Kommentare

Käfige

Interessante Meldungen aus einem fremden Land. Fremd wohl auch deshalb, weil der erwähnte "Käfig" China von Vielem abschottet, das man wissen sollte.
Aber woran liegt die hohe Zufriedenheit der Chinesen mit ihren Lebensumständen? Entgegen unserem "Un-Wissen" sollten sie sich unterdrückt, ausgebeutet und gefangen fühlen. Tun sie aber offenbar in großer Mehrheit nicht.
Sicher sind Menschen, die aus einem tiefen Tal endlich die weiten Hochebenen eines besseren Lebens erreichen glücklicher, als solche, bei denen möglicherweise der Abstieg ins Tal gerade begonnen hat. Es stellt sich aber auch die Frage, ob das, was von uns "Langnasen" als Käfig angesehen wird, nicht gleichzeitig auch ein Schutz ist, der gegen das Eindringen negativer Umstände von außen hilft.
Uns fehlen eben immer noch viele Hintergründe über die Wirklichkeit in China. Aber das könnte auch daran liegen, dass wir zu lange nicht wirklich wahrheitsgemäß über die Lage in diesem Land aufgeklärt wurden. Das ist unser Käfig.

Hut ab!

Die Chinesen tun das Richtige: die Einstellung des Wirtschaftswachtums auf einen Wert, der längerfristig tragfähig ist und die Stärkung des Binnenmarktes. Aufgrund des Exportünberschusses vieler Jahre verfügt China über gewaltige Devisenreserven, um grosse Infrastrukturprojekte jetzt anzugehen (siehe TS-Bericht zum Ausbau des Schnellzug-Netzes). Es ist einleuchtend, dass die Chinesen Dollars und Euros loswerden wollen, bevor der grosse Crash kommt - und der wird kommen, weil die westliche Politik seit Jahren nur dafür sorgt, dass absurde Spekulationsgewinne auch stets zur Zufriedenheit des Marktes realisiert werden (der Mist nennt sich Bankenrettung, neuerdings auch Eurorettung). Trump wird bald erkennen, dass er nicht die Bewegungsfreiheit hat, um etwas Vergleichbares wie die Chinesen in den USA zu tun (Schuldenstand 20 Billionen USD). Frau Merkel kann sowieso nichts anderes als kaputtsparen, das werden wir auch im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise bald wieder vorgeführt bekommen.

Seit den 1980er Jahren keine

Seit den 1980er Jahren keine Wirtschaftskrise ! Da sollten westliche Wirtschaftspolitiker mal eine Ausbildung absolvieren.

Der Billigproduktionsort

hat jahrelang auch das Nowhow eingesackt. Nun drehen sie den Spieß langsam um.

Sollte uns zu denken geben.

Keine großen Krisen seit beginn des Wirtschaftlichen Aufschwungs. Nur eine Verlangsammung. Es müssen auch viele Investitionen im eigenen Land gemacht werden, vor allem im Umweltschutz und Nachhaltigkeit von Resurcen. Aus Chinesischer Sicht ist es mehr als Logisch ihr Vorgehen. Wir müssen uns dem anpassen und sollten unsere eigene Wirtschaftspolitik überdenken. Exportweltmeister aber viel zuviele Menschen die mit Sozialhilfe und Lohnaufstockung über die Runden kommen müssen. Das passt nicht zusammen.

Reformstau

Wird dieses Wort in Deutschland in den Mund genommen, heißt das automatisch Verschlechterung für den kleinen Mann. Transfer von Unten nach Oben wäre das richtige Wort.

@abzocker:China pumpt genauso

@abzocker:China pumpt genauso Geld in seine Banken und hat schon ein Viertel seiner Währungsreserven für die Stabilisierung seiner Wirtschaft und Währung ausgegeben. Im Unterschied zum Westen werden solche Dinge aber nicht diskutiert.

Mit "Wirtschaftswachstum" und

Mit "Wirtschaftswachstum" und "stabiler Entwicklung" steht und fällt die Legitimation der politischen Macht in der VR. Die gesamte Propaganda, allem voran die "Antikorruptionskampagnen", ist schwerpunktmäßig darauf ausgerichtet, die wirtschaftliche Kompetenz der Parteiführung und ihrer wichtigsten Gremien außer Frage zu stellen. Die Tatsache, daß Chinas Wirtschaft 25 Jahre von einer Investitionsflut vitalisiert wurde, aber sehr schlecht auf deren Abebben eingestellt ist, wird mit neuen Techniken, aber nach altbewährter Methode geleugnet. Eine Liberalisierung des politischen Systemes hätte sehr wohl vorbeugen können. Zu spät. Jetzt steht wohl die Radikalisierung bevor...

16:28 von taugenichts

"...Die Tatsache, daß Chinas Wirtschaft 25 Jahre von einer Investitionsflut vitalisiert wurde, aber sehr schlecht auf deren Abebben eingestellt ist, wird mit neuen Techniken, aber nach altbewährter Methode geleugnet. Eine Liberalisierung des politischen Systemes hätte sehr wohl vorbeugen können. ..."

Spannende These! Sie meinen gewiss eine Liberalisierung nach "westlichem" Muster. Sollte Ihnen entgangen sein, dass auch die so hoch gelobten Politökonomen (wenn es die denn in den Regierungen bei uns gibt) der USA und der EU nichts gegen das "Abebben" der Investitionen tun, weil sie es nicht können? Nach meiner Überzeugung beugen die Chinesen allen Problemen besser vor, als wir. Weil in China immer noch die Politik die Wirtschaft bestimmt. Und nicht umgekehrt wie bei uns.
Allerdings - und da gebe ich Ihnen Recht - die Nagelprobe fehlt, ob Chinas Führung wirklich so anders ist und den ökonomischen Umbau der Gesellschaft wirklich noch steuert.
Wir werden sehen.

Obwohl postfaktisch noch ein paar Fakten

Interessant, dass die "Alternativen"-Sucher die Chinesen als Vorbild nehmen - nun denn.
Fakt: in China (und in Asien allgemein) profitiert man gerade von einer "Altersrendite", die so nicht wiederkommt. Wer die Alterspyramide anguckt, sieht in China zwei Maxima, eines bei 45-49 und ein größeres bei 25-29.
Arbeit ist damit im Moment im Vergleich zum Westen sehr günstig, denn die einen haben das Rentenalter noch nicht erreicht und die anderen sind gerade erst am Anfang des Erwerbslebens und verdienen entsprechend weniger.
In Deutschland hingegen gibt es nur ein Maximum bei 50-54 - erfahrene, aber auch teure Arbeitskräfte, die Arbeit teuer machen und den Staat durch ihre Rentenansprüche, die von den Jüngeren kaum gegenfinanziert werden können, zusätzlich belasten (werden).
Aufgeschoben bedeutet aber auch in China nicht aufgehoben und so wird man sich diesen Problemen stellen müssen - nur eben nicht jetzt, sondern später.
Es gab auch in Westeuropa ein Wirtschaftswunder - von 1950 bis 1973.

Ich halte die Annahme, China

Ich halte die Annahme, China würde irgend etwas "besser" (oder auch "schlechter") machen als der Westen eher für Selbsttäuschung. Tatsächlich sitzt man im selben Boot, dessen Kurs niemand kontrollieren kann. Das Grundproblem Chinas in der neueren Zeit war immer wieder die Weigerung der (Staats-) Macht, sich zu teilen, was aber die unerlässliche Voraussetzung für friedlichen Wandel im Durchgehen von Krisen bleibt. Probleme, die der Machtapparat, solange er funktioniert, verdrängt, stauen sich, bis das Funktionieren aufhört. So wird auch der "Reformstau" durch staatl. Investitionen nicht kompensiert werden. Nur eine Liberalisierung seiner Märkte hätte China ermöglicht, westliche Schlüsseltechnologien für den Umbau seiner Vwirtschaft ungehindert zu erwerben. Erzwingen kann die Parteiführung hier nichts, deshalb wird es zunehmend enger.

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