Ihre Meinung zu: Wahl in Indien: Ein ehemals "Unberührbarer" als Präsident

17. Juli 2017 - 10:51 Uhr

In Indien wird ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Das Ungewöhnliche: Zwei Dalits - früher "Unberührbare" - treten gegeneinander an. Doch das heißt noch lange nicht, dass Dalits nicht mehr diskriminiert werden. Von Jürgen Webermann.

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Kommentare

Ein ehemals "Unberührbarer"

Ein ehemals "Unberührbarer" als Präsident
Inzwischen rückt Indien immer stärker weltpolitisch, wirtschaftlich schon ewig, ins Licht der Öffentlichkeit. Mein erster Kontakt war 1970 als Hardware IBN die Zusammenarbeit mit einem indischen Dipl. Ing. in der Software Entwicklung Gruppe im gleichen Unternehmen zur Steuerung eines Hochregallagers mittels Großrechner bei einem Autoherstellers in Deutschland. Heute ist die Welt anders, da sollte nicht ein "Unberührbarer" als Präsident stören, es sei denn er schaffte das Bargeld durch RFID Chip APP. ab! Na, da wäre noch die Möglichkeit ein Bombenwetter zu kreieren..

Toll

Die Welt verändert sich, zwar langsam, doch sie bleibt in Bewegung und Betonköpfe sterben solangsam aus.

Ich persönlich habe meine Zweifel

Ich persönlich habe meine Zweifel, dass die Diskriminierung von Dalits in Indien jemals aufhören wird. Zu sehr bestimmen religiöse und traditionelle Kastenvorstellungen das gesellschaftliche Leben. Gezielte Gesetzgebung hat es ermöglicht, dass Niederkastige beruflich und politisch aufsteigen können - nur gesellschaftlich, im Privatleben hat das keine Bedeutung. Die indische Gesellschaft ist unüberbrückbar weit von westlichen Grundidealen entfernt, und sie hat sich inzwischen nach hinten gewendet, in Richtung der Vergangenheit.

Ministerpräsidentin Indira Ghandi war ne Frau

... daraus aber den Schluss ziehen zu wollen, Frauen wären in der indischen Gesellschaft schon vor 50 Jahren gleichberechtigt gewesen, ist wohl ein Trugschluss
immerhin wurde sie von ihrem jüngsten Sohn in aller Öffentlichkeit geohrfeigt !
und das bestehende Kastenwesen fällt jedem Rucksacktouristen auf, wenn er sich nur 2 Tage im öffentlichen Raum (Hotel, Eisenbahn) bewegt, eben wie unterschiedlich Menschen behandelt werden .....

Gandhi?

der viel gelobte war im übrigen Verfächter der Kasten-Politik....

Ich empfinde Indien als wirklich schlimm

Das Kastenwesen noch voll intakt, ein unberührbarer Präsident ist für mich ein Feigenblatt, Respekt vor Frauen nicht existent. Gift-, Säure-, und Brandangriffe, um die eigene Frau loszuwerden. Dafür kauft man sich quasi bei Wahlen die Stimmen zusammen, eine Toilette hat aber kaum ein Inder zur Verfügung. Und daß was im Textil- und Chemiesektor sich in Indien abspielt, ist beispiellos, beispiellos schlimm.

@to be stupid - first 17:33

Schlimm lässt sich immerhin noch steigern. Als schlimmer empfinde ich, dass man uns Indien als ein asienweit leuchtendes Beispiel für Demokratie vorgaukelt und insbesondere als eine Art Perspektive für China darstellt.
Ich vermute mal, soviel Korruptheit samt mittelalterlicher gespaltener Gesellschaft wird China niemals schaffen. Aber das Reizwort "Kommunistisches Regime" reicht offenbar in vielen Hirnen schon aus, um zu verdrängen, das dieses gewiss nach unseren Maßstäben längst nicht demokratische Land dabei ist, ein Riesenvolk aus der Feudalgesellschaft nicht nur in die Gegenwart sondern offenbar in die erste Reihe der Industrienationen zu bringen.
Dass das Land übrigens etwas mit Kommunismus zu tun haben soll, können wohl nur Leute glauben, die markige Sprüche für Realität halten oder eben halten wollen.

Wird nichts ändern

Wer glaubt so eine Wahl würde irgendetwas am menschenrechtswidrigen Kastensystem und der Benachteiligung niedriger Kasten ändern glaubt bestimmt auch dass die Wahl Obamas ein Zeichen dafür war dass Amerika den Rassismus überwunden hat und sich die Schwarzen und Weißen in den USA so gut verstehen wie noch nie.

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