Ihre Meinung zu: Wirtschaft in China: Glanzleistung mit Schönheitsfehlern

13. Oktober 2017 - 11:48 Uhr

Wenige Tage vor dem nächsten Parteitag legt China einmal mehr hervorragende Wirtschaftszahlen vor. Doch das Land hat große Probleme: Die Schulden steigen, Reformen stocken. Und dann ist da noch der Handelsüberschuss mit den USA. Von Steffen Wurzel.

Artikel auf tagesschau.de
Bewertung:
4.166665
Durchschnitt: 4.2 (6 votes)
Schlagwörter der Meldung:
Geo-Schlagwörter der Meldung:

Kommentare

Fake News?

>>Sie [die Schulden] belaufen sich inzwischen auf das Dreifache der kompletten Jahreswirtschaftsleistung Chinas.<<

Die aktuelle chinesische Staatsverschuldung betragt 4.083.517.257.144 $ bei einem gesamten BIP von mehr als 16 Billionen. Die Verschuldung beträgt also weniger als ein Drittel der Jahreswirtschaftsleistung.

Chinas Wirtschaft wächst mit Schönheitsfehlern

"Chinas Behörden melden exzellente Handelszahlen. Vor allem der Außenhandel boomt. Die Importe haben innerhalb eines Jahres um fast 19 Prozent zugelegt"
Da legt wahrscheinlich die Weltwirtschaft wieder zu, denn auch Deutschland hat seine Wirtschaftsprognosen erhöht. Allerdings nimmt in China auch die Verschuldung zu und die fehlenden Reformen in China sehen für ausländische Firmen auch nicht positiv aus.

nicht nur "beschworen."

Wo finden sich diese Zahlen? Wie hoch ist die Verschuldung Chinas im Vergleich zu anderen Industriestaaten anzusetzen? Es gibt mal wieder wenige Antworten, die wirklich überzeugen.

Wenn man

das Wort China mit Deutschland ersetzt, bekommt man ja bis auf einige wenige Details auf die Gleichen Symptome.
Reformen und Handelsüberschuss haben wir doch das Problem auch.
So groß ist der Unterschied bis auf die Ideologie nicht wirklich, also immer erst vor der eigenen Tür kehren würde ich sagen.
Chinesen können wenigstens Flughäfen und andere Großprojekte bauen in kurzer Zeit, wie das in Deutschland ist weis jeder selber.

Gruß

China muss.......

sich verschliessen, gegenüber ausländischen Wirtschaftsunternehmen um zu überleben und somit auch die Kontrolle über sein Land gewährlisten zu können, was Deutschland nicht mehr kann. Dort bestimmt die Regierung um sein Land zusammen zu halten hier in Deutschland sind es die Unternehmer und fremde Investitoren die dass Sagen haben und nicht die Regierung.
De Frage ist nur wo ist es besser ??????
Hier in Deutschland verarmt die arbeitende Bevölkerung und in China ist es das Gegenteil.

An Chinas Zahlen habe ich so meine Zweifel...

...und das nicht erst, seit dem ich im "Site Selection" offizielle chinesische Wirtschaftskenndaten lesen durfte, an die sich selbst im Verlauf über ein Jahrzehnt problemlos das Lineal anlegen lässt. Diese Zahlen sind aber auch eigentlich nicht für uns hier gedacht, sondern der wesentliche Bestandteil des chinesischen Sedativums, das der KP ihre uneingeschränkte Macht sichert.

Es gibt Schulden und Schulden...

Die Staatsschuldenquote von China liegt bei gerade 46% des BIP, das ist signifikant wenger als etwa hierzulande (68%) oder in den Vereinigten Staaten (107%).

Ich denke also nicht, dass die Chinesen sich darum ernsthafte Sorgen machen müssen.

um 13:27 von wenigfahrer

Ich schließe mich Ihrem Kommentar in vollen Umfange an, Gruß.

Selbst inzeniertes Leid

Ich bin nicht der Meinung, dass sich die Chinesen dafür entschuldigen müssen, dass sie gerade gegenüber den USA so viel Produkte verkaufen, denn es war gerade das Kernland des Kapitalismus, das eingedenk hervorragender Profite in ausdrücklichem Maße und bis heute das Niedriglohnland China entdeckte. Dabei hat man wohl nicht langfristig genug gedacht und Tausende Arbeitsplätze im eigenen Land ruiniert. Heute könnten die USA viele ihrer Güter - die sie aus China beziehen - selbst nicht mehr für den eigenen Markt genauso günstig herstellen. Sie wären überrascht, wie wenig Artikel aus den USA sie noch in einem Walmart fänden.
Da muss man kein Mitleid haben, das war pure Profitgier aus den USA (und mittlerweile anderen Ländern,) die den Handelsüberschuß erst möglich machte.

13:31 von Petersons

"De Frage ist nur wo ist es besser ??????
Hier in Deutschland verarmt die arbeitende Bevölkerung und in China ist es das Gegenteil."?
Eindeutig ist es in Deutschland besser. Denn hier hat nicht nur die Bevölkerung in den Großstädten, wie in China, ein hohes Lebensniveau, sondern auch auf dem Land. Das sieht man bei uns an den vielen Einfamilienhäusern, wenn man nicht gerade in eine Region fährt, wo mehr Menschen wegen fehlender Arbeitsplätze abwandern.
Chinesen in den Städten können sich für ihren Lebensunterhalt nur sehr kleine Wohnungen leisten und versorgen die Verwandten auf dem Land mit.

Ach, wirklich?

"Hier in Deutschland verarmt die arbeitende Bevölkerung und in China ist es das Gegenteil."
.
Was ist denn mit den Millionen von Wanderarbeitern, die keinerlei Rechte haben? Was ist mit der Landbevölkerung, die man einfach verkümmern lässt? Die arbeiten doch auch.

l13:27 von wenigfahrer

"Chinesen können wenigstens Flughäfen und andere Großprojekte bauen in kurzer Zeit, wie das in Deutschland ist weis jeder selber."

Wenn wir uns in Deutschland ein Vorbild nehmen wollen, wie man Großprojekte innerhalb von Kosten- und Zeitrahmen gelungen realisieren kann, dann sollte es GB sein (Olympische Spiele in London 2012).

Ganz sicher nicht China, wo Interessen der Bevölkerung, Arbeitnehmerschutz und Umweltaspekte gnadenlos glattgebügelt werden.

12:02 von Gnom

...Die aktuelle chinesische Staatsverschuldung betragt 4.083.517.257.144 $ bei einem gesamten BIP von mehr als 16 Billionen. Die Verschuldung beträgt also weniger als ein Drittel der Jahreswirtschaftsleistung....

Mit der Mathematik nehmen es die Öffentlich Unredlichen nicht so genau.
1/3 oder das 3fache....ist da ein Unterschied?

@13:31 von Petersons

"De Frage ist nur wo ist es besser ??????
Hier in Deutschland verarmt die arbeitende Bevölkerung und in China ist es das Gegenteil."

Sie vernachlässigen dabei die Arbeitsbedingungen, die in China herrschen.

Ebenso die Ausgangslage:
Für jemanden, der früher "gar nichts hatte", ist ein Kühlschrank und ein Fernseher heute Luxus. Davon sind hunderte von Millionen Chinesen noch weit entfernt.

Analog zur Bundestagswahl:
Da war der große Gewinner nicht etwa die AfD mit 268% Zuwachs (4,7% auf 12,6%), sondern die PARTEI mit über 500% (0,18% auf 1,0%).

"Hier in Deutschland verarmt

"Hier in Deutschland verarmt die arbeitende Bevölkerung und in China ist es das Gegenteil."

Da würde ich mit chinesischen Arbeiter auf gar keinen Fall tauschen wollen. Die große Mehrheit pendelt zwischen Dorf und der Stadt, bezahlt überhöhten Preis für einen Schlafplatz und dazu muss eigene Eltern finanzieren, die von der Landwirtschaft nicht leben können und Konsumkredite abbezahlen müssen. Dazu gibt es in dem kommunistischen Land gar keine Gesundheit und Soziale Absicherung. Auf der anderen Seite gibt es tonnenweise Immobilien, die die Investoren nicht loswerden können, weil sich die Menschen einfach nicht leisten können.

Sinnbild

Warum bei einem Beitrag zum Thema China kommentarlos ein Containerschiff eines französischen Konzerns platziert sein muss, ist allerdings schleierhaft...

14:32, Tyron Booker

>>12:02 von Gnom
...Die aktuelle chinesische Staatsverschuldung betragt 4.083.517.257.144 $ bei einem gesamten BIP von mehr als 16 Billionen. Die Verschuldung beträgt also weniger als ein Drittel der Jahreswirtschaftsleistung....

Mit der Mathematik nehmen es die Öffentlich Unredlichen nicht so genau.
1/3 oder das 3fache....ist da ein Unterschied?<<

Ich hätte noch eine Zahl anzubieten, nämlich die des IWF. Demnach liegt die chinesische Staatsverschuldung bei 59% des Bruttoinlandsprodukts.

Mein Beitrag zur hier grassierenden Verwirrung.

Vielleicht findet sich ja jemand, der sie auf plausible Weise entwirrt?

Wäre das mit dem Schulden-Statement

nicht mal ein geeignetes Thema für den Faktenfinder ????

@ c4--

"Ein oft zitierter Indikator für Chinas Schuldenproblem ist das Verhältnis der breiten Geldmenge M2 (umfasst das im Umlauf befindliche Bargeld und Bankeinlagen) zum Bruttoinlandsprodukt. Diese Quote lag Ende 2016 bei 208% – das ist mit die höchste weltweit. Gemessen an internationalen Standards sollte die M2/BIP-Quote bei etwa 140% liegen, aber sie ist um 60 bis 70 Prozentpunkte höher. Ein Vergleich der Kreditverbindlichkeiten zwischen den Sektoren zeigt, dass die Verschuldungsquoten von Staat und privaten Haushalten nicht sonderlich hoch sind. Allerdings beträgt die Verschuldung der nicht-finanziellen Unternehmen inzwischen 170% des BIP, was ebenfalls zu den höchsten Quoten weltweit zählt."

(Quelle: makronom.de)

Chinesische Staatsschulden

Nach den Zahlen des IWF beträgt die Verschuldung Chinas ca. 1/3 des BIP, nicht das dreifache - aber ich kann auf die Schnelle nicht herausfinden, was da genau gemessen wird (und schon gar nicht, inwieweit das offizielle Zahlen aus Peking sind).
Die Schulden sind sicher schwer zu messen in einem Land, dessen Wirtschaft und Infrastruktur weitestgehend staatlich sind. Da sind z.B. nicht gedeckte Altersversorgungen von Staatsbetrieben auch "Verschuldung", nur sieht die keiner. Generell sind unterschiedliche Systeme schlecht mit den gleichen Indikatoren vergleichbar.

Beispiel: Die Staatsverschuldung der DDR betrug ca. 83% des BIP 1989, ein Wert, mit dem etliche Staaten der Eurozone noch gut leben (auch wenn die Stabilitätskriterien 60% max. fordern). Die Frage ist immer auch, wieviel Geld in naher Zukunft gebraucht wird, und da war der Investitionsbedarf der DDR enorm hoch, zumal (--> staatliche Wirtschaft) kaum Privatinvestitionen stattfanden. Das sieht in China ähnlich aus...

Chinas Schulden

Was Herr Wurzel hier mit Schulden in dreifacher Höhe des BIP meint, sind die Gesamtschulden des Staates, der Privathaushalte und der Unternehmen zusammen genommen. Um journalistisch sauber zu arbeiten, muss man das allerdings auch genau so schreiben, statt es einfach auf "Schulden Chinas" zu verkürzen. Die *Staatsverschuldung* Chinas betrug nämlich 2016 ca. 5.100 Milliarden US-Dollar und damit gerade mal 46,2 Prozent des BIP, entsprach damit also sogar den europäischen Stabilitätskriterien.
Zum Vergleich: Die *Staatsverschuldung* der Vereinigten Staaten von Amerika betrug Anfang Januar 2015 18,08 Billionen US-Dollar oder 104 % des BIP. Die *Staatsverschuldung* Deutschlands lag gemäß Eurostat im Jahr 2016 bei 2.140 Milliarden Euro (inklusive Schulden der deutschen Sozialversicherung), was einer Staatsschuldenquote von 68,3 % entspricht.

15:28 von Lenyat

...(--> staatliche Wirtschaft) kaum Privatinvestitionen stattfanden. Das sieht in China ähnlich aus......

Nicht ganz richtig. Privatinvestitionen sind in China inzwischen gang und gebe (wo sollten sonst die ganzen Millionäre/Milliardäre herkommen). Nur ist China auch ein Volk von ca. 1,2 Milliaden Menschen, also annähernd zwei mal EU. Und sie machen erst seit kurzem den Marktwirtschaftlichen Schritt. Den aber sehr erfolgreich.

Beitrag nicht obejektiv bis falsch?

Hier liegt der Journalist sowas von daneben.
hier im forum koursieren verschiedene zahlen für die staatsverschuldung chinas. ich hab beim IWF folgendes gefunden:

Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Stand April 2017 (2017–2022 Schätzung), sortiert nach Verschuldung 2016, Quelle: Internationaler Währungsfonds[1]:

Jahr 2016
Japan: 239%, Schuldenweltmeister
USA: 107%, Platz 14
Deutschland: 68%, Platz 52
China: 46%, Platz 100

Prognostiziert für 2017 verändert sich diese Schuldenrangliste nur geringfügig. Ich glaube diesen Zahlen vom IWF mehr als, denen von Hr. Wurzel, der Autor dieses Beitrags. ich frage mich, ob erstens die Staatsverschuldung im Verhältnis Wirtschaftskraft in der Größenordung für China überhaupt ein Indikator ist für einen Makel an der durchaus positiven aktuellen Wirtschaftszahlen Chinas.

Beitrag nicht obejektiv bis falsch? Die Zweite

Beim Thema Handelsbilanzüberschuss hat auch President Trump Deutschland kritisiert, es würde viel mehr an USA verkaufen als kaufen. Daraufhin war der Tenor in den deutschen Medien und der Politik so, das aus Deutschland eben gute Produkte zum richtigen Preis kommen. Wenn bei China das so ist, wird es von Herrn Wurzel als Makel betrachtet. Auch hier muss man doch fragen, ob das wirklich so schlecht ist, wenn China eine unausgeglichene Handelsbilanz hat mit den USA, wie in Deutschland auch. Bei uns Deutschen wurde das nicht als Makel beschrieben bei China schon

Beim Thema Verschließung der Wirtschaft gegenüber interantionalen Unternehmen hat China seit Jahren relativ und absolut bessere Auslandsinvestionraten als führende Wirtschaftsnationen, wie zum Beispiel Deutschland und die USA.

Fazit: Mir kommt der Beitrag von Hr. Wurzel nicht besonders objektiv vor und hat sicherlich auch Fehler bei den Fakten. Leider ist mir das diesem Journalisten häufig bis immer aufgefallen.

Chinesische Wirtschaft

basiert nicht auf gewachsenen Strukturen, sondern in erster Linie auf massenhafter Produktion kopierter oder abgekupfter Technologie zur Erzeugung von vielen Produkten, die zunächst die chinesischen Ressourcen nachhaltig kontaminieren, und anschließend zur Vermüllung des gesamten Globus führen. Ich denke da vor allem an bedenkliche Kunststoffprodukte wie Spielzeug, Elektronik bis hin zu Dekoartikeln, die kein Mensch braucht, aber in den 1 Euroshops hier eben gekauft werden, weil es sie gibt.
Die Produktion in China ist nur aufgrund fast unerschöpflicher Ressourcen, und null Daseinsvorsorge und persönlicher Teilhabe der Arbeiterklasse. Die wirtschaftliche Leistung wird nur zukünftig das Land belasten, ruinierte Gewässer und landwirtschaftlicher Flächen sind bekannt.

Weniger ist mehr! Qualität, nachhaltige Produkte, Langlebigkeit, auskömmliche Löhne und soziale Absicherung verteuert aber die Erzeugnisse. Und der nicht barrierefreie Markt in China sorgt ebenfalls zu Ungleichgewicht.

Schönheitsfehler zur Glanzleistung

"Schlechte Nachrichten kann Staatschef Xi da [auf dem Parteitag] nicht gebrauchen."

Zu dumm, daß man aus solchen Wirtschaftszahlen auch keine schlechten Nachrichten stricken kann, bestenfalls einen schlechten, krampfhaft bekrittelnden Artikel. Könnte auch heißen: "Zum Parteitag kann Xi prima Wirtschaftszahlen und eine boomende Wirtschaft vorweisen, die Zielvorgaben wurden erreicht oder übertroffen"

Wenn ich auf Korrespondentenberichte angewiesen bin, um mir ein Bild eines mir durch persönliche Erfahrung unbekannten Landes zu machen, ist Herr Wurzel leider keine gute Quelle.

@ Aber-aber

Der Beitrag ist nicht objektiv falsch, allenfalls mißverständlich formuliert. Die chinesische Schuldenkrise basiert nicht in erster Linie auf die prozentuale Staatsverschuldung gemäß BIP, sondern zuzüglich auf die horrende Firmenverschuldung in China (weltweiter Spitzenreiter) und die Verschuldung der chinesischen Regioanlregierungen. Dies eingerechnet ergibt für China Platz im weltweiten Schulden-Ranking. Nicht zuletzt deshalb wurde China erstmals seit 1989 von Moody's im Mai diesen Jahres zurückgestuft.

Chinesischer Handelsüberschuss

Politisch heikel sind die heute außerdem bekannt gewordenen Zahlen zum Handelsüberschuss mit den USA. Chinas Exportüberschuss mit den Vereinigten Staaten ist im September auf gut 28 Milliarden US-Dollar angewachsen."
Die ganze Welt kritisiert den deutschen/chinesischen Handelsüberschuss.Aber wir wissen es besser!

Am 13. Oktober 2017 um 13:23 von Bowerman

Kein Problem und 2 Klicks im Netz und es gibt offizielle Zahlen, hab die erstbeste Seite genommen.
Gibt sicher mehr davon, 49,31 im Verhältnis zum BIP.
Link:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167167/umfrage/staatsvers...

Gruß

Darstellung: