Kommentare

Unabhängigkeitsbefürworter?

Im zweiten Absatz ist von Unabhängigkeitsbefürwortern die Rede, obwohl im vorherigen Absatz klargestellt würde, dass eine Unabhängigkeit NICHT angestrebt wird. Das ist ein Widerspruch.
Liebe Redaktion, so wird das nix.

Vielen Dank für den Hinweis

Sehr geehrter User "r.wacker",

vielen Dank für den Hinweis, wir haben den Artikel entsprechend geändert.

Mit freundlichen Grüßen,

die Redaktion

Mehr Macht für die Regionen

Es scheint so, dass das deutsche Modell eines föderalen Staates eine gute Blaupause für Eiropa wäre. Ich weiß zwar nicht wie das bspw in Frankreich wäre. Aber der "natürliche" Weg wäre, dass die Nationalstaaten zu Gunsten eines Europas der Regionen na Macht abgeben.

Natürlich müsste davor eine Art Verfassungsvertrag ähnlich dem Grundgesetz installiert sein, so dass die Demokratie in ihren Grundfesten absolut gesichert ist. Und die europäischen Institutionen müssten vergleichbar dem deutschen System gewählt werden.

Das soll keine Bevormundung anderer Nationen sein. Aber wenn bspw das italienische System die Blaupause wäre, würde Europa auf Dauer nicht funktionieren.

Und man müsste aufpassen, dass das organisierte Verbrechen nicht die Institutionen unterwandert.

Vermutlich muss das in kleinen Schritten gemacht werden. Außenpolitik, Verteidigung, Asylrecht, Sicherung der AußenGrenzen wären sicher gute Themen für gemeinsames Handeln.

Unabhängigkeitsbestrebungen sind fehl am Platz

Lombardei, Venetien

Zwei rechtlich zulässige Abstimmungen/ Referenden. Dennoch in den Augen Einiger umstritten. Das Ergebnis könnte ja nicht den eigenen Vorstellungen/ Wünschen gemäß ausfallen.Welch ein Demokratieverständnis!

Karlpeter Ahrens, Kapitän im Ruhestand

Die wollen durchaus Unabhängigkeit,

und das zu Recht, aber sie trauen sich momentan nicht, damit vollen Ernst zu machen.

weiter gedacht...

Starke Regionen entstehen durch Multinationale Unternehmen, die sich in bestimmten Städten vor Jahrzehnten angesiedelt haben. Dort ziehen sie eine starke Zulieferindustrie nach, die Menschen ziehen dort hin, weil sie dort Arbeit finden.

Diese Sogwirkung verstärkt sich quasi immer weiter von selbst. Die Regierungen haben da nur marginalen Einfluss drauf.

Wenn nun also diese "starken Regionen" sich immer mehr von den sich immer weiter ausdünnenden Regionen abspalten, wird dieser Effekt noch verstärkt. Ergebnis ist eine immer weiter sich ausbreitende Ungleichheit innerhalb eines Staates. Dies führt langfristig zu Unruhen und politischen Verwerfungen und kann die demokratische Grundordnung in Europa unterminieren.

Wir brauchen also nicht mehr Autonomie der Regionen, sondern mehr Solidarität um den Zusammenhalt und annähernd gleiche Lebensverhältnisse zu gewährleisten um langfristig die Demokratie in Europa zu erhalten.

Es geht ums Geld

In Norditalien, aber auch in Katalonien geht es vornehmlich ums Geld. Solidarität mir anderen Menschen und anderen Landesteilen gerät zunehmend außer Mode. Die politische Tendenz geht nach rechts.

08:34 von vriegel ... Ein Europa der Regionen...

ein Eins aus lauter kleinen, womöglich Ethnisch gesäuberten, oder Kulturell schein vereinheitlichten, womöglich Privatrechtlich dominierten (VW Staat oder Babis Ländle, Mafiahausen etc.)... ja, das könnte der Weg sein - nur eben nicht unter den gegenwärtigen Vorzeichen. Nicht unter dem Banner der Isolierer, Vorteilsnehmer, der Reichsbürger und Konsorten - solange es diesen Trend gibt, scheint ein größerer Rechtsstaat als Mediator zwischen der "Region" noch nützlich um allzu disparate Bestrebungen zu zügeln.
Ansonsten aber, wenn die grundlegenden Interessen noch auf gemeinsames angelegt sind, warum nicht. 1000 Kleinstaaten, die im EU Parlament mit je einer Stimme vertreten sind und Mehrheitsentscheidungen treffen dürfen ...

um 08:34 von vriegel

"Mehr Macht für die Regionen."

Welche Macht denn ? Es geht doch letztendlich immer nur um Entsolidarisierung. Finanziell besser gestellte Regionen wollen von ihrem Wohlstand nichts abgeben.
Autonomie, Sprache und Kultur werden als Argumente nur vorgeschoben. Niemand fordert Einheitssprachen, Vereinheitlichung von Kultur etc. Und in vielen Fällen ist eine weitestgehende Autonomie ohnehin schon gegeben.

@vriegel

Frankreich, als eine der ältesten Nationen Europas hat ein zentralistisches System. Dies stammt noch aus der Zeit der französischen Könige. Zu der Zeit war Deutschland und Italien noch eine lose Ansammlung konkurrierender Staaten. Diese könnte als eine Erklärung fungieren warum einige Staaten ein föderales System fordern oder fast schon bedingen um zu funktionieren.

Viele Nationen in Europa betrachten ihren Nationalstaat als Garant für Freiheit und Demokratie. Polen z.B. sieht die EU vor allem als Versicherung gegenüber Russland. Eine Abgabe von Souveränität am Brüssel käme für dieses Land nicht in Frage. Frankreich würde auch niemals weitreichende Entscheidungsgewalt abgeben wollen. Dieses Vertrauen in die eigene Nation haben sowohl linke, rechte aber auch gemäßigte politische Strömungen in Frankreich gemein.

Deutschland (oder zumindest eine laute Minderheit) hat ein anderes Verhältnis zum Nationalstaat.

In dieser Hinsicht dürfte Deutschland die Ausnahme in der EU sein.

MfG

Natürlich....

geht es wie immer um die Finanzen! Der Unterscheid ist nur, und das ist ein gewaltiger Unterschied, daß die Lombardei und Venetien 1.) nicht eine utopische Unabhängigkeit wollen und 2.) das Referendum die italienische Verfassung nicht für undemokratisch/unwirksam erklärt, sondern sich das Referendum für mehr autonome Rechte verfassungsmässig und rechtlich einwandfrei ist! Hier zeigt sich der Unterschied in der Auffassung, was unter Demokratie zu verstehen ist. In Katalonien sieht das eher nach der Diktatur einer Minderheit aus, getarnt unter einer Menge von "Verschwörungstheorien", die so abstrus sind, daß man sie nicht mehr widerlegen kann.

Was soll das Naserümpfen?

Es ginge nur ums Geld.

Wem denn bitte nicht?

Dem Geld wird die Umweltpolitik unterworfen (s. Dieselskandal).

Dem Geld wird die Gesundheitspolitik unterworfen (s. Altenpflege).

Dem Geld werden Menschenrechte, UN Charta, Genfer Konvention etc unterworfen (s. div. Kriege, Auslandseinsätze etc).

Dem Geld wurde der europäische Gedanke auf dem Altar der Banken geopfert.

Ich find das ganz herzig, dass immer, wenn andere die Rechnung zahlen, die Mahner kommen und erklären: Werte, Solidarität und weiteres Blabla.

Wo war denn die Solidarität mit Griechenland? Hm? Wo war da die Forderung, die Reichen sollen helfen (Schuldenschnitt) und nicht noch durch eine Aneinanderreihung von Krediten noch den letzten Tropfen rausquetschen?

Ja, wenn es um den eigenen Geldbeutel geht, da muss man Prioritäten setzen.

Geht es um den Geldbeutel der anderen, dann ist man richtig grosszügig und rümpft die Nase, wenn sich andere nicht für die "Werte" opfern wollen.

Das ist das Ergebnis der "Solidarität" (= Umverteilung)

Wer glaubt, die wirtschaftlichen Probleme der Eurozone durch "Solidarität" - also im Klartext: Einkommensumverteilung - lösen zu können, sollte einen Blick nach Katalonien werfen. Dort sieht man, was passiert, wenn die Leute in einer wirtschaftlich starken Region eines Tages keine Lust mehr haben, die Schwächeren dauerhaft zu subventionieren. Klar, da steckt auch noch eine jahrhundertealte Geschichte dahinter. Aber letztlich geht es in erster Linie ums Geld, wie eigentlich immer.

Wer ökonomische Fehlanreize setzt, braucht sich über solche Abspaltungsbemühungen nicht zu wundern. Desto mehr umverteilt wird, desto mehr werden diese zunehmen - in Katalonien, Norditalien, irgendwann vielleicht in Bayern, überall.

Europa kann letztlich nur dann gut funktionieren, wenn die Regionen selbst für ihr Wohl und Wehe verantwortlich sind - wie etwa in den USA oder in der Schweiz, wo es auch keine Bailouts für einzelne Bundesstaaten bzw. Kantone gibt.

@ Klärungsbedarf

"Es geht doch letztendlich immer nur um Entsolidarisierung. Finanziell besser gestellte Regionen wollen von ihrem Wohlstand nichts abgeben."

Das funktioniert in den USA durchaus gut.

Nachdem die Schuldenvergemeinschaftung, die dort zunächst im frühen 19. Jahrhundert vorgenommen worden war, zur Überschuldung zahlreicher Bundesstaaten und letztlich zum Bürgerkrieg geführt hatte, ist heute jeder Bundesstaat selbst für sein Wohl und Wehe verantwortlich. Wenn Kalifornien bankrott ist, wird es nicht von Texas oder New York gerettet, sondern muss Reformen durchführen.

Was jetzt

Habe mich gefragt wann der Bericht kommt über die Wahl, Ist lange geplant .Eu zerlegt sich langsam Dank der Deutschen Politik .Nur Frankreich mit dem Wunsch Fiskaluniom reagiert mit steuerabbau .Der Konflikt ist alt in Italien und wird positiv entschieden für mehr Autonomie. Europa ändert sich durch Migration und Globalisierung und das ist gut so.

@Juri Gerasimenko

"In Norditalien, aber auch in Katalonien geht es vornehmlich ums Geld".

Im Hinblick auf Katalonien ist das natürlich vollkommen falsch. Sie haben offensichtlich den wahren Kern dieser Krise noch immer nicht erkannt bzw. verstanden.

Für die Autonomiebestrebungen in Norditalien mag der Hinweis auf "Geld" durchaus richtig sein.

Aber vielleicht anders als Sie denken.

Es ist das norditalienische Bankensystem welches aktuell krachend und vor aller Augen in sich zusammenfällt. Abseits des Mainstream gibt es bereits mehr als genug über diesen, sich gerade vollziehenden Finanz-Gau zu lesen !

Sollte sich diese Krise zuspitzen, was sie wird, könnte es sein, dass es in Venetien alsbald nicht mehr nur um Autonomie geht, sondern sich hieraus Unabhängigkeitsbestrebungen entwickeln, auch wenn dann diese Entwicklung wirklich als diffus angesehen werden kann, weil eigentlich nicht ursächlich.

Europa stehen interessante Zeiten bevor und es wird sich vieles radikal verändern !

Unabhängigkeitsbewegungen...

...in diversen Europas zeigen mir, dass eine "Vereinigte Staaten von Europa" (ähnlich den USA) mit weitreichenden Kompetenzen für eine Zentralregierung nicht funktionieren wird, sondern nur zusätzliches Konfliktpotential beinhaltet.

Im Fall Italiens.....

Geht es um den Unwillen , abgehängte Regionen auf Dauer quer zu finanzieren.
Das ist alles, was südlich des Mezzogiorno liegt.

Hier fordern einige „ Solidarität“ ein.

Wären die europäischen Gemeinwesen oder die EU solche, die Solidarität glaubhaft vertreten, dann wäre es legitim, das auch innerhalb von Staaten Zu fordern.

Die Zeichen stehen aber auf entsolidarisierung.

Die EU ist ein neoliberales Projekt.
Kein linkes....

Daher ist es eigentlich nur konsequent, sich auch innerhalb von Staaten bis herunter in den letzten Zipfel der Gesellschaft zu entsolidarisieren....

Liebe Leute ...
...meckert nicht.... sondern genießt die Früchte dessen, was ihr im Rahmen von Wahlen selbst als euer Wunschziel bestimmt habt :
Die totale Liberalisierung
Die totale Entsolidarisierung

@Rumpelstielz um 09:21 Uhr

Und was dann, wenn ein "Kleinstaat" wie Katalonien einen Mehrheitsbeschluß nicht anerkennt? Auflösung des Parlaments und Kotau vor der Straße und einer lautstarken Minderheit?

Vielleicht

liegt es daran das Zentralstaaten ihren Aufgaben für die Menschen nicht mehr nachkommen.
Grenzen lassen sich nicht mehr schützen was früher kein Problem war, also Verlust von Kontrolle was sehr viel Geld kostet.
Dann möchten vielleicht die Regionen die das Geld erwirtschaften auch was für Ihre Bürgen haben bevor der Zentralstaat es verwirtschaftet.

Das ist jetzt ein Annahme, es geht also um Geld und davon viel.
Ich gehe mal davon aus das vor Jahren etwas übersehen wurde, ob bewusst oder unbewusst weis ich nicht.

Aber auch im persönlichen Leben muss man hin und wieder Fehler ausbügeln, nur scheint der der bügeln muss zu fehlen.

Gruß

Ich befuerworte Autonomie

und Selbstbestimmung und bin erklaerter Gegner eines autokratischen Zentralismus. Der autokratische Zentralismus war in Europa feudal und totalitaer und fuehrte zu WW1 und WW2.

Autonome Regionen muessen aber bedenken, dass man ohne andere auch nicht autonom sein kann. Die vermeintlich Reichen werden ohne die Ressourcen der vermeintlich Armen nicht lange autonom existieren koennen. Insofern wird automatisch ein Lernprocess in Gang kommen, wie alle Seiten vom Geben und Nehmen profitieren koennen. Deswegen sehe ich die Autonomiebestrebungen sehr positiv, da man sich Zusammenarbeit wieder bewusst machen muss.

Die Entwicklung hin zum Selbstbewusstsein und zur Selbstbestimmung ist eine gute Entwicklung. Evolution ist Veraenderung.

Mit selbststaendigen Menschen hatten die herrschenden immer schon mehr Problems als mit den angepassten.

DIE Kleinstaaterei macht Europa ohnmächtig

In kürzester Zeit auf dem Weg zu dem ohnmächtigen Flickenteppich, der Europa nach dem Wiener Kongress 1814/1815 war?
Heute geht es in Italien "nur um ein wenig Steuerautonomie und andere Kleinigkeiten..."
Und wird Italien morgen oder irgendwann wieder ein Flickenteppich sein? Werden diese ganzen Separatisten es schaffen, Europa in ein bedeutungsloses Museum zu verwandeln?
Was wurde Guiseppe Garibaldi dazu sagen?

Es gibt einen erfreulichen Punkt bei der Sache und das ist, das dies ein legitimiertes und gesetzliches Verfahren ist, wie auch in dem Artikel betont wird. Aber... Was ist eigentlich los in Europa, wenn sich die reichen Regionen von den weniger gesegneten absetzen, ob nun legal wie hier oder illegal wie Katalonien. Wem nutzt das?

Gegen den Zentralismus aus Brüssel

Es gibt ein Aufbegehren gegen die Globalisierungsjünger der EU. Und das ist gut so. Mal sehen, ob der Weckruf ankommt.

Verteilung von Ressourcen

Ist oftmals dem Zufall geschuldet. Man nehme als Beispiel, dem sicherlich viele folgen können, Deutschland. Bankenzentrum Frankfurt, Wolfsburg und VW, Großraum Stuttgart mit Mercedes und Porsche, Großraum München mit Audi und BMW, Hamburg mit Hafen und Airbus oder auch das Ruhrgebiet vor 50-60 Jahren. All diese Beispiele stehen für die Ansammlung von Kapital in bestimmten Regionen. Man stelle sich nur einmal vor, eine oder mehrere dieser Regionen hätten das Bestreben unabhängig zu sein und nicht mehr das große Gesamte zu unterstützen. Und als Hilfsargument würde die lokale Spezifität der Gegend (z. Beispiel sprachlicher Dialekt)hervorgehoben. Gründe für eine denkbare Abspaltung fänden sich allenthalben immer, und sei es weit in der Vergangenheit... Dann lasst uns doch mal eine Volksabstimmung durchführen!!

Kleinstaaterei-Menetekel

@Bowerman & karlheinzfaltermeier

Bitte bemühen Sie nicht immer wieder dasselbe Argument, mit dem sie die Daseinsberechtigung der meisten EU-Staaten in Frage stellen. Den kleinen Europäischen Staaten geht es in jeglicher Hinsicht sehr gut: viel Demokratie, ein hohes Mass an Gleichheit, Gerechtigkeit und Wohlstand, eine erstklassige Bildung...

Spätimperialistische Multinationalstaaten werden immer weniger gebraucht. Was sollen die denn entscheiden? Die lokalen Themen sollten aus der geopgraphischen Nähe heraus definiert werden und für die wirklich grossen Themen muss Europa für Synergie sorgen, ohne dass einer Europäischen "Regierung" zuviel Macht eingeräumt werden sollte.

IBELIN

Falsch. Die Kleinstaaterei und damit ungeklärte beziehungsweise strittige Grenzfragen erhöhen das Risiko von bewaffneten Konflikten. Beispiele wie Jugoslawien und die Ukraine können auch Sie nicht vom Tisch wischen. Mit den jüngsten in der Werchowna Rada in Kiew beschlossenen Gesetzen, die de facto die Kündigung von Minsk II darstellen ist die Gefahr, das uns die Ukraine demnächst um die Ohren fliegen wird erheblich größer geworden.

Am 22. Oktober 2017 um 10:49 von Mad world

Alles so weit richtig, mit für oder wieder.

" Dann lasst uns doch mal eine Volksabstimmung durchführen!!"

Ja das würden die Bürger schon gerne, auch zu anderen wichtigen Themen.
Die Frage ist eher das genau dieses jemand nicht will !!!

Gruß

um 10:37 von Bowerman

"DIE Kleinstaaterei macht Europa ohnmächtig,
In kürzester Zeit auf dem Weg zu dem ohnmächtigen Flickenteppich, der Europa nach dem Wiener Kongress 1814/1815 war?"
Bleiben Sie doch mal bei der Wahrheit. Es geht hier nicht um Kleinstaaterei, sondern um mehr Selbständigkeit der Regionen innerhalb eines Staates. Auch wenn in der EU dringende Reformen notwendig sind, will trotzdem niemand eine neue Kleinstaaterei zurück haben. Und wie die EU mal in 50 Jahren aussieht, überlassen wir lieber der Geschichte.

Ein gut durchdachter und organisierter Föderalismus

wäre schon eine Lösung, die viel Druck aus dem Kessel nehmen könnte. Katalonien ist da ein schlechtes Beispiel, denn es hat schon ganz viel Finanzhoheit und kulturelle Eigenständigkeit. Hier spielt ein Putsch-Dämon ein schlechtes Spiel.
Der deutsche Föderalismus ist allerdings ein organisatorisches, bürokratisches Monster und ein Jahrmarkt der Eitelkeiten, nicht empfehlenswert.

Kleine Zwergstaaten sind

Kleine Zwergstaaten sind unbedeutender als große Zusammenschlüsse.
Sie sind per se ressourcenärmer, global wirtschaftlich schwächer, militärisch schwächer und wissenschaftlich sowie kulturell eingeschränkter.
Ich hatte gehofft, dass nach einer knirschenden Phase meine Urenkel in einer Bundesrepublik Europa konstruktiv und friedlich zusammen arbeiten. Jetzt wäre ich froh, wenn die europäischen Staaten nicht in Städte und Landstriche auseinanderbrechen...

Umverteilung ist gut und richtig...

...sie muss aber transparent, fair und effizient organisiert sein. Das komplizierte Umverteilen von Werten über europäische, staatliche, regionale und örtliche Töpfe/Kanäle ist kostenineffizient, lädt zu Korruption und Unterschlagung ein und schafft letztendlich in Gesamteuropa keine gerechte Verteilung.

Mögen die "Länderfinanzausgleichsbeiträge" aller europäischen Regionen in einen Topf eingezahlt werden und dann über eine fest definierte Verteilungsformel direkt von Brüssel unter Einhaltung maximaler Transparenz an die Regionalregierungen verteilt werden.

Weder die italienischen Regionen noch die iberischen Nationen sind unsolidarisch. Eine Beurteilung diese Punktes Bedarf einer genauen Kenntnis der Wohlstandsrelationen und quantitativen Umverteilungsströme. Wer von Ihnen hat diese Übersicht?

10:37 von FreedomOfSpeech

"Es gibt ein Aufbegehren gegen die Globalisierungsjünger der EU. Und das ist gut so."
So ein Unsinn! Die Lombardei und Venetien sind doch gar nicht gegen die EU, sondern wollen mehr Selbständigkeit von Rom. Der EU verdanken sie doch ihre Wirtschaftskraft.

@FreedomOfSpeech - Was hat das mit der EU zu tun?

"Es gibt ein Aufbegehren gegen die Globalisierungsjünger der EU. Und das ist gut so. Mal sehen, ob der Weckruf ankommt."
.
Unsinn. Venetien und die Lombardei wollen weniger abhängig von der italienischen Regierung ein. Schon witzig, wie manche wirklich jede Gelegenheit nutzen gegen die EU zu hetzen.

@Bowerman

"DIE Kleinstaaterei macht Europa ohnmächtig".

Ich glaube das ist bisher eher unbewiesen !

Fakt aber ist unbestreitbar, dass der desaströse Zustand in dem sich Europa derzeit befindet, das Resultat eines tiefen Vertrauensverlustes Millionen Europäer in ihre Zentralregierungen ist, die teilweise korrupter nicht sein könnten und häufig absolut herrisch und unilateral gegen den erklärten Willen ihrer Bevölkerungen agieren.

Für die allermeisten Europäer kommt eine weitere Souveränitätsabgabe und eine weitere Zentralisierung Europas unter der Führung einer technokratischen und in weiten Teilen ebenfalls korrupten Kaste in Brüssel auf keinen Fall in Frage. Diese Technokraten, so wohl das Empfinden, wissen nichts über die Besonderheiten der einzelnen Regionen Europas und deren Wunsch nach Alleinstellung, dem Wunsch um Anerkennung und unbedingter Berücksichtigung.

Man will immer häufiger die Befugnisse in den Händen der regionalen politischen Vertreter wissen. "Unmittelbarer Einfluss" !

Europa der Regionen

Auch wenn die Eurokraten das Wort vom "Europa der Regionen" und das Prinzip der Subsidiarität nie ernst genommen haben - es wäre zu wünschen, wenn alles, was auf der lokalen Ebene entschieden werden kann, auch dort entschieden würde.

So würden effiziente Strukturen wie in Bayern gefördert und der sozialdemokratische Schlendrian wie in Bremen, Hamurg und Berlin ausgetrocknet.

Dafür ist natürlich eine größtmögliche finanzielle Autonomie nötig. Es gibt such keinen Grund, warum über Asyl und die Aufnahme von Migranten nicht vor Ort entschieden werden sollte.

@IBELIN - Mit Kanonen auf Spatzen?

"Ich befuerworte Autonomie und Selbstbestimmung und bin erklaerter Gegner eines autokratischen Zentralismus. Der autokratische Zentralismus war in Europa feudal und totalitaer und fuehrte zu WW1 und WW2."
.
Das klingt alles nach einer arg unpräzisen Keule in heutigen politischen Diskussionen. Geht es auch eine Nummer kleiner?

Wirtschaftlich starke Regionen

Es ist doch bemerkenswert, wie es immer wirtschaftlich starke Regionen sind, die sich "absetzen" wollen, um ihren Beitrag zu einem Ausgleich innerhalb einer Gemeinschaft nicht leisten zu müssen.
Das ist einerseits nachvollziehbar, aber gleichzeitig muss man sich auch dessen bewusst sein, dass sich die Macht- und Wirtschaftsverhältnisse im Laufe der Zeit auch umkehren können und dann ist es gut, wenn eine sich gegenseitig helfende Gemeinschaft da ist.
Die Moderation möge es mir verzeihen, wenn ich das salopp als "Egoismus" der wirtschaftlich starken Regionen bezeichne. Ich hoffe, das wird jetzt nicht zensiert wie schon mal.

@Kapt. Ahrens AFNI - Demokratie bedeutet nicht Applaus

"Zwei rechtlich zulässige Abstimmungen/ Referenden. Dennoch in den Augen Einiger umstritten. Das Ergebnis könnte ja nicht den eigenen Vorstellungen/ Wünschen gemäß ausfallen.Welch ein Demokratieverständnis!"
.
Hier möchte ich anmerken, dass Demokratie auch erlaubt gegen etwas zu sein. Es ist völlig legitim, dass die Autonomiebestrebungen der genannten Regionen nicht bei jedem auf Gegenliebe stoßen. Demokratie bedeutet nicht, dass man alles gut finden muss, nur weil jemand auf welche Weise auch immer eine Mehrheit für etwas Gewagtes generiert (schmutziger Wahlkampf beim Brexit z.B.).

@11:03 von Bowerman

"Falsch. Die Kleinstaaterei und damit ungeklärte beziehungsweise strittige Grenzfragen erhöhen das Risiko von bewaffneten Konflikten. Beispiele wie Jugoslawien und die Ukraine können auch Sie nicht vom Tisch wischen."

Erstens: Wer spricht von Kleinstaaterei. In einem geeinten Europa autonomer selbstbestimmter Regionen gibt es keine Kleinstaaterei, einfach aus dem oekonomischem Zwang heraus. Es fehlt aber manchem an Vision. Zurueckblicken ist keine in die Zukunft gerichtete Vision.

2. Der Moloch EU in der derzeitigen Form hat keine Zukunft. Denke da ist keine Erklaerung notwendig.

3. Der Vergleich mit JU und Ukraine hinkt, da die Maechtigen auf Krawall aus waren. Beide Konflikte waren meiner Meinung nach nicht hausgemacht! Wie auch immer, jetzt hat man die Balkan Kleinstaaten und es ist Ruhe.

Mich sorgt es, dass immer mehr Regionen,

aus reinem wirtschaftlichen Egoismus, nach Unabhängigkeit streben. Lombardei, Venezien und Katalonien sind wirtschaftlich Stark und wollen nicht teilen! Wären sie strukturarm und hätten wirtschaftliche Probleme, sie würden NIE auf die Idee kommen, Idalien oder Spanien zu verlassen. Insofern muss die EU ganz klar sagen, Abspaltung = Ausschluss aus der EU, mit keiner Perspektive für die nächsten 10 Jahre, daran etwas zu ändern. Die EU strebt nach Einheit, NICHT nach Spaltung!!

Egoistischen Verhalten.

Im Gegensatz zu den möglicherweise gerechtfertigten Bestrebungen in Katalonien, geht es hier nur um Geld und fehlende Solidarität.

Ich hoffe, der italienische Staat zeigt hier die kalte Schulter, dass Haushaltssolidarität in demokratischen Systemen nicht verhandelbar ist.

@Germanokatalane um11:03Uhr

Erstaunlich, daß Sie keinen Gedanken daran verschwenden, was die Grundlagen für den Wohlstand von Luxemburg, der Schweiz oder Liechtenstein usw. sind. Sie verlieren auch kein Wort darüber, daß in der Schweiz z.B. Volksabstimmungen nur auf Kantonsebene möglich sind. Oder glauben Sie, daß die Conföderetia Helvetica einen Kanton einfach in die Unabhängigkeit entlassen würde? Bedenklich finde ich besonders ihre Auffassungen von "Volk" und Kultur usw. Da stelle ich große Ähnlichkeiten zur Vergangenheit bei den Sudetendeutschen und Schlesiern fest! Wollen Sie das wirklich? Oder ist das plötzlich wieder etwas gaaaaanz anderes?

tisiphone

Meine volle Zustimmung!

Am 22. Oktober 2017 um 11:03 von Bowerman

" Mit den jüngsten in der Werchowna Rada in Kiew beschlossenen Gesetzen, die de facto die Kündigung von Minsk II darstellen ist die Gefahr, das uns die Ukraine demnächst um die Ohren fliegen wird erheblich größer geworden."

Erstens ist Ukraine ein schlechter Vergleich mit den anderen Staaten, oder wollen Sie die Demokratie dort mit Spanien oder Italien vergleichen ?.

Und zweitens was meinen Sie mit uns ? " das uns die Ukraine demnächst um die Ohren fliegen wird", wenn es Auswirkungen auf Zentraleuropa oder Deutschland geben sollte. Dann sind das aber selbst gemachte Probleme die man hätte umgehen können und keiner Erklärung bedürfen.

Und das hat mit dem in Spanien oder Italien nichts aber auch gar nichts zu tun, das ist eher Geopolitischer Natur und hat andere Gründe und Ursachen.

Gruß

IBELIN

Ihr letzter Satz im Kommentar gefällt mir am besten - so ist es!

9:55 von tisiphon

Sie fragen wo die Solidarität für Griechenland war? Griechenland hat die ganze EU betrogen, bevor der große Knall kam. Rentner in Griechenland haben, im Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistungsfahigkeit des Landes, viel zu hohe Renten kassiert, mit Billigung der Regierung. Man betrachte nur die Renten in Bulgarien, zum Vergleich. Selbst Deutschland konnte da nicht mithalten. Also ist Griechenland kein gutes Beispiel für Solidarität! In allen anderen Punkten gebe ich ihnen 100% Recht! Danke.

um 11:51 von IBELIN

"Wer spricht von Kleinstaaterei. In einem geeinten Europa autonomer selbstbestimmter Regionen gibt es keine Kleinstaaterei, einfach aus dem oekonomischem Zwang heraus. Es fehlt aber manchem an Vision. Zurueckblicken ist keine in die Zukunft gerichtete Vision."
Richtig! Wer keine Visionen hat, blickt immer zurück in die Vergangenheit und nicht in die Zukunft. Und jetzt gibt es eben schon fortschrittlichere Regionen, die mal das Grundgerüst für eine neue EU bilden müssen.

um 12:13 von

um 12:13 von Defender411:
"
Lombardei, Venezien und Katalonien sind wirtschaftlich Stark und wollen nicht teilen!
"

1. sind das unterschiedliche Fälle:
Lombardei/Venetien geht es ums Geld ,nicht um Selbstbestimmung (streben auch keine Unabhängigkeit an)
Katalonien geht es um Selbstbestimmung & litt ziemlich heftig unter Franco - nach ihm wurde es zwar besser,aber noch lange nicht gut. Das Thema Geld ist diesbezüglich untergeordnet - bietet zwar eine gute Ausgangssituation,ist aber nicht das Grundmotiv.

Lombardei/Venetien : gleiche Haltung wie in anderen Ländern:

Frankreich: Macron will Vermögenssteuer abschaffen - damit die Reichen freiwillig eher bereit sind der Gemeinschaft zu helfen...
Deutschland: Spitzensteuersatz runter,keine Vermögenssteuer - damit die Reichen einen größeren Anteil haben um damit freiwillig der Gemeinschaft zu helfen...
-> genau die gleiche Argumentationslinie (haben WIR mehr,ist das zum Vorteil für ALLE in Italien) folgen auch Lombardei/Venetien...

Widersprüchliche Argumentation

Herr rossundreiter,
ich kann in keinster Weise nachvollziehen, warum in Katalonien die Unabhängigkeitsbestrebungen "möglicherweise gerechtfertigt" sind und in Bezug auf die Lombardei und Venetien nicht. Katalonien ist nie ein selbständiger Staat (eigenständiges Königreich) gewesen, so dass aus historischen Gründen es dafür keinerlei Begrüdnung gibt. Nach einer Untersuchung hat Katalonien im Vergleich zu anderen Regionen (Quebec etc.) die meisten Automierechte. Und es geht nur um das Geld. Katalonien ist sicherlich die wirtschaftlich stärkste Region (aufgrund der besonderen geographischen Lage etc.) und wie in Italien oder auch in Deutschland wollen diese Regionen so viel behalten wie es geht. Das ist extrem unsolidarisch. Wir wissen doch alle, dass eine dauerhaft (große) wirtschaftliche Ungleichheit soziale Spannungen erzeugt. Wie wollen diese Regionen wirtschaftlich überleben, wenn sie unabhängig sind? Katalonien hat Schulden beim spanischen Staat in einer Höhe von 50 Mrd. €.

Unterschied.

Wer sich ein wenig mit der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung beschäftigt hat, erkennt, dass es im Gegensatz zu den Bestrebungen der Lombardei und Venetiens in Katalonien nicht vorrangig ums Geld geht.

Die Sache wäre dann relativ einfach zu regeln:

Festschreibung katalanischer Steuersolidarität mit Spanien, sagen wir für die nächsten fünfzig Jahre. Dafür politische Unabhängigkeit.

Ich denke, Katalonien würde sofort zustimmen.

Dieses ganze Autonomie hier,

Dieses ganze Autonomie hier, Autonomie dort führt nur zu ständigen Unruhen. Es ist an der Zeit konsequent den Weg zu gehen zu einem geeinten "Staat Europa".

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Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

11:22 von Neuländer

"Schon witzig, wie manche wirklich jede Gelegenheit nutzen gegen die EU zu hetzen."

Zu "hetzen"??? Schon witzig, wie manche Linksliberale wirklich jede Gelegenheit nutzen, die Artikulation anderer politischer Positionen als "Hetze" zu brandmarken, nur weil sie einem nicht ins Weltbild passt.

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