Ihre Meinung zu: Kommentar: Schluss mit dem Tory-Intrigantenstadl

12. Oktober 2017 - 16:36 Uhr

Zur Charakterisierung der Brexit-Verhandlungen hat Ralph Sina nur ein Wort: desaströs. Schuld daran sei mitnichten die EU, sondern ganz allein die Briten - die die entscheidenden Fragen nicht einmal im eigenen Lager klären können.

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Kommentare

Eher nicht

"Die Briten hatten darauf gesetzt, dass Angela Merkel nach der Bundestagswahl unter dem Druck der deutschen Exportindustrie zügig grünes Licht für europäische Kompromissbereitschaft und für britenfreundliche Handelsverhandlungen geben würde."

Ich bezweifle, dass Herr Sina mit dieser Ansicht ins Schwarze trifft.

Auch wenn Deutschland ein Schwergewicht in der EU ist muss am Ende ein Abkommen mit den Briten von allen Mitgliedstaaten abgesegnet werden.

Einfach nur Deutschland ins britische Boot holen hätte gar nicht funktioniert.

Exzessive britische Selbstüberschätzung

Diese ist häufiger zu beobachten. Man hockt auf dem britischen Markt zusammen, blockt Wettbewerber von außen ab (buy British) und suhlt sich in Gewerkschafts- und Bürokratieineffizienz. Vor vielen Jahren sollte ich mal einem britischen Unternehmen helfen, auf den deutschen Markt zu kommen, dass daheim die beste Kosteneffizienz hatte - ich musste ihm leider mitteilen, dass es in Deutschland nur Durchschnitt ist. Das konnten die gar nicht glauben. Diese Ignoranz der eigenen Defizite hat sich nicht geändert. Man war bei der Brexit-Entscheidung zutiefst davon überzeugt, dass sich die ganze Welt um das Wohlwollen des dann unabhängigen UK streiten würde. Klar verliert man bei einem Brexit einen leichten Kunden, aber auch einen lästigen Konkurrenten. Und die Briten müssen weiter Autos kaufen ... Und zwar zu dem Preis, den wir anbieten plus Zoll. Es ist also sogar zweifelhaft, ob unsere Kunden wegfallen. Nur auf dem EU-Markt haben die ineffizienten Briten plus Zoll gar keine Chancen.

Der Brexit ...

... wird ein riesen Desaster werden. Eine Entscheidung aus dem Bauch heraus und als Denkzettel an die EU ist nicht unbedingt ein Vorteil für GB. Es wird noch sehr teuer werden für die Briten.
Die EU kann in Ruhe abwarten.

Tory-Intrigantenstadl

Tja, dass der Brexit so läuft (oder auch nicht läuft), hätte sich in GB wohl niemand träumen lassen. Aber jetzt die gelbe Rundumleuchte zu schwenken und die Exportgefahren für Deutschland heraufzubeschwören, ist ja wohl massiv an der Realität vorbei. Natürlich wird es Exporteinbussen in den EU-Ländern geben, aber die Briten hatten seit Anbeginn ihrer Mitgliedschaft Sonderkonditionen. Und die wurden vom Vereinigten Königreich weidlich ausgenutzt.
Auch die Verhandlungen über die Nutzungsrechte der Nordseeresourcen zwischen GB und D gingen 100% zu Gunsten von GB aus. Also was soll das Rumgeheule. Groß Britannien hat sich von Anfang an so EU unfreundlich verhalten, dass der Austritt durchaus als Chance für eine bessere EU gesehen werden sollte

Es ist noch viel Zeit

bis zum Ende, und das Pech der Briten ist das die Wirtschaft zur Zeit gut läuft.
Bevor die Deutsche Wirtschaft größere Einbußen hinnehmen muss wird schon noch jemand eingreifen.
Das Problem ist das die EU meint keine Zeit zu haben und drängelt, britisch wäre schön langsam und erst mal Tee trinken.
Wie im Sprichwort.
Soll das jetzt mit den Einschätzungen bis 2019 weiter so gehen.

Gruß

Ach wie süss

Ein Kommentar wie von einem kleinen Kind das in der Ecke schmollt. Die Briten wissen ganz genau was sie wollen: "No deal is better than a bad deal."

Wenn die EU gerne weiter Autos nach GB exportieren will muss sie schon mal etwas entgegenkommen. Die Japaner bauen auch gute Autos. Und sonst machen's halt die Briten künftig wieder selber, das Know-How haben sie ja.

Nichts neues

Habe jahrelang mit britischen Unternehmen zu tun gehabt seit Anfang der 80er Jahr. Ich habe schnell gelernt wie selbstherrlich diese Menschen waren und das britische Empire immer noch präsent war. Ein Beispiel zu Bilanzen, man unterteilte diese in UK und ROE! An dieser Einstellung hat sich bis heute nichts geändert außer das die wirtschaftliche Situation wesentlich schlechter geworden ist und das sind "Spätwehen" der Entscheidungen von MT!

An Messi, schön das Sie die

An Messi, schön das Sie die Japaner ansprechen, die haben nämlich ziemlich deutlich gemacht das sie für GB keine Extrawurst machen und das ihr Partner in Europa Europa bleibt. Selbst wenn die Briten wieder selbst für sich Autos bauen, finanziert sich kein Autobauer auschließlich über den heimischen Markt, ein wenig langfristiger sollten Sie schon denken.

17:44 von karwandler

Eher nicht

"Die Briten hatten darauf gesetzt, dass Angela Merkel nach der Bundestagswahl unter dem Druck der deutschen Exportindustrie zügig grünes Licht für europäische Kompromissbereitschaft und für britenfreundliche Handelsverhandlungen geben würde."

Ich bezweifle, dass Herr Sina mit dieser Ansicht ins Schwarze trifft.

Auch wenn Deutschland ein Schwergewicht in der EU ist muss am Ende ein Abkommen mit den Briten von allen Mitgliedstaaten abgesegnet werden.

Einfach nur Deutschland ins britische Boot holen hätte gar nicht funktioniert.
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Aber man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, das unser Mainstream für jede Theorie einen Experten bezahlen lässt.

@17:48 von Autograf

Ihr statement bzgl. britischer Bürokratie und Ineffizienz muss ich leider unterstützen. Ein geradezu groteskes Beispiel sind die britischen Unviersitäten. Seit Mitte der 1980er Jahre hat die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter an britischen Unis um 10%, die Zahl der administrativen Mitarbeiter dagegen um 220% zugenommen hat. Im Durchschnitt haben britische Unis über 50% administrative Mitarbeiter, und das Entstehen der ersten "all-administrative university" wurde bereits vorhergesagt. Dies ist keine Selbsterniedrigung, sondern von der britischen Politik durch die Summe vieler Gesetze vorgegeben. Eine solche Verwaltung hält die Wissenschaftler auf Trab mit Formblättern, Selbstevaluationen, u.s.w., und damit natürlich vom Arbeiten ab.

Die Selbstüberschätzung ist ein anderes Problem, das in der Tat ursächlich für den Brexit ist. "I want my money back" funktionierte als Drohung, als UK Mitgleid der EU war. Seit der Brexit-Entscheidung ist die Drohkulisse nichts als Schall und Rauch.

"...ganz (sind) allein die Briten"

Und wenn es so ist, was macht es dann. Jede nicht beantwortete Frage kann man doch getrost auf sich beruhen lassen und abwarten, was dann dabei heraus kommt. 2020 wird man sehen, ob die Welt mit ein paar offenen Frage mehr oder weniger leben kann oder nicht.
Im Zweifel, das ist doch sicher, lautet die Antwort 42.

re messi

"Wenn die EU gerne weiter Autos nach GB exportieren will muss sie schon mal etwas entgegenkommen."

Sie tun mal wieder grad so als würde nur die EU nach GB exportieren und nicht umgekehrt.

Wenn man sich den Handel erschwert trifft es beide Seiten, allerdings die kleinere schlimmer.

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