Kommentare

Nicht so eilig

Allzu eilig scheint es die konservative britische Elite mit dem Brexit ja nicht zu haben. Neun Monate nach ihrer glorreichen Abstimmung ist jetzt erst der Antrag eingetrudelt. Verhandelt ist noch gar nix und die EU hat auch noch keine Ahnung, was die Austrittswilligen denn überhaupt verhandeln wollen.

Freunde verhalten sich anders

Wenn Tusk meint, man wolle auch nach den Verhandlungen noch Freunde sein, dann will ich nur festhalten, Freunde verhalten sich anders als es die Brexitbefürworter beim brit. Referendunm getan haben. GB muß einen hohen Preis für den Austritt bezahlen, sonst macht sich die EU unglaubwürdig. Sie wollen den Austritt, dann sollen sie ihn haben, mit allen Konsequenzen. Die brit. Bevölkerung soll ruhig merken, wie sie von den Brexitianern hinter die Fichte geführt worden sind.

Arbeitnehmerrechte

Den Konservativen ging es in ihrem Wahlkampf für den Brexit ja hauptsächlich darum, den Arbeitnehmern aus Kontinental-Europa ihre Rechte zu nehmen. Ich wäre dann dafür, dass auch die EU den britischen Arbeitskräften auf dem Festland ihre Sonderrechte nimmt.
Das ist schade, aber es ist von Rechts wohl so gewollt.

Der 29.3.2017 ist der point of no return

Mit dem für den 29.3 geplanten Schreiben ist der Ausstieg unwiderruflich (!) besiegelt. Damit endet am 29.3.2019 automatisch die Mitgliedschaft, es sei denn (was als ausgeschlossen gelten kann) alle EU-Mitglieder stimmen (einstimmig) einer Verlängerung der Verhandlung zu. Natürlich hat auch die EU ein Interesse an vernünftigen Bedingungen - doch wenn UK inakzeptable Forderungen stellt, braucht die EU nur abzuwarten. Bis dahin muss UK übrigens noch alle seine vertraglichen Pflichten erfüllen, also noch zahlen und auch noch EU-Bürger reinlassen. Die EU kann verschiedene Dinge, z.B. Pensionen für britische EU-Mitarbeiter, überhaupt britische EU-Mitarbeiter (kann ein EU-Ausländer für die EU arbeiten?) von britischen Zugeständnissen abhängig machen, z.B. was derzeit im UK lebende EU-Bürger angeht. Letztlich hat UK wenig Druckmittel.

Nicht so vorschnell

@ Autograf:
Der 29.3.2017 ist der point of no return
Mit dem für den 29.3 geplanten Schreiben ist der Ausstieg unwiderruflich (!) besiegelt. Damit endet am 29.3.2019 automatisch die Mitgliedschaft

Das ist so nicht richtig.
Nur wenn das britische Parlament nach Abschluss der Verhandlungen zustimmt. Es hat das letzte Wort. So will es das britische Recht und der Supreme Court.

@Pfarrer Schmidt

Man sollte was das angeht, nicht die beleidigte Leberwurst spielen.

Die Heimatlaender der in GB lebenden Festlaender - insbesondere Osteuropaer - haben keine Perspektiven dort bei teils hoher Arbeitslosigkeit und aeusserst geringen Loehnen.

Die jeweils andere Bevoekerungsgruppe wieder nach Haus zu schicken, ist unzweckmaessig.

Das sollten beide Seiten wissen.

Ebenso sollte man sich in den Bruesseler/Berliner Eliten vorsehen, an den Briten ein Exempel statuieren zu wollen.

Wenn die EU damit zeigt, das ihre Mitglieder nur mit Einschuechterung auf Kurs und im Verbund zu halten sind, dann stirbt das Europaeische Projekt ganz sicher.

Ich befuerchte allerdings, das genau das die Linie der EU - Granden ist.

Wie oft

Wie oft wollen Sie dieses Thema eigentlich noch hier durch kauen lassen?
Wenn überhaupt, eine einfache Meldung ohne die Möglichkeit sich hier anzugreifen, Verzeihung, zu diskutieren, hätte doch wohl vollkommen gereicht.

'Brexit'

Schwarzer Humor

19:31 von Autograf

"Mit dem für den 29.3 geplanten Schreiben ist der Ausstieg unwiderruflich (!) besiegelt. Damit endet am 29.3.2019 automatisch die Mitgliedschaft, es sei denn (was als ausgeschlossen gelten kann) alle EU-Mitglieder stimmen (einstimmig) einer Verlängerung der Verhandlung zu."

Ich bitte Sie. Wer hat Ihnen denn das erzählt?

1. Natürlich kann GB den Antrag jederzeit auch wieder zurückziehen.
2. Ist es auch denkbar dass die Verhandlungen in die Verlängerung gehen.

@um 19:25 von Pfarrer Schmidt

"Den Konservativen ging es in ihrem Wahlkampf für den Brexit ja hauptsächlich darum, den Arbeitnehmern aus Kontinental-Europa ihre Rechte zu nehmen."

Korrekt. Weil der Sozialtourismus nach GB und die zu Dumping-Löhnen arbeitenden Migranten aus Osteuropa ein nicht mehr gesundes Ausmass angenommen hat. Von der EU so gewollt. Krankes System. Das wird auch in anderen EU-Staaten auf Dauer scheitern. Die EU wird daran scheitern.

"Ich wäre dann dafür, dass auch die EU den britischen Arbeitskräften auf dem Festland ihre Sonderrechte nimmt."

Selbstverständlich. Inwiefern profitiert denn GB von diesen Sonderrechten? Bezahlen die britischen Arbeitskräfte auf dem Festland etwa in GB Steuern?

"Das ist schade, aber es ist von Rechts wohl so gewollt."

Nein, es ist vom Volk so gewollt. Demokratisch entschieden.

Mit Brief und Siegel

Man kann England zu diesem mutigem Schritt nur gratulieren. Am Ende wird Groß Britanien davon profitieren, diese nicht funktionsfähige EU verlassen zu haben, und ich gehe davon aus, das noch andere folgen werden.

Also Grexit wäre eine Katastrophe,...

....aber Brexit ist ok!?
Wieso fühle ich mich völlig veräppelt?

Buh-bye!

Vielleicht können wir jetzt endlich mal ernstzunehmende Regulationen für die Finanzmärkte bekommen, damit sich 2008 zumindest innerhalb der EU nicht wiederholen muss?

Ich persönlich wünsche mir einen "Drexit"!

Es muss meines Erachtens richtig schmutzig und schmerzhaft werden für die Engländer. Sonst kann die EU sich gleich abschreiben. Ein Schmusekurs mit vielen Zugeständnissen wäre das Falscheste. Die ganzen Nationalisten in anderen Ländern jubeln schon: "So machen wir es dann auch!"

Das Gefühl "Well done!" darf sich bei keinem einstellen. Die Engländer treten die EU und die EU-Bewohner mit Füßen. Sie waren als Mitglied jederzeit die größten Bremser und Verhinderer und haben sich immer eine Extrawurst bestellt. Also:

Happy Riddance! Wir sind froh dass wir sie los sind. Eines Tages können sie ja wieder beitreten. Wenn die EU ohne England ein ganzes Stück voran gekommen ist.

Reisende soll man nicht aufhalten!!!!!!

Diejenigen, die versuchen von dem schlingernden Zug abzuspringen, soll man dabei so weit wie möglich unterstützen und mit offenen Armen empfangen, ohne irgendein Recht zu verletzen.
Mir tun nur die Nordiren und Schotten leid.
Die Nordiren haben unter diesem Fehler besonders zu leiden; denn sie haben eine direkte Außengrenze zur EU.

Durchkauen?

@ SydB:
Wie oft wollen Sie dieses Thema eigentlich noch hier durch kauen lassen?

Wir diskutieren hier. Wenn Sie das als Durchkauen abtun, ist das Ihr Problem.

Erstens: GB ist jetzt nicht auf einmal der Feind

der 27 anderen EU-Länder. Man kann nach einer Scheidung immer noch befreundet sein.
Zweitens: werden die Briten (hoffentlich) wissen, auf was sie sich da eingelassen haben. Es gibt so viele Verpflichtungen die sie mit unterzeichnet haben, da kommen sie nicht einfach raus. Allein die Zahlungsverpflichtungen gehen, meines Wissens, noch bis in die 20ger Jahre weiter. Summasummarum sollen es sich ja um ca. 60 Milliarden Euro handeln, die sie zahlen müssen.
Drittens: wenn es um die Rechte und die Beschäftigungen der EU-Ausländer in GB geht, gibt ja auch noch die andere Seite, nämlich die Briten, die in den anderen EU-Ländern leben und arbeiten. Man stelle sich vor: all diese Menschen müssten zurück auf die Insel. Der Kollaps der britischen Wirtschaft wäre perfekt. Bei diesem Punkt werden die Briten nachgeben müssen.
Viertens: ich werde auch weiterhin GB besuchen, wenn mir danach ist, egal ob mit oder ohne Zollformalitäten

@Deutscher Arbeiter, @ SydB

das ist nicht korrekt:
Was das britische Parlament oder der Supreme Court am Ende der Verhandlungen sagt, ist vollkommen irrelevant! Wenn zwei Jahre nach der Mitteilung über den Austritt keine Einigung zustande kommt, werden alle Verträge automatisch einseitig von der EU gekündigt. Da könnte GB dann nichts gegen tun und auch nicht mitreden. Da könnten die Richter vom SC sich auf den Kopf stellen und Purzelbäume machen... Die einzige Möglichkeit einer Verlängerung der Verhandlungen ist ein einstimmiger Beschluss der anderen EU Staaten.

Wörtlich im Lissabon Vertrag §50 Absatz 3:
"Die Verträge finden auf den betroffenen Staat ab dem Tag des Inkrafttretens des Austrittsabkommens oder andernfalls zwei Jahre nach der in Absatz 2 genannten Mitteilung keine Anwendung mehr, es sei denn, der Europäische Rat beschließt im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat einstimmig, diese Frist zu verlängern."

Absatz 2 regelt die Absichtserklärung eines Staates, die EU zu verlassen...

@ 20:12 von Borg302

Danke für die kompetente Darstellung der Rechtslage. Meine Betonung lag darüber hinaus auf "einstimmigem Beschluss aller EU-Mitgliedsstaaten", ein reichlich unwahrscheinliches Szenario. Wissen die Briten eigentlich, in welche unmögliche Lage sie May gebracht hat? Nach meinen Informationen nicht.

Austrittsdatum

§50 Abs. 2 & 3:
Und das bedeutet defakto ein Ende der Mitgliedschaft am 29.3.2019, falls sich die EU und GB nicht einstimmig anderweitig einigen... (falls die Absichtserklärung am 29.03.2017 eingereicht werden sollte) Ein Rücktritt von der Austrittsabsicht ist im Vertrag nicht vorgesehen...

Ich hoffe, daß es die feinen Schotten schaffen werden sich...

...von den restlichen Inselaffen los zu lösen.
Schottland war lange genug Untertan.

Sollen die Engländer sich doch wieder mit den Amies
zusammentun.
Immerhin war Amerika ja mal eine britische Kolonie.
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P.S.: Einst würde mich brennend interessieren.
Was für 21.000 Gesetze sind das?
Und wieviel Jahre soll daran gearbeitet werden?

@19:16 von C. Apokalyptik bitte ein wenig differenzieren,...

...denn die Schotten wollten ja nicht raus.

Sagen Sie lieber die Engländer vom Land wollten wieder "frei" sein.
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Wenn man bedenkt, daß GB die größten Freiheiten innerhalb der EU inne hatte kann ich den Brexit auch heute nach 9 Monaten nicht nachvollziehen.
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Aber bitte, Reisende soll man nicht aufhalten.
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Ich hoffe aber, daß wenn die Brexit-Anhänger merken, daß nach dem Austritt doch nicht alles soooo toll ist und sie wieder rein wollen dann nur unter einer Bedingung.

- es muß sich für die EU dann lohnen, daß sie wieder rein können und das brit. Pfund ist dann Geschichte.

Aber alleine aus diesem Grund werden Engländer NIE zustimmen.
Dafür sind die "Inselaffen" einfach ein zu stolzes "Völkchen".
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God s(h)ave the Queen.

@Jon Schnee Also Grexit wäre eine Katastrophe,...

....aber Brexit ist ok!?
Wieso fühle ich mich völlig veräppelt?

Nur zum nachdenken.
Die Briten haben keinen Euro , sondern ihr Pfund. Dennoch werden noch heftige Rückzahlungen an die EU nach & nach abzustottern sein.

Brexit

Ob das das letzte EU-land ist wo den Europaverein verlässt.????????

Brexit - Grexit

Beides hat doch wenig miteinander zu tun

Beim Grexit war die Frage ein Austritt Griechenlands aus dem EURO, nie aus der EU.

Beim Brexit geht es um die EU, nicht den EURO.

Beide waren nicht die Wunschausgänge der meisten europäischen Regierungen. Auch der Brexit ist zumindest nach dem veröffentlichten Wunsch der damaligen britischen Regierung nicht gewünscht gewesen, wird aber in Konsequenz einer entsprechenden Volksabstimmung umgesetzt.

Eine Veräppelung kann ich da nicht sehen.

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