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Sex und Freizuegigkeit

... das ist ein Trend, der schon lange her ist. Inzwischen ist eigentlich eher wieder Verklemmtheit die neue Tagesordnung.

Klar, im Internet sieht man schon Nackte Tatsachen wenn man zweimal falsch (oder richtig) klickt, aber mein Eindruck ist, dass die Menschen so zugeknoepft und frigide geworden sind, wie schon lange nicht mehr. Da braucht es eher sowas wie eine zweite sexuelle Revolution.

Überangebot

Früher, zu der Zeit, als Beate Uhse diese Marktlücke wahrnahm, war Sex eine heilige Sache.

Zunächst trat die Volljährigkeit erst ab dem 21. Lebenjahr ein; Sex wurde von den Eltern regelrecht untersagt.

Erst ab den 60er und vor allem ab den 70er, begann die Sex- und Aufklärungswelle mitunter unter Oswald Kolle. Die jungen Leute wurden aufgeklärter und vor allem generationswechselbdingt freizügiger in Sachen Sex. Zeitschriften, wie BRAVO, PENTHOUSE oder PRALINE taten ihr übriges. Sex wurde nicht mehr zu einem Tabu-Thema, es wurde bereits in jungen Jahren praktiziert.

Der Markt ist gesättigt, vor allem aufgrund des wegen Online-Handels.

Warum soll sich dies nicht auch bei Beate Uhse auswirken; das Ergebnis ist sichtbar.

Kein Wunder,

das Sortiment war lange Zeit überteuerte Chinaware, das Internet wurde vergessen und zu guter letzt war das Sortiment auch noch äußerst schmal. Gute Pornos gab es da nicht. Und die Konkurrenz war da deutlich weiter, konnte man nicht nur auf der Venus sehen das bei Uhse am Stand nichts los war, sondern auch anhand des fehlenden Marketings. Eis .de und Amorelie waren die letzten zwei überall Jahre präsent, während Uhse nur in den Wirtschaftsnachrichten in der Rubrik Verlustwarnung auftauchte. Schade....

Eingriff ins Intimste

Na toll!
Wenn die Schliessung dieses Unternehmens einmal bevorsteht, ist dann auch noch hier der Weg offen um in die intime Welt eines Jeden einzutauchen.
In solchen Shops konnten sich die Menschen, Paare frei bewegen um nach Lust und Laune ihren Gelüsten und sexuellen Träumen nachzueifern jedoch ohne dies irgendwie müssen offenzulegen.
Wenn auch solche Unternehmen nun ihre Türen schliessen sind für Datensammelbanken wie Google auch in diesem Bereich des Engriffs in unser Privatleben jegliche Türen offen.
Das Internert und die Digitalisierung erfasst irgendwann alles und weiss uns Menschen bis ins Intimste zu durchleuchten (spionieren) und somit zu bewerten.
Immer wieder stellt sich und auch hier die gleiche Frage,"Wo bleibt der Mensch und was bleibt dem Mensch?"
Nichts bleibt den Menschen, zumindest nichts was verborgen bleibt und dies scheint gewollt.
Die totale Kontrolle durch totale Einsicht in unser alltägliches Verhalten.
Das Internet machts möglich und privates Leben unmöglich.

@ purzelchen

Und was genau hat das mit dem Thema der Insolvenz des Unternehmens zu tun?

Und falscher könnten sie auch kaum liegen... die Porno und Sexindustrie, egal ob es sich dabei um Spielzeug, Prostitiution, oder schlicht auch Schutz in Form von Kondomen angeht. Macht mehr Umsatz als jemals zuvor...

Es gibt vor allem im Internet Zahllose Anbieter, Beate Uhse war Jahrzehntelang quasi ein "Monopol" Seit etwa 20 Jahren ist Beate Uhse als Unternehmen nicht nur "überholt" worden von der Konkurrenz, sondern regelrecht überrannt...

Zu hohe Preise, zu wenig Vorteile gegenüber anderen Anbietern.

Einer der Gründe warum Amazon zb soviel Konkurrenz aus dem Feld schlägt, ist einfach die Tatsache das sie zuverlässig, schnell und unkompliziert liefern, und Lieferungen meist anstandslos zurücknehmen, und das Geld schnell wieder zurück gezahlt wird... Das Risiko des Käufers ist bei Amazon so gering wie sonst nirgends wenn man im Internet einkauft. Beate Uhse ist teuer, sperrig, und es gibt alternativen.

@14:34 von purzelchen Aber warum kam es so?

Das frage ich mich nun schon länger.
Ist es wirklich der gesellschaftliche Konsens immer frigider zu werden?
Ist es vielleicht, weil alles immer schneller und hektischer wird, einfach keine Zeit mehr für Emotionen und Erotik übrig ist?
Stehen wir uns bei der Bevölkerungsdichte inzwischen nicht selbst schon im Weg, und müssen uns in den Städten bald schon stapeln wie die Japaner im "Honigwaben-Hochhaus" ?

Ich schau mir immer wieder sehr nachdenklich diesen Versuch mit den Mäusen an, so man viele Mäuse (zu viele) zusammen gepfercht hat.
Die haben schnell aufgehört sich zu vermehren und nach der Entspannung der Situation (gestorben, rausgenommen) aber nicht wieder neu gepaart.
Männchen und Weibchen haben sich weiter unlustig ignoriert und am Ende waren alle tot (an Altersschwäche gestorben - obwohl fruchtbar).
Aber ehrlich gesagt ist mir dieses Szenario vom Ende der Menschheit noch das angenehmste (ohne Kriege, Pandemien .....)

@Jean-Baptiste

Soweit ich weiß, gibt es immer noch andere Unternehmen, die Verkaufsstellen betreiben. "Erzfeind" war lange Jahre Orion. Allerdings weiß ich nicht, wie dessen wirtschaftliche Lage aktuell aussieht.

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