Kommentare

Mit großem Engagement für die Demokratie

Angela Merkel erweist der Bundesrepublik mit der völligen Gleichstellung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare einen großen Dienst. Wenn man einen alten Zopf abschneiden will, sollte man es einfach machen und nicht lange hin und her simmelieren.
Merkel hat den Schneid, das zu tun, und dafür zolle ich ihr großen Respekt.

Ein Mann,eine Frau

Die Ehe ist eine Institution die nur für Mann und Frau geschaffen wurde.
Die CDU und CSU bezeichnen sich als christlich.
Sie sind jedoch gerade dabei einen Grundpfeiler des christlichen Glaubens zu egalisieren.

Innerparteiliche Machtspiele

Innerparteiliche Machtspiele sind dem Kommentator wohl wichtiger als die überfällige und einzig richtige Gleichstellung von homosexuellen Paaren. Es betrifft ja "nur" ein paar zehntausende Menschen. Ziemlich zynisch was hier geschrieben wird.

Das hätte schon vor vielen vielen Jahren passieren sollen. Das traditionelle Weltbild der Union? Vielleicht der Seehofer mit seiner außerehelichen Geliebtin und das dazugehörige Kind? Das ich nicht lache...

Gibt es denn keine

Gibt es denn keine wichtigeren Probleme in D`Land?? - Etwa solche, die nicht nur eine winzige, verschwindende Minderheit betrifft, sondern die große Mehrheit der Bevölkerung - ääh, Wähler?
Ich gewinne irgendwie den Eindruck, Schulz hat Merkel lediglich ein Leckerli hingeworfen, mit der sie sich und ihre Partei blamieren kann, wenn sie darauf reinfällt.
Aber wenn schon: natürlich kann man eine Abstimmung darüber machen - die aber wahrscheinhlich alles beim alten läßt (was ich auch hoffe).
Die Ehe ist eine Schutzgemeinschaft für die FAMILIE - und kein Grundrecht für alles und jeden. Sonst könnte ja auch jeder Gutverdiener auf sein (vermeintliches) Recht auf Sozialhilfe spekulieren ...

Nicht so weit

Einige CDU Honorationen mögen nicht so weit sein, der Groteil der CDU Wähler ist es aber. Und die zählen in einer Demokratie.
Mir als ausgesprochenem Hetero ist es egal, wie der Name lautet. Eingetragene Partnerschaft, Leberkäs... oder eben auch Ehe. Ich gönne es denen!

PAOK

Und wer sagt Ihnen was die Grundpfeiler des Christlichen Glaubens sind? Der evangelische Kirchenrat? Der römisch-katholische Papst oder der Koptische? Irgend ein orthodoxer Patriarch? Irgend ein dahergelaufener Baptistenprediger? Eine beliebige Amtskirche? "Die" Bibel? Welche Zusammenstellung bevorzugen Sie, welche Übersetzung? Oder stehen sie im Kontakt mit dem lieben Gott selbst, dass Sie mit recht behaupten könnten was ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens sei? Wäre das nicht blasphemie? Die Wege des Herrn, so heißt es doch immer, sind unergründlich. Eine schöne Umschreibung für Beliebigkeit. Nein, die traurige Wahrheit ist doch: Christlich ist, wie bei allen anderen Religionen auch, nur das was mit weltlicher Gewalt durchgesetzt wurde und wird. Dies ist bei uns heute nach einer langen blutigen Geschichte endlich in diesem Fall auch mal wieder eine rechtsstaatliche.

20:20 PAOK

Ich stimme Ihnen voll zu.

keine übereilten Entscheidungen treffen

Ich finde diese Entscheidung übereilt. "Ehe für alle", "Eingetragene Partnerschaft", vielleicht auch noch andere Verträge zwischen den Menschen ... das alles ist noch nicht ausdiskutiert und sollte nicht übereilt entschieden werden.

Eben nicht dasselbe

Ein Schälchen Vanillepudding, dem "nur" die Schokostreusel eines zweiten Schälchens fehlen, ist zwar noch der gleiche Vanillepudding, aber eben nicht dasselbe Dessert. So ist das fehlende Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare eben nicht ein kleines Detail, dass man vernachlässigen könnte.
Der ewiggestrige Tonfalls der Kommentarin beweist ganz deutlich, wie wichtig die völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe ist. Aus der Sicht homosexueller Menschen ist die eingetragene Partnerschaft eben nur ein gönnerhaft gewährtes, zweitklassiges Recht der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft, aus der vermutlich auch dieser relativierende und mit dem Hinweis auf Parteispielchen ablenkende Kommentar entsprungen ist.

Vielleicht ist die Union noch nicht so weit...

...aber die Gesellschaft ist es mehrheitlich schon lange, wie Meinungsumfragen zeigen.

Man kann nicht immer warten, bis auch der letzte Ewiggestrige überzeugt ist. Abgesehen davon gibt es in der CDU und sogar in der CSU zahlreiche jüngere Politiker, die die "Ehe für alle" befürworten. Aus meiner Sicht ist das auch und vor allem eine Generationenfrage.

Die Ehe für alle ist ein gesellschaftspolitisch richtiger Schritt und überfällig. Schön, dass es nun so weit ist.

Jetzt müsste man nur noch die steuerlichen Vergünstigungen für Ehen streichen und stattdessen die Erziehung von Kindern noch stärker fördern. Dann wären sozial und ökonomisch die richtigen Anreize gesetzt.

Frau Brand versucht mit ihrem Kommentar Stimmung zu machen

Also zu diesem Kommentar von Frau Brand sage ich mal:

Frau Brand versucht hier nur Stimmung zu machen gegen die Gleichstellung die längst ueberfällig ist.

Außerdem sage ich mal zu dem hier:

Merkel überrollt ihre Parteifreunde

So ein Quatsch mit Soße!! Merkel hat zwar die Abstimmung endlich auf die Tagesordnung gesetzt, aber erst nachdem Jahre lang diskutiert worden ist, die Union dieses Thema vorsätzlich im Rechtsausschuss verschleppt hat indem sie das Thema mehr als 30 Mal von der Tagesordnung hat nehmen lassen. Außerdem wurde die Debatte Jahre lang gefuehrt, Frau Brand.

Und zu dem hier:

Die Union ist noch nicht so weit

sage ich mal: wie lange will Merkel denn dieses Thema noch aussitzen?? Wie lange sollen die Buerger die es betrifft, noch warten muessen?? Darf man fragen, wann die Union so weit ist?? Denn wenn man auf die Union warten wuerde, dann vermutlich bis um Sankt Nimmerleinstag.

um 20:20 von PAOK

Wo bitte genau im Grundgesetz (oder meinetwegen auch in der Bibel) ist die Ehe als Partnerschaft zwischen Mann und Frau definiert? Daß das so gemeint wäre sind pure Interpretationen aus einem bestimmten Weltbild heraus. Niemandem wird durch eine großzügigere Interpretation etwas weg genommen, allerdings bekommen dadurch bisher diskriminierte gleiche Rechte. Selbst wenn es nur 2 Personen unter 80 Millionen beträfe. Diskriminierung ist in einer richtigen Demokratie, die eben nur inklusive der Menschenrechte komplett ist nicht tolerierbar.

@ Kampfkanin

Laut ernstzunehmender Schätzungen sind ca. 5 - 10 % der Bevölkerung homosexuell veranlagt. Durch die weiterhin existente homophobe Stimmung in vielen Bereichen geben sich noch längst nicht alle entsprechend zu erkennen.
Wenn Ihnen plötzlich 5 - 10 % Ihres Einkommen genommen würde, würden Sie dann auch von einer "winzigenden, verschwindenden" Menge sprechen?

CDU sollte das "C" streichen.

Als römisch-katholischer Christ teile ich aus Überzeugung die Position der Deutschen Bischofskonferenz, die die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ablehnt (vgl.
xxx.erzbistumberlin.de/medien/pressestelle/aktuelle-pressemeldungen/pressemeldung/datum/2017/06/27/stellungnahme-von-erzbischof-koch/ )
Wenn Frau Merkel nun de facto den Weg für eine solche "Homo-Ehe" freigibt, indem sie die Angelegenheit zur Gewissensentscheidung erklärt, ist die CDU für mich nicht mehr wählbar!

Ehe hat weitreichende Konsequenzen

Die "Ehe für alle" hat viele weitreichenden Folgen, die Verantwortung betreffend, die sich viele gar nicht klarmachen. Erbrecht, Rentenausgleich, Betreuungsrecht ... mit der Ehe bekommt man nicht nur einen gesellschaftlich anerkannten Status, sondern auch jede Menge Verpflichtungen. Nicht von ungefähr handhaben es viele Ehepartner mittlerweile so, dass sie zwar heiraten, parallel dazu aber Eheverträge abschließen, um dadurch den vielen Konsequenzen und lebenslänglichen Verpflichtungen zu entgehen. Was ist die Ehe dann noch wert? Ich fände es besser, wenn statt der "Ehe für alle" die "Eingetragene Partnerschaft für alle" möglich wäre.

Taktisch klug von Merkel

spätestens nach der Wahl wäre die "Ehe für alle" gekommen. Schulz konnte Merkel keinen besseren Gefallen tun, als die Entscheidung jetzt zu erzwingen. Es ist eine mögliche Schlagzeile in den letzen Tagen vor der Wahl weniger. Ein klassisches Eigentor von Schulz.

Grundpfeiler des christlichen Glaubens?

In den christlichen Glaubensbekenntnissen steht nichts von "Ehe", aber vielleicht meinen Sie ja nicht Grundpfeiler des christlichen Glaubens, sondern der christlichen Religion? Doch auch hier ist, zumindest in der evangelischen Kirche, die Ehe längst kein Sakrament mehr. Ehe und Verbot von Homosexualität gehen doch auf das Alte Testament zurück, und es bleibt die Frage, warum manche Gesetze (wie die Ehe zwischen Mann und Frau) für die Christen weiterhin Bestand haben sollten, andere (wie Arbeitsverbot am Schabbat oder Verbot von Schweinefleisch) hingegen nicht.

Horst Seehofer

Herr Seehofer, Parteichef der CSU und Verfechter der "Traditionellen Ehe" hat eine Scheidung hinter sich, ist seit 1985 zum zweiten Mal verheiratet und wurde im Jahre 2007 Vater eines Mädchens, welches im Rahmen einer "außerehelichen Beziehung" gezeugt wurde. So viel zu den Verteidigern christlicher Werte.

20:46 von Laskaris

Vielleicht ist die Union noch nicht so weit...

...aber die Gesellschaft ist es mehrheitlich schon lange, wie Meinungsumfragen zeigen.

Man kann nicht immer warten, bis auch der letzte Ewiggestrige überzeugt ist. Abgesehen davon gibt es in der CDU und sogar in der CSU zahlreiche jüngere Politiker, die die "Ehe für alle" befürworten. Aus meiner Sicht ist das auch und vor allem eine Generationenfrage.

Die Ehe für alle ist ein gesellschaftspolitisch richtiger Schritt und überfällig. Schön, dass es nun so weit ist.

Jetzt müsste man nur noch die steuerlichen Vergünstigungen für Ehen streichen und stattdessen die Erziehung von Kindern noch stärker fördern. Dann wären sozial und ökonomisch die richtigen Anreize gesetzt.
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Auf die Wirtschaftswissenschaft (ökonomisch) bezogen, kann eine "Erziehungsförderung" in die Hände derer, die Schulen haben verfallen lassen, nur in Ihrer besseren Wertschätzung und Unterrichtsverkürzung landen.

zum Wohle des Kindes

Mir persönlich ist die Diskussion perspektivisch zu sehr einseitig geprägt. Die völlig gleichgestellte Ehe ist absolut kein Problem, sozialrechtlich, gesellschaftlich, erbrechtlich etc.
Schwierig wird es demnächst, wenn man die Situation aus der Perspektive zukünftiger Adoptivkinder betrachtet. Wie sollen die Adoptions-Abteilungen der Jugendämter und die zuständigen Familiengerichte entscheiden und welche Kriterien werden als Grundlage hinzugezogen? Wenn ich mich in ein adoptiertes Kind versuche hineinzuversetzen, dann könnte ich mir als späterer Erwachsener sehr gut problematische Nachfragen dazu vorstellen, warum gerade ich an ein gleichgeschlechtliches Paar vermittelt wurde?

Wozu bitteschön benötigt

Wozu bitteschön benötigt Merkel eigentlich noch eine Partei?
Sie entscheidet doch sowieso alles allein und läßt es erst im Nachhinein von dieser Partei "genehmigen"!

Man kann da hineininterpretieren was man will, ich..

Man kann in dieses Thema hineininterpretieren was man will und es noch so von allen Seiten strategisch durchleuchten. Für mich ist dieses Thema erstens grosser Quatsch und zweitens wundert es mich das man aus dieser Bagatelle einen Elefanten macht. Als hätten wir keine wichtigeren Themen?

Merkels Fehlstart

Zu Beginn des Wahlkampfs gibt es eine Große Koalition, eine Koalition aus FDP, SPD, Grünen und der Linkspartei. Alle Parteien außer der CDU sind für die Ehe auch für Schwule und Lesben.

Nun stellt sich Merkel ausgerechnet zu Beginn des Wahlkampfs gegen die eigene Partei und verwässert den Markenkern der CDU. Sie Stellt innerparteilichen Streit an die Stelle von inhaltlicher Geschlossenheit.

Das Adoptionsrecht sollte

Das Adoptionsrecht sollte nicht der Ehe bedürfen. Zur Adoption sollten eigentlich auch Singles oder Leute die in irgendeiner Partnerschaft zusammenleben berechtigt sein.
Somit gäbe es gar keinen Grund mehr gleichgeschlechtliche Partnerschaften zur Ehe zu machen.

"Eingetragene Lebenspartnerschaft für alle"

wäre für solche, die ohne Religion leben, passender.

Die "Ehe" mit ihren traditionellen Konnotationen wäre dann für Paare, denen die religiöse Dimension wichtig ist, eine logische Erweiterung. Ob diese Paare dann homo oder hetero gebildet sind, würde mich nicht stören.

Manchem eifrigen Wahlkämpfer fehlt es an Respekt vor traditioneller Wertorientierung.

@ 20:20 von PAOK

Sie schreiben: "Die Ehe ist eine Institution die nur für Mann und Frau geschaffen wurde. Die CDU und CSU bezeichnen sich als christlich. Sie sind jedoch gerade dabei einen Grundpfeiler des christlichen Glaubens zu egalisieren."
Zum einen hat Frau Merkel ja nichts anderes getan, als von einem Parlament, deren Abgeordnete nur ihrem Gewissen verpflichtet sind, eine solche Gewissensentscheidung verlangt. Die Entscheidung selbst steht ja noch bevor. Vielleicht stimmen die Unionsabgeordneten ja geschlossen dagegen.
Zum Zweiten sind die systemischen Grundpfeiler des christlichen Glaubens die christlichen Kirchen und nicht der Staat. Insofern haben beide - Kirchen und Staat - das Recht, jeweils einen eigenen Begriff von Ehe festzulegen.
Und drittens bin ich mir gar nicht sicher, dass die Ehe tatsächlich ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens ist.

@c.schroeder

Die Entscheidung ist nicht übereilt - sie wurde ja schon ewig und drei Tage lang von der Union vor sich hergeschoben. Wer sich da heute noch keine Meinung gebildet hat, wird das auch am Sankt-Nimmerleins-Tag nicht haben.

Zu den weitreichenden Folgen der Ehe für alle: alles genannte gibt es bereits auch schon in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft, mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ändert sich also genau NICHTS.

Ganz allgemein ein in meinen Augen praktischer und wichtiger Grund für die Ehe für alle: selbst eine rechtlich völlig gleichgestellte eLP stellt eine Diskriminierung dar und sorgt für Probleme im Alltag. So ist bei jedem Ausfüllen eines Formulares, wo nach "Verheiratet" oder "in Eingetragener Lebenspartnerschaft" unterschieden wird ein Zwangsouting verbunden - und man muss sich nur so manche Kommentare hier und besonders anderswo durchlesen um zu erkennen, dass dies leider auch heute noch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen ist.

Traditionalle Ehe ist keine Diskriminierung

Die Aufrechterhaltung der traditionellen Bedeutung der Ehe als Bund zwischen den beiden komplementären Geschlechtern ist keine Diskriminierung von Schwulen und Lesben. Es ist nämlich nicht so, dass Schwule und Lesben nicht den Bund der Ehe eingehen können, WEIL sie schwul oder lesbisch sind, sondern WEIL die Ehe zwischen Mann und Frau ist.
Man will damit nicht sagen, dass schwule und Lesben irgendwie minderwertige Menschen seien, sondern nur dass die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau ist.
Es dürfen schließlich auch keine nicht-schwulen oder nicht-lesbischen Personen gleichen Geschlechts heiraten. Es geht um die Bedeutung der Ehe nicht um Diskriminierung.
Also sollte man endlich aufhören mit diesem Strohmann Argument, dass die Aufrechterhaltung der traditionellen Ehe eine Diskriminierung gegen Schwule und Lesben sei.

Thema erledigt

Das Ganze kann man auch anders werten: Merkel hat mit Billigung von Seehofer durch die Freigabe als Gewissensentscheidung das schöne Thema für den roten Wahlkampf erledigt. Und Schulz und Oppermann sind willig über das Stöckchen gesprungen, das ihnen Merkel hingehalten hat. Jetzt muss man in rot-roter Zweisamkeit die Abstimmung auf die Tagesordnung setzen, obwohl man mit den Linken eigentlich nicht koalieren will, und in zwei Wochen ist alles Geschichte. Der große Wahlkämpfer Schulz (eigene Angabe) hat nicht kapiert, dass Parteien bei Wahlen nicht für das Erreichte belohnt werden, sondern die Wähler der Partei die Stimme geben, von der sie erwarten (oder erhoffen), dass sie zukünftig vieles in ihrem Sinne erreichen wird.

@23:35 Barde

Wieso sollte man die Hoheit über die Ehe an die Kirche abgeben? Die Ehe hat rein weltliche, zivilrechtliche Wurzeln, es gab sie lange vor dem Christentum, die Kirche hat sich erst viel später eingemischt.

Keiner will den Kirchen vorschreiben, wen sie in ihren Ritualen traut - allerdings ist in unserem Land einzig die zivile Ehe rechtlich bindend.

Die Kanzlerin ist umgefallen

Anders kann man das nicht nennen.

Ohne Not, wohlgemerkt.

Schade.

Und christlich ("CDU") ist das auch nicht gerade.

Das wird wohl so manchen eher konservativen Wähler nun Richtung AfD treiben. Leider. Schade.

Merkel noch viel weiter

Die CDU kann mit der Homo Ehe als Wahlthema fast nichts verlieren. SPD, Grüne, FDP, Linke fast nichts gewinnen.
Die Konkurrenten machen mit dem unwichtigsten unentscheidensten Thema Wahlkampf das man sich vorstellen kann.
Die CDU kann sich zieren und hat schon gewonnen.

@Barde, 21:35

"Die "Ehe" mit ihren traditionellen Konnotationen wäre dann für Paare, denen die religiöse Dimension wichtig ist, eine logische Erweiterung. " -

Wenn ihnen die religiöse Dimension wichtig ist, dann können sie kirchlich heiraten. Die staatliche Institution der Ehe, worum es hier geht, hat mit Religion nichts zu tun.

@21:35 von Barde: solche, die ohne Religion leben

Die Ehe vor dem Gesetz ist etwas anderes als die Ehe vor dem Priester.

Wer vor dem Standesbeamten heiratet, geht Pflichten für einander ein und bekommt einige Rechte.

Dieser Verwaltungsakt hat rein gar nichts mit Religion oder Kirche zu tun und kann daher, egal was die Kirchen sagen, für alle hetero- und homosexuellen Paare durchgeführt werden.

Keinem heterosexuellen Paar entsteht irgendein Nachteil, wenn auch homosexuelle Paare standesamtlich heiraten können.

Was die Kirche daraus macht, ist Sache der Kirche und rechtlich völlig unbedeutend. Die Hochzeit vor einem Priester ist romantischer Firlefanz, den man wegen schöner Fotos macht, aber sonst ohne jegliche Bedeutung.

Frau Merkel

macht immer das was Machtpolitisch opportun ist.War beim Atomausstieg so wie auch jetzt.Wenn alle möglichen Partner diese Ehe fordern und die Bevölkerung dafür ist,dreht sie sich ohne Probleme um und lässt sich noch als Wegbereiteren feiern.Das ist halt ihre Politik des Machterhalts.Ansonsten verteilt sie leise von unten nach oben und hat damit die Presse-Konzerne hinter sich.Fertig ist die Laube.

@ Demokratieschützer um 20:10 - Dienst für Demokratie?

"Merkel hat den Schneid, das zu tun, und dafür zolle ich ihr großen Respekt."

Mitnichten. Es geht lediglich darum, der SPD ein Wahlkampfthema zu nehmen. Das hat die Bundeskanzlerin früher schon gemacht, und jetzt ist dies nichts anderes.

Es geht nur um Wahlkampf, nichts anderes. Tut mir leid, Ihnen Ihre Illusion rauben zu müssen.

re martinus

"Als römisch-katholischer Christ teile ich aus Überzeugung die Position der Deutschen Bischofskonferenz, die die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ablehnt"

Das können Sie doch ruhig.

Nur werden auch Sie akzeptieren müssen, dass die Position der Deutschen Bischofskonferenz sowohl gesellschaftlich als auch politisch nicht mehrheitsfähig ist.

@ conversator educatus

"Hiermit hat Frau Merkel den Kernbegriff der Ehe als Lebensweg zur erzeugenden Familiengründung und Keimzelle des Gedeihens der Bevölkerung aufgegeben."

Es gibt Millionen von verheirateten Paaren, die keine Kinder wollen, und ebenso viele unverheiratete Paare mit Kindern. Es ist die moderne Gesellschaft als Ganzes, die den "Kernbegriff der Ehe als Keimzelle der Bevölkerung" schon vor vielen Jahren aufgegeben hat. Das mag man bedauern oder nicht, es ist jedenfalls eine empirisch vielfach belegte Tatsache. Und es wird Zeit, dies anzuerkennen, indem man Ehe und Familie endlich getrennt denkt - was sie de facto längst sind.

Letzter Thread: Abschaffung des Ehegattensplittings

Die Abschaffung des Ehegattensplittings würde zu steuerlicher Ungerechtigkeit führen und zu Klagen bis zum Verfassungsgericht führen.

Wer für die Abschaffung des Ehegattensplittings ist, soll mal erklären warum ein Ehepaar, bei dem jeder Partner 40000 Euro im Jahr verdient, ca. 1600 Euro Steuern weniger bezahlen soll als ein Ehepaar bei dem ein Partner 60000 Euro und ein Partner 20000 Euro verdient.

re carladelastella

"Es dürfen schließlich auch keine nicht-schwulen oder nicht-lesbischen Personen gleichen Geschlechts heiraten."

Natürlich dürfen gleichgeschlechtliche Heteros die Lebenspartnerschaft eingehen. Wenngleich es nicht besonders Sinn macht.

Zu Ihrer Information: wenn zwei Männer zum Standesamt gehen reicht es, dass sie zwei Männer sind. Ein Attest wird nicht benötigt.

@carladelastella

Kann mich Ihnen nur anschließen und ist auch völlig logisch.Der Begriff der Ehe bezeichnet den" heiligen Bund zwischen Mann und Frau".

21:52 von FreierGeist

"Und christlich ("CDU") ist das auch nicht gerade. Das wird wohl so manchen eher konservativen Wähler nun Richtung AfD treiben. Leider. Schade."
Wenn sich ein christlich, konservativer Wähler davon zur AfD treiben lässt, dann war er wahrscheinlich nie ein richtiger Christ. Man hat entweder seinen eigenen Standpunkt, der nicht immer der der BK sein muss oder man hat keinen.

um 21:52 von FreierGeist

"" Die Kanzlerin ist umgefallen
Anders kann man das nicht nennen.

Ohne Not, wohlgemerkt.""
#
Doch eine gewisse Not war es schon von Merkel,denn mit welcher Partei sollte sie denn nach der Wahl eine Koalition eingehen,denn alle anderen SPD,FDP, Grüne die dann in Frage
kommen haben die Ehe für Alle in ihren Programm und haben das auch für eine Bedingung an einen Koalition Partner gemacht.Somit ist es doch ein kluger Schachzug von Merkel um weiterhin Kanzlerin zu bleiben.

re yccc

".Der Begriff der Ehe bezeichnet den" heiligen Bund zwischen Mann und Frau"."

Auf dem Standesamt wird kein "heiliger Bund" geschlossen. Der Staat hat keine Zuständigkeit für "heilig".

Der Begriff Ehe sei ein christlicher ...

oder zumindest streng auf den christlichen Glauben bezogen lese ich immer wieder.

Das ist nicht richtig und dient nur dazu ein Argument zu erschaffen.

Richtig ist, daß das Wort "Ehe" auf das westgermanische Wort "aiwæ" (Gesetz, Recht) zurückgeht, sich auf den Ehevertrag/das Eherecht bezieht und sich lange vor der Christianisierung Westgermaniens nachweisen läßt.

Damit ist der Begriff ein rein rechtlicher, gilt also für alle rechtlich legitimierten Lebenspartnerschaften (standesamtliche Ehe).

Also auch kein Grund um gleichgeschlechtlich Liebenden das Wort vorzuenthalten.

Die Christen, dürfen ihn natürlich weiter mitbenutzen oder sich für ihre vor der Kirche geschloßenen Bünde einen schönen, eigenen Namen zulegen, falls sie sich abgrenzen wollen.

Gruß, zopf.

@ 22:03 von GeMe

Sie haben Recht mit Ihrer Aussage!
Zitat dazu:
"Das Ehegattensplitting ist das in Deutschland zur Berechnung der Einkommensteuer von zusammenveranlagten Ehegatten angewendete Splittingverfahren. Es muss nach Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Juni 2013 auch für eingetragene Lebenspartnerschaften angewendet werden."
*
Insofern ist die bisherige Argumentation bei dem heutgen Thema obsolet!
Allerdings hat das ganze weiterhin nichts mit solchen Themen wie Hartz4 zu tun.
Es geht hier lediglich um das Steuerrecht und gemäß dem Urteil des BVerfG vom 6.6.13 gilt das demnach auch für die "Ehe für alle"!

@20:50 von Martinus

"Wenn Frau Merkel nun de facto den Weg für eine solche "Homo-Ehe" freigibt, indem sie die Angelegenheit zur Gewissensentscheidung erklärt, ist die CDU für mich nicht mehr wählbar!"

Es ist aus meiner Sicht schade und bedenklich wenn aus religiösen Überzeugungen heraus Gewissensentscheidungen abgelehnt werden.

Frau Brand hat wohl nicht Recht mit der Aussage...

... dass Frau Merkel hiermit der SPD einen großen Gefallen getan hat.
Ganz im Gegenteil dazu würde ich sagen dass sie mit der Ermöglichung einer schnellen Entscheidung dieses Thema aus dem Wahlkampf genommen hat.
Somit hat sie der SPD ein Wahlkampfthema genommen!
Das wäre dann eher kein Gefallen für die SPD sondern die Beseitigung eines für die CDU/CSU unangenehmen Wahlkampfthemas.
Mancher würde das eher eine geschickte Führung der Themenauswahl für die kommenden 3 Monate nennen!

@ ycccacfcqc

"Der Begriff der Ehe bezeichnet den 'heiligen Bund zwischen Mann und Frau'."

Und noch einer, der nicht zwischen zivilrechtlicher Ehe und kirchlicher Ehe unterscheiden kann.

Schlagen Sie doch mal nach, wie die Ehe im Bürgerlichen Gesetzbuch definiert ist. Von Gott und heilig steht da nichts drin. Meine Ehefrau und ich sind Atheisten.

Um die kirchliche Ehe geht es hier nicht. Die können die Kirchen handhaben, wie sie wollen; rechtlich relevant ist ohnehin nur die Zivilehe.

@22:11 von ycccacfcqc: den heiligen Bund der Ehe

"Kann mich Ihnen nur anschließen und ist auch völlig logisch.Der Begriff der Ehe bezeichnet den" heiligen Bund zwischen Mann und Frau"."

Aber nur vor dem Priester. Dem Standesbeamten ist es völlig egal ob sie gläubig sind oder Atheist.

Rein rechtlich spielt dies übrigends auch keinerlei Rolle.

@20:20 von PAOK - Haben Sie sich und viele andere hier...

...Gedanken darüber gemacht, daß der Begriff der Ehe
und was er bedeutet schon lange, lange vor der Bibel existierte?
Nur weil in der Bibel die Ehe mit erwähnt ist, heißt es doch noch lange nicht, daß das Christentum diese für sich alleine gepachtet hat.

Im übrigen sollte auch eine christliche Partei in aller erster Linie den Staat im Auge haben.
Denn Staat und Kirche sind zum Glück noch in Deutschland getrennt und sollten bei der Gesetzgebung eigentlich eine untergeordnete Rolle spielen.

@20:27 von Kampfkanin - Ich habe es schon in den anderen...

...Thread mehrmals erwähnt (vielleicht waren Sie da ja nicht), daß Ihre ach so winzige verschwindende Minderheit zur Zeit in Deutschland 7,4% der Bürger betrifft.

Nachrechnen müssen Sie es aber nun selber.

Ich kann nur hoffen, daß Sie dann was diese Menschenmenge angeht Ihre Meinung korrigieren.

KLUG

"Ehe für alle" ist nicht gerade das wirkliche Herzens-Anliegen aller Parteien, von der Opposition jedoch taktisch platziert, um die Union aufs Glatteis zu führen.
Nun hat die Kanzlerin dem die Spitze gebrochen.
Ihr taktische Schachzüge vorzuwerfen ist heuchlerisch, da auf der anderen Seite des Spiel-Bretts man sich doch ebenso taktisch verhält, mit Bäuerchen versucht, die Dame zu schlagen.

Boris.1945

"Auf die Wirtschaftswissenschaft (ökonomisch) bezogen, kann eine 'Erziehungsförderung' in die Hände derer, die Schulen haben verfallen lassen, nur in Ihrer besseren Wertschätzung und Unterrichtsverkürzung landen."

Ihr Satz ergibt aus meiner Sicht keinen Sinn. Was soll die Formulierung bedeuten, Erziehungsförderung würde "in Unerrichtsverkürzung landen"? Meinen Sie "resultieren"? Und was hat das mit meiner ("Ihrer" groß geschrieben) besonderen Wertschätzung zu tun?

Sehr geehrte Frau Brand, bloß

Sehr geehrte Frau Brand,

bloß weil es sich Ihren Angaben zufolge nur um wenige zehntausend Paare handelt, die von der aktuellen Gesetzeslage betroffen sind, ist das absolut kein Grund, diese noch länger zu diskriminieren. Welcher Partei auch immet das in die Karten spielt, wichtig ist, dass in unserer Demokratie niemand weniger Rechte hat als ein anderer.
Es sollte für die Gesetzgebung keine Rolle spielen, ob einzelne Parteimitglieder oder Wähler noch nicht bereit sind, anderen gleiche Rechte zu gönnen. Noch sollten diese wenigen eine Abstimmung blockieren, die den Prognosen zufolge recht eindeutig ausfallen wird.

Willkommen im 21. Jahrhundert

Vorab zum Thema der Willensbildung in der Union: Merkel hat nichts in der Sache entschieden. Jeder Abgeordnete kann seinem Gewissen folgen. Sie hat nur forciert, dass eine lange überfällige Entscheidung getroffen werden kann.
Und in welche "Falle" sollen SPD und Grüne getappt sein? Wenn man Politik nicht nur taktisch begreift, sondern als Arbeit für inhaltliche Positionen versteht, können sie jetzt kurzfristig das erreichen, wofür sie seit langem arbeiten. Überhaupt hat die SPD in der laufenden Legislaturperiode die meisten ihrer Ziele erreicht.
Und zum "C" in der CD/SU: die meisten Christen, die ich kenne, verbinden mit ihrem Glauben den Kern der Bergpredigt, vor allem Barmherzigkeit und Toleranz. Und keine überholte alttestamentarische Bibel-Interpretation.

"Ehe" ist ein Rechtsbegriff - Religion spielt Nebenrolle

Der Begriff Ehe ist ein Rechtsbegriff mit juristischem Bezug und hat somit zunächst einmal gar nichts mit Religionen zu tun.
Dabei werden rechtliche Zusammenhänge und Verpfichtungen geregelt!
Hier wird häufig mit dem christlichen Definitionen für den Begriff Ehe argumentiert und das ist in Ordnung. Aber diesen Begriff gibt es im Prinzip in ALLEN Religionen, nicht nur in der Bibel.
Hier geht es bei der anstehenden Abstimmung im Bundestag um die rechtlichen Folgen einer Eheschließung und die ist unabhängig von christlichen Definitionen in der Bibel!
Wenn jemand meint dass es eine Ehe unter gleichgeschlechtlichen Paaren wegen des christlichen Glaubens nicht geben darf dann schließt derjenige wohl auch Ehen unter andersgläubigen oder ungläubige Menschen aus?
Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Wir leben in einem Staat dessen Grundgesetz definiert dass Staat und Kirche getrennt voneinander handeln!

@20:51 von collie4711

"Schulz konnte Merkel keinen besseren Gefallen tun, als die Entscheidung jetzt zu erzwingen. Es ist eine mögliche Schlagzeile in den letzen Tagen vor der Wahl weniger. Ein klassisches Eigentor von Schulz."

Die Gunst der Stunde nicht zu nutzen hätte ihn unglaubwürdig gemacht. Jetzt hat er eine Sache weniger die er sich später vorwerfen lassen kann. Für wen die Ehe für alle wahlentscheidend ist hätte ohnehin niemals die SPD gewählt, nachdem sie es zwar einmal zum Ziel erklärt, aber dennoch nicht umgesetzt hatten.

re karwandler 21:58

Für mich kommt es gar nicht darauf an, ob die katholische Position eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat oder nicht.

Ethische Fragen wie diese entziehen sich dem Prinzip der Mehrheitsentscheidung; hier gilt, was Papst Benedikt XVI. in einer Ansprache am 18.03.2006 gesagt hat: "Die Wahrheit findet nämlich ihre Kraft in sich selbst und nicht in der Zahl der Zustimmungen, die sie erhält."

@20:50 von Martinus - Stellevertretend nehme ich Sie als...

...Beispiel für diejenigen hier, die ihren christlichen Glauben dem der Gesetzgebung gegenüberstellen.

Ich lasse Ihnen und allen anderen Ihren Glauben.
J E D E R soll mit dem glücklich werden.

Aber bei Gesetzen gilt für mich, zumindestens in Deutschland, in erster Linie die 100% Trennung von Staat und Kirche.

Wenn Sie die christlichen Wertevorstellungen der CDU
hier diskurtieren möchten, gerne.

Aber bedenken Sie, daß nicht nur Christen hier in Deutschland leben und jeder möchte vor dem Gesetz gleich behandelt werden, oder?

@ycccacfcqc, 22:11

Der Begriff der Ehe bezeichnet den" heiligen Bund zwischen Mann und Frau".

Wäre mir neu. Meine Frau und ich führen eine Ehe. Von "heiligem Bund" war aber bei unserer standesamtlichen Trauung nicht die Rede, und keiner von uns beiden hatte sowas auf dem Schirm. Wir haben uns das Ja-Wort gegeben. Ganz weltlich. Sind wir jetzt nach Ihrer Definition gar nicht verheiratet?

zu "Ein Mann, eine Frau

Heuchlerisch, auf christliche Vorgaben sich zu berufen, wenn in Städten jede 2.Ehe, auf dem Lande jede dritte geschieden wird.
Es ist ein Phantasma konservativer Kreise, an der über-vorgestrigen Bedeutung der EHE festzuhalten.
Alleine die Scheidungs-Häufigkeit bei Pfarrern sollte doch zu denken geben.

Re. @20:54 von Micah Horst Beteff: Seehofer

Tja, nun könnten die Verteidigern christlicher Werte
aber sagen, daß H. Seehofer aber heterosexuell ist, oder?

Merkel überollt nicht nur ihre Parteifreunde ...

sondern auch die anderen Parteien.

Im Wahlkampf hätte ein klares Bekenntnis zur "Ehe für Alle" Vorteile gebracht, da der überwiegende Teil der Bevölkerung sie befürwortet und so einige Wähler sie sehr schmerzlich vermissen.

Aber man stelle sich CDU/CSU im Wahlkampfmodus vor und das Thema kommt aufs Tapet.
Was die alles erzählen würden in den Talkshows ...
Jetzt wird es heißen: "Magic Merkel" ermöglicht endlich die "Ehe für Alle".

Ich bin fast begeistert. ^_^

Gruß, zopf.

Wieso

Wieso schafft man nicht gleich den Gesamtkomplex Ehe ab? Eine bigotte Gesellschaft, homophob, unerotisch, fantasielos und dem heterosexuellen Leitbild unterworfen noch mehr und noch mehr Kinder in die Welt zu gebären, damit das eigene bedeutungslose Nichtexistieren irgendeinen jämmerlichen Sinn bekommt. Diesem Modell muss man sich doch wirklich nicht anbiedern. Ehe ist nichts als ein staatliches Kontrollinstrument. Lebensfeindlich. Und hat mit Liebe schon mal gar nichts zu tun. Entsprechend hat das Auswahlverfahren wer mit wem wie lange und in welcher Konstellation auch nichts in irgendwelchen staatlichen Verfasstheiten verloren. Aber was solls. Man regt sich einfach gerne auf. Egal worüber.

"keine übereilten Entscheidungen treffen"

Sie haben völlig recht, ein kluger, bedenkenswerter Vorschlag!
Wir sollten die nächsten 300 Jahre weiterdiskutieren !

@ Biocreature

Ihre Aussage stimmt nicht.
In der Bibel wird nicht nur"die Ehe mit erwähnt".Sondern Gott wird als Stifter und Gründer der Ehe bezeichnet.
Also existierte die Ehe nicht "lange,lange vor der Bibel".

Fehlentscheidung

Merkel hat da ein konservativen Gedanken mal blub über Bord gehen lassen: Die letzte Leine am traditionellen Familienbild. Und der Witz ist noch, dass sie damit ein doppeltes Eigentor schießt:

Stimmen wie die meine verliert sie*; Herrn Schulz und Co. hebt sie ins Rampenlicht.

* + wegen einer ganzen Litanei an anderen Positionen (Anlass, Ursache).

Zum Thema Ehe-Begrifflichkeit
Obgleich wir eine Trennung von Kirche und Staat haben, ist das Institut der "Ehe" aus dem Kulturbereich und der Religon hervorgegangen. Für mich als konservativen Christen ist die juristische Ehe ohnehin keine Ehe mehr. Denn diese ist ein "auf Lebenszeit beschlossener heiliger Bund von Mann und Frau" und kein Vertrag (BGB) bzw. seinen Ergänzungen (Volksmund Ehevertrag), der die Kündigung ex ante als Regelfall (im Sinne von geregelte Möglichkeit) vorsieht.

Kurzum: Die juristische "Ehe" sollte man nicht mehr Ehe nennen. Sie hat sich von der tatsächlichen Ehe - dem Bündnis vor Gott - längst wertmindernd gelöst.

@Martinus, 22:36

Wäre es nicht so, das es hier nicht um die ethischen Fragen bezüglich des katholischen Ehesakraments geht, sondern um die Zivilehe. Und darüber hat die katholische Bischofskonferenz nichts zu sagen.

Nein, es geht nicht nur um ...

... ein paar zehntausend Paare, es geht um ein überfälliges Signal, darum, Farbe zu bekennen. Es ist längst überfällig, die Diskriminierung zu beenden. Bisher gilt faktisch nach dem GG: Alle Menschen sind gleich an Würde und Rechten, niemand darf aufgrund seiner Eigenschaften diskriminiert werden. Außer z. B. man ist homosexuell und möchte EINFACH NUR HEIRATEN wie alle anderen es auch können. Oder eben Kinder adoptieren.

@PAOK, 22:45

In der Bibel wird nicht nur"die Ehe mit erwähnt".Sondern Gott wird als Stifter und Gründer der Ehe bezeichnet.
Also existierte die Ehe nicht "lange,lange vor der Bibel".

Das leuchtet mir ein. Die Erde war also vor Kolumbus tatsächlich eine Scheibe. Die Kugelform nahm sie erst im Jahre 1492 ein.

re martinus

"Für mich kommt es gar nicht darauf an, ob die katholische Position eine Mehrheit der Bevölkerung hinter sich hat oder nicht."

Das habe ich Ihnen doch ausdrücklich zugestanden.

Nichtsdestoweniger gilt die Gesetzgebung des Bundestags für alle. Auch für abweichende religiöse Minderheiten.

@ hambacherschloss

Was soll daran heuchlerisch sein?
Wenn Mann und Frau ernsthaft versuchen biblische Vorgaben (Demut, Milde...) in Ihrer Ehe umzusetzen ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung nicht bei 50%.

@ PAOK

"Wenn Mann und Frau ernsthaft versuchen biblische Vorgaben (Demut, Milde...) in Ihrer Ehe umzusetzen ist die Wahrscheinlichkeit einer Scheidung nicht bei 50%."

In der Bibel steht auch die Vorgabe: "Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau." (Eph 5,23). Auch Petrus war der Ansicht: "Desgleichen sollt ihr Frauen euch euren Männern unterordnen." (3. Petr 3,1)

Mit einem aufgeklärten Weltbild ist dies freilich unvereinbar,

22:16, zopf

>>Richtig ist, daß das Wort "Ehe" auf das westgermanische Wort "aiwæ" (Gesetz, Recht) zurückgeht, sich auf den Ehevertrag/das Eherecht bezieht und sich lange vor der Christianisierung Westgermaniens nachweisen läßt.<<

Wirklich?

Und ich dachte bisher immer, daß es sich bei dem Wort "Ehe" um eine Abkürzung handele. Und zwar um die Anfangsbuchstaben des lateinischen Satzes "Errare humanum est", zu deutsch "Irren ist menschlich".

Wieder was gelernt, danke!

Religion und Staat

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß sich viele User hier einen christlichen Gottesstaat wünschen.

Wo doch gerade hier immer behauptet wird, das wäre eine Spezialität der Moslems, die sie von den Christen unterscheide.

@ Martinus

"Ethische Fragen wie diese entziehen sich dem Prinzip der Mehrheitsentscheidung; hier gilt, was Papst Benedikt XVI. in einer Ansprache am 18.03.2006 gesagt hat: 'Die Wahrheit findet nämlich ihre Kraft in sich selbst und nicht in der Zahl der Zustimmungen, die sie erhält.'"

"Die Wahrheit findet ihre Kraft in sich selbst." Was, genau, ist damit gemeint? Es klingt nach: "Etwas ist wahr, weil es wahr ist." Das wäre eine Tautologie. Typisches Theologengeschwafel - klingt schön und bei oberflächlicher Betrachtung irgendwie profund, sagt aber nichts aus.

Die Mehrheitsentscheidung ist sicherlich keine gute Grundlage für ethische Urteile. Religiöse Texte aus der Bronzezeit sind es noch weniger. Stattdessen sollte man sich an die Grundsätze von Vernunft und Nützlichkeit halten. Und aus dieser Sicht gibt es keine rationalen Argumente gegen die (zivilrechtliche) "Ehe für alle".

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