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Warum nicht

Ist in anderen Ländern doch auch möglich

"In der Abgeordnetenkammer

"In der Abgeordnetenkammer hat die Colorado-Partei 44 von 80 Sitzen."
Einerseits; es gibt unter den Colorado-Abgeordneten Dissidenten. Andererseits; nicht nur Cartes strebt die Möglichkeit einer Wiederwahl an, sondern auch der in seiner Amtszeit abgesetzte Fernando Lugo (Ex-Bischof und Ex-Präsident), was dazu führt, dass es auch einige Nicht-Colorados gibt, die in deren Sinne votieren werden.
Der Streit geht darum, ob die Wiederwahlmöglichkeit per Verfassungsänderung - was vergleichsweise unkompliziert ist, aber letztes Jahr im August abgelehnt wurde, was eigentlich eine Wiederauflage für ein Jahr blockiert - oder per Verfassungsreform eingeführt werden kann. Dieses formale Hickhack deckt sämtliche inhaltlichen Probleme, von denen Paraguay, das in den meisten kontinentalen Statistiken das Schlusslicht bildet, mehr als genug hat, nachhaltig zu.

Verfassungsbruch

Es ist traurig, wie leicht sich im Land meines Vaters eine Mehrheit für einen Verfassungsbruch finden lässt. Diese Verfassungsänderung ist absolut rechtswidrig, weil Art. 290 der paraguayischen Verfassung genau das verbietet. Und was wollen die korrupten Politiker? (Da sind sie tatsächlich korrupt) Genau das was verboten ist. Und dann wird es noch mit Gewalt gegen die Bürger durchgesetzt. Genau sowas wirft ein Land um Jahrzehnte zurück. Es ist wirklich ein Jammer. Das Auswärtige Amt sollte sich dafür einsetzen, dass die Rechtsstaatlichkeit in Paraguay gewahrt wird, und dass der Präsident nicht auf verfassungswidriger Weise Militär gegen die Zivilbevölkerung einsetzt!

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