Ihre Meinung zu: Nach EuGH-Strafandrohung: Polen stoppt Urwald-Abholzung

21. November 2017 - 18:39 Uhr

Der Europäische Gerichtshof hatte mit einer Strafe von 100.000 Euro pro Tag gedroht, nun hat Polen prompt reagiert und die Abholzung des geschützten Urwalds Bialowieza gestoppt. Ein Hintertürchen gibt es immer noch. Von Jan Pallokat.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.77778
Durchschnitt: 4.8 (9 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Privater Profit staht an 1. Stelle

Die PiS Regierung hat den Auenwald zum Raubbau für einige private Profiteure freigegeben. Es geht nur ums Geschäft, die Bevölkerung hat davon gar nichts.
Das einzige Argument, auf das die populistische Regierung reagiert, ist Geld. Daher hat die EU genau den richtigen Hebel angesetzt.

"umweltfreundliche" Pelletheizungen

Bitte schreiben Sie auch, wofür der Wald gefällt wird. Das geschieht ja nicht zum Jux, sondern damit wird Geld verdient, und zwar nicht für exklusiven Möbelbau.
Für unsere angeblich so CO2-neutralen Holzöfen und umweltfreundlichen Pelletheizungen werden Unmengen von Holz benötigt. CO2-neutral könnte man diese Heizart nennen, wenn das CO2 im gleichen Zeitraum, in dem es entsteht, beim Verheizen wieder freigesetzt würde. Also wenn das in der Lebenszeit eines Baumes gebundene CO2 während der gleichen Dauer als Heizmaterial wieder abgegeben würde.
Dass das Verheizen aber viel schneller geht als der Anbau und die energieintensive Verarbeitung, der Transport usw., dürfte jedem klar sein.
Also wird vielmehr Holz verbraucht, als angebaut wird.
Unser "CO2-neutrales" Holz kommt aus Osteuropa und aus Kanada. Die KfW fördert diese "umweltfreundliche" Technologie, während Herr Schulz darüber jammert, dass Siemens' Gasturbinen für relativ saubere Gaskraftwerke nicht mehr gebraucht werden.

Danke.

Erfreulich das die Abholzung direkt gestoppt wurde. Möge es so bleiben. Die Polen werden froh darum sein. Unser Dank für die Polen die mitgeholfen haben. Gerne mache ich mal wieder Urlaub in Polen.

Wanderer im Urwald?

Das Hintertürchen ist völlig daneben. Urwälder sind Urwälder, weil sie viel Totholz haben. Erst das macht sie so wertvoll für die Tiere und Pflanzen.

Wenn man jetzt in Urwäldern (die völlig unwegsam sind) "Wanderer" schützen will, indem man alles abholzt, ist das lächerlich. Ich hoffe, das Hintertürchen hat auch entsprechende Rahmenbedingungen, sodass man nicht einfach behaupten kann, sondern nachweisen muss, dass Wanderer gefährdet sind (dass es überhaupt Wanderwege dort gibt zum Beispiel).

Da darf die EU jetzt nicht lockerlassen!

Ja das geht

schon lange, Filmberichte gibt es auch darüber im Öffentlichen. Wenn etwas zu verdienen gibt wird auch wieder eine Hintertür gefunden.
Das ist nicht nur in Polen so sondern auch Rumänien und Bulgarien, meist geht es um die wirklich guten alten Buchenbestände.

Gruß

um 18.44 von Teilzeit-Pegidist

Haben Sie genauere Informationen darüber, wie das Holz verarbeitet wird und ob es exportiert wird? Wenn ja, wohin?

Richtig! Aber auch an die eigene Nase fassen ...

Natürlich ist diese Entscheidung zunächst richtig.
Es bleibt aber ein sehr fader Beigeschmack: Wieso hat denn Polen den letzten Urwald Europas? Gab es etwa irgendeine Naturkatastrophe im restlichen Europa, die die Urwälder dort vernichtet haben?
Wohl kaum. Es ist leicht, eigene Bestände zu vernichten und dann anderen vorschreiben, was sie mit ihren zu tun haben.

@ c.schroeder

Danke für die Zusammenfassung der Verhältnisse.

Ich bin der Meinung, dass Plastik so hergestellt werden sollte, dass es locker in jedem Kamin verbrannt werden könnte.
Dann würde man wirklich Ressourcen schonen und das Zeug würde nicht mehr in der Natur herumliegen und Tiere langsam umbringen.

Die künftigen Generationen

der Polen werden stolz darauf sein, diesen Urwald bewahrt zu haben. Leider wurden die deutschen Urwälder schon vor Generationen umgefichtet, um schnell Holzkohle für Industrien zu gewinnen, die es heute bei uns gar nicht mehr gibt.

@c.schroeder

Sie haben den Feinstaub vergessen! Holzheizungen haben z.B. in Stuttgart längst die Diesel Fahrzeuge überholt beim verursachen von Feinstaub.

Schön dass wir Deutsche uns so viel Sorgen machen

um die Urtwälder der anderen.

Und dabei übersehen, dass wir keine mehr haben.

Wieso eigentlich nicht?

Weil wir uns als Einwanderungsland sehen und deshalb alles verbauen müssen? Und dann doch noch zu wenig Wohnraum haben.

Ein Blick auf die Einwohner pro km2 ist auch interessant:

Deutschland: 230/km2
Polen: 123/km2

Ja die Polen, die haben halt noch weniger Menschen und somit noch Platz für echte Landschaften. Wir können davon nur mehr träumen. Bei uns ähneln Wälder immer mehr großen Parks. Ähnlich denen, die in Frankreich diverse Loire-Schlösser umgeben.

Und während wir für echte Natur ins Ausland fahren müssen, wächst die Einwohnerzahl bei uns stetig. Werden also weiter Grüne Lungen minimiert, müssen wir auf gute Luft immer mehr auf unsere Nachbarländern hoffen. Weil wir dafür schon viel zu viel verbaut haben und viel zu viele Menschen. Bald 83 Millionen. Tendenz steigend.

Und Politiker reden uns ein, dass das so sein muss. Als ob Schneeballsysteme jemals gut ausgegangen wären

Zur einen Hälfte

ist dieses EU-Urteil fast schon als 'hervorragend' anzukreiden. Danke, EuGH.

Andererseits dürfen Gerichte sich nicht vor Ihren selbst gesetzten Hintertürchen verschließen und auf dem anderen Auge blind sein. Denn dann nützen noch so viele Beschlüsse nichts und niemandem. - Vor allem nicht der Erhaltung der Natur UND - damit zusammenhängend - dem Menschen.

@ Joes daily World

soso, die Einwanderer sind also schuld, dass es bei uns keine Urwälder mehr gibt?
Quatsch, unsere Urwälder wurden in Fichtenplantagen (gelegentlich Kiefern) umgewandelt, um die Industrie mit Holzkohle zu versorgen, und zwar schon im 19. Jahrhundert, als Deutschland noch Auswanderungsland war. Dass bei uns Wälder abgeholzt werden um Wohnraum für Migraten zu schaffen...guter Witz.

Das "Hintertürchen" ...

... ist mehr als ein fauler Kompromiss. Es bedeutet nichts anderes als das Abholzen dieses kostbaren Waldes (alle Wälder sind kostbar) zu verlangsamen. Denn die Profiteure werden sich mithilfe dieses "Hintertürchens" weitere Hintertüren (er-)öffenen. Ist doch klar. Die Entscheidung des Eur. Gerichtshofes war kein bisschen konsequent im Sinne des Umweltschutzes.

Polen

Polen sollte das im eigenem Interesse tun, anstelle sich von der EU das vorschreiben zu müssen. Jeder Baum ist ein wichtiger Bestandteil der Natur und sollte nicht einfach so abgeholzt werden, wenn dann sollte das kontrollierter laufen, in dem man neue Bäume wieder einpflanzt und wartet bis die wachsen, um andere abzuholzen.

@19:43 von Joes daily World - Vorurteile machen keine Fakten

Kaum ein Land mit ähnlichen Bedingungen hat so viel Wald wie Deutschland. Polen hat relativ zur Landfläche weniger Waldfläche als Deutschland - trotz der geringeren Bevölkerungsdichte. Länder mit größeren Waldflächen haben im Regelfall ganz andere Voraussetzungen (Kanada, USA, Russland) mit weiten im Prinzip unbewohnten Gebieten.

Was die Bewahrung der Wälder angeht muss sich Deutschland vor keinem Land verstecken. Schade, dass es keine Urwälder mehr sind, aber das Rad der Zeit lässt sich eben nicht zurückdrehen. Wir können nur das Beste aus dem machen was wir haben.

Bewahrt den Wald!

Je konservativer die Regierung, desto geringer der Respekt vor der Natur - ich empfinde das als Paradoxon.

Am 21. November 2017 um 20:15 von Hackonya2

Alles so weit richtig.
Das Problem das um Jahrhunderte Alten angeblichen Urwald geht, Urwald ist ein Wald wo nicht gepflanzt wird sondern der Wald sich selber erhält. Also normal abstirbt und sich selber erneuert.
Und zum Thema Wald, etwa 2 Drittel des Gesamten Waldbestand der Erde befinden sich in einen einzigen Land.
Das nur mal nebenbei.

Gruß

Wie bitte?

Ich bitte darum, mich nicht falsch zu verstehen.

Ich bin nicht für die Abholzung von Wäldern.

Und ich finde es gut, wenn die Regierung eines Landes, sich gegen die Abholzung entscheidet.

Aber es ist für mich einfach entsetzlich, dass die EU sich so einmischen darf.

Die Souveränität eines Staates endet doch nicht bei schlechten Entscheidungen.

Zur Akzeptanz staatlicher Souveränität gehört eben auch zu akzeptieren, dass dieser Staat - nun - rein gewinnorientierte Entscheidungen trifft.

Ich bin sicher, diejenigen, die in Polen den Job verlieren, werden nicht unbedingt - sagen wir mal - den liberalen Parteien zuströmen.

Und die Polen, denen staatliche Souveränität wichtig ist (das sind viele, denn der Wunsch danach endete ja nicht mit dem Ende der Sowjetunion), werden sicher nicht europäischer werden.

Die EU - bin ich froh wenn das vorbei ist.

Dann kann Europa endlich dran gehen, die Risse zu kitten, die diese "Union" verursacht hat.

re krischan

" Wieso hat denn Polen den letzten Urwald Europas? Gab es etwa irgendeine Naturkatastrophe im restlichen Europa, die die Urwälder dort vernichtet haben?"

Nein, im restlichen Europa gab es Jahrhunderte, in denen die Volkswirtschaft auf Ackerbau und Viehzucht basierte, denen der Wald der wilden Germanen weichen musste.

Wollen Sie jetzt Karl d. Gr. oder Friedrich Barbarossa zum Vorwurf machen, dass sie keinen Urwald in Mitteleuropa unter Schutz gestellt haben?

@ Joes daily World

Soso. An den fehlenden deutschen Urwäldern sind also die Einwanderer schuld.

Übrigens ist in Deutschland Wohnraum überhaupt nicht knapp. Sondern nur der für den durchschnittlichen Menschen bezahlbare Wohnraum. Das liegt nicht an den Einwanderern, sondern vor allem an den Immobilen-Spekulationen. Und an einem fatalen Quartiermanagement.

Wegen der Einwanderer mussten die Urwälder Deutschlands abgeholzt werden?

Ist Ihnen eigentlich klar, dass ohne die vielen, vielen Einwanderer im letzten Jahrhundert, Deutschlands Wirtschaft nicht so massiv hätte boomen können?
Und dass es nicht die Super-Duper deutschen Fähigkeiten und der Fleiss waren, die den Deutschen einen Vorsprung verschafften, sondern sehr sehr viel Geld aus dem Ausland? Weil man Deutschland als Ostgrenze stabil und prosperierend gestalten wollte. Nicht weil man die Deutschen so lieb hatte.

Nur mal so!

Vielen Migrations-Hintergründigen machen Leute wie Sie Angst.

Mir nicht. Mich machen Sie stinksauer. Sie Deutscher!

Dank an die EU

Es gibt mit Sicherheit viele Polen und andere Europäer, die dankbar sind, dass die EU jetzt dieser elenden Waldvernichtung Einhalt gebietet. Allein 2016 wurden in dem geschützten Wald 140 000 Kubikmeter Holz geschlagen und abtransportiert. Hierzu wurde schweres Gerät eingesetzt, das schnell und effektiv arbeitet und die Waldböden durch Verdichtung schädigt. Das alles, obwohl der Wald um Bialowieza seit dem EU-Beitritt Polens im Jahr 2004 als Natura 2000-Schutzgebiet deklariert wurde und 2012 zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Hier gibt es Lebensräume für Tiere, die es nirgendwo sonst in Polen gibt. Es gibt Bäume, die mehr als 100 Jahre alt sind. Grundlage für die Klage der EU vor dem Europäischen Gerichtshof ist die natura 2000-Richtlinie, die von den Regierungen beschlossen wurde, um dem Artensterben und der Vernichtung der Lebensräume in Europa Einhalt zu gebieten.

Sicherheitsgründe

Dann wird der Wald eben aus Sicherheitsgründen platt gemacht. Wenn man der PIS eine Hintertür lässt wird sie diese auch nutzen.

Darstellung: