Ihre Meinung zu: Acht Jahre Haft für russischen Ex-Wirtschaftsminister

15. Dezember 2017 - 13:49 Uhr

Es ist das vorläufige Ende eines besonderen Wirtschaftskrimis: In Moskau wurde der frühere Wirtschaftsminister Uljukajew zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt. Er soll Schmiergeld angenommen haben. Doch die Vorwürfe blieben dubios.

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Kommentare

Da geht man in Russland ...

gegen Korruption an und man macht es dann auch wieder nicht richtig.

2 Millionen Dollar wiegen wahrscheinlich auch nicht soviel wie ein paar Flaschen Wein, selbst diese Aussage ist sehr dubios.

Da am Ende aber das Wort Privatisierung fällt kann man sich denken woher der Wind weht.

@Korruption ist das wohlfeile Argument

eines korrupten Staates.
Alles andere wäre sofort unglaubwürdig, wenn man keine belastbaren Beweise hat.

Unter Stalin ging das natürlich etwas 'direkter'.
Wie auch bei Chodorkowski und anderen, die erst 'hochgespült' wurden,
ist man eben in einem 'tiefen Staat' immer der Willkür ausgesetzt.

Seien wir froh, dass wir noch nicht ganz soweit sind.
Und das meine ich keinesfalls ironisch.
Noch.

Naja, "mehrere versprochene

Naja, "mehrere versprochene Flaschen Wein"
Was soll er auch anderes zu seiner Rechtfertigung sagen.
Ich denke eher ,daß Putin ein gutes Gespür für käufliche Regierungsmitglieder hat, und daß er da
involtiert gewesen ist,lässt sich vermuten.
Das es für unsere Medien natürlich dubios ist,ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

re Shantuma: Dubios

„Da geht man in Russland gegen Korruption an und man macht es dann auch wieder nicht richtig.“
Das liegt daran, dass in einer Diktatur immer nur einer gegen die Korruption vorgehen kann. Und das ist die Regierung.

„2 Millionen Dollar wiegen wahrscheinlich auch nicht soviel wie ein paar Flaschen Wein, selbst diese Aussage ist sehr dubios.“
Dubios ist vor allem, dass hier Korruption als einseitige Handlung verstanden wird. Bestechung ist aber ein zweiseitiges Geschäft.

„Da am Ende aber das Wort Privatisierung fällt kann man sich denken woher der Wind weht“
Ja sicher, da steckt bestimmt wieder der kapitalistische Westen hinter. Russland kann ja nichts falsch gemacht haben.

Aber wer das glaubt, glaubt auch, dass es in Russland niemanden gibt, der mit Herrn Putin mithalten könnte.

Sehr dubios

Normalerweise würde man erwarten, dass der Bestechende zusammen mit dem Bestochenen vor Gericht steht. Nur davon hört man so gar nichts, der scheint straffrei auszugehen. Und die Übergabe in bar für einen nicht sofort sondern erst nach einiger Zeit zu erbringende Leistung - auch extrem ungewöhnlich. Komisch, wieviele sehr hohe Leute auf einmal als korrupt erscheinen. Ist Putins Geheimdienst so schlecht, dass das nicht vorher auffällt? Wie in China wird die Anklage "Korruption" inzwischen zum Abservieren von ungewünschten Konkurrenten bzw. ganz oben in Ungnade Gefallenen im Machtapparat verwendet. Da alle korrupt sind, ist jede Anklage glaubhaft.

Was oder besser wer ist da dubios?

Ein Minister - mitten in der Nacht - und es wird ihm "die Tasche unaufgefordert in die Hand gedrückt".

Und er? "er habe vermutet, es befänden sich mehrere versprochene Flaschen Wein darin".

Also unaufgefordert kriegt er mitten in der Nacht eine Tasche in die Hand gedrückt (nicht sein Mitarbeiter, Fahrer oder wer sonst so bei einem handelsüblichen Minister so alles seinen Dienst tut) und er denkt: ah, Wein.
Ja - das ist plausibel.

Ich kann gar nicht zählen, wie oft man mir mitten in der Nacht einfach eine Tasche mit Wein in die Hand gedrückt hat.
So was schickt man weder ins Büro noch nach Hause. Vor allem wenn es teurer Wein ist - den liefert man in Taschen. Mitten in der Nacht.

Ich frag mich bei so was immer: ja, man will mir vermitteln, Russland ist total schlimm - aber wieso finden sich dann jedes Mal nur so -dubiose Gestalten - als Opfer?

Er wurde in eine Falle gelockt?
Einen anständigen Menschen kann man mit einer nächtlichen Geldübergabe nicht in die Falle locken!

Öl und Gas...

Russland hat übrigens eine Einkommensteuer für alle von 13 Prozent und eine Unternehmenssteuer von nur 20 Prozent und praktisch keine Schulden - trotz großer Armee, trotz Sanktionen, trotz riesiger Infrastrukturausgaben.

Wie das geht? Mit staatlich kontrollierten Öl- und Gasunternehmen! Klappt in Norwegen auch sehr gut...

Und dieser Minister, der wollte also das Öl teilweise in private Hände geben - was zu Mindereinnahmen des Staates geführt und das Leben von 150 Millionen Russen negativ beeinflusst hätte?

Merin Mitleid hält sich in Grenzen!

re tisiphone: Falle?

„Er wurde in eine Falle gelockt?
Einen anständigen Menschen kann man mit einer nächtlichen Geldübergabe nicht in die Falle locken!“

Werte tisiphone,

ich schätze Sie als sehr scharf denkende Kommentarorin. Aber wenn es um Russland geht, ändert sich sofort Ihr Fokus. Dann kann plötzlich nicht mehr sein, was offensichtlich ist. Dann muss es sich um eine Intrige handeln.

Konkret: Natürlich ist die Geschichte mit dem Wein dubios. Aber eben nicht weniger als die mit dem Geldkoffer. Oder kann man den nicht ins Büro schicken?

Nein, diese Geschichte stimmt von vorn bis hinten nicht. Klar ist nur, dass hier wieder jemand aus Putins Umgebung entfernt wurde und alle anderen Freunde Putins dadurch reicher geworden sind.

Nochmal: Korruption geht in einer Diktatur immer von der Macht aus - sonst wäre es keine Korruption! und noch etwas: Korruption gibt es natürlich auch in anderen Ländern. Dort steht aber keine Staatsdoktrin dahinter. Vergleiche mit dem Staatsdoping sind zulässig!

@teachers voice

1. nein - den Geldkoffer kann man nicht so einfach in ein Ministerium liefern - man darf davon ausgehen, wenn da einer mit einer Tasche, einem Koffer etc auftaucht, dann wird der, schon aus Sicherheitsgründen geöffnet.
Wein - da wird man sich vermutlich nicht so wundern, wie über ein Köfferchen voller Geld.

2. Sie schreiben "Korruption gibt es natürlich auch in anderen Ländern. Dort steht aber keine Staatsdoktrin dahinter."

Verstehe ich nicht - wer hat denn in anderen Ländern die Macht, von der die Korruption ausgeht?

@tisiphone

19:36 von tisiphone:
"Verstehe ich nicht - wer hat denn in anderen Ländern die Macht, von der die Korruption ausgeht?"

Vielleicht die Lobbyisten?

re tisiphone: Korruption

„2. Sie schreiben "Korruption gibt es natürlich auch in anderen Ländern. Dort steht aber keine Staatsdoktrin dahinter."

Verstehe ich nicht - wer hat denn in anderen Ländern die Macht, von der die Korruption ausgeht?“

Natürlich auch von der Exekutive. Nur gibt es in einer Demokratie im Gegensatz zu einer Autokratie eine funktionierende Gewaltenteilung, die vor allem die Aufgabe hat, die Exekutive zu regulieren und zu kontrollieren.
Deshalb ist ja die Gewaltenteilung der natürliche Feind aller -auch durch demokratische Wahlen an die Macht gekommenen- Autokraten.

Abzulesen ist der Zusammenhang zwischen Autokratie und Korruption übrigens am Korruptionsindex von transparency international. Als NGO auch so ein natürlicher Feind aller Autokratien.

@teachers voice - Halten Sie Korruption für akzeptabel?

18:09 von teachers voice:
"Nein, diese Geschichte stimmt von vorn bis hinten nicht."
> Was sollte daran nicht stimmen? Sie behaupten doch immer, dass die russische Regierung korrupt wäre. Insofern müsste die Verurteilung eines früheren Ministers doch genau Ihre Erwartungen erfüllen. Oder finden Sie Korruption nur dann schlecht, wenn es Putins Umfeld betrifft?

"Nochmal: Korruption geht in einer Diktatur immer von der Macht aus - sonst wäre es keine Korruption!"
> Das ist falsch. Zum einen ist Russland keine Diktatur, zum anderen ist Korruption immer eine Angelegenheit, die zwei Seiten betrifft: Einen der gibt und den der nimmt.

"Korruption gibt es natürlich auch in anderen Ländern. Dort steht aber keine Staatsdoktrin dahinter."
> Auch das ist falsch. Macht korrumpiert - egal in welchem Land.

Wladimir Putin kämpft gegen Korruption

Die nach wie vor ein großes Problem in Russland darstellt, wenn auch viel weniger als vor der Regierungszeit Putins. Natürlich gibt es auch in Deutschland Korruption, sonst bräuchte man keine Strafrechtsparagraphen für Bestechung und Vorteilsgewährung. Im Gegensatz zu Russland bekommen Privatleute in Deutschland davon in der Regel nichts mit. Außerdem ist ein Großteil der Korruption in Deutschland Bestandteil der Geschäftsanbahnung im In- und Ausland. Es gibt viele "legale" Maskierungen von Korruption auch hierzulande. Am beliebtesten sind sogenannte "Beraterhonorare". Ob und welche Gegenleistung erbracht wurde ist im Einzelfall kaum nachvollziehbar. Zudem ist die Rechtfertigung für die Höhe der "Honorare" subjektiv. Trotzdem gilt Deutschland als ein weitgehend "Korruptionsfalles" Land - im Gegensatz zu Russland. Putin gelang es nicht nur, die Mafia aus der Wirtschaft zu drängen, sondern auch viele Oligarchen zu zähmen (die übrigen wurden Strafverfolgt und/oder gingen ins Exil).

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