Kommentare

Das Problem ist, dass zu

Das Problem ist, dass zu viele Randgruppen das Sagen haben... Randgruppen hierbei sind elitäre Alt-Orthographen aber auch die TV Idionen, die Stolz auf ihr Nichtwissen sind.
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Der Durchschnittsbürger bleibt da natürlich auf der Strecke.
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Es gibt viele Regeländerungen, die SEHR sinnvoll waren... vor allem in Bezug auf ss/ß.
Andere Regeländerungen sind zwar irgendwie sinnvoll, aber nicht sehr ästhetisch (ph->f).
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Insgesamt jedoch ist nicht die Reform das Problem, sondern wie die neue Regelung gelehr wurde... wo wieder besagte Randgruppen die größte Rolle spielen... einerseits Lehrer, die nur über die Reform jammern oder sie gar verweigern, andererseits die Sprachverkümmerten, die nur noch in 140 Zeichen denken können.

Schon das Wort "Orthografie"

erzeugt in mir, aus mehreren Gründen, ein Schaudern: Zum Einen hat man das ph gestrichen, das th aber beibehalten - warum??? Zum Anderen wird ein ph anders ausgesprochen als ein f, das wiederum anders als ein v, das wiederum anders als ein w.

Auch ein Wort wie "Stängel" ist merkwürdig - in meiner Umgebung spricht kein Mensch ein ä in Stängel, dessen Mittelvokal hat eine deutliche Verfärbung zum e hin - daß die Schreibweise der Aussprache angepaßt werden sollte, ist hier wohl nicht der Grund.

Viele Worte wurden den Aussprachegewohnheiten derjenigen angepaßt, die die Rechtschreibreform durchgepeitscht haben - ohne Rücksicht auf den Wortstamm, den man anhand der neuen Schreibweise nicht mehr erkennen kann. Andere - wie der Stängel - sind so umgeformt worden, daß der Wortstamm zum Vorschein kommen sollte.

Alles in allem eine undurchdachte Reform ohne Struktur und ohne jeden Sinn. Sie stiftete mehr Verwirrung, als sie Verbesserungen schaffte. Und tut dies immer noch.

Rechtschreibreform

Who cares. Solange man einen Coffee To Go zum Shoppens mitnehmen kann. Ist das nicht cool? Vor allem wenn es einen Sale gibt.
Als ich vor ein paar Jahren in Deutschland war und zum erstenmal Kaffee ToGo sah, dachte ich fuer einen Moment das sei Kaffee aus einem afrikanischen Land!
Wer braucht da noch eine Rechtschreibreform?

Selbst wenn wir das Genitiv-Problem ausklammern,

bleiben genug Baustellen. Auch ohne (wirklich überflüssige) "Rechtschreibreform" ist eine gewisse Schlampigkeit in der Sprache angekommen, ich rede nicht etwa von "vong".....

Erkennst Du den Fehler?
- die 1970er Jahre
- Zuwächse
- Beamer
- Verkehre
- Handy
- inclusive von 2 "irgendwas"

Wirklich, bereits als Kind habe ich Bücher geliebt, was heute geschrieben und gesprochen wird, grenzt oft an Körperverletzung

>> Sind Sie "fleißig" oder

>> Sind Sie "fleißig" oder wollen Sie das jemandem nur "weismachen"?

Gerade diese beiden Wörter waren nie von einer Rechtschreibreform betroffen - die wurden nie anders geschrieben.

Um richtig zu schreiben, muss man sich doch nur überlegen, wie Worte gebildet werden. "Weismachen" oder "Beweis" haben eben nichts mit der Farbe Weiß zu tun, sondern mit "beweisen". Stimmhaftes oder stimmloses s - das ist doch ganz einfach. Vorausgesetzt natürlich, man bekommt es richtig erklärt und hat auch die Zeit zum Üben und Festigen.

Erschwerend für die Schüler kommt wohl hinzu, dass sie außerhalb der Schule wenig gutes Deutsch zu lesen bekommen und in der Schule mit allen Schreibweisen konfrontiert werden - zum Beispiel deshalb, weil sich kaum eine Schule leisten kann, Pflichtlektüre der Weltliteratur einfach schrankweise auszutauschen.

Ein Trauerspiel

das zeigt wie sehr Experten daneben liegen können, besonders bei Sprache die im Fluss ist. Auf meiner Wunschliste hätte das das mit einen S gestanden, da das zweite S den Inhaltlichen Sinn eines Satzes nicht beeinflusst und überflüssig ist. Ansonsten "Wandalismus" kann ja nur von Vandalen? kommen...oder? Sinn ergibt das mit W nicht....

Tja. Gut gemeint, ist nicht

Tja. Gut gemeint, ist nicht gut gemacht.
Etwas nur anders zu machen, langt nicht. Nesser muss es werden.
Zb hätte man grundsätzlich Dreifachbuchstsben lassen können. Ofer strikt einführen. Wie auch immer.

Es wird Zeit, dass der

Es wird Zeit, dass der Bundestag eingreift und ein ausführliches Rechtschreibfehlern erläßt damit alles klar geregelt ist notfalls auch mit Wortlisten als Anhang.

Ein Abbild unserer sich verzettelnden Kultur?

Der hier schön dargestellte Schlingerkurs bei der Gestaltung der deutschen Sprache könnte als Abbildung einer der großen Schwächen unseres Kulturbewußtseins interpretiert werden.
Vielfalt bereichert, doch wenn man nicht in der Lage ist, diese Vielfalt zu bewerten und in vernünftigem Maße einen einheitlichen Kurs zu wählen, kann es im Chaos enden.

Anscheinend ist die Sprache so kompliziert,

dass Rechtschreibprogramme überfordert sind. Wenn ich mir unsicher bin, schreibe ich beide Varianten, um dann festzustellen, dass die Rechtschreibprüfung beides als richtig einstuft. Auch bei der Groß- und Kleinschreibung ist die Rechtschreibprüfung keine Hilfe, zumindest nicht da, wo ich mir unsicher bin, beides wird als richtig akzeptiert. Meist muss ich mühsam über Google klären, was denn jetzt richtig ist. Warum es mir wichtig ist? Ich helfe gerade jemandem Deutsch zu lernen und es wäre mir sehr unangenehm, wenn mir dabei ein Fehler unterliefe.

Goethe und Schiller sind nicht abiturfähig

Die Deutschen haben keine Probleme.

Also, schafft man sich einfach neue.

Die Deutsche Sprache ist kein statisches Element, wie viele Lehrer, Professoren und Besserwisser sie stets hinzustellen versuchen.

Im Grunde sind alle großen deutschen Dichter heute nicht mehr Abiturfähig.
Die Grammatik der großen Literaten und Philosophen dieses Volkes ist ein einziges Desaster, und muss ständig auf dem neuesten Stand gebracht werden.

Literatur aus der Antike, aus vorigen Jahrhunderten, aus dem nicht-deutschen Ausland, französisch, englisch.... muss ständig aktualisiert werden .... und der Inhalt wird dadurch im Grunde nur noch verstellt und verzerrt ...

Insgesamt ( ge-samt, von Samen? .... oder von "ge-sammelt", von "sammeln"?)) gesehen ist die ständige "Reformierung der deutschen Sprache" ein Verbrechen an der Kreativität dieser großartigen, europäisch - kulturreichen Sprache.

Wie schreibt man eigentlich richtig die neuen Wörter: Geil, Populist, Soldat-innen, und Gutmensch richtig ?))

Rechtschreibung

Ich hätte gerne die Philosophie und Theologie und Physik und die Chemie geändert! Die super-lateinafinen Akademiker Deutschlands nehmen meinem Delphin das "ph" - das fordert Rache! Bitteschön ich präsentierte euch: Filosofie! Schemie! Teologie! Fisyk! Nehmt das! Haha!

Gewohnheitstrieb

Da ich im fraglichen Jahr 1998 zur Schule ging gehöre ich wohl zur betroffenen Generation... mein Eindruck: ältere Menschen, die die alte Rechtschreibung noch komplett gelernt haben, lehnen die Reform ab, weil es für sie eine Änderung ist.

So ziemlich alles was von den Älteren als richtig bzw. in der neuen Schreibweise als komisch abgestempelt wird kommt mir in der neuen Rechtschreibung richtig vor - es ist in größten Teilen eine reine Gewohnheitsfrage! Die paar verbliebenen Inkonsistenzen (wie sie auch im Artikel genannt wurden) sind wirklich Anlass zur gelegentlichen Verwirrung, aber es soll mir keiner kommen und die alte Rechtschreibung als weniger verwirrend darstellen. Das ist sie nur für diejenigen, die nach der alten Rechtschreibung gelernt haben und jetzt Umstellungsprobleme haben.

Deutsche Sprache - schwere Sprache

oder wie kann man etwas verschlimmbessern.
Leider sind in der heutigen Zeit viele Reformen nicht den Namen "Reform" Wert

Welche Regeln?

Welche Regeln?

Jene der Reform der Reform der Reform, samt zurückgenommener Ungetüme wie "Ketschup" (sehr sinnvoll, in einer globalisierten Welt eigene Schreibweisen für Wörter aus anderen Sprachen, insbesondere dem Englischen, einzuführen) und Wiederzugelassenem?

Welchen Wörterbuchs (der Duden ist nicht mehr verbindlich)?

Oder die von dpa und anderen wichtigen Vertretern der Medienbranche?

Oder jene aus Millionen von Büchern, die in den Haushalten und in öffentlichen Bibliotheken stehen?

Ich habe dafür eine ganz einfache Lösung: Da ich den ideologisch begründeten Quatsch, der in den Neunzigern mit aller Gewalt durchgedrückt wurde, schon immer für einen solchen hielt, habe ich ihn ignoriert. Ich schreibe weiter nach dem Duden von 1991, dem letzten vor der Rechtschreibdeformation. Und manchmal auch, wie ich es für richtig halte.

Denn faktisch ist eine allgemein als verbindlich betrachtete (und nicht nur von Kultusministern befohlene) Rechtschreibung ja abgeschafft worden.

Ich habe meine "Mittlere

Ich habe meine "Mittlere Reife" 1958 gemacht.
Und bis zum Lebensende werde ich so schreiben, wie ich es damals gelernt habe.
Einen wie auch immer gearteten Sinn, in einer über ewige Zeiten gewachsenen Sprache herumzumurksen, kann ich nicht erkennen.

Typisch deutsch

... dieses entweder oder.
Sprache darf sich, meiner Meinung nach, erweitern aber auch verringern - auf jeden Fall verändern.
Die Regelungen und Schreibweisen, die sich mit der Zeit durchsetzen bedürfen zwar intensiver Beobachtung aber nicht strenger Regelungen.
Die Beobachtung, Erweiterung und Aufnahme in den Duden sollte Aufgabe einer dauerhaften Kommission sein.
So käme am Ende tatsächlich eine Volkssprache oder Volks-Sprache oder VolksSprache oder volkssprache raus.

Mit Klauen und Zähnen verteidigt von Frau Ahnen (SPD)

Sie war von missionarischem Übereifer beseelt und im Jahr 2004 Präsidentin der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland (KMK). Unter ihrer Präsidentschaft beschloss die KMK die Einführung der deutschen Rechtschreibreform.
Diese Dame konnte zu keiner Zeit schlüssig erklären, warum eine Rechtschreibreform notwendig war und wie es zu den tlw. nicht nachvollziehbaren Änderungen kam.

Planwirtschaft ist immer

von Übel. Ob in der Wirtschaft oder der Kultur.
Immer gibt es Ideologen, die ihre Meinung durchsetzen wollen und es in der Planwirtschaft auch können.

Wen interessieren noch Regeln?

Ob nun die "alte" Rechtschreibung oder
die "Reformierte", wer Nachrichten und die Kommentare liest, stellt zwangsläufig fest,
dass immer mehr der deutschen Sprache nicht mehr mächtig sind und z.B. die Krise, lieber mit "ie" schreiben (also "Kriese").
Leider gilt das auch, wenn Journalisten hier
und in Zeitungen schreiben, denn ein Korrekturlesen gibt es offensichtlich nicht mehr und man scheint der Meinung zu sein, dass (daß) es reicht, wenn der Inhalt einigermaßen "rüberkommt".
Die deutsche Sprache verkommt immer mehr und es stört offenbar kaum noch jemanden.
Wichtig ist "Stolz ein Deutscher zu sein", selbst wenn jedem bewusst sein sollte, dass man nur auf eigene Taten stolz sein kann und die verwendete "Orthographie" (wie ich sie mag) oft das genaue Gegenteil dessen beweist.

@ Bikky-kun

Sie sind sich aber des Umstands bewußt, daß Ihr Beitrag nicht gerade als Beispiel für Sprach- und vor allem Schriftkultur taugt?

Die von Ihnen gelobte ss-Flut halte ich für besonders unsinnig. Warum? Weil dem Unterschied ss/ß plötzlich eine Bedeutung gegeben wurde, die er bis dahin kaum besessen hatte.

Zuvor wurden beide Schreibweisen oft (wenn auch oft fälschlich) als frei wählbare Varianten betrachtet. So steht etwa bis heute an den Wänden vieler Berliner U-Bahnhöfe "Strasse". Das war früher falsch und ist es heute erst recht.

Und dann die schöne Regel "nach Diphthong bleibt ß". Vor zwanzig Jahren fragte mich eine Journalistin (!) aus dem Printsektor (!), was denn ein Diphthong wäre. Muß man sich da wundern, wenn das der von Ihnen erwähnte Durchschnittsbürger erst recht nicht weiß? Und entsprechend "weiss" schreibt oder ähnliche Fehler macht?

Missverständnis und Übertreibung

Weitgehend wird die Rechtschreibreform falsch verstanden und falsch angewandt, weil viele gar kein ß mehr schreiben und sich einbilden, das sei die Rechtschreibreform: das ß sei ganz abgeschafft worden. Z.B. wird statt Straße nun meist Strasse geschrieben und statt groß gross. Das ist Unsinn, denn ein Doppelkonsonant kann doch nicht hinter einem Langvokal oder einem Diphtong stehen: Jeder Doppelkonsonant bedeutet seit jeher, dass der davor stehende Vokal kurz ist. Wollen diese Übereifrigen, dass z.B. Strasse statt Straße auch mit kurzem a gesprochen wird?

06:32 von riewekooche

Das PH wird sogar im Neugriechischen wie ein F ausgesprochen. Schreibungen wie "Stängel" sind überhaupt nicht merkwürdig. Sie verwechseln gerade Schriftbild und Lautbild. "Stängel" und "Stengel" werden gleich ausgesprochen. Es gibt im Deutschen überhaupt keinen Unterschied zwischen kurzem Ä und kurzem E. Auch der Unterschied zwischen langem Ä und langem E ist bedroht.

Es klingt paradox,

aber wenn man kurz drüber nachdenkt, ist es sinnvoll: Schrift ist nicht zum schreiben da, sondern zum lesen. Denn: einem einzelnen Schreiber stehen dutzende, machmal tausende Leser gegenüber.
Und da darf sich der eine Schreiber ruhig "quälen" und mit Regeln herumschlagen, wenn dadurch den Lesern der Text leichter wird und die Ausdrucksvielfalt hoch ist. Es mach halt einen Unterschied, ob ich zusammenkomme (mit ein paar Freunden) oder zusammen komme (mit einer Begleitung zu einem Fest).
Ich bin dafür, zur Rechtschreibung vor der Reformreform zurückzukehen.

Rumprobieren muss aufhören - ich will professionelle Lösungen

Dieses ständige 'rumprobieren und Experimentieren, dieses ständige hin und her muss aufhören. Was da veranstaltet wird, ist Wahnsinn.

Wunderbares Beispiel ist in den Zielen des Rates für deutsche Rechtschreibung zu lesen: ...Bewahrung der Einheitlichkeit der Rechtschreibung... - nicht falsch, aber Schmarrn. In der Schule hätte ich dafür eine hinter die Löffel bekommen.
Müsste heißen: ...Bewahrung einer/der einheitlichen Rechtschreibung...
Wenn das die Profis sind, dann gute Nacht.

Verbessert hat sich wenig

Mit meinen mittlerweile 60 Jahren war ich damals Skeptiker, gleichzeitig aber aufgeschlossen gegenüber dem, was mit der neuen Reform kommen würde.
Nach nun (gefühlten?) 15 Jahren Rechtschreibreform bin ich verunsicherter denn je. Ich mache genau das, was nicht tun sollte: Ich schreibe bei meinen Texten einen Mix aus beiden Welten. Das eine weiß ich nicht besser, das andere gefällt mir nicht. Und wissen Sie was? Niemand stört es, da die allgemeine Verunsicherung und Gleichgültigkeit zur Sprache um mich herum nach der Rechtschreibereform größer geworden ist.
Fehler? Wird wohl daran liegen, dass ich die jeweils "andere" Schreibweise gewählt habe!

Regel?

Gesamt - zusammen - Samen- Samt.

Der Mensch tut sich mit Veränderungen schwer

Da wir aufgrund von sechs Kindern stetig mit den neuen Rechtschreibregeln mitwachsen konnten und können, ist vieles tatsächlich in Gewohnheit übergegangen. Bei einigen Dingen bleibt manches Mal ein Grübeln übrig.
Bei unseren Kindern habe ich allerdings erlebt, dass die Rechtschreibregeln kompetent umgesetzt werden können und sich oft auch im Lernprozess sinnhaft erschließen lassen.
Die Rechtschreibprobleme bei unserer Tochter mit Legasthenie haben sich durch die Anwendung dieser Regeln gut austrainieren lassen.
Natürlich schaudert es den "Alten" bei Worten wie Globusse und Atlasse oder Kaktusse.
Im Duden findet man gelegentlich den Begriff "bildungssprachlich", wenn dort Globen, Atlanten und Kakteen in der alten Schreibweise benannt werden. Das schmeichelt den Alten, während die neue Schreibweise oft als umgangssprachlich deklariert wird. Richtig ist beides.
Die Alten tun sich schwer...die Kinder kaum.
Wer kennt heute schon noch die Sütterlinschrift? Jeder Anfang ist schwer.

Kein Komma vor dem Wort "und"?

Manchmal sinnverdrehend ist die neue Regel: Kein Komma vor dem Wort "und".

Berühmt ist der Satz:
"Der Zug rammte den Elefanten, der auf dem Bahndamm stand und entgleiste."
Wer entgleiste?

Die richtige Interpretation kann man vielleicht trotzdem erraten. Aber wie steht es mit folgendem Satz, den ich vor Jahren auf der ARD-Webseite las:
"Die Wähler haben verhindert, dass die Türkei in eine Diktatur abrutscht und dem Präsidialsystem Erdogans eine Absage erteilt."
Ohne Komma (so, wie auf der ARD-Webseite geschrieben):
Die Wähler haben verhindert, dass
1. die Türkei in eine Diktatur abrutscht und
2. die Türkei dem Präsidialsystem Erdogans eine Absage erteilt.
Mit Komma (korrekte Interpretation):
1. Die Wähler haben verhindert, dass die Türkei in eine Diktatur abrutscht.
2. Die Wähler haben dem Präsidialsystem Erdogans eine Absage erteilt.
In Punkt 2 ist die Aussage mit oder ohne Komma gegensätzlich.

Als dieser Satz geschrieben wurde, hatte Erdogan sein Ziel noch nicht erreicht.

Vereinfachung der deutschen Sprache?

Ich habe nie verstanden, wie solch verworrene Regeln eine Vereinfachung darstellen können. Ja, ich habe meine Probleme in der Schule gehabt, die deutsche Sprache zu verstehen und anzuwenden. Aber zum Glück hatte ich Eltern und Lehrer, die es verstanden haben, auch komplexe Dinge zu erklären und verständlich zu machen. Das scheint Eltern und Lehrkräften heute nicht mehr möglich zu sein.
Für mich war das ganze nur ein PR-Gag zu Gunsten der vielen Verlage, die sich rund um die Welt um Übersetzungen in die deutsche Sprache kümmern.

Wann gilt die alte, wann die neue?

Also wirklich mal, Tagesschau. Es gilt immer die neue. Die ist höchstens manchmal mit der alten identisch. Ein wenig mitdenken bitte.

Typisch Deutsch

Deutschland war mächtig unter Druck, weil die OECD die deutsche Bildung im internationalen Vergleich auf den hinteren Rängen sieht. Kein Wunder, wo man bei uns nur halb so viel für Bildung ausgibt wie in skandinavischen Ländern.
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Wie kann man nun ohne namhafte Mehrausgaben die "Bildung" verbessern? Na? Klar, durch Reformen. Schulreform, Rechtschreibereform. Und an den Reformwerken muss dann föderal ständig herumgebastelt werden, damit keiner mehr durchblickt. Es bleibt der Anschein einer gewissen "Dynamik", deren Sinnhaftigkeit niemand ernsthaft zu überprüfen in der Lage ist.

Mit Fosfor geht kein Licht auf...

Die Rechtschreibreform ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Reform aus etwas etabliertem (nicht unbedingt perfektem, aber leidlich funktionierendem) ein heilloses Chaos macht, wenn Leute daran herumpfuschen (meinetwegen auch herum pfuschen), die keine Ahnung von der Umsetzbarkeit ihrer möglicherweise trotz offensichtlicher Parteiideologie gut gemeinten Ideen haben.
Dies können wir in so ziemlich allen Teilen jeglicher Bildungsreformen bundesweit beobachten (auch an den Universitäten mit der flächendeckenden Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen); bei der Rechtschreibreform ist es nur am offensichtlichsten, deswegen wird sich hier am nachhaltigsten aufgeregt. Andere Verschlimmbesserungen (deutsche Lieblingsvokabel unserer spanischen Doktorandin) verdienten (erkennt jemand den Konjunktiv?) die gleiche Aufmerksamkeit.
Danke, KMK!

Das Ende der Ordnung

Diese komplizierte, in ihrer Konsequenz oft wenig überzeugende, manchmal für Verständnisverwirrung sorgende Reform löste bei mir den Glauben an die Ordnung auf. Man kann jetzt machen, was man will, ist eh egal. Das Verhalten offizieller Stellen ist irritierend. In der Stadt Zürich wechselte man sofort das Schild der Gemsenstrasse. Sie heisst seither Gämsenstrasse, was man, so leid es mir tut, anders ausspricht. Wenige Jahre später hob die selbe Instanz die Glattalbahn (Durchs Tal der Glatt) aus der Taufe, die nach der neuen Ordnung eigentlich Glatttalbahn geschrieben werden müsste. Um keck klar zu machen, was Sache ist, prägte man das Logo mit der zwei t-Version sogar in den Beton einer neuen, teuren Brücke für die Bahn ein. Es wirkt alles so dumm, so prätentiös ...

Nur "Protest der Öffentlichkeit"?

Sie schreiben "Erste Reformbemühungen zur Vereinfachung der Schreibweise und der Kommaregeln scheiterten am Protest der Öffentlichkeit." Tatsächlich scheiterten sie auch am Widerstand der DDR, die schließlich auch ein deutschsprachiges Land war - und zwar eines mit einem Bildungswesen, um dessen Niveau sie zum Teil noch heute zu Recht beneidet wird! Ich jedenfalls bin von A bis Z, d.h. bis zur Promotion, durch dieses Bildungssystem gegangen, lebe seit 1990 im vereinten Deutschland und seit Anfang der 2000er Jahre in Bayern und habe bis jetzt in keinem einzigen Punkt erlebt, daß meine in der DDR erworbene Bildung den Anforderungen im Alltag und im Beruf nicht genügt hätte.

Rechtschreibreform

"der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"
Diese Reform erschien mir, wie in Anfällen von geistigem Orgasmus entstanden.
Kaum einer wollte sie, doch unsere Politiker meinten sie wären besser als der alte Duden, der sich heute noch im Grab umdreht, weil er Bon(n)ze mit nur einem n geschrieben hat.

@ Grandloser: "ein Trauerspiel"

Habe ich es richtig, verstanden, dass (mit zwei s!), Sie das "dass" für überflüssig halten? Das ist für mich eher ein Trauerspiel... Googeln Sie mal nach dem Unterschied von das und dass. Ich bin und war kein Freund der Rechtschreibreform, dennoch halte ich das Rumgehacke auf "elitären Randgruppen" und Lehrern für völlig unangebracht. Es gibt vieles, was in der Lehrerausbildung und in den Schulen verbessert werden kann. Dennoch kann man eine gewisse Lernbereitschaft auch von Schülerinnen und Schülern sowie Erwachsenen erwarten.
Ein großes Problem sind tatsächlich die Lernmethoden, die in vielen Grundschulen noch aufrechterhalten werden. Die Fehler ziehen sich zum Teil bis ins Abitur durch. Allerdings werden von vielen Schülern (und Eltern) kostenlose Nachhilfeangebote in den Schulen nicht wahrgenommen, weil sie zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Tja, wenn Handy oder TV wichtiger sind...

Ich habe so viele Aufsätze

Ich habe so viele Aufsätze und Diktate im Deutschunterricht versemmelt, weil es Rechtschreibfehler gab.
Darf ich meine Abiturnote von 1991 jetzt eigentlich um 0.5 Punkte anheben?

Argumentation nicht nachvollziehbar

Sie wissen schon, dass es in der deutschen Sprache mehr Laute (Phoneme) als Schriftzeichen gibt, oder? Bzw., dass andersherum unterschiedliche Schriftzeichen je nach Wort die gleiche Phonemzuordnung haben können? Die Rechtschreibreform ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, die Argumente dagegen sollten dann aber fachlich fundiert sein. Es ging auch nicht um die "Aussprache Gewohnheit der Durchpeitscher). Wo wir gerade dabei sind: inwiefern wird ein "ph" anders als ein "f" ausgesprochen? Die Lautschrift für Delphin bzw. Delfin lautet in jedem Fall [dɛlˈfiːn]... Photo und Foto werden ebenfalls gleich ausgesprochen. Oder sprechen Sie die Worte nach der Rechtschreibreform anders aus?

das übliche Gejammer

Ja, die ursprüngliche Reform war zu platt, ist aber angepasst worden, und das - wohlgemerkt! - nur in Einzelschreibungen.
1) Die Vereinheitlichung der ß/ss-Regelung (Doppelkonsonant nur nach kurzem Vokal, so wie bei anderen Konsonanten auch) geht bequem von der Hand, genauso wie 2) die Vereinfachung von Nominalisierungen. *Kein* Schüler macht bei mir seit der Reform Fehler in diesen Bereichen durch Anwendung alten Schreibung; letztere war nämlich von Ausnahmen durchsetzt, die man damals stumpf auswendig lernen musste.
Die Jammerer aber lade ich herzlich ein, z.B. die alten Scheinnominalisierungen wie "im allgemeinen" _klein_ zu schreiben, die wirklich knifflig zu entscheiden waren. Heute gilt einfach: Artikel davor -> groß!
Ansonsten möchte ich dazu aufrufen, bei Kritik großflächige Argumente zu verwenden und nicht ein Dutzend Spezialfälle, die - nebenbei gesagt - kein Schüler in meinen Diktaten braucht (und in Aufsätzen auch nicht).
Und: Zweifelsfälle gab es früher übrigens auch!

um 07:54 von GueWie

"" Ich habe meine "Mittlere Reife" 1958 gemacht.
Und bis zum Lebensende werde ich so schreiben, wie ich es damals gelernt habe.
Einen wie auch immer gearteten Sinn, in einer über ewige Zeiten gewachsenen Sprache herumzumurksen, kann ich nicht erkennen.""
#
Dem kann ich mich vollends anschließen. 1960 Schulabschluss.

Es könnte so einfach sein!

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze:

1. Die sogenannte "flache Orthographie", bei der möglichst eine eindeutige Beziehung zwischen Graphem und Phonem besteht.

(Mit der Lautschrift IPA liegt ein Modell vor, welches allerdings ein anderes Alphabet verwendet und zu sehr von der aktuellen Schrift abweicht)

2. Die sogenannte "tiefe Orthographie", die auf historisch gewachsene und grammatikalische Beziehungen zwischen den Wörtern Rücksicht nimmt.

Die alte Rechtschreibung kommt 2. am nächsten, die neue hatte ursprünglich eine größere Nähe zu 1. zum Ziel, aber dieses aufgrund vieler Köche, die den Brei mit rührten, verfehlt.

WARUM NICHT BEIDES ZULASSEN?

2 Rechtschreibungen, einmal die alte und zum anderen eine, die 1. anstrebt?

Zahlen können auch unterschiedlich geschrieben werden:

1/4=2/8=0,25=0,24 Periode 9.

Wo ist das Problem?

Alles ist schlecht

Die deutsche Rechtschreibung ist schlecht, deshalb muss sie abgeändert werden, die deutsche Sprache ist schlecht, deshalb muss sie bereichert werden (z. B. Handy, No go, shoppen, briefing), die deutsche Kultur ist rückständig, deshalb brauchen wir die "documenta-"Künstler" und Skandal-Regisseure im Theater, die deutschen Vornamen sind schlecht, deshalb gibt es so schöne neue (Emanuel-Kofi oder Schermen oder Luka-Justin), die deutschen Autos sind umweltschädlich, deshalb brauchen wir am besten amerikanische Kreuzer, die Deutschen sind so fremdenfeindlich, deshalb verordnen sie sich selbst eine Völkereinwanderung usw. usw. Worauf das alles hinausführen soll? Dürfte klar sein. Und wer das in wessen Interesse betreibt? Auch klar. Und wer am Ende lachender Dritter ist? Na, wer schon.

Wie die Kongnitionsforschung

Wie die Kongnitionsforschung schon lange weiss ist es wichtig, dass der größte Teil der Kinder Dumm wie Brot ist und sich auch so fühlt. Der Staat will Hirntote Sklaven, anders kann sich ein Unrechtsstaat nicht der Reichtümer und der Lebenskraft der Menschen bedienen. Daher muss ständig die Rechtschreibung geändert werden.

Das alleine ist allerdings relativ egal, weil die Kinder, die als Kinder schon Wert auf Rechtschreibung legen, bereits zu obigen gezählt werden können. Die Schulen bilden eben Aus, für immer und ewig.

Nett gemeinter Artikel

Das Problem fängt aber da an, wo man Profis, das sollten ja Journalisten, was Rechtschreibung/Grammatik angeht, eigentlich sein, täglich 2-5 Fehler in den diversen Beiträgen anstreichen müßte.
Nicht gemeint sind Tippfehler, die man beim Blick auf die Tastatur sofort als solche erkennt. Das fängt damit an, daß "wie und als" nicht mehr korrekt angewendet werden. Satzbau mit Doppelungen. Bis hin zur Tatsache, für deutsche Korrespondenten (!) bedenklich, daß der englische Satzbau im Deutschen benutzt wird.
Also bitte, etwas mehr Selbstreflexion hätte der Verfasserin gut gestanden. Schon von wegen der Beispiewirkung von Medien. Und wenn es eben nur dieser Bereich ist.

Schreiben

"Schrift ist nicht zum schreiben da, sondern zum lesen." Falsch, denn das Schreiben unterstützt das Begreifen und Denken. Jeder weiß, dass er etwas leichter behält, wenn er es handschriftlich(!) geschrieben hat. Und um zu schreiben, sollte man die Sprache "verstehen" und sich nicht auf Rechtschreibprogramme verlassen.

Das automatische Korrigieren durch die Word-Funktion hat denselben Effekt wie die Einführung des Taschenrechners: Danach konnte keiner mehr Kopfrechnen (was für das Begreifen der Welt ebenfalls ganz nützlich ist).

Seit die Fähigkeit, sich schriftlich auszudrücken (in langen, wohlformulierten Sätzen!) spürbar nachgelassen hat, verkümmert offensichtlich die Fähigkeit, Zusammenhänge zu begreifen. Lehrer zögern, ob sie bei schlechter Orthografie Punktabzüge vornehmen sollen – sie sind heutzutage schon froh, wenn der Schüler den Zusammenhang richtig erfasst hat. Und diese Schüler wollen alle auf die Uni und werden selbst Lehrer. Das dicke Ende kommt nach.

Der größte

Der größte Schildbürgerstreich unserer großartigen Orthographen und Germanisten und vor allem, so wichtig wie ein Kropf. Es ist mir bis heute nicht einsichtig geworden, warum man die alte, ansich zu den Besonderheiten unserer besonderen Sprache sich passend entwickelten Rechtschreibung zerstören mußte. Auch wenn so mancher von uns damit Probleme hatte, waren die bestimmt nicht größer, als diese nun heute geworden sind.
Aber ich vermute, da standen ganz andere Intensionen mit hinter dieser 'Änderung', als nur etwas von der Kompexität mildern zu wollen.

Ja man muss ja verbessern

Die Rechtschreibreform konnte den Niedergang der Sprache auch nicht aufhalten.

Meiner Meinung nach, hat sie nur dafür gesorgt, dass jene Generation, der man die Bedeutung der Rechtschreibung vermittelte, nun auch nicht mehr schreiben kann.

Aber das war nur ein Nagel im Sarg der deutschen Sprache.

Ein weiterer waren "pädagogische Experimente" - da hat man den Kindern plötzlich erklärt: schreibt wie ihr redet. Ja, das hat sich jemand aus Hannover ausgedacht. In Mannheim endet so was allerdings unschön.
Und die alte Regel: nicht einfach schreiben - Fehler wieder abgewöhnen ist sehr schwer, die hatte man vergessen.

Und dann noch das FB-Deutsch. Das dazu führte, dass man Sätze teilweise nur noch versteht, wenn man sie laut liest.

Überhaupt hat man den Eindruck, dass der Wert einer Sprache nicht wirklich klar ist.

Das beginnt bei der "Elite". Ein Deutsch wird einem teilweise serviert.

Warum ein grosses ß nötig ist, weiss ich nicht- das hätte man echt abschaffen können. ^^

Ich hatte schon immer Probleme mit Rechtschreibung

und diese neuen Regeln haben es mir nicht einfacher gemacht. Ziel verfehlt.

Ich würde gerne das "ß", sowie "sss" einfach abschaffen und durch "ss" ersetzen. Das wäre für mich eine großartige Erleichterung.

Als zweites würde ich gerne Großbuchstaben nur noch am Satzanfang und für Namen benutzen. Ich glaube die Holländer machen das auch so.

Ich arbeite als Softwareentwickler. Rechtschreibun spielt bei meinem Beruf gottseidank (schriebt man das so?) keine große Rolle. Wir tauschen Spezifikationen und Anforderungsdokumente aus, ohne uns großartig einen Kopf um die Rechtschreibung zu machen. Wichtiger ist, daß die Formulierungen klar und eindeutig sind.

Dennoch finde ich es schon traurig, daß ich mich bei englisch sicherer fühle, wo ich doch in der Schule eine 5 in englisch hatte.

Ich sehe das Problem weniger

Ich sehe das Problem weniger ihn der Rechtschreibung als in der neuen Schreibschrift, da wurde schon hier in Hessen schon ende der 80er herum experimentiert. Schüler mussten ihn der Grundschule diese lernen und konnten sie dann an der Gesamtschule sie gar nicht gebrauchen.

Das ganze wurde durch gezwungen auch gegen den willen der Eltern, am Ende hatten diese Schüler eine sauklaue ein Leben lang, weil sie nie richtig Schreiben gelernt hatten.

Mag sein das jetzt nicht mehr so ist weil alle die selbe Schrift haben aber hier wurde eindeutig zu viele Experimente gemacht mit den Schülern.

Dies wünsche ich Deutschland nicht.

Nicht nur in Deutschland gibt es Schwierigkeiten mit der 'Modernisierung' der Rechtschreibung. Man kann nur warnen vor übereilte zu schnelle Änderungen. In den Niederlanden hat es 3 oder 4 massive Änderungen gegeben. Folge, nicht immer klare Grammatikregeln, viele Wörter die sowohl nach den alten Regelungen, 3-4 , oder nach einer unbekannten neuen Regelung geschrieben werden können, ein mangelhafter Sprachunterricht an den Schulen, da die Lehrer selber nicht mehr informiert sind, und die über eine Million Neuniederländer die vielfach ein Kauderwelsch sprechen, was keiner versteht.
Sprache schafft Einheit.......

Goethe würde im Grab rotieren...

Irgendwie scheint es mir, als passe man sich in jeder Form, ob Rechtschreibung oder Grammatik der deutschen Sprache, dem Niveau der "Bildungsfernen" an. Dabei ist es egal, ob jene auf Grund ihrer Herkunft (noch) kein Deutsch können oder ob sie aus solchen Kreisen stammen, wo Bildung eher gering gewichtet wird.
Vielleicht ist das ja gewollt?
Immerhin erwies es sich ja schon mehrfach als gefährlich, zu schlaue Bürger zu haben, die womöglich irgendwann gar auf die Idee kommen, selbstständig zu denken oder, noch schlimmer, Dinge zu hinterfragen!
Nicht auszudenken!

Für mich ist die schönste Blüte der Reform

.....mithilfe von................

>> Sind Sie "fleißig" oder

>> Sind Sie "fleißig" oder wollen Sie das jemandem nur "weismachen"?
Ich habe mich beflissentlich um eine Antwort bemüht, aber ich weiß sie nicht.
Einst waren die Schriftsetzer die Wächter der Rechtschreibung, doch dieser Berufsstand ist abgeschafft.

Dem ersten Reformschritt

Dem ersten Reformschritt hätte mehr Zeit eingeräumt werden müssen. Ganz und gar verwirrend waren die gefolgten Veränderungen mit Rücknahmen oder Ausweitungen der Optionen. Noch mit alter Rechtschreibung groß geworden, doch mit Interesse und der Bereitschaft, sich die erste Reform anzueignen, ist das ganze Hin und Her danach nur nervend. Die Reformen der Reform haben die Chance darauf zunichte gemacht, sich die Erstreform zügig und vor allem intuitiv anzueignen. Daher schreibe ich oftmals tatsächlich so, wie ich es meine, dass es richtig sein könnte. Alles andere ist mir nunmehr zu zeitraubend.

reform der rechtschreibung

wie wäre es einfach die großschreibung abzuschaffen?
Das macht außer uns deutschen wahrscheinlich kein mensch auf dieser welt!
... ein einfaches ding, ohne irgendwelche große regeländerungen und unsere kinder hätten in der schule ein problem weniger!
Dieser Unsinn wurde ja auch willkürlich im 17. jahrhundert, im barock eingeführt! .. weg damit! (mein automatisches korrektursystem zeigt mir in diesem text schon 7 fehler an).

Konjumktiv

"Andere Verschlimmbesserungen verdienten (erkennt jemand den Konjunktiv?) die gleiche Aufmerksamkeit."

Heisst es nicht "verdünten"?

Da habt ihr es, ich bin schon wieder ganz durcheinander. Die Rechtschreibreform hätte sich ernsthaft darum bemühen sollen, unnötig komplizierte Regeln durch einfach zu ersetzen.

Jetzt haben wir aber ein Fkickwerk. Manches ist einfacher geworden, manches aber noch komplizierter. Sehr schade finde ich, daß die meisten alten komplizierten Regeln immer noch gelten.

Der Hammer ist, daß die deutsche Sprache immer noch mehr unregelmäßige Verben hat, als regelmäßige. Ich hasse meine Muttersprache! Jetzt noch mehr.

Konsequent "inkonsekwent"

Wenn der "Delphin" nun ein Delfin ist, müsste dann nicht auch die Physik nun "Füsik", oder "Fysik" heißen/heissen?.
Wenn Wortursprünge aus Fremdsprachen kommen, sollten sie auch als solche erkenn- und nachvollziehbar sein (bleiben), denn der Grafiker hat wohl kaum etwas mit einem Adelstitel (Graf), sondern wohl mehr mit der "Graphik" (Zeichen) zu tun.
Die inkonsequente Umsetzung zur reinen "Wortmalerei" führt nur zu weiteren Verwirrungen, statt zu klaren, nachvollziehbaren Regeln (auch wenn diese "schwer" sein sollten).
Es geht also nicht nur darum, "daß" viele mit Neuem Probleme haben, sondern, dass die Regeländerungen nur zum Teil einer tatsächlichen "REGEL" unterliegen, die noch immer nur so vor Ausnahmen (s.o.) strotzt, bzw. sie (wie "Kein Komma vor dem UND")
sogar zu falschen Aussagen (oder muss ich hier von "Content" sprechen?) und oft zu unstrukturierten Mischformen aus "Altem" und "Neuem" führt, die dann auch noch von Anglizismen durchsetzt werden, weil es eben "IN" ist.

07:43 von SGB

Deutsche Sprache - schwere Sprache

oder wie kann man etwas verschlimmbessern.
Leider sind in der heutigen Zeit viele Reformen nicht den Namen "Reform" Wert
////
*
*
Seitdem die deutsche Sprache auch mit vollem Mund gesprochen wird, kulturell nicht mehr so wichtig?

Er nutze das Wort zwar....

... inflationär, aber her Ranicky hatte recht.
Dieses Kuddelmuddel, jedes Jahr eine neue Reform und am Schluss noch die Undinge wie das mit dem Ketchup...

Ich bin als Jahrgang 85 voll davon betroffen gewesen, an uns haben sie viel ausprobiert.

Im Schuljahr 2003/2004 kam zu den Rechtschreibreformen noch die Fehlerausschlussklausel hinzu.
Sprich wenn man in einem der Felder Rechtschreibung, Stil oder Inhalt 0 oder 1 Punkt (von 15) hatte, konnte man insgesamt nicht auf mehr als 3 Punkte kommen auch wenn man in den Anderen Feldern je 15 Punkte gehabt hätte und somit eigentlich rechnerisch hätte 10 Punkte bekommen müssen.
Sie können sich vorstellen das die Notenschnitte massiv gefallen sind und die Anzahl der Sitzenbleiber massiv gestiegen ist.
Die Regelung wurde nach einem Jahr wieder abgeschafft.

Ein perfektes Beispiel für Konzeptloses Herumreformieren.

Zunehmend bedaure ich, dass

Zunehmend bedaure ich, dass Wörter in die deutsche Sprache einfließen, deren Nutzen sich mir völlig entziehen. Produktentwickler, Marketingfachleute und Werbestrategen basteln des Effektes wegen an Neuschöpfungen oder Übernahmen aus dem vornehmlich englischen Sprachgut, und diese werden scheinbar unkontrolliert übernommen. Gerade in Zeiten der Globalisierung wäre es sinnvoll, derartige Entwicklungen durch eine permanente Sprachkommission beobachten zu lassen, um dem Deutschen wenigstens eine Alternative zu diesen Einflüssen anbieten zu können. Und selbst wenn ein Fokussierung der Wortbedeutung notwendig erscheint, sollte zunächst nach einer deutschsprachigen Entsprechung gesucht werden und diese ins Angebot gehen.
Das Wort SALE ist z. B. eine solche unsinnige Erscheinung. Hier hat das Deutsche Wörter, die die Bedeutung zudem variieren: Abverkauf, Schlussverkauf, Ausverkauf. Ist das zu schwierig für die Welt und für uns selbst?

@ dirk_kf

Es ist möglich, dass einige denken, dass das ß abgeschafft wurde.

Es kann aber auch sein, dass viele auf internationalen Klaviaturen schrieben und es sich deshalb abgewöhnt haben.

Auf einer deutschen Klaviatur liegen die Umlaute noch günstig. Das Umstellen ist da eher einfach. Das ß eher nicht. Es unterbricht sozusagen den Schreibfluss.

Vor allem an Laptops ist das oft sehr eng gestaltet.

Jedenfalls ist waren das die Gründe, warum ich mir das ß abgewöhnt habe.

Ich hatte das zuerst gar nicht gemerkt. Und irgendwann habe ich es (weil ich auch gerne im Dunklen am Laptop sitze) beibehalten.

Ich will damit aber gar nichts revolutionieren oder sabotieren. Es ist einfach praktischer.

Inkonsequenz der Rechtschreibreform

Ein wichtiger Bestandteil der Rechtschreibreform war das Erkennen von etymologisch zusammengehörigen Wörtern, also Wörtern, die von ihrer Herkunft und Bedeutung her eng zusammengehören, Deshalb wurde aus dem "Stengel" ein "Stängel", weil "Stängel" mit "Stange" etymologisch verwandt ist. Aus der "Gemse" wurde die "Gämse", weil mit "Gams" verwandt; aus "aufwendig" wird "aufwändig" usw. Aber warum wurden die "Eltern" nicht in "Ältern" verwandelt, wo doch das Stammwort "alt" ist? Und warum werden "viel" und "füllen" nicht vereinheitlicht, obwohl beide etymologisch verwandt (also beide Wörter mit v- oder mit f-)? Meines Erachtens haben die Rechtschreibreformer 'gekniffen' : sie befürchteten einen Aufschrei der Öffentlichkeit, wenn aus "Eltern" die "Ältern" geworden wären. Was sollen überhaupt diese Reformen? Es bleiben doch zahllose Ungereimtheiten, die man einfach lernen muss: Leute - läuten, Fäule - Keule, heiser - Kaiser, Feuer - Gemäuer usw.
Die beste Reform scheitert hier.

Zu viel Aufregung

Ich finde, dass es zu viel Aufregung um die Rechtschreibreform gab. Sprache hat sich immer verändert und Deutsch wurde nicht immer so geschrieben, wie im Duden von 1991.
Natürlich waren manche Regelungen nicht logisch, aber vorher war auch nicht alles logisch.
Nicht jeder, der sich über die neue Rechtschreibung echauffiert hat, hat vorher alles richtig geschrieben.
Teilweise wurde bei der Reform über das Ziel hinaus geschossen. "Mohär" ist albern, aber an den "Frisör" gewöhnen wir uns schon lange. Warum das "ph" bei "Delphin" so vehement verteidigt wird, den meisten aber "Photographie" zu umständlich ist verstehe ich auch nicht.
Viel Aufregung gab es um "Schifffahrt", wegen der 3 "f", aber wie hätte man früher wohl "Sauerstoffflasche" geschrieben?
Also ganz ruhig. Privat schreibt jeder, wie er will und es gibt keine Zensuren darauf. Öffentlich wäre es schön, wenn sich die deutschen Medien mal einigen könnten, ob sie "Stengel" oder "Stängel" schreiben.

Legasthenie

Als bekennender erwachsener Legastheniker
(ICD-10: Lese- und Rechtschreibstörung
ICD-11 gehörend zu der Gruppe höchstwahrscheinlich: 6A03 Developmental learning disorder)

Einigt euch endlich!!!

Für euch ist es schwer, aber für mich und andere ist es noch schwieriger.
Ihr macht damit Menschen kaputt ("Erwachsene, deren Alltag lebenslang durch eine Lernschwäche beeinträchtigt wird, haben eine um 46 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, sich das Leben zu nehmen" (2017; DOI: 10.1177/0022219417714776))..

Alte Schreibweise weiter zulassen

Ich finde, dass man schon gelegentlich die Rechtschreibung anpassen kann. Auch die vermeintlich Konservativen würden wahrscheinlich nicht zur Rechtschreibung zu Martin Luthers Zeiten zurück kehren (zurückkehren ?) wollen. Aber man sollte einfach auch alte Schreibweise weiterhin zulassen, bis sie von selbst aussterben. DAS wäre eine natürliche Entwicklung der Sprache.

Wer Rechtschreibung beherrscht, hat zwangsläufig als Kind viel gelesen oder tut es immer noch. Anders lernt man es nicht. Nun werden ja bei einer Rechtschreibreform nicht die Bibliotheken ausgewechselt. D.h. Kinder, die lesen, lernen Rechtschreibung sowieso hauptsächlich aus Büchern nach alter Rechtschreibung.

Es ist irgendwie typisch deutsch, ...

die Sache mit der deutschen Sprache.
Das Englische kennt so gut wie keine Regeln wie ein Laut geschrieben werden soll, trotzdem muss ein Wort zumindest in der Schule und in Dokumenten auf eine vorgeschriebene Art geschrieben sein.
Im Französischen hat sich die Aussprache von der Schriftsprache wegentwickelt. Allerdings (ähnlich wie die Lautverschiebungen im Deutschen) relativ regelmäßig.
Wo liegt also das Problem?
Solange allerdings Lehrer z.B. zugelassene Alternativen als Fehler anstreichen.
Oder wie ich es einmal erlebt habe, ein Deutschlehrer einem Kind in der 5ten Klasse eines Gymnasiums das nach vereinfachter Ausgangsschrift gelernte kleine s, da er es für ein z hielt, als Fehler anstreicht.
Ihm erst mal erklärt werden musste, was das ist.
Und er sich , nachdem ihm gesagt wurde, dass das Kind seit 4 Jahren nur dies gelernt hatte, trotzdem weigerte darauf Rücksicht zu nehmen.
Solange nimmt natürlich die Zahl der Rechtschreibfehler zu.
Und es wird fleißig weiter diskutiert.

@yolo

"Das schmeichelt den Alten, während die neue Schreibweise oft als umgangssprachlich deklariert wird. Richtig ist beides."

Das ist ein Trugschluss. Die laut Duden "umgangssprachlich" richtigen Dinge sind in der Schriftsprache immer falsch, und gesprochen zeugen sie oft von mangelhafter Bildung. Beispiel "wegen mit Genitiv/Dativ".

Ich war bei der Einführung der Rechtschreibreform 32 Jahre alt, mithin noch keinesfalls zu den von Ihnen so genannten "Alten" gehörend. Aber ich habe mich immer schwer mit ihr getan. Nicht aus Prinzip, sondern weil sie tatsächlich die Sprache verarmt (Getrennt-/Zusammenschreibung), die Lesbarkeit massiv beeinträchtigt (Kommasetzung, Getrennt-/Zusammenschreibung, Groß-/Kleinschreibung etc.) und oftmals die Schönheit der (unbestreitbaren) Logik der alten Regeln komplett verachtet.

Sehe ich auch so.....

Neu -
08:02 von Tanguero
Gerade bei den Medien sind Rechtschreibfehler, egal nach welcher Norm erstaunlich, ist doch in JEDEM Schreibprogramm eine Rechtschreibhilfe vorhanden. Allerdings, benutzen muss man diese schon.
Faulheit oder Borniertheit, wer kann das sagen.
Verfassen denn die " Schreiberlinge" ihre Texte immer noch auf einer Schreibmaschine? Diese hatten, wenn sie nicht aus dem vorigen Jahrhundert stammten auch schon Rechtschreibhilfen.
Ja ja deutsche Sprache - schwere Sprache.
Alt -
Gerade bei den Medien sind Rechtschreibfehler, egal nach welcher Norm erstaunlich, ist doch in JEDEM Schreibprogramm eine Rechtschreibhilfe vorhanden. Allerdings, benutzen muß man diese schon.
Faulheit oder Borniertheit, wer kann das sagen.
Verfassen denn die " Schreiberlinge" ihre Texte immer noch auf einer Schreibmaschine? Diese hatten, wenn sie nicht aus dem vorigen Jahrhundert stammten auch schon Rechtschreibhilfen.
Ja, ja deutsche Sprache, schwere Sprache.
So groß ist der Unterschied nicht.

Worte oder Wörter?

Ich finde es belustigend, wie viele Leute sich hier als Fachleute der deutschen Sprache darstellen, aber nicht einmal den Unterschied zwischen "Worte" und "Wörter" kennen.

Ich persönlich fand zwar nicht alles gut, was die Rechtschreibreform gebracht hat, aber es war vorher auch nicht alles sinnvoll. Beispielsweise finde ich es begrüßenswert, dass heutzutage ss und ß sich an der Aussprache (z.B. der Länge von Vokalen) orientiert und nicht daran, ob der Buchstabe am Ende oder mitten im Wort steht.

Viele Grüße
Patrick

Ist es die Lust oder mangelndes Wissen?

Als Autor habe ich einen anderen Blickwinkel auf die Rechtschreibung. Leider muss ich feststellen, das die Grammatik sowie die Rechtschreibung schlecht ist. Die Frage kommt auf "Woran liegt das?"
Zum einen die Reform als solches, die getrost als Reform der Reform bezeichnet werden kann.
Hat die "Amerikanisierung" schuld daran? Ja das hat sie, ohne Zweifel. Nur einige Wörter wie "cool, show, come on etc." Genau solche Wörter machen es schwer diese grammatikalisch korrekt einzubinden. Für
mich als Autor, hat das mit der deutschen Sprache nichts zutun.
Noch schlimmer wird es in der IT. Ohne Englisch Kenntnisse ist es unmöglich das Kauderwelsch zu verstehen.

See you

Ich meinte natürlich, bis bald!

Zeitgeist

Wer sich nur nach dem Zeitgeist und die Unstaltung der Sprache richtet, der verliert seine eigene Identität.
Unser Sprachverhalten ist zu einem Quauderwelch von unmöglichen Zusammensetzungen geworden und selbst die Mdedien haben es übernommen.
Oftmals kann man die Leute kaum noch mit dem Grundwissen der deutschen Sprache verstehen, man fragt sich, lernt noch einer eine verständliche deutsche Sprache sprechen?

Schrift ist Kultur

Ja, Kultur verändert sich, nur was bei der Rechtschreibreform passiert ist, hat nichts mit Kulturveränderung zu tun, sondern man wollte um jeden Preis vereinfachen.

Was man überhaupt nicht bedacht hat, sind die Probleme der Verlage. Jedes Buch mußte Korrektur, wenn dies bei den neuen Regeln überhaupt möglich war, gelesen werden. Ältere Bücher für junge Menschen nicht mehr geeignet? Schul- und Kinderbücher in den Müll, nur weil ein paar Berufene Schindluder mit der dt. Sprache treiben?

Alte Bücher, Dichter, Schriftsteller sind nicht falsch geschrieben, sie sind unsere Kultur, die mal eben nebenbei in die Tonne getreten wurden.

Sie arbeiten als Softwareentwickler?

@sfrings75
Dann fragen Sie mal bitte Ihren Programmier, was passiert wenn er beim Schreiben des Programmcodes einen Befehl nicht richtig schreibt (Rechtschreibung), bzw. die Syntax nicht einhält (Grammatik) .

@juemey1

Sie haben ein schlechtes Korrektursystem. Es sind 16 Fehler.

Die Großschreibung vereinfacht die Lesbarkeit von Texten enorm und sollte deshalb keinesfalls abgeschafft werden.
Egal, ob wir damit die Einzigen sind oder nicht. Ich habe kein Problem damit, als Einziger etwas Gutes zu haben.

@Hausmannmichael

es heißt:
c u
sonst könnten sich ja noch mehr "Tipfähler" "einschlaichen"

Sprache ist nationale Kultur

Warum etwas ohne Not reformieren?
Die deutsche Sprache ist vielfältig und einzigartig, ja und sie ist nicht einfach.
Aber die Faulheit und Bequemlichkeit anderer Menschen, kann nicht Maßstab sein.

Auch wenn ich fließend Englisch spreche, ist es eine der ausdruckslosesten Sprache dieser Welt.

Ein schöner Traum

Wenn ich in Berlin in der U Bahn sitze und den jungen Leuten zuhöre kann ich mir schwer vorstellen das sie Weltliteratur lesen, egal nach welcher Norm - falls sie miteinander reden und nicht nur aufs Smartphone starren.

@tisiphone

"Ich will damit aber gar nichts revolutionieren oder sabotieren. Es ist einfach praktischer."

Und falsch. Und schlechter lesbar. Und manchmal missverständlich.

Tut mir Leid,

ich kann dieser hochgeistigen Diskussion hier in den Kommentaren nicht folgen.
Mich stören ganz andere Dinge an der deutschen Sprache.

Ich bin Konstrukteur. Überall auf der Welt kann ich mich als Designer vorstellen. Ausser in Deutschland. Da beanspruchen die Stylisten diese Berufsbezeichnung.

Wenigstens ist die deutsche Ausgeburt der Hölle, das Handy, sanft entschlafen, seit das Smartphone seine Knöpfe verloren hat.

Sprache ist keine Kunstform, Selbstzweck oder Identitätsmerkmal eines Volkes, sondern ein Hilfmittel zur Kommunikation. Ich denke das ist die richtige Herangehensweise für diese Diskussion.

Deutschland ist Exportweltmeister. Daraus beziehen wir unseren Wohlstand.
Da ist Englisch eigentlich viel wichtiger als Deutsch. Schon mal darüber nachgedacht?

Das Problem ist nicht die Schreibweise sondern dass wir uns zu wenig austauschen

@um 10:14 von DrBeyer

Die laut Duden "umgangssprachlich" richtigen Dinge sind in der Schriftsprache immer falsch,
-

Weder ist die Hochsprache verbindlich festgelegt noch sind umgangssprachliche Abweichungen hiervon verbindlich abgegrenzt. Es gibt keine staatl. Institutionen der deutschspr. Länder, die dafür zuständig sein könnten. Der Normierung der hochdeutschen Standardsprache (Standarddeutsch) hat sich hier aber der Verlag Brockhaus verschrieben, der in Zusammenarbeit mit staatl. und nichtstaatl. Stellen unter dem Markennamen Duden Wörterbücher herausgibt. Sie erscheinen seit dem späten 19. Jhd. Die Orientierung an Schreibformen des Dudens, bspw. für den Schulunterricht oder in den Druckmedien, ist eine freiwillige Entscheidung der Kultusminister der Länder, der sonstigen staatlichen Behörden und der Verlagshäuser (vgl. Rechtschreibreform). Darum kann nicht von einer verbindlichen Norm in der Hochsprache gegenüber einer fehlenden Norm in der Umgangssprache gesprochen werden.

Halbherzig

Grundsätzlich begrüße ich diese Reformen, ansonsten würden wir ja noch wie vor 500 Jahren schreiben. Nicht zu begrüßen ist die Halbherzigkeit und zu häufige geringe Reflexion der Änderungen.
Das 'Eindeutschen' von Fremdwörtern zeigt dies: 'Ketschups' hätte richtig Kätschap lauten müssen und ebenso hätte es die Kautsch und den Inschenör geben müssen. Das 'ß' zu 'ss' ist grundsätzlich gelungen, brachte aber kleine Probleme wie das 'sch' in 'bisschen'. Dass viel zu viele 'dass' und 'das' verwechseln ist ein regionales Problem nördlich des Mains.
Völlig misslungen ist die E-Mail. 'elektronisch' zu 'E-' transformieren erfordert nicht nur beim Schreiben zu viele Gehirnwindungen, eMail ist wie alle eX...-Schreibungen viel passender. Aber leider sind Pragmatiker nur selten unter Germanisten vertreten. Und wenn einer von denen eine Legasthenisierung beanstandet, dann sollte er den griechischen Part auch korrekt mit [θ] aussprechen.

Verbindlichkeit der Reform

zu Gorilla84, 8.26 Uhr
Wann die reformierte Schreibung gilt? Nach meinem Eindruck meinen viele Menschen, daß diese Schreibung für alle gilt. Das Bundesverfassungsgericht hat aber festgestellt: „Soweit dieser Regelung rechtliche Verbindlichkeit zukommt, ist diese auf den Bereich der Schulen beschränkt. Personen außerhalb dieses Bereichs sind rechtlich nicht gehalten, die neuen Rechtschreibregeln zu beachten und die reformierte Schreibung zu verwenden. Sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben. Auch durch die faktische Breitenwirkung, die die Reform voraussichtlich entfaltet, werden sie daran nicht gehindert.”; nachzulesen mit Quellenangabe unter http://gis.uba.de/website/web/sprache/html/schreibreform.html.

Unwillen zur Veränderung

Zwei Dinge fallen auf an der Kritik an der Rechtschreibreform:
1. Sie wird desto heftiger vorgetragen, je älter der jeweilige Kritiker ist, sprich: je weiter sein eigenes Rechtschreiblernen zurückliegt. Da liegt der Verdacht nahe, dass hier fundierte Kritik mit der eigenen Unlust verschwimmt, sich etwas Neues anzueignen.
2. Kausale Zusammenhänge werden beliebig interpretiert. Laut Studien nehmen die Rechtschreibschwächen bei Schülern zu. Ob das an der Rechtschreibreform liegt, ist damit aber mitnichten erwiesen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der zunehmende Konsum von suboptimal formulierten und oft stark fehlerhaften Texten in den sozialen Medien sowie 'SMS-Sprech' das Bewusstsein für saubere Orthografie (was ich nie wieder mit "ph" schreiben würde) erodiert. In den sozialen Medien ist das zu vernachlässigen, aber eine Bachelorarbeit verlangt mehr Sorgfalt. Diese Differenzierung muss verstanden und gelernt werden.

Es war eine Gleichmacherei

Denn jetzt kann so gut wie niemand mehr fehlerfrei schreiben. Diejenigen, die es vorher konnten, hat man durch seltsame Neuregelungen verunsichert. Könnte das Maskottchen für deutsche Bildungsreformen werden.

Fraktur reden

"Alte Bücher, Dichter, Schriftsteller sind nicht falsch geschrieben, sie sind unsere Kultur, die mal eben nebenbei in die Tonne getreten wurden." Welcher junge Mensch kann heute noch in Fraktur gesetzte Bücher lesen? Damit verzichtet er auf (geschätzt) 90% seiner Schriftkultur. Dagegen sind alle Spitzfindigkeiten der Orthographie ein Klacks. Ich quäle mich gerade mit einem Text in Deutscher Schreibschrift rum; zum Glück hat man uns die in der Schule noch beigebracht. Aber heute?

@tisiphone

"Warum ein grosses ß nötig ist, weiss ich nicht- das hätte man echt abschaffen können."

Nur, weil Sie den Sinn von etwas nicht erkennen, heißt das noch lange nicht, dass dieser Sinn nicht trotzdem vorhanden ist.
Ein großes ß ist extrem hilfreich, um viele Missverständnisse auszuschließen.

Kommt Zeit, kommt Gewöhnung

Als Textlektor, der seine Rechtschreibkompetenzen selber lange vor der Reform erworben hat, sollte ich eigentlich geneigt sein, mich in den Reigen der Reformkritiker einzureihen. Es war sehr mühsam, mich auf die neuen Regeln umzustellen. Aber es hat sich gelohnt. Vieles ist heute freigestellt, man sollte sich in eigenen Texten nur für eine einheitliche Linie entscheiden.
Auch Reformgegner werden zugeben, dass die Schreibweise "daß" heute arg altbacken anmutet. Wir werden uns daran gewöhnen.
Als einst z. B. von "Thal" auf "Tal" umgestellt wurde, gab es sicher auch einen Aufschrei - heute kräht kein Hahn mehr danach. Und wer die Vereinfachung der Orthografie mit einer Verdummungsoffensive gleichsetzt, hat den Sinn von Sprache nicht verstanden: Sie ist nicht dazu da, es uns so schwer wie möglich zu machen, sondern Kommunikation zu vereinfachen. Englisch etwa ist in Orthografie und Grammatik wesentlich simpler gestrickt und hat es trotzdem (oder gerade deshalb?) zur Weltsprache gebracht.

Warum nörgeln nur die "Alten"?

Ich habe selber die "alte" Rechtschreibung in der Schule gelernt. Im Vergleich zum Gießener Anzeiger von 1750 war sie allerdings extrem fortschrittlich.
Inzwischen habe ich zwei Kinder, die selbst zur Schule gehen und die neue Rechtschreibung lernen. Beide empfinden nicht die vielseits beschworene Abscheu gegen "Stängel" oder "Schifffahrt". In der Tat lassen sich viele Wörter heute logischer herleiten und den Kindern beim Lernen erklären, wenn auch nicht alle.
Möglicherweise ist die Rechtschreibreform handwerklich nicht perfekt geworden. Hinsichtlich der Nörgelei vieler Deutscher kommt es mir so vor, dass geliebte Gewohnheiten nicht aufgegeben werden sollen.

@ DrBeyer

"und oftmals die Schönheit der (unbestreitbaren) Logik der alten Regeln komplett verachtet"

Ach kommen Sie! Ich habe beide Varianten (alte und neue) Rechtschreibung in der Schule gelernt. Die alte Rechtschreibung hatte so viele Ausnahmen, dass Sie kaum von unbestreitbarer Logik sprechen können. Manche Sachen waren früher tatsächlich etwas ästhetischer, andere wiederum wesentlich schwerer zu lernen (z.B. ss/ß, drei Konstonanten, Groß- und Kleinschreibung von Ausdrücken wie "im Wesentlichen", Trennungsregeln).

Vieles, was man früher mit aufwändigen Ausnahmeregeln pauken musste, lässt sich heute in ein oder zwei einfache Regeln packen. Insofern macht die Rechtschreibreform durchaus einiges leichter. Dass heute viele Kinder/Jugendliche eine schlechtere Rechtschreibung haben, kann auch andere Einflüsse haben (z.B. das Lesen im Internet, welches sicherlich als rechtsfreier Raum verstanden werden kann, wenn es um Rechtschreibung geht).

Viele Grüße
Patrick

Falsch!

Falsch!
Sprache hat sich schon immer nach dem Zeitgeist gerichtet.
Im Mittelalter waren die Einflüsse aus dem Latein noch am stärksten.
Im 18./19. Jahrhundert aus dem Französischen.
Worte unterliegen in ihrer Aussprache und Bedeutung einem stetigen Wandel.
Neubildung und Entlehnung aus anderen Sprachen geschahen schon vor 2000 Jahren.
Wer kann heute noch auf Anhieb erkennen, dass lateinisch "quis" und deutsch "wer/was" urverwandt sind.
Dass Kreuz, Mauer, Fenster, Nase Entlehnungen aus dem lateinischen sind.
Dass der Boulevard eine Rückentlehnung aus (geschleiftem) Bollwerk ist.
Dass "zum Puff gehen" ein Tarnausdruck war, da er eigentlich bedeutete sich zum Backgammon spielen zu verabreden.
"Geil" eigentlich fröhlich, gut gelaunt bedeutete.
Das Germanische noch einen Instrumental und einen Dual (Reste im bayrischen noch vorhanden) hatte.
Und es bereits um das Jahr 1100 Befürchtungen gab, der Dativ würde den Genitiv verdrängen.
Nein, Sprache unterliegt einem ständigen Wandel.

@09:42 von juemey1

wie wäre es einfach die großschreibung abzuschaffen? Das macht außer uns deutschen wahrscheinlich kein mensch auf dieser welt!

Alle Sprachen, die das lateinische, das kyrillische oder das arabische Alphabet verwenden, haben Groß- und Kleinschreibung. Vom Rest weiß ichs nicht.

(Was machen eigentlich Menschen, die in Chats und Foren immer alles nur klein schreiben, mit der ganzen erparten Zeit?)

Orthographen sind keine Grafen

oder doch?

Bei mindestenes diesen Wörtern wäre ich falsch gelegen:
- aufwendig (aufwändig)
- Stengel (Stängel)
- Friteuse (Fritteuse)
- Orthographie (Orthografie)
- Fotograph (Fotograf)
- Delphin (Delfin)
- Panther (Panter)
- gewußt (gewusst)

Wer hätte es gewusst? Gemäß neuer Schreibweise sind die Wörter in Klammern korrekt.

Ich weigere mich Rad zu fahren, denn ich mag Radfahren

Unser Lehrer hatte uns mal eine sagenhafte Regel beigebracht: Solche zusammengesetzten Wörter schreibt man auch zusammen, wenn man sie vorne betont, dagegen auseinander, wenn man sie hinten betont. Da war es dann kein Problem mehr. Aber vermutlich beugte man sich durch das Auseinanderziehen der Wörter sogar da den angelsächsischen Gepflogenheiten, oder wozu soll das Aufgeben von Altbewährtem (oder alt Bewährtem?) dienen?
Aber mir ist nach wie vor unerklärlich, woher die entsetzliche Fehlerquote des "Sie" seit einigen Jahren kommt. Warum werden nun so viele "sie" der 3. Person Singular und Plural großgeschrieben?
Und zumindest Bayern dürften höchstens noch Tippfehler bei "das" und "dass" machen, denn ein Bayer kann sich merken: Wo man in Bayern "dass" sagt, das schreibt man auch dass, wo man aber "dees" sagt, das ist das "das":-)

um 08:15 von Marcus2

Regel?
Gesamt - zusammen - Samen- Samt.
---
Das Wort Zusammen hat vor den Doppelkonsonanten ein kurz gesprochenes A, weshalb ein Doppelkonsonant folgt.
Gesamt, Samen und Samt haben ein lang gesprochenes A und es wird kein Doppelkonsonant folgen.

Eine Regel ist hier durchaus anwendbar.
Meine Kinder schreiben auch für sie neue Worte inzwischen meist richtig, weil sie diese Regel im Nachsinnen anwenden können.
Daher wird Tipp auch mit PP geschrieben: Das I wird kurz gesprochen. So auch das Wort Stopp.
Top ist ein englisches Wort und behält daher die englische Schreibweise, wie das englische stop.
Unsere Verkehrsschilder ( Stop) haben daher aus der reformierten Sicht keinen dt. Begriff, sondern einen internationalen.

Die Reform war sogar noch zu halbherzig

Dass viele Wörter im Gebrauch mit dem "ß" falsch waren, kann nicht wegdiskutiert werden - mit etwas Hinhören und 1 Regel ist das Thema durch. Jedoch: Kreationen wie "ph" haben in der deutschen Sprache nichts mehr zu suchen - schön, wenn sie einen griechischen Stamm haben, aber deshalb braucht man sie nicht zu verkomplizieren. Der Delphin wird mit "f" gesprochen, also sollte man das auch so schreiben! Es ärgert mich nach wie vor, dass ein sinnloser Buchstabe wie das "v" nach wie vor überall auftaucht: Nur in 5 Wörtern wird der Buchstabe stimmhaft gesprochen (Violine, Vase), überall sonst wird er identisch als "f" gesprochen. Warum schreibt man "verrückt" und nicht "ferrückt" - phonetisch das selbe. Und weshalb haben wir noch ein Konstrukt namens "qu"? Die Holländer schreiben "Kwalität", weil man's so spricht und wir verkomplizieren das als "Qualität". Jaja, es sieht gebildeter aus, aber mit Fremdworten imprägniert mir niemand !

zu Volkspartikel, 8.09 Uhr:

Grundansatz der Rechtschreibreform war, den Schülern, also Schreibern, das Leben zu erleichtern. Genau das ist der Geburtsfehler. Wenn ich mein Tagebuch schreibe, kann ich das in einer Mischung aus chinesischen und kyrillischen Buchstaben machen, von rechts unten nach links oben geschrieben. Solange ich das lesen kann, genügt das. Wenn ich aber für andere schreibe, und das ist der Normalfall, sollte eher ich als Schreiber mich quälen als daß ich den Lesern das Leben schwer mache – wie Sie richtig feststellten. Die herkömmliche, sprich bewährte Rechtschreibung hat sich über eine lange Zeit in einem Spiel von Aktion (Schreiben) und Reaktion (Rückmeldung des Lektors) zum Nutzen des Lesers entwickelt. Deshalb sollten die Schulen von der verkopften Fehlgeburt zur bewährten Praxis zurückkehren.

Das Doppel-S braucht niemand.

In der Schweiz gibt es seit 50 Jahren das Eszet nicht mehr, und keinen juckts.

@yolo

"Darum kann nicht von einer verbindlichen Norm in der Hochsprache gegenüber einer fehlenden Norm in der Umgangssprache gesprochen werden."

Das mag ja sein, aber so, wie es der Duden, das von allen Stellen benutzte Normierungsmittel der Hochsprache (jedenfalls bis zur RsR), gebraucht, bedeutet "umgangssprachlich auch" soviel wie "eigentlich falsch, aber trotzdem von Vielen benutzt".

Merkwürdig daran ist,

dass mittlerweile viele, die an der Reform mitgewirkt haben, diese nun infrage stellen.

Obelix würde sagen: "Die spinnen, die Germanen!"

Das Beispiel für Ausweise für das große "ß" ist ja wohl ein Witz. Wer häufig schriftliche Korrespondenz mit englischsprachigen Kunden und Lieferanten pflegt, der wird in der Adresse seiner Firma schon mal das Wort "StraBe" gelesen haben. Meiner Meinung nach sollten alle "Spezialbuchstaben" gestrichen werden. Aus ß wird ss und die Umlaute werden so wie im Internationalen oe, ae u ue geschrieben. Dann habe ich auch keine Probleme mehr mit meinem Ausweis, da mein Nachname ein Umlaut enthält.

Ich verstehe auch nicht, warum unbedingt jedes Wort eingedeutscht werden muss. Wenn Fremdworte den Eingang in unsere Sprache finden, dann sollten sie ihre Schreibweise beibehalten. Wenn die Kinder nämlich die Fremdsprache lernen, wird es Ihnen beim Schreiben leichter fallen. Cool muss cool bleiben und nicht zu kuhl werden...

Ach, kann mir mal jemand erklären, was "Mohär" ist? Ist das eine dialektische Verhohnepipelung von "Mauer"? Danke dafür im Voraus.

Das nächste, welches abgeschafft wird...

ist wohl das i

Bürgit hat ein Schädelhürntrauma und üüüürgendwann kommt sie aus dem Krankenhaus raus..

aus Käse wird "Kese"

die Leute reden halt kein ordentliches Deutsch mehr.

Gehirnwäsche durch Vereinfachung?

Mir kommt es vor, als sollte die Struktur unserer Sprache an die des Englischen 'angepasst' werden. So dass es leichter in eine Übersetzungsmaschine eingegeben werden kann?

Die Kommaregeln und die s-Laute z.B. waren in der alten Rechtschreibung klar geregelt. Nun schlägt jem. sogar "das" für "das" und "dass/daß" vor. Wenn man im Engl. mit einem einfachen "that" und ohne Komma auskommt, müssen wir uns dann ebenso mit einer einzigen Schreibweise für "das" begnügen? Das ist doch das Schöne, dass wir differenzieren können, wo im Englischen eben nicht differenziert wird. Warum muss das alles überall gleich sein? Das kommt mir wie eine Gehirnwäsche in Richtung Simplizität vor.

Im Französischen sind viele Schreibweisen nur nachvollziehbar, wenn man den Sinn des Satzes auch tatsächlich versteht (und/oder sprachhistorisch bewandert ist). Es erfordert geradezu Intelligenz, korrekt zu schreiben. Genau das scheint hierzulande regelrecht verpönt!

Sprache und Schrift

Sprache und Schrift entwickelt sich mit der Gesellschaft und diese mit dem ökonomischen Voranschreiten. Eine simple gesellschaftswissenschaftliche Tatsache. Das gilt bis zur Bildung von Nationen die sich im Besonderen durch eine einheitliche Nationalsprache unterscheiden. Und Deutschland ist eine Nation.
Es gibt keine Krux. In der Schule haben wir die Regeln der deutschen Sprache gelernt und beherrschen es entsprechend unserer Lernfähigkeit. Alles andere sind künstliche Anpassungen die für eine zwanghafte Entwicklung sprechen, aber nicht für eine die der gesellschaftlichen Entwicklung objektiv und unabhängig entspricht. Fazit, unsere Entwicklung auch in dieser Sache ist fehlgeleitet.

Spiegel des politischen Dilettantismus

Von Berufs wegen musste ich mich ab 1996 mit der Rechtschreibreform auseinandersetzen und beide "Systeme" abrufbereit parat haben.
So konnte ich die Respektlosigkeit vor der gewachsenen Sprache (teilweise Vulgarität), die Widersinnigkeit, die nicht zu Ende gedachten Änderungen bestimmter Regeln, den fehlenden Überblick der Neuerer, schlicht die ganze Stümperhaftigkeit der Reform im Detail studieren.
Damals überkam mich die Erkenntnis: Wenn so dilettantisch wie die Rechtschreibreform bei uns auch die Politik im großen Stil gemacht wird, sodass es hinterher schlechter ist als vorher, dann "Gute Nacht, Deutschland!".

@DrBeyer

""Ich will damit aber gar nichts revolutionieren oder sabotieren. Es ist einfach praktischer."

Und falsch. Und schlechter lesbar. Und manchmal missverständlich."

Das ist aber nur so, weil Sie es so gewohnt sind. Wenn Sie lange genug auf einer englischen Tastatur geschrieben haben und der Einfachheit halber ü zu ue und ß zu ss werden lassen, dann ließt sich das gar nicht mehr so schwer und ist auch verständlich. Von mir aus können unsere Sonderbuchstaben wegfallen. Das würde es auch Fremdsprachigen erleichtern, unsere Sprache zu lernen. Dass es zu Missverständnissen kommen kann, ist auch heute nicht ausgeschlossen. Mit "beinhalten" wird in den allermeisten Fällen nicht das Halten eines Beins gemeint sondern auf einen Inhalt Bezug genommen.

09:04 von Uwe Rudolf

"...
Die Jammerer aber lade ich herzlich ein, z.B. die alten Scheinnominalisierungen wie "im allgemeinen" _klein_ zu schreiben, die wirklich knifflig zu entscheiden waren. Heute gilt einfach: Artikel davor -> groß!
..."

Ja, ich finde 'der Eine' 'zum Einen' und 'der Andere' 'zum Anderen' auch viel schöner.

pwelk um 10.48 Uhr

Die heutige Verbreitung des Englischen ist nicht durch seine vermeintliche Einfachheit bedingt, sondern durch den Einfluß der Staaten, in denen es die vorherrschende Sprache ist. Die Verbreitung von Sprachen folgt meist nicht den Regeln eines freien Wettbewerbes, wo der gewinnt, der das beste Produkt hat. Sonst hätte sich ja Esperanto durchgesetzt.

Rechtschreibreform? Was ist das?

Mal ganz ehrlich, seit 1995 bin ich aus dem Bildungsapparat raus und seit dem habe ich weder die Lust noch die Zeit oder den Willen mich einer ständig veränderten Schreibweise anzupassen. So wie die Rechtschreibregeln zu meiner Schulzeit waren so werden sie von mir auch angewendet ungeachtet der Meinung anderer. Wollte man eine 100% Umsetzung der neuen Regeln erreichen müsste man erneut die Schulbank drücken. Mir ist es noch nie passiert, daß jemand in meinem Umfeld "Delphin" oder "gewußt" angekreidet hat.
Letztendlich sollte jeder so schreiben wie sie oder er es in der Schule gelernt hat.

@ um 11:04 von DrBeyer Zeit verändert

so, wie es der Duden, das von allen Stellen benutzte Normierungsmittel der Hochsprache (jedenfalls bis zur RsR), gebraucht, bedeutet "umgangssprachlich auch" soviel wie "eigentlich falsch, aber trotzdem von Vielen benutzt"
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Der Duden ist aus dem Brockhausverlag und versucht daher eine Norm herzustellen.
Diese ist ausschließlich für Schulen verbindlich, wie das Bundesverfassungsgericht einräumte.
Daher ist es nicht falsch, wenn jemand Kaktusse statt Kakteen schreibt. In der Regel sollte man sich aber der Bildungssprache anpassen, um sich von sogenannten sozialen Umfeldern abzugrenzen.
Ich bevorzuge klar auch Kakteen, Atlanten, etc. Vermutlich aber nur, weil das Klangbild sich mir über meine alte Schulzeit noch eingebrannt hat und die Herleitung mir einfach logisch erscheint.
In zukünftigen Generationen wird man vermutlich irgendwann nur noch Kaktusse sagen.
Ein Trost:
Schriften von Friedrich dem Großen hätten im Original eine wohl fast artfremde dt. Sprache zur heutigen.

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