Kommentare

Aber man sollte zu Gunsten der Menschlichkeit einem alten, kranken Mann gönnen, mit 83 Jahren ein Amt abzugeben, auch wenn dies ohnehin eher nur noch ein Symbol ist. Es ist bleibt für jeden Japaner aber wichtig und mittelfristig muss auch die Nachfolge sinnvoll und zeitgemäß geregelt werden.

Wie schon immer

Die Japaner sind genauso traditionsbewusst, man könnte auch sagen unflexibel, wie eh und je.
Allerdings geht es hier ja auch um ein Symbolisches Amt, das außer Tradition nicht viel zu bieten hat; da habe ich durchaus Verständnis für die Problematik. Wenn man es einfach an moderne Befindlichkeiten anpasst, müsste man sich auch die Frage stellen, wozu man sich die Arbeit überhaupt macht.
Ich wünsche Akihito (aus Prinzip, ich kenne ihn ja gar nicht) auf jeden Fall, das er nach seiner Abdankung noch etwas Zeit hat, um jenseits der Zwänge des Amtes zu leben.

Aber es ist schon traurig, dass ein Parlament dem Kaiser - Verzeihung Tennō - vorschreibt wann er aus dem Amt scheiden darf und wie er seine Nachfolge regelt.

Demokratie in allen Ehren, aber es einfach nur bedauerlich wie alte Traditionen durch Modernisierungen kaputtgemacht werden, ähnliches ist ja auch mit dem britischen Oberhaus geschehen....

Japanische Angelegenheit

Dies ist eine Entscheidung der Japaner über ihre eigenen Angelegenheiten die wir lediglich zur Kenntnis nehmen dürfen.
Hier verbietet sich für mich jeglicher Kommentar.

@12:19 von c4--

"Demokratie in allen Ehren, aber es einfach nur bedauerlich wie alte Traditionen durch Modernisierungen kaputtgemacht werden,"

Diese "Traditionen" beruhen auf einer krassen Benachteiligung des weiblichen Geschlechts. Ferner ist ein ererbbarer Anspruch auf die Position des Staatsoberhauptes ein Anacronismus und im höchsten Maße undemokratisch.

Es geht hier also nicht um "Tradition", sondern es geht um die Teilhabe an der Macht und Pfründe, die niemals ererbar sein sollten.

@c4--

"es ist schon traurig, dass ein Parlament dem Kaiser - Verzeihung Tennō - vorschreibt wann er aus dem Amt scheiden darf und wie er seine Nachfolge regelt. Demokratie in allen Ehren, aber es einfach nur bedauerlich wie alte Traditionen durch Modernisierungen kaputtgemacht werden" Am 09. Juni 2017 um 12:19 von c4--

Was wird da kaputt gemacht?

Früher war es bis zum Tod, da die Menschen nicht so lange gelebt haben - auch weil sich öfter jemand gefunden hat, der beim Sterben nachgeholfen hat.

In einer Demokratie lebt ein Kaiser lange. Ach, wie schlimm...

Gut dass Akihito weg ist

So wie der die Welt und sein Volk nach Fukushima belogen hat, hatte er sowieso keinen einzigen Tag mehr im Amt verdient.

@13:03 von Erik L.

"Dies ist eine Entscheidung der Japaner über ihre eigenen Angelegenheiten die wir lediglich zur Kenntnis nehmen dürfen.
Hier verbietet sich für mich jeglicher Kommentar."

Wir werden die japanische Situation nicht ändern können, selbst wenn wir es wollten. Wir dürfen aber sehr wohl eine Meinung dazu haben - wie qualifiziert diese ist steht wiederum auf einem anderen Blatt.

@ 13:33 von Hugomauser

"Ferner ist ein ererbbarer Anspruch auf die Position des Staatsoberhauptes ein Anacronismus und im höchsten Maße undemokratisch.

Es geht hier also nicht um "Tradition", sondern es geht um die Teilhabe an der Macht und Pfründe, die niemals ererbar sein sollten."

Nicht nur. Ein Royal zu sein, mit all seiner höfischen Etikette und Regeln, ist kein Job den man mal so in 3,5 Jahren erlernt. Das zeigen die zahlreichen Fälle, in denen "bürgerliche Quereinsteiger" an den Herausforderungen scheiter(te)n. Da ist es ein entscheidender Vorteil, wenn die Anwärter von frühester Kindheit an mit den Gepflogenheiten aufwachsen. Ein ererbbarer Anspruch ist höchst undemokratisch, richtig. aber nicht unsinnig.

Und Benachteiligungen des anderen Geschlechts kennen wir auch. Warum ist die angeheiratete Frau eines Königs ohne Probleme Königin, der angeheiratete Mann einer Königin aber nur "Prinz" o.ä.? Ein moralischer Fingerzeig gegen Japan ist da unangebracht.

Japans Kaiser Akihito kann

Japans Kaiser Akihito kann abdanken
Irgendwo liegt es auch in der weit entfernten oder auch nahe Welt im Trend!
Wie mal:he only good Indian is a dead Indian .
Wie als AAP.: he only good Nord Koreans is a...
Hiroshima und Nagasaki: he only good Japanis is a dead Japanis...

Wie viele leute

Die mit der nationalen Auffassung Japans dazu keinerlei Kontakt haben kommentieren denn hier. Es steht uns nicht zu uns über ein System zu äußern das in Japan höchsten Rückhalt im übrigen auch von der jungen Generation genießt!

Japan ist nicht Deutschland, sie halten ihre mehr als eintausendfünfhundert Jahre alte Tradition hoch und es steht uns beim besten willen nicht zu.

Wir mögen das als Frauenfeindlich, Anachronistisch oder sonst wie sehen aber wir haben auch anzuerkennen das es für die Japaner eine Frage des Nationalstolzes ist, und haben uns daher nicht einzumischen.

Es wurde hier mehrfach davon gesprochen das man dazu eine Meinung haben darf. Ja sicher darf man das wenn man dies aber äussert sollte die Meinung auch fundiert und auf Fakten basiert sein und nicht auf persönlichen Wertvorstellungen die so mit Japan nichts aber auch gar nichts am hut haben.

Ein bisschen mehr Respekt wäre höchst angebracht!

Demokratie

Man darf nicht vergessen, Demokratie ist eine "neumodische" Erscheinung, Jahrtausende haben Monarchen die Welt regiert, die bekanntesten sind natürlich Despoten, aber es gab und gibt auch Monarchen die Ihr Leben lang gelernt haben das Sie die Verantwortung für ein ganzes Land / Königreich tragen und jede Handlung Konsequenzen hat.

Das sind moralische Eigenschaften die unseren dem. Vertreter leider oft fehlen.

Wie lautet noch gleich das Zitat:
"Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind."

Regierungsformen sind nur das Gerüst in dem ein König/Präsident/Kanzler/Kabinett walten kann, der menschliche Aspekt wird dabei leider fast immer vernachlässigt ist aber oft entscheidend.

von Hugomauser

>>Diese "Traditionen" beruhen auf einer krassen Benachteiligung des weiblichen Geschlechts. <<
Na ja, im Vatikan sind Frauen sicherlich auch ein wenig benachteiligt, da geht es wohl auch nicht immer so ganz demokratisch ab, von anderen Religionsgemeinschaften ganz zu schweigen. Wie viele Gesellschaften stehen dem Patriarchat sehr nahe? Usw. Da muss mann nicht gleich überhitzen und hysterisch rotieren, nur weil eins von den beiden Geschlechtern mal nicht irgendwo ganz vorne an der Spitze sitzen darf.
Dafür gibt es dann andererseits die "Mutter Erde" als Ausgleich, das sollte Sie doch wieder etwas besänftigen ;-)

@ 13:45 von Première Dame Gut dass Akihito weg ist

Sie behaupten."So wie der die Welt und sein Volk nach Fukushima belogen hat,...."
Könnten Sie das auch belegen und bitte nicht mit irgend einem obskuren Link.

re premiere dame

"Gut dass Akihito weg ist

So wie der die Welt und sein Volk nach Fukushima belogen hat"

Es gab eine einzige Ansprache des Tenno dazu an sein Volk, und darin ist keine einzige Lüge zu finden.

Wer hier lügt ist offensichtlich.

Liebe Première Dame,

man kann die Monarchie als Institution des 21. Jahrhunderts ablehnen - ich tue das auch. Allerdings ist Akihito Kaiser von Japan und nicht Regierungschef. Nach der geltenden japanischen Verfassung hat er buchstäblich keine Befugnisse - bisher hatte er nicht einmal die, auf sein Amt zu verzichten.

Als Kaiser hatte er daher auch nichts mit dem katastrophalen Krisenmanagement der japanischen Regierung während und nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima zu tun. Die Verantwortlichen dafür waren ausschließlich demokratisch in ihr Amt gewählte Politiker. Aber als diese sich alle wegduckten, für ihr Volk unsichtbar wurden und von ihrer tatsächlichen Verantwortung nichts mehr wissen wollten, da hatte Akihito die Zivilcourage, diesen Schritt zu tun und Verantwortung zu übernehmen. Und wenn ein Kaiser in einer solchen Extremsituation republikanischen Mut beweist, dann hat er zumindest Anspruch auf persönlichen, menschlichen Respekt - einfach, weil er sich als anständiger Mensch zeigt.

@Keyalha

Wissen Sie, ich bin durch und durch Republikaner.
Ich respektiere Traditionen, aber ich halte eine Monarchie für keine Tradition, sondern für ein Relikt aus archaischer Zeit.
Versuchen Sie bitte einem Kind zu erklären, warum manche Menschen, einfach weil sie der Sohn oder Tochter von Irgendeinem sind, die Herrschaft / Repräsentanz über einen Staat erlangen können und lassen Sie mich wissen, wie Sie dies bewerkstelligt haben.
Also ich stosse an Grenzen, die mit Demokratie, der Gleichberechtigung, der Biologie und anderen Wissenschaften nicht vereinbar sind.

Älteste Monarchie der Welt

Liebe Kommentatoren,

hier noch ein kleiner Hinweis: Ich erinnere mich, irgendwann einmal im Wiki gelesen zu haben, dass das japanische Kaiserhaus dadurch so lange überlebt zu haben scheint, da der Titel des Tenno nicht mit dem europäischen Titel eines Kaisers aufzufassen ist, sondern eher dem eines Oberpriesters entspricht. Entsprechend hatte der japanische Kaiser in der überwiegenden Zeit seiner Herrschaft keine echte politische Macht, was auch dazu beitrug, dass die Position des Kaisers nicht nur die Stürme der Geschichte gut überlebt hat (da es ja kein Titel/Position war, die man zur Erlangung der eigenen Macht beseitigen musste) sondern auch immer von den Zuwendungen der jeweiligen Shogune/ Regierungen abhängig war. In einer der frühen Kaiserbiographien meine ich auch gelesen zu haben, dass einige Kaiser .. nicht direkt betteln gehen mussten, aber dennoch von den Zuwendungen der Shogune abhängig waren..

Am 09. Juni 2017 um 13:45 von Première Dame

Postfaktisch. Der Tenno hat nichts mit Tagespolitik zu tun.

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