich würde höchstens mein Hirn spenden ... bei 13% AFD scheint mir das, als Gabe für meine Mitbürger, als das wertvollste Geschenk.
;)
///
*
*
Ob das die 13 % auch sehen müssen?

wo liegt das Problem

jeder der nen Spenderausweis hat, ist in dem exklusiven Kreis drin
erhält bei Bedarf ein Organ
wer eben keinen Spenderausweis hat .... ist außen vor
auf deutsch, wenn nur 10 % Spender da sind, sind auch nur 10 % Empfänger da

@11:41 von energyman

„Würden die Pharmaunternehmen nicht mit Transplantationen und der lebenslangen Medikamenteneinnahme so viel Geld verdienen, wir hätten längst gute, dauerhaft funktionierende Kunstorgane“

Darf ich Sie auf einen kleinen Fehler in ihrer Argumentation aufmerksam machen. Auch mit „Kunstorganen“ werden Firmen Geld verdienen. Die wachsen nämlich auch nicht auf Bäumen und werden, wenn es Sie gibt auch nicht von karitativen Organisationen hergestellt. „Simple“ Herzschrittmacher sind ein gutes Geschäft. Vermutlich sind die Gewinne sogar größer als die, die man mit den Immunsuppressiva machen kann, die Transplantierte nehmen müssen.

Spenden ist gar nicht so leicht

Ich habe früher oft und gern Blut gespendet - zweimal im Jahr beim örtlichen DRK-Termin gegen ein belegtes Brötchen und einen Kaffee.

Bis mir dann eröffnet wurde, daß man mein Blut nicht mehr haben will, denn ich bin Neurodermitiker.

Damit war das Thema Blut-/Organspenden für mich erledigt. Vielen anderen dürfte es ähnlich gegangen sein.

12:22, frosthorn

>>Ein Aspekt kam für mich völlig überraschend hinzu, nämlich dass meine eigenen Angehörigen mich bitten, nicht zu spenden, weil sie meinen Körper nicht "in Einzelteilen" beerdigen wollen. Ein Gewissenskonflikt, mit dem ich bestimmt nicht alleine bin.<<

Zum Glück teilen meine Angehörigen die Einschätzung meiner 1981 verstorbenen Großmutter. Sie sagte, daß ihr Körper nach ihrem Tode mit dem Menschen, der sie mal gewesen ist, nichts mehr zu tun hätte. Über die christliche Vorstellung der Auferstehung des Fleisches konnte sie nur lachen.

Ich sage nur: was haben meine Angehörigen mit meinem Körper zu tun? Der war mein Leben lang allein meine Sache. Ich bestehe darauf, daß das nach meinem Tode nicht anders zu sein hat.

12:29 von GeMe

Wenn ich tot bin, ist es mir völlig schnuppe ob ein Reicher, ein Armer, ein Deutscher, ein Flüchtling ein Mann oder eine Frau meine Organe bekommt
.
eine lobenswerte Einstellen, welche sie haben
ich teile diese Auffassung nicht
möchte als Verstorbener nicht als menschliches Ersatzteillager dienen
und !! verlange im Gegenzug auch keine Organe von einem anderen ....

Bonus für Organspender bei der Krankenkasse

Ich finde, dass viele der benannten Problem gelöst werden könnten, wenn die Krankenkassen einen Bonus, bzw. Beitragsabschlag für willige Organspender bezahlen und die Bereitschaft zur Spende auf der Karte der Kasse vermerkt wird.

Das Gleiche übrigens auch für Blutspenden!

„Reiche“ Empfänger

Zunächst einmal ist es für mich völlig egal, wie reich oder arm ein Organempfänger ist. Ich glaube, das Einkommen ist kein Kriterium auf der Liste von Eurotransplant.
Das ist auch für mich keine Frage von links oder rechts, sondern von schierer Humanität.
Sollte es Einzelfälle geben, wo ein Vermögender und ein Arzt gemeinsam durch illegale Machenschaften das System austricksen, so ist das für mich kein Grund, das System anzuzweifeln. Wenn ich meine Organe deswegen nicht Spende ist den Armen auch nicht geholfen, nur die Reichen müssen ggf. mehr bezahlen. Knappes Angebot treibt den Preis.
Falls wirklich jemand glaubt „links“ zu sein und solche Gedanken hegt, dann hätte er in meinen Augen das linke Prinzip nicht richtig verstanden.

ich verstehe es gar nicht

Hier häufen sich die Posts, in denen dagegen gewettert wird, dass jemand keine Organe spenden will, nur damit kein "Reicher" sie bekommt. Aber ich habe keinen einzigen Beitrag gelesen, in dem das jemand geäußert hätte. Was geht hier eigentlich ab?

Am 13. Januar 2018 um 12:48 von dr.bashir

"Das ist auch für mich keine Frage von links oder rechts, sondern von schierer Humanität."
#
#
Da Sie scheinbar Experte auf diesem Gebiet sind, beantworten Sie mir doch die Frage, warum es keinerlei Zahlen gibt, wie viele Menschen die Transplantation nicht überleben.
Zu allem gibt es in DE eine Statistik, nur zu dieser Frage kann ich nichts finden.

12:27 von AfroDieter

Ich finde das Niederländische System besser wo jeder Spender ist, außer es wird ausdrücklich widerrufen
.
warum ist das gut
weil man dann zu mehr Spenderorganen kommt ?
ist es nicht besser man fragt die Leute was sie wollen und zwingt sie
(wegen mir Feld auf dem Pass Spender ja/nein) zu einer Entscheidung
hier im Thread geht es sicherlich bei allen Beteiligten um persönliche/ethische Gründe,
aber draussen wo transplantiert wird auch ?
eine Transplantation ist sicherlich für die Klinik eine lukrativer Sache und für die Pharmaindustrie ein Patient, der ewig auf Medikamente angewiesen sein wird ....

12:48 von dr.bashir

„Reiche“ Empfänger

Zunächst einmal ist es für mich völlig egal, wie reich oder arm ein Organempfänger ist. Ich glaube, das Einkommen ist kein Kriterium auf der Liste von Eurotransplant.
Das ist auch für mich keine Frage von links oder rechts, sondern von schierer Humanität.
Sollte es Einzelfälle geben, wo ein Vermögender und ein Arzt gemeinsam durch illegale Machenschaften das System austricksen, so ist das für mich kein Grund, das System anzuzweifeln. Wenn ich meine Organe deswegen nicht Spende ist den Armen auch nicht geholfen, nur die Reichen müssen ggf. mehr bezahlen. Knappes Angebot treibt den Preis.
Falls wirklich jemand glaubt „links“ zu sein und solche Gedanken hegt, dann hätte er in meinen Augen das linke Prinzip nicht richtig verstanden.
///
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Schade doch für die hiesigen linken Verweigerer, das sich noch kein Reicher geweigert hat, Organe für Arme zu spenden?

Man nenne mir ein einziges Gefängnis,

in dem jemand einsitzt, der so eine Warteliste manipuliert hat, und ich stecke meinen Organspenderausweis sofort wieder in mein Portemonnaie.

Angst ist das Problem

Meiner Meinung ist der Grund für die wenigen Organspender einfach die Angst der Patienten, gerade aufgrund der Bereitschaft für die Spende zu früh für tot erklärt zu werden. Es müsste einfach sowohl Hirn- als auch Herztod für die Spende gefordert sein, dann würden sich viel mehr dazu bereit erklären.

12:55 von tagesschlau2012

wie viele Menschen die Transplantation nicht überleben.
.
eine Tranplantation ist ja auch keine dauerhafte Sache
fragen sie mal den Mojib Latif, der bräuchte wieder ein Spendeorgan

@Sisyphos3

""ich (...) will ncht als menschliches Ersatzteillager dienen und !! verlange im Gegenzug auch keine Organe von einem anderen ....""

Wenn es bei IHNEN um Leben und Tot geht, ändern sich solche "Grundsätze" meistens recht schnell... ... zu ihrer Entschuldigung... bei allen anderen auch.

@12:55 von tagesschlau2012

"...beantworten Sie mir doch die Frage, warum es keinerlei Zahlen gibt, wie viele Menschen die Transplantation nicht überleben"

Die Zahlen gibt es bestimmt, die Frage ist, ob sie einfach durch googeln zu finden sind. Bin ich überfragt.
Aber natürlich sterben Menschen nach Transplantationen. Je nachdem, was transplantiert wird, ist das eine sehr schwere Operation, bei der es wie immer ein OP-Risiko gibt. Eine Niere transplantiert sich leichter als zum Bsp. Herz und Lunge gemeinsam. Hinzu kommt, dass die Empfänger vor der OP in der Regel schwer krank und entsprechend schwach sind. Das Alter des Empfängers spielt wie immer auch eine Rolle.

Aber Fehlschläge sind für mich kein Grund, es nicht zu versuchen. Das gilt ja für andere medizinische Maßnahmen auch. Es sterben auch Menschen nach einer Hüft-OP.

12:55, frosthorn

>>ich verstehe es gar nicht
Hier häufen sich die Posts, in denen dagegen gewettert wird, dass jemand keine Organe spenden will, nur damit kein "Reicher" sie bekommt. Aber ich habe keinen einzigen Beitrag gelesen, in dem das jemand geäußert hätte. Was geht hier eigentlich ab?<<

Auch ich bin profund ratlos.

re heribert

"Man nenne mir ein einziges Gefängnis,

in dem jemand einsitzt, der so eine Warteliste manipuliert hat, und ich stecke meinen Organspenderausweis sofort wieder in mein Portemonnaie."

Nach welchem Straftatbestand sollte der denn eingesperrt werden?

re schutzbefohlener

" Ich gehe davon aus, dass wenn Herr Unterschichtler ohne Angehörige aber mit einer gesunden Leber und einer Blindarmentzündung im KK liegt und Herr Oberschicht eine Leber benötigt, die Chancen bei einer Blindarm-OP zu sterben für Herr Unterschichtler deutlich erhöht werden."

Ihre Phantasie scheitert schon daran, dass niemals Spender und Organempfänger im selben Krankenhaus liegen. Und dass kein Organ schon bei der Entnahme an einen bestimmten Empfänger adressiert wird. Und dass ein Arzt bei der Organentnahme nicht die leiseste Ahnung hat, wer das Organ bekommt.

Die Zukunft ist Züchtung von

Die Zukunft ist Züchtung von Organen auf Basis eigener DNA. Im übrigen ist das bei etwa 600000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland ein eher kleines Gesellschaftsproblem.

Am 13. Januar 2018 um 13:09 von Sisyphos3

"eine Tranplantation ist ja auch keine dauerhafte Sache"
#
#
Es geht um die Transplantation, also das versterben des Empfängers kurz nach der Operation.
Wo sind diese Zahlen? Die Angehörigen bekommen nur gesagt, der Körper hat das Organ abgestossen.
Wie oft kommt das vor?

@12:56 von Boris.1945

"Schade doch für die hiesigen linken Verweigerer, das sich noch kein Reicher geweigert hat, Organe für Arme zu spenden?"

Woher wissen Sie denn, dass sich noch kein Reicher geweigert hat zu spenden? Für wen man spendet kann man sich sowieso nicht aussuchen, außer bei der Lebendspende einer Niere z.B.

Ich halte mich durchaus für "links", aber mir ist bei dem Thema das Einkommen von Spender, Empfänger und Arzt herzlich egal. Ich verstehe gar nicht, woher die Diskussion kommt.

Was sagt die Natur dazu?

Solange das (weltweite) System aus Gewinnmaximierung vorherrschen wird, wird es auch Krankenhäuser, Krankenkassen und Ärzte geben, denen eben der Gewinn wichtiger ist als die Gesundheit. Solange wird es auch kein Vertrauen in das Organspendesystem geben. Denn wenn Gesundheit wichtiger ist wäre es auch möglich Arzneimittel zu produzieren, welche nur von wenigen benötigt werden würden. Wird es aber nicht. Und wenn jemand Organe benötigt, dann ist auch nicht garantiert, das alles fair und gerecht abläuft.
Und jetzt mal ein ganz grosser Tabubruch: Evolution und wachsende Überbevölkerung: wenn jemand aufgrund Krankheit neues Organ benötigt - so schlimm es auch sein mag, aber bei der stark wachsenden Weltbevölkerung, wäre auch die Frage angebracht: ist es von der Natur so vorgesehen, gewollt? Der Mensch möchte so lang wie möglich leben, verständlich (will ich auch), aber wir spielen immer mehr Gott und greifen dermassen in den Lauf der Natur ein......

Ich habe andere Gründe, nicht zu spenden

Mit zweifelhafter Vergabe hat das nichts zu tun.
Wer genug Geld hat, der kann es in China oder Indien ganz unproblematisch ein Organ kaufen.

Mir wäre es sogar egal, wenn die Organe hier ganz offen verkauft werden dürften und das Geld für bessere Vorsorge investiert oder für einen guten Zweck verwenden werden würde. Damit könnte man sicher noch mehr Leben retten und vielen Erkrankungen vorbeugen, die später eine Spende nötig machen.

Der Organspendeausweis ist auch Bekenntnis und Beitrag

zur Schaffung/Erhalt des Gemeinwesens.

Meinen Ausweis habe ich seit 30 Jahren, führe ihn täglich mit. Ich habe weder die Sorge unbegründet ausgeweidet zu werden, noch welche meiner Innereien/Körperteile nach meinem Ableben in der Holzkiste dann am Ende fehlen.

Es zeugt von großem Egoismus im Bedarfsfall eine Spende von anderen zu erwarten, selbst aber nicht dazu bereit zu sein. Vor einiger Zeit habe ich meinen alten Papierausweis gegen eine Ausführung in Scheckkartenformat aus Plastik getauscht.

Wäre dort mehr Platz auf der Karte für den Ausschluss von Spenden, so würde ich ihn wie folgt nutzen:

Keine Spende für
- Nichtspender
- Grüne/Linke (moralische Superwesen)

Letzteres darum weil ich doch jenen, die mir im Leben mein Leben oft selbst schon unerträglich gemacht haben, diesen auch nach meinem Ableben ihr Wirken noch zu erleichtern.

Interessant wäre einmal eine Statistik wer spendet und wer nicht, auch als Maßstab für Integration. Bitte nur nicht so eine von Bertelsmann.

Am 13. Januar 2018 um 13:17 von dr.bashir

"Aber natürlich sterben Menschen nach Transplantationen. Je nachdem, was transplantiert wird, ist das eine sehr schwere Operation, bei der es wie immer ein OP-Risiko gibt. Eine Niere transplantiert sich leichter als zum Bsp. Herz und Lunge gemeinsam. Hinzu kommt, dass die Empfänger vor der OP in der Regel schwer krank und entsprechend schwach sind. Das Alter des Empfängers spielt wie immer auch eine Rolle."
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Meine drei verstorbenen Freunde hatte alle eine "leichte" Niere transplantiert bekommen, alle waren zw. 25 und 35 Jahre alt. Bei einem Freund der an Hepatitis erkrankt war, waren die Nieren noch voll intakt und eine Operation in naher Zukunft nicht nötig gewesen. Da aber eine 100% passende Niere auf Eis lag, wurde er zu dieser Operation überredet.
Da es keinerlei Daten über das versterben bei oder kurz nach dem Eingriff gibt, gehe ich von hohen Zahlen der verstorbenen aus.

@ flomoser

"In der BRD ist wenig Platz für Empathie und das wirkt sich auch auf die Organspende aus. Jeder denkt nur noch an sich und man sollte sich die Frage stellen, warum" Am 13. Januar 2018 um 09:07 von flomoser

Das ist ein beispielloses Anspruchsdenken, das Sie hier an den Tag legen. Sie wollen nicht das letzte Hemd von den Menschen, nein, Sie wollen alles, was drunter ist, und wer es nicht gibt, der soll ihrer Meinung nach empathielos sein. Wo bleibt denn Ihre Empathie für den Spender, für die Sterbenden, Hirntoten und Ihre Familien?
Menschen sind keine Ersatzteillager, wie ein Auto!

Eine Organspende ist ein großes Geschenk, und sollte auf keinen Fall als selbstverständlich angenommen werden. Ich habe großen Respekt für die Menschen, die bereit sind zu spenden, denn ich bin es nicht.

Vorübergehende Schließung der Kommentarfunktion

Liebe User,

wegen der hohen Anzahl der Kommentare auf meta.tagesschau.de kann diese Meldung im Moment nicht kommentiert werden.
Wir bitten um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

13:33, tagesschlau2012

>> Bei einem Freund der an Hepatitis erkrankt war, waren die Nieren noch voll intakt und eine Operation in naher Zukunft nicht nötig gewesen. Da aber eine 100% passende Niere auf Eis lag, wurde er zu dieser Operation überredet.<<

Verzeihung, aber Ihre Geschichte ergibt überhaupt keinen Sinn.

Hepatitis ist eine Leberkrankheit. Da verpflanzt man keine Nieren.

13:25, brillenschlumpf

>>Und jetzt mal ein ganz grosser Tabubruch: Evolution und wachsende Überbevölkerung: wenn jemand aufgrund Krankheit neues Organ benötigt - so schlimm es auch sein mag, aber bei der stark wachsenden Weltbevölkerung, wäre auch die Frage angebracht: ist es von der Natur so vorgesehen, gewollt? Der Mensch möchte so lang wie möglich leben, verständlich (will ich auch), aber wir spielen immer mehr Gott und greifen dermassen in den Lauf der Natur ein.....<<

Wären Sie denn auch zum sozialverträglichen Frühableben bereit, oder soll das nur für andere gelten?

Was Natur und Evolution betrifft, die haben uns Menschen das Gehirn geschenkt. Und dieses Gehirn hat uns in die Lage versetzt, den medizinischen Fortschritt permanent voranzutreiben.

Also sollten wir es tun.

Sonst würden wir die Geschenke von Natur und Evolution gering achten.

Ich kann es auch religiös formulieren: Wir würden uns versündigen.

13:32, Misses Figg

>>Wäre dort mehr Platz auf der Karte für den Ausschluss von Spenden, so würde ich ihn wie folgt nutzen:

Keine Spende für
- Nichtspender
- Grüne/Linke (moralische Superwesen)

Letzteres darum weil ich doch jenen, die mir im Leben mein Leben oft selbst schon unerträglich gemacht haben, diesen auch nach meinem Ableben ihr Wirken noch zu erleichtern.<<

So, so.

Ich hätte nichts dagegen, wenn eins meiner grünlinken Organe nach meinem Tode Ihr Leben retten würde.

Ich würde aber auch Nazis vor dem Ertrinken retten.

Beispielsweise.

Für mich ist ein Mensch nämlich ein Mensch.

Habe ich Sie jetzt ein wenig beschämt?

Wahrscheinlich nicht, Sie scheinen moralisch schmerzfrei zu sein.

Organspendeausweis

..schön und gut,aber dann sollte man im Todesfall in Reichweite einer Klinik sein,wo einem bis zur Entnahme der Organe der Kreislauf aufrechterhalten wird.

Wenn man bedenkt,wieviele Menschen heutzutage allein und einsam leben und sterben..

Verständlich

Ich bin auch kein Organspender und ich möchte es auch nicht sein.

Das hat einfach etwas damit zu tun, wie die Empfänger ausgewählt werden. Es entscheidet eben nicht nur medizinische Dringlichkeit, sondern da gibt es ein Punktesystem. Da wird bewertet, wer es mehr "verdient" hat und wer nicht.

Ich finde das unfassbar. Einige Menschen sind also mehr wert als andere. Und das seh ich eben nicht so.

Und da sind wir noch nicht bei dem Kapitel "sich auf der Liste nach oben kaufen".

Allerdings bin ich konsequent und ich selbst würde auch kein Organ haben wollen. Ich würde auch nicht mein Leben um jeden Preis verlängert sehen wollen.

Das Leben ist kostbar, weil es endlich ist. Sich mit der eigenen Sterblichkeit abzufinden ist eine Sache, mit der Menschen oft Probleme haben. Hauptsache Leben. Nicht mein Weg.

Am 13. Januar 2018 um 14:44 von fathaland slim

"Verzeihung, aber Ihre Geschichte ergibt überhaupt keinen Sinn.
Hepatitis ist eine Leberkrankheit. Da verpflanzt man keine Nieren."
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Ach so, wer an Hepatitis erkrankt hat gesunde Nieren!!
Der verstorbene Freund hatte leicht erhöhte Nierenwerte und hätte an Diabetes Mellitus erkranken können. Daher empfahl der Arzt zu dieser Transplantation.
Ob das für Sie einen Sinn macht ist mir egal, mein Freund hätte noch Jahre ohne einschränkungen weiterleben können.

@ GeneralTickTack

Sie schreiben:
".... viele Menschen Krankheit und Tod ausblenden bis es sie selbst oder nahe Angehörige erwischt, von daher sollten diese Personen gezwungen werden sich mit dem Thema auseinander zu setzen."

Entschuldigen Sie mal bitte - der Tod ist eine sehr persönliche Angelegenheit - und ob - und wenn wann - ich mich damit auseinander setze - wenigstens das sollte doch noch mir selbst überlassen sein - meinen Sie nicht?

"massiv getrickst"&"Organhandel"

Schuld an der aktuellen Situation ist eine sensationsgierige Presse, die um der steigerung der Erregung des Publikums bewußt Spielräume für Schreckensvisionen lässt.
Bei den sogenannten Skandalen handelte es sich um bedürftige Patienten bei denen angestellte behandelnde Ärzte für ihre Patienten gekämpft haben. Sie haben deren Situation dramatischer dargestellt als sie war.
Es gab keine Organe auf Bestelltung und keine finanziellen Vorteile.
Die Ärzte die die Patienten bis zur Transplantation am Leben erhalten sind nicht die Operateure, die Krankenhäuser nicht die Transplantationszentren an denen Operiert wird. Das hätte klargestellt gehört.

Organspende? Ohne mich!

Ich bin überzeugter Nichtspender. Ich bin nicht zu faul, ich weiß auch wo man einen Ausweis herbekommt. Ich habe mich mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass es nicht seriös laufen kann, bei einem akuten Organspendermangel. Was ist dann ein Leben wert gegen 15/16 gespendete Organe??? Richtig: NICHTS!!!!

Da ist ein schwerverletzter Organspender schnell mal nicht zu retten gewesen. Und ich denke, dass so viele Leute denken. Ganz abgesehen von den Skandalen. Wieviele gibt es, die nicht aufgedeckt werden?

Das hat nichts mit Egoismus zu tun! Ich möchte schlicht und einfach überleben und meine Kinder noch eine Weile aufwachsen sehen. Ich habe eine Fürsorgepflicht!

@13:25 von brillenschlumpf

"...ist es von der Natur so vorgesehen, gewollt?"

Interessante philosophische Frage.

Erst mal will "die Natur" gar nichts. Die ist da und funktioniert nach bestimmten Regeln. Und diese Regeln sind es, die auch Transplantationen ermögliche. Zum Beispiel ist ja das Immunsystem, das über die Abstoßung oder nicht entscheidet ein Produkt dieser Natur, der Evolution oder, für Religiöse, uns von Gott mitgegeben. Und weil der Mensch zumindest teilweise diese Regeln durchschaut hat, sind Transplantationen möglich. Die passieren ja nicht nach Versuch und Irrtum.
Und wo wollen Sie die Grenze ziehen? Ist es von der Natur gewollt, dass ein Chirurg sie nach einem Unfall wieder zusammenflickt? Dass Sie ein Antibiotikum bekommen, wenn Sie eine Lungenentzündung haben? Dass Diabetiker sich gentechnisch hergestelltes Insulin spritzen? Akzeptieren Sie einen neue Herzklappe?

NDR Info Aussage dazu

Laut NDR Info, heute morgen wurde mitgeteilt, daß der gesunkene Wert einzig und allein durch die Tatsache bedingt ist, daß die Möglichkeiten in vielen Krankenhäusern mangels entsprechender Maschinen und Kompetenz, Organe zu entnehmen und aufzubewaren nicht gegeben sind. Also nix mit Spendemuffelmentalität. Und ehrlich gesagt glaube ich dieser Aussage auch.
Mich würde aber tatsächlich auch mal eine Statistik interessieren, wieviele Menschen im Spendenfähigen Alter und spendungswürdigen Organen durch Unfälle so schwer verletzt wurden, daß sie hirntot waren aber hier keine Organe entnommen wurden und dieses dann auch mit anderen Ländern vergleichen. Eine absolute Zahl anzugeben reicht hier nicht. Eine Annahme: Es hätte 1000 Spenden gegeben. Was sagt das aus?Es ist ein Unterschied, ob es insgesamt 1500 Spenderfähige Organe gegeben hätte oder 10000. Aber dazu hört man leider nie etwas.

@PibeNariz "Ärzte und Kliniken verdienen sich eine goldene Nase"

Das stimmt bei den Entnahmekliniken nicht. Deswegen gibt es immer weniger Organspenden.
Seit die unsachgemäße Berichterstattung, einigen Medienarbeitern berufliche Achtungserfolge, den Kliniken aber große Rufschädigungspotentiale eingebracht hat, wird von diesen eine Organentnahme zunehmend kritisch betrachtet.

@FwtL3dx6 ("Angst ist das Problem")

Sie sprechen hier einen sehr wichtigen Punkt an: die Angst. Leider machen sich manche Organspender gerne über diese lustig, was natürlich kontraproduktiv ist. Wer wie ich wirklich möchte, dass mehr Menschen Organspender werden, sollte die Bedenken der Verweigerer nicht einfach als lächerlich darstellen. Tatsächlich sind die Kenntnisse der Wissenschaft über den Hirntod nämlich noch sehr begrenzt.
So mag der Wunsch nach einer Vollnarkose Hirntoter bei der Organentnahme vielen Menschen, die sich der Grenzen des menschlichen Wissens nicht bewusst sind, lächerlich erscheinen - aber wenn diese Möglichkeit weitere Menschen dazu bewegt, Organspender zu werden, könnten so auch weitere Leben gerettet werden.
Aber es immer dasselbe - in ihrer Überheblichkeit und in ihrem Glauben, alles zu wissen, machen sich manche Befürworter über die Ängstlicheren lustig, was diese nur noch mehr abschreckt. Dieses Verhalten ist sicherlich mitverantwortlich für niedrigen Spenderzahlen.

Ich habe einen Spenderpass und finde es für mich ok.

Niemand ist gezwungen zu spenden, auch bisher gut so gewesen. Die Unfalltoten in Deutschland sind in den letzten Jahren zurück gegangen, das begründet auch den Rückgang an Spenderorganen. Ganz klar! Vielleicht wäre es richtig, ab einem Alter von 21 Jahren, eine Entscheidung für oder gegen Organspende zu fordern. Wer nicht bereit ist zu spenden, hat auch dann keinen Anspruch auf ein Spenderorgan, sollte er später mal eins brauchen.

@13:33 von tagesschlau2012

"Da es keinerlei Daten über das versterben bei oder kurz nach dem Eingriff gibt, gehe ich von hohen Zahlen der verstorbenen aus."

Ich hab´ mir mal ein wenig Mühe gegeben und eine Studie aus Frankreich an über 2700 Nierentransplantierten gefunden. Die wurde 2015 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. In dieser Kohorte betrug das 7-Jahresüberleben nach Transplantation über 80%. Die Zahlen waren unterschiedlich nach unterschiedlichen Verfahren.
Ihre Vermutung unterstellt ja, dass eigentlich sinnlose Prozeduren durchgeführt werden und die Patienten sehenden Auges einem OP-Risiko ausgesetzt werden, dass größer ist, als ihr Risiko ohne diese OP.
Ganz ehrlich - ich kenne niemanden, der so etwas tun würde (von bestimmten Ärzten in der deutschen Geschichte mal abgesehen).
Dass es bei einzelnen Patienten nicht gut ausgeht, dass es zur Abstoßung des Transplantats kommt oder der Patient an sonstigen Komplikationen verstirbt muss bei Transplantationen, wie bei anderen Maßnahmen akzeptiert werden.

Wer bereit ist zu spenden, hat ein Vorrecht ein Organ zu

bekommen. Ein Mensch der kein Organspender sein möchte, sollte bei der Vergabe dann auch leer ausgehen. Einfache Regel, die noch dazu gerechter ist.

Darstellung: