Ihre Meinung zu: Worum geht es bei dem Referendum der irakischen Kurden?

23. September 2017 - 11:05 Uhr

Das geplante Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Irak versetzt die ganze Region in Aufregung. Im Land selbst, aber auch von Nachbaarstaaten wird mit Gegenmaßnahmen gedroht. Worum es bei dem Referendum geht, erklärt Alexander Stenzel.

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Kommentare

Es geht um einen Volksstamm,

Es geht um einen Volksstamm, dem von Briten und Amerikanern, das Selbstbestimmungsrecht genommen wurde und welche in 3 Länder verteilt wurden.
Dieser Konflikt wird immer wieder instrumentalisiert und Angst und Terror zu fördern.

Jetzt wird wieder versucht die Kurden gegen die Staaten auszuspielen auf die sie verteilt wurden.
Kurden sind Terroristen aber eben auch Opfer des internationalen Terrorismus, genau wie Palästinenser oder Tibeter.

Warum einigt

man sich nicht auf den Begriff Freistaat Kurdistan? In der BRD gibt es auch 3 Freistaaten und man kommt gut miteinander aus.

Anfal-Operation

Die Anfal-Operation als "militärische Offensive" zu verharmlosen ist schon ziemlich gewagt. Diese "militärische Offensive" war ein (versuchter) Genozid mit über hundertausend Toten. Menschen wurden deportiert und z.B. dafür ermordet, dass sie mit angeblichen ´Saboteuren´ verwandt waren oder sich in sog. verbotenen Zonen aufgehalten haben. Der Großteil der Dörfer in den nördlichen kurdischen Gebieten im Irak wurde planmäßig zerstört. Kaum ein Dorf heutzutage ist älter als die Anfal-Operation.

Die Kolonialmäche ...

... haben den gesamten nahen Osten zerspalten und unheil angerichtet bis heute... es ist schon lange an der Zeit dass die Kurden Ihr eigenes Land bekommen.... sie existieren nun mal und allein die Beschreibung dass Sie das grösste Volk ohne eigenes Land sind ist schon eine traurige Angelegenheit... im autonomen Kurdistan im Nordirak haben die Kurden schon lange bewiesen dass Sie es besser können als die meisten umliegenden Länder eine Demokratie aufrecht zu erhalten...

Doppelmoral!

Den Kosovo von Serbien abzuspalten war mit Deutschland möglich. Einen kurdischen Staat zu gründen, wird diesem Volk verwehrt. Den politischen Eliten fehlt jede Moral.

Wenn eine große Bevölkerungsgruppe eine Volksabstimmung...

...in dem Gebiet macht, in dem sie lebt, und damit über ihre Selbstbestimmung entscheiden will, dann ist es abscheulich, hier Gewalt anzudrohen, um die Abstimmung zu verhindern.

Das sollten sich alle einmal hinter die Ohren schreiben.

Referendum

Der IS wird sich besonders darüber freuen und das natürlich ausnutzen. Es ist richtig, das die Kurden gegen den IS gekämpft haben, aber die haben auch nicht alleine gekämpft bzw. sollte jetzt jeder der da gekämpft hat ein Teil vom Irak oder von Syrien für sich beanspruchen dürfen? Zu mal gibt es auch die These, das die Kurden ursprünglich aus dem Iran kommen, da die kurdische Sprache (hauptsächlich Kurmandschi) so dem persichen ähnelt, das die sich ohne Probleme untereinander verständigen können. Das die da dauerhaft in diesem Gebiet gewesen sein sollen, ist nicht belegt worden bzw. in dieser Region haben früher immer größere Reiche regiert. Verstehe nicht, warum denen eine Autonomie nicht genügt. In der Türkei meint ja die PKK auch das man nur mehr Autonomie möchte, wer es glaubt der sieht es ja hier an diesem Beispiel, was wirklich beabsichtigt ist. Es geht auch nicht darum, das ich den Kurden nicht gönne. Dann würden aber auch andere die gleiche Idee haben, das Resultat wäre Krieg.

Referendum der Kurden im Nordirak

Den Kurden sollte ein eigener Staat nicht länger verwehrt werden. Seit fast 100 Jahren warten sie darauf.
Das Siedlungsgebiet der Kurden umfasst Teile der Türkei, Syriens, des Irak und des Irans. Diese Gebiete sollten langfristig einen kurdischen Staat ausmachen.
Das Unabhängigkeitsreferendum kann nur der Anfang sein.

Fragen kommen zurück

Tja irgendwann ändern sich die Zeiten und dann kommen eben auch mal Fragen zurück, wie die die einem damals bei dem Referendum den Türken gestellt wurden:
Selber nicht unter der kurd. Regierung leben, aber für das Referendum sein? Jetzt würden welche vielleicht meinen, das wäre was anderes oder so: Es sind eigentlich soweit mir bekannt längst Wahlen überfällig in dem kurdischem autonomen Gebiet und der Herr Barzani dürfte laut einigen Nachrichten her gar nicht mal mehr dort regieren dürfen. Sowas kommt eben vielleicht in einer astreinen Demokratie auch mal vor?

Illusionen

Also da ist ein Land das von Krieg zerrissen ist, in dem diverse Ethnien, diverse Religionen und diverse politische Ideologien wild durcheinander gemischt sind. Und in diesem wirr warr will eine Ethnie die Unabhängigkeit durchsetzen.
Das die Zentralregierung da sagt:
"Eine weitere Front macht den Krieg nur interessanter!" Ist nicht weiter verwunderlich
Das bedeutet das der kurdische Norden womöglich viel von dem einbüßen wird was man in den letzten Jahren erarbeitet hat.

Auch hier ist wieder koloniale Willkür,

wie von den Siegermächten des Ersten Weltkriegs lange eingeübt, die Ursache des Übels. Sie meinten, sie könnten noch immer die Welt nach ihrem Gusto einteilen.

im Text steht:

"Wer sind die Kurden?

Das Volk der Kurden wurde von den britischen und französischen Kolonialmächte nach dem Ersten Weltkrieg durch fragwürdige Grenzziehungen gespalten. Die Kurden sahen sich durch die Grenzen des Irak, der Türkei, Syriens und Iran auf vier Länder ......."

Die Antwort auf die Frage ist sehr schlecht formuliert, gibt uns aber die Info, dass fremde Mächte da mit dem Volk der Kurden "gespielt" haben.

Anscheins fallen die Kurden jetzt wieder auf den Trick ein. Das Leben des einzelnen Kurden oder dieses Volkes interessiert diese Mächte überhaupt nicht. Es geht nur und nur ums Öl.

@Hackonya2

Sie meinen wohl so wie es Erdogan in der Türkei macht? Aber eins muss ich Ihnen lassen: Es ist typisch türkisch gegen Kurden und einem Kurdistan zu sein, selbst wenn es im Nachbarland wäre... die Türken, selbst die gemässigten, säkularen und demokratischen Türken sind gegen ein Kurdistan... das hat man Ihnen seit Atatürk so eingetrichtert, besser gesagt tief in die Seele eingehämmert... und diese Perspektive muss dringend gewechselt werden... es ist an der Zeit! Machen Sie einen Anfang, wenn Sie sonst in allen Ihren Kommentaren für Gerechtigkeit sind...

Das ist Demokratie

Sonst immer so am schreien das Demokratie verteidigt werden soll.

Jetzt soll abgestimmt werden und alle schauen zu wie die Menschen dort niedergeknüppelt werden, weil sie sich nicht offiziell zu einem Staat bekennen dürfen bzw. könnten.

Worum es geht?

Man lese sich bitte mal die alten Nachrichten durch.

So aus der Zeit, als die "US geführte Koalition" zum Kampf gegen den IS aufrief und dann auch startete.

Ab 2014 hat man den Kurden die "Autonomie - Karotte" als Gegenleistung für ihren Kampf gegen den IS unter die Nase gehalten.

Man hatte ihre Hoffnungen genährt. Deshalb schlossen sich auch immer mehr Kurden dem Kampf an. Aus allen möglichen Ländern reisten sie in den Krieg.

Es lockten nicht Gewalt und Heldentum. Es lockte der kurdische Traum vom eigenen Staat.

Und die Europäer und die USA taten alles, um diesen Traum zu nähren.

Sogar Szenarien von einer Aufteilung Syriens wurden kolportiert.

Ich befürchte, jetzt werden die Kurden schmerzhaft lernen, wie andere vor ihnen: die Versprechungen werden gemacht, zu einem Zeitpunkt da die Erfüllung unmöglich ist.

Wenn sie dann möglich wäre, wird sich keiner mehr daran erinnern.

Man hat die Kurden benutzt. Und ich frag mich schon sehr lange, wie sie so naiv sein konnten.

Referendum?!

Ein Referendum kann nur ein Staat veranlassen. Da Nord Irak kein Staat ist ist diese Abstimmung auch nicht als Referendum einzustufen. Das eine hebt das andere aus. Nichts als heisse Luft von Barzani und Co. Die Kurden sind leider immer von allen betrogen worden und so wird es diesmal auch sein.

Es ist sogar fraglich, ob man

Es ist sogar fraglich, ob man überhaupt von einem kurdischen "Volk" sprechen kann, da sich die Kurden immer schon, ähnlich wie die Germanen, aus den verschiedensten Gruppen und Stämmen zusammensetzten, die in jener Ecke der Welt durchgezogen oder auch nur vorübergehend sesshaft wurden. Im weitesten Sinne handelt es sich bei den Kurden vielleicht um Teile eines germanischen Stammes, da die kurdischen Sprachen zu den Indogermanischen zählen. Autonom sind die auch immer nur im Rahmen irgendeiner Abhängigkeit oder Opportunität von stärkeren Völkern gewesen, die in oder in Teilen von Kurdistan gerade mal das Sagen hatten. Erst ein von den Kolonialmächten in den Kolonien der jeweils anderen Kolonialmächte angesporntes Nationalbewusstsein, das auch zum 1. WK führte, brachte die Kurden dazu, ihr Kurdistan zu fordern, welches ihnen auch Atatürk für tätige Unterstützung gegen dessen Gegner, darunter übrigens auch die Armenier, versprach. Und heute gehts um Bodenschätze. Mehr ist das gar nicht.

Gründung eines Staates

An Katalonien und auch an Kurdistan kann man gut verfolgen, wie schwer es ist, in diesem Zeitalter einen Staat zu gründen. Der Fehler der französischen Revolution und aufbauend der Russischen war immer der Machterhalt und die fehlende Überzeugung des Abdankens. Unsere Welt mag den Anstrich einer Demokratisierung haben, doch bei der UN geht es um Nationen, nicht um Völker. Ginge es um den Menschen und nicht um die Macht, so würde ja ein ganzer Volksstamm Gehör in der Gemeinschaft erhalten. Spanien fürchtet um die Macht in Katalonien, nicht um seine Beziehung zu den Katalanen. Es geht um den Centimeter Boden, nicht um den Centimeter an Verstand. Der Boden bleibt, selbst wenn der Verstand stirbt. Den Boden kann man beherrschen, den Verstand nicht.

Niemand hat die Wahrheit

Niemand hat die Wahrheit gepachtet. Auch nicht die Tagesschau. Sonst wäre Demokratie ja völlig irrelevant. Was in diesem Artikel steht, gibt die Meinung einiger Mächtiger wider, aber sobald von Wahrscheinlichkeiten die Rede ist, sollte man sehr vorsichtig werden. Grundsätzlich sind die Argumente. Ein 30-40 Millionen-Volk hat, nur weil die koloniale Grenzziehung ihm die Unabhängigkeit versagt hat, natürlich nicht automatisch kein Recht auf Unabhängigkeit. Grundsätzlich hat jedes Volk dieses Recht, daher glaube ich, dass die Unabhängigkeit der Kurden eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist, einfach weil argumentativ ihnen dieses Recht nicht genommen werden kann. Die Frage ist eher, wie wann und wo dies passieren wird. Und dann kann man natürlich viel spekulieren.

Autonomie ja Unabhängigkeit nein

Nach einer ethnischen Vertreibung der Turkmenen und Arabern aus Kirkuk und Mossul durch kurdische peschmerga Einheiten und weiteren Teilen Nord Iraks sowie systematische Zerstörung der Grundbuchämter versucht die kurdische Regionalbehörde sich ein Staatsgebiet zu schaffen. Sie verkennt dabei, das Kirkuk und Mossul z.B. immer multikulturell waren, und viele ethnische Gruppen dort leben. Durch weitere Zersplitterung von Ländern wie Irak und Syrien werden auch andere Volksgruppen ihre Unabhängigkeit fordern, wie Schiiten, Turkmenen, etc. dieses führt dann zum totalen Chaos. In Europa gab es derartiges im Mittelalter, während Europa hieraus gelernt hat und sich vereint siehe EU, 2 Weltkriege hat es gebraucht, versucht man andere Regionen durch Zersplitterung zu destabilisieren, Autonomie und jegliche Rechte und Pflichten sollten alle Volksgruppen bekommen, nicht nur die Kurden, anderenfalls hätte die Türkei das Recht militärische zu intervenieren um die Turkmenen zu schützen...

Kirkuk

Kurden wollen Kirkuk nicht eigenmächtig einverleiben, sondern die Kirkuk-Status ist noch nicht endgültig geklärt und die irakische Zentralregierung verweigert das Referendum, das in der irakischen Verfassung von 2005 Artikel 140, festgelegt wurde, durchzuführen.

...fragwürdige

...fragwürdige Grenzen....
Das haben die Engländer und Franzosen im ganzen Nahen Osten gemacht. Die ganzen Konflikte im Nahen Osten sind darauf zurückzuführen. Wahrscheinlich haben die damals bewusst solche Grenze gezogen, damit der Nahe Ostern ein Unruheherd bleibt. Wo Unruhe herrscht wird es auch immer einen Grund geben sich einzumischen.

Konföderation

Auch Kurden können sich vorstellen, in einer Art Konföderation mit dem Irak zusammen bleiben, aber erst nachdem ihnen das Selbstbestimmungsrecht zugesichert wurde.

12:13 @ Hackonya2

"Zu mal gibt es auch die These, das die Kurden ursprünglich aus dem Iran kommen, da die kurdische Sprache (hauptsächlich Kurmandschi) so dem persichen ähnelt, das die sich ohne Probleme untereinander verständigen können. Das die da dauerhaft in diesem Gebiet gewesen sein sollen, ist nicht belegt worden"

Türken sind nach Anatolien um 1000 herum eingewandert. Ursprünglich stammen Turk Stämme aus der Altai Region.

Sie können sich also analog zu den Kurden vorstellen dass die Türkei als autonomes Gebiet dem Iran als ehemaligem Persien oder Griechenland als ehemaligem Reich Alexander des Großen eingegliedert wird?

gescheiterte Partnerschaft

Die Lage der Kurden im Irak ist vergleichbar mit einer durch Engländer und Franzosen arrangierten Zwangsehe, die seit Jahrzehnen von Streit gezeichnet ist. Bei diesem Ehestreit sind die Partner mit schweren Waffen aufeinander zugegangen. Dabei sind auch viele ihrer Kinder umgekommen. Der Papa Saddam hat sogar Giftgas seine eigene Familie eingesetzt und hat 1989 180 Tausend Kurden ermordet. So, und jetzt kommt die internationale Gemeinschaft und versucht diese Leute dazu zu nötigen, dass sie trotzdem zusammen bleiben und sich gegenseitig weiter so zu quälen. So eine Erscheinung nennt man „Sadismus“.

Referendum der irakischen ....

nun, worum wird es gehen - die Kurden halten den Kopf hin im Kampf gegen des IS - Recht haben sie, ihren eigenen Staat einzuklagen. der wird ihnen lange genug vorenthalten. Spätestens die Kolonialmächte und ihre willkürlichen Grenzziehungen haben da Fakten ohne die jeweiligen Wirte geschaffen, die seltsamerweise zu quasi naturwüchsigen und gleichzeitig stählernen Einfriedungen einer bunten und vielfältigen Realität geronnen sind.
Das der komische Westen nun ausgerechnet nur Israel erlaubt, daran friedlich oder kriegerisch etwas zu ändern, alle andern aber müssen in ihren Grenzen gefälligst glücklich werden, zeigt wie krank die derzeitigen Systemherren sind.

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