Ihre Meinung zu: Kommentar: Das freie Internet muss bleiben

15. Dezember 2017 - 15:58 Uhr

Die Einführung des Zwei-Klassen-Internets in den USA hätte vor allem für den Nutzer Nachteile, meint David Zajonz. Auch in Deutschland ist das freie Internet nicht selbstverständlich - siehe Telekom.

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Kommentare

Super Kommentar

Gerade auch die Erwähnung, dass es hierzulande auch schon in die Richtung geht, ist hoffentlich genug Warnung. Die Wirtschaft an sich würde massiv leiden, wenn sich die ISPs das Internet unter den Nagel reißen und Wegezoll verlangen.

Was Ajit Pai, der neue Kopf

Was Ajit Pai, der neue Kopf der FCC sich hier geleistet hat ist eine absolute Katastrophe. Ich kann nicht glauben, dass wir an diesem Punkt angekommen sind, einfach wahnsinnig. Freies und gleiches Internet ist für mich ein Selbstverständnis und ich bin der EU SEHR dankbar, dass Sie die Netzneutralität strengstens geregelt hat, dies ist die Zukunft: Den wahnsinnig gewordenen Riesenfirmen regulativ zu zeigen wo es langgeht, um die Bürger nicht in verkehrte und nachteilige Anhängigkeiten zu zwingen. Jeder der schreit "keine Regulierungen, mehr Freiheit" stimmt im Prinzip für seine eigenen Nachteil und seine eigene Bevormundung. Lassen Sie sich bitte nicht von solchen unsinnigen und gefährlichen Slogans zu irgendwas überreden. Die Republikaner und allen voran Trump werden noch bereuen, was sie unserer freien zivilisierten Welt angetan haben und antun!

Freies Internet? Wo gibt es denn sowas?

"Das Internet" ist nichts anderes als eine Ansammlung von Kabeln, Knotenrechnern und Servern. Irgendjemand muss das kaufen, installieren und vor allem warten. Das gibt es nicht umsonst. Wer es nutzen will, muss also zahlen. Und wer einen Extraservice will, muss extra zahlen. Ist schon immer so, ultraschnelle direkte Standleitungen kosten schon immer extra. Wo genau ist das Problem?

Und was soll das Geschwafel vom "freien Internet"? Das gab es nie, gibt es nicht und wird es nicht geben, so lange es in der Hand von Großkonzernen ist. Die Mär von der Großen Freiheit durch freies Wirken der Großkonzerne ist nichts als Augenwischerei. Das wollen interessierte Kreise uns weismachen.

Und staatliches Internet gibt es in China - wer's besser findet...

Wem gehört das Internet?

Sie scheinen das Internet als Gottgegeben zu betrachten, übersehen dabei aber, dass es den ISPs GEHÖRT. Die haben es installiert, betreiben die Leitungen, die Knoten und die Server und warten den ganzen Kram. Und die berechnen Nutzungsgebühren, wie es der freie Markt zulässt.
Wenn die ihre Server und Knotenrechner (ihr Eigentum) morgen einfach abschalten, steht das ganze i-net.
Wenn sie staatliches i-net (wie zB in China) wollen, müssen sie anders wählen.

Danke fuer diesen erstklassigen Kommentar Herr Zajonz!

Zu diesem Kommentar ist nicht viel mehr zu sagen als: vollumfänglichste Zustimmung zu diesem Kommentar von Herrn David Zajonz!!

Ich unterschreibe jedes einzelne Wort von diesem Kommentar.

Hier muss diesen Diensten und auch der us-Administration ganz deutlich die Zähne gezeigt werden und auch mal zugebissen werden, wo nötig!

Danke fuer diesen erstklassigen Kommentar, Herr David Zajonz. Bitte weiter so!!

@w.wacker

"Wo genau ist das Problem? "
Das will ich Ihnen sagen, das Ergebnis ist eine Internet-Monokultur. Nicht mehr der Nutzer entscheidet, was er sehen kann, sondern Konzerne, die am besten dafür bezahlen. Tschüss Vielfalt. Willkommen Einfalt und Gleichschaltung.

Als IT-Experte habe ich im ÖR selten eine so fundierten Kommentar gelesen, Respekt!

@wibo

Gebe Ihnen voll Recht. Es wird so werden wie es schon angekündigt wird. Google ist nur das erste Beispiel dafür. Irgendwann wird das I-Net durch 2-3 Konzerne beherrscht, und die entscheiden dann was durch die Leitungen geht, und was man als Informationen noch bekommt.
Das Ganze dann noch zugepflastert mit Werbung.
Toll!

Goodbye Meinungsfreiheit

Das Ende der Netzneutralität ist ein Schlag gegen Demokratie und Meinungsfreiheit. Es bietet das Potential freie Meinungsäußerung im Netz nicht nur durch monetäre Hürden, sondern schlichtweg Blocken oder zu-Tode-Drosseln bestimmter Gateways zu untersagen. Datenseparierung ist eine Waffe - selbst ich als studierter Ökonom bin absolut dagegen, solch ein Werkzeug in die Hände von Regierung oder gar Unternehmen zu legen. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Angst vor Cyberangriffen und Digitalen Blackouts eine der Hauptsorgen von Ländern wie den USA (und nur dank digitaler Inkompetenz unserer Regierung hier noch nicht weiter diskutiert: Siehe Merkel's Neuland-Rede) und nun wird in den USA ein Mittel mit genau diesem Potential, der Möglichkeit Volksgruppen, Städte oder Staaten von der digitalen Infrastruktur abzuschneiden in die Hände einzelner Manager gelegt, die noch an das seit langen Jahren in der Fachliteratur als überholt geltende Weltbild des Homo Oeconomicus glauben.

Ich will ja niemandem in die

Ich will ja niemandem in die Parade fahren. Aber das Internet war noch nie frei. Wenn Nordkorea ein Internet kontrollieren kann, dann können es Länder wie Deutschland tausendmal.

(1) Zu "Schließlich sorgen

(1) Zu "Schließlich sorgen gerade US-Unternehmen für Innovation im Netz.": Das sollte ein Anreiz für europäische Unternehmen sein.

(2) Zu: "Schon jetzt versuchen Internetanbieter in Deutschland die Netzneutralität auszuhöhlen. Beispiel Telekom: ... Daten, die beim Surfen mit Partnerdiensten verbraucht werden, werden nicht vom monatlichen Datenvolumen der Telekom-Kunden abgezogen. ..." Genau. Mit solchen Tricks lässt sich die Netzneutralität bei uns heute schon aushebeln. Auch hier ist europäische Innovation nötig, und zwar eine den heutigen (und morgigen) Anforderungen gerecht werdende Gesetzgebung zur Bekämpfung des Mißbrauchs von Martmacht. Da müssen Juristen schneller dazulernen, als bisher.

Das zweite Thema sollte eigentlich ein FDP-Thema sein. Es geht um Freiheit. Aber für wen? Ich bin gespannt, wie die FDP damit umgeht und umgehen wird.

"Das freie Internet muss

"Das freie Internet muss bleiben" -

Das finde ich auch, es ist das demokratische Grundrecht auf freie Meinungsäußerung.

Das sollte man nicht nur bei den Konzernen, sondern auch bei unserem Justizminister in Erinnerung bringen.

I

20:46 von r.wacker

Welchen Unterschied macht es, ob von Anfang an die kommunistische Partei Chinas in China über das Internet bestimmt oder bei uns am Ende eine sehr überschaubare Zahl von steuervermeidenden Konzernen?

Wer wirtschaftet hat sich an die Regeln zu halten, die demokratische Gemeinwesen ihm setzen.

Mit der gleichen Logik könnten auch private Autobahnbetreiber Überholspuren nur noch für zusätzlich zahlende Nutzer freigeben.

Das Internet ist längst eine Basis-Infrastruktur. Egal, wer sie im Detail betreibt - sie muss jedem, zu gleichen Konditionen, zur Verfügung stehen.

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