Kommentare

Krieger

Es nervt einfach, wenn alles politisch korrigiert werden muss. Erst der Königin Luise Hype, jetzt die Wikingerfrauen. Natürlich hatten Wikinger keine Hörner, das ist aber so lange bekannt, dass es fast peinlich ist es zu erwähnen.

Natürlich sind die Wikinger

Natürlich sind die Wikinger faszinierend, aber den Teil mit den Plünderungen und Brandschatzungen haben sie wohlweislich weggelassen.
Würde man dagegen ihre südlichen Nachbarn entlang der Ost- und Nordseeküste bis England und Frankreich fragen, ergebe sich mit Sicherheit ein ganz anderes Bild.
Das ist so ähnlich wie mit den Hunnen oder den Mongolen, alle reden von Attila oder Dschingis Khan, keiner von den Opfern.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Fakt, dass die ersten russischen Königreiche von Wikingern gegründet wurden. Als in der Stalinzeit entsprechende
Funde gemacht und die Forschungsergebnisse veröffentlicht wurden, "verschwanden" die Historiker, die es wagten, die Hypothese von der Wikingerabstammung zu vertreten.
Eine germanische Herrscherdynastie als Stammvater der Zaren durfte einfach nicht sein. Mittlerweile allerdings allgemein anerkannt.

Das Museum scheint sich ein

Das Museum scheint sich ein bisschen zu sehr auf "die Situation zu Hause" zu konzentrieren, und das ist schlecht da die Wikinger "überall" gewesen sind und auch "mit überall" gehandelt haben und eben auch überall mal eingefallen sind. Das ist also eine neue Stufe der Verklärung.

Abgesehen davon glaube ich nicht dass es "die Wikinger" gab, denn dazu waren diese zu weit verbreitet und lokale Unterschiede in der Geographie und Nahrungsversorgung waren schon immer für unterschiedliche Verhaltensweisen verantwortlich.

Es ist einfach nur LOGISCH, dass die Frauen zu dieser Zeit "auch wichtig" waren und dass sie die Geschicke der Dörfer während der Abwesenheit der Männer lenkten. Dies hervorzuheben - es gibt ja keine Geschichte des Mannes in Filmchen/Szenen oder etwa doch? - ist deshalb einseitig und die ganze Aufmachung dort mit dem Boot hindurchzufahren riecht eher nach einem "Museum 4.0", das mit einer "show" auf sich aufmerksam machen will.

Kluge Kommentatoren

Für kluge Leute, wie Tralafit oder Pflasterstein, ist das alles vielleicht logisch und peinlich. Ich jedoch habe einiges gelernt - auch durch ihre klugen Kommentare. (Noch mehr durch den weniger überheblichen Kommentar von Zahnschmerzen.)

(Wenn die Klugen weniger überheblich wären, würden die Dummen lieber lernen.)

Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen

Dieses Museum zeigt "die Alltagsgeschichte der einfachen Leute Zuhause" und vernachlässigt den Aspekt der den Wikingern zu ihrer Bekanntheit verholfen hat: Sie haben Nordeuropa (und nicht nur das) in Angst und Schrecken versetzt, geraubt, geplündert, gemordet und gebrandschatzt.

Es ist natürlich auch wichtig, dass man sie nicht nur als Schlächter wahrnimmt, sondern sie als Menschen mit eigener Kultur begreift, zu der natürlich auch der friedliche Lebensaspekt gehört. Auch war nicht jeder Wikinger auf Raubzug, aber allein die Tatsache, dass man keine klare Grenze zwischen Händlern und Plünderern ziehen kann, ist schon sehr vielsagend.

Außerdem, aber das ist vielleicht auch nur mein persönliches empfinden, sollte man Alltagsgeschichte und politische Geschichte nicht zu sehr trennen, da Wechselwirkungen aufeinander bestanden.

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