Ihre Meinung zu: Merkel trifft Erdogan: "Werte nicht an Palastpforte abgeben"

2. Februar 2017 - 10:31 Uhr

Die Menschenrechtslage in der Türkei ist desolat. Merkel solle deshalb bei ihrem Treffen mit Präsident Erdogan eine doppelte Botschaft senden, sagt der designierte SPD-Chef Schulz. Grünen-Chef Özdemir forderte offene Kritik.

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Kommentare

Was ändert sich in der Türkei?

Zuerst ändert sich die Beurteilung in welche Richtung sich die Türkei zukünftig entwickelt. Das ist aber auch schlimm genug.

Der Status der Türkei war nie richtig überzeugend. Sie war laut Demokratieindex ein Hybridstaat, also weder Demokratie noch Diktatur.
Wiki: "https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex"

Von Rechtsstaat konnte man auch nicht sprechen. Das World Justice Projekt erstellt dazu ein Ranking:
Türkei mit 43% auf Platz 99 von 113.
Vergleich: 1. Denmark 89%
download 2016: "http://worldjusticeproject.org/sites/default/files/media/wjp_rule_of_law_index_2016.pdf" WJP

Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Aber das Ausland wird daran wenig ändern können. Das müssen die Türken schon selbst ändern wollen.

Man denke an die Beziehungen der BRD zur DDR. Mit den Ostverträgen konnte man Verbesserungen herbei führen. Aber Freiheit und Demokratie erkämpften die DDR-Bürger 1989 selbst.

Hängen wir unsere Erwartungen also nicht zu hoch!

Da hat Herr de Maiziere Recht:

Die Bundeskanzlerin braucht keine Ratschläge, was ihr Verhalten gegenüber Herrn Erdogan angeht, sie weiß, was sie sagen und tun wird.
Nur, wir wissen es auch, das ist ja das Schlimme: Nichts von dem, was die Opposition fordert.

Wahlwerbung

Das ist doch bereits das zweite mal, dass Merkel kurz vor einer Wahl Erdogan aufsucht.
Das erste mal wurde türkischerseits (und auch von anderen) als Werbung für Erdogan und dessen Politik aufgefaßt.
Dürfte diesmal wohl ähnlich sein.

Naja, ...

... ein paar Stunden oder ein ganzer Tag, dass dürfte wohl wurscht sein. Es ist doch eigentlich abzusehen, dass es wieder auf das Selbe hinaus läuft. Demokratische und humane Werte achten - bitte keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten. Asylanträge türkischer Soldaten - nicht akzeptabel unter "Freunden". Gehörte Opposition in Deutschland - Unerhört, sofort abstellen. Rechtsstaatlichkeit - alles fair und vom Volk so gewünscht. Und so weiter und so fort. Ich würde mir den Besuch ersparen, unnütz und freudlos bei der Beratungsresistenz und Renitenz ...

Schwerer Gang

Ich glaube, dass Merkel in dieser Sache niemand beneidet. Denn es ist klar, dass sie einen Spagghat hinlegen muss. Zum einen tritt sie als Initiatorin und Hauptverechterin des Flüchtlingsabkommens auf, zum anderen muss sie europäische Werte (wie sind die eigentlich aktuell???) vertreten. Mit einem lieben Lächeln und Floskeln kommt sie hier nicht weiter. Wir können gespannt sein, ob sie es schafft, die geforderten klaren Worte zu vermitteln... Tut sie es jedoch nicht, verliert sie an Glaubwürdigkeit, auch wenn die Herausforderung sehr groß ist.

Sinnloser Besuch

Erdogan hat mehrfach deutlich gesagt dass es sich von niemanden in seine Politik reinreden lässt. Gespräche bringen hier nichts mehr.

Die Türkei sollte Politisch isoliert werden (unter Umständen auch mit Sanktionen). Die Bevölkerung würde sich das bei der nächsten Wahl überlegen ob sie einen "Führer" wollen, der das Land in den Ruin treibt.

"Werte nicht an Palastpforte abgeben"

Das hat Frau Merkel u. unsere Regierung doch schon längst gemacht mit dem Füchtlingsdeal ohne Not u. für Nichts bzw. ein paar Mrd.€ (6) weil dieFlüchtlinge nicht mehr kommen können da der Balkan dicht machte?Und das mit Ansagen u. freundl. Unterstützung der BRD-Regierung beim letzten Wahlförderungs-Besuch-Erdogan? Ob Erdogan seit Balkan zu ist, auf oder zu macht ist gleich für die Flüchtlinge .Sie stehen vor weiter verschlossenen Türen wo man sie zur Zeit erfrieren lässt . Auch mit Ansagen der EU u. allen dazugehörigen ohne Ausnahme u. Ansehen oder schon Geleistetem?

Ich denke und hoffe,....

daß Frau Merkel klug genug ist und ausreichend kluge Berater hat, um zu unterscheiden zwischen den medial verbreiteten Ansichten und Meinungen von diversen Politwissenschaftlern oder Einrichtungen und den faktischen Zwängen, denen nicht nur sie selbst, sondern auch Erdogan unterliegt! Denn auch der bewegt sich auf dünnem Eis und muß sehen, daß er seine Anhänger zufriedenstellt! Leider zeigt sich hier wieder die Schwäche der Demokratie: die Massen der Bevölkerungen sind nunmal leider meistens nicht klug genug, um utopische Versprechungen als solche zu erkennen, aber gleichzeitig sind sie unglaublich empfänglich für irreale Emotionen. Die Paralellen der Erdogan- oder Trump- oder BREXIT- oder AfD-Begeisterung sind hoffentlich Beweis genug! Schlimm ist besonders, daß dann, wenn es schief geht, plötzlich niemand mehr begeistert war, sondern alle gewarnt haben - auch viele Kommentatoren!

"Merel trifft Erdogan" womit und wohin möchte...

lästern ... Aber im Ernst ist Diplomatie natürlich ein komplexes Spiel. Für jemanden, der Diskussionen lieber beendet als voran bringt, muss das ein doppelt schweres Spiel sein. Da muss man vor dem Anpfiff schon mal Kreide löffeln.

Merkel muss sich zum Thema Menschenrecht nicht weiter als nötig aus dem Fenster bemühen, im Gespräch der großen Köpfe verkommt dergleichen so schnell zu Floskeln. Wichtig wäre, das die Türkei endlich ihre Drangsalierung der Presse zurück nimmt. ausländischen Medien freie Berichterstattung ermöglicht und das wir Aufklärung bekommen, wie es um die Menschenrechte speziell der vielen nun frisch Inhaftierten egal ob Uniformträger oder zivile bestellt ist.
Dergleichen muss öffentlich werden, Folter, Grundrechtsverletzungen etc. müssen benennbar sein, auch in jedem "Schurkenstaat", oder einem, der sich als solcher benimmt.

Der Großimam der Al-Azhar Mosche und Universität in Kairo,

ist für vielen Sunniten die höchste religiöse Instanz. Und Erdogan ist gläubiger Sunnit.

Der Großimam erklärte einem CDU-Politiker indirekt, dass Gesetze nicht über, ihnen widersprechenden, Sure stehen können.

Diesen Weg geht Erdogan seit Jahren. Er will vielleicht erster und wichtigster unter den Gläubigen sein. Dennoch ist seine Mission nicht die reine Macht an sich; sondern die Türkei in einen religiös geleiteten Staat umzuwandeln. Etwas, das bei uns nicht verstanden wird. Speziell von Merkel nicht.

Moslemische Exegeten wie Abdel-Samad, die den Koran der Aufklärung unterziehen wollen, kritisieren, dass mit Sure 5:101 die Kultur des Hinterfragens verpönt wurde und die Kultur der fertigen Antworten befördert wurde.

Erdogan verschreibt seinem Land gerade die fertigen Antworten. Wer öffentlich hinterfragt, wird verfolgt.

Wenn wir ihn weiter gehen lassen, haben wir nicht nur eine Diktatur als Nachbarn der EU, sondern eine religiöse Diktatur noch dazu.

Ein weiteres Versagen der EU.

@10:01 von harry_up

"..was sie sagen wird. Nichts von dem, was die Opposition fordert" - dazu fällt mir zwingend ein Spruch eines meiner Dozenten ein, Teilnehmer 2.WK, der mal sagte "Kamerad sei nicht feige. Laß mich hinter den Baum."
Zu Hause kritisieren und Forderungen äußern ist billig. Vielleicht habe ich ein falsches Verständnis von Opposition, aber mal etwas Konstruktives wäre nicht schlecht, etwas von dem ich sagen könnte "Eine Partei mit dieser Idee wäre was für mich als Wähler".

@Quereinwerfer

Selbst wenn, oder gerade wenn Frau Merkel klare Kante zeigt, das wird an Herrn Erdogan abperlen wie Wasser vom Friesennerz. Jetzt, wo er einen Schritt vor seiner Alleinherrschaft steht und den größten Teil seines Volkes hinter sich weiß, wird er sich einen Dreck um die Forderungen nach Rechtsstaatlichkeit... scheren. Stattdessen wird er mit stolzgeschwellter Brust und vorwurfsvoller Stimme gegen die Asylgewährung türkischer “Terroristen“ wettern.

Herr Erdogan wird Frau Merkel sagen,

dass sie sich nicht in die innertürkischen Angelegenheiten einzumischen hat und schon ist der Wertedrops gelutscht.

Wer ist Schulz?, so oder ähnlich könnte Herr E. fragen......

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