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Übermüdung bei Piloten

Diese Studie sagt mir gar nichts, sie sagt nichts über Arbeits- und Ruhezeiten, die sich ja direkt auf die Müdigkeit auswirken.
" Als atypisch beschäftigt werten die Autoren der Studien all jene, die nicht unbefristet festangestellt bei einer Airline fliegen. Ein Beschäftigungsmodell, das in der Luftfahrtbranche immer mehr zunimmt, vor allem bei sogenannten Billigairlines."
Das ist doch in der deutschen Industrie schon lange gang und gäbe und wird durch unsere Regierung gefördert: Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge, Minijobs.

Sicherheit geht nach

Zwang zur Globalisierung. Die Fluggesellschaft mit den schlechtesten Arbeitsbedingungen und Verträgen ist vorzugsweise die billigste. Noch besser wenn dann auch nicht kontrollierbar, da ausländischem Recht unterworfen.
Gewollt. Freihandel soll die Preise senken und tut es auch. Sicherheit, Umweltschutz, Arbeitsverhältnisse müssen sich dem anpassen. Schöne Welt der globalen Konzerne und selbstlosen Kämpfer für die Globalisierung in ihren Glaspalästen in Brüssel. Umsorgt von hilfreichen Vorlagenschreibern der industriefinanzierten Denkfabriken.

Wenn es von jedem zweiten

Wenn es von jedem zweiten Piloten beobachtet wird und zwei Piloten im Cockpit sitzen, dann sitzt also in jedem Flugzeug mindestens ein übermüdeter Pilot. Bei Billigfliegern sind es statistisch sogar manchmal beide. In der Tat, diese Entwicklung sollte sorgfältig beobachtet werden.

Pro Globalisierung

@ Marcus2:
Sicherheit geht nach Zwang zur Globalisierung. Die Fluggesellschaft mit den schlechtesten Arbeitsbedingungen und Verträgen ist vorzugsweise die billigste.

Nicht unbedingt. Außerdem kann ich als Kunde in meine Entscheidung, wo ich den Flug buche, ja auch die Qualität des Personals und den Wert der Arbeitsbedingungen mit einbeziehen.

Mir ist es wichtig, dass ich als Kunde frei entscheiden kann, auch für gute Arbeitsbedingungen und für Umweltschutz, wenn ich das möchte. Ein Zurückdrehen der Globalisierung lehne ich ab, das würde mich nur bevormunden. Ich möchte international auswählen können.

Mathematische Korrektur

@ Leporello:
Wenn es von jedem zweiten Piloten beobachtet wird und zwei Piloten im Cockpit sitzen, dann sitzt also in jedem Flugzeug mindestens ein übermüdeter Pilot.

Falsch. Die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen übermüdeten Piloten beträgt unter dieser Bedingung 75 Prozent.

Meine persönliche Erfahrung zeigt was anderes

Ein bekannter Pilot bei der zweitgrößten deutschen Gesellschaft arbeitet normalerweise 2 Tage die Woche. Die restliche Zeit verbringt er mit Party und viel Kokain. Kein Wunder wenn man nach 2-3 Tagen Party ohne Pause müde wird.
Man sollte endlich verpflichtende und regelmäßige (angekündigte und unangekündigte) Drogentests machen.

Objektiv muss man natürlich feststellen, dass die Arbeitsbedingungen (geleistete Arbeit vs. Entlohnung) schlechter geworden ist, aber immer noch ganz gut ist und auch einen teuren Lebensstil finanzieren kann (s.o.)

sind eindeutig!

Atypische Beschäftigung gehört im Cockpit verboten.

Echt? Total überraschend kommt das.

Nein, natürlich nicht.
Denn bei Russia Today gab es darüber vor einiger Zeit schon sehr ausführliche Dokumentationen. Über die Arbeitsbedingungen bei Fluggesellschaften.
Über Piloten, die unter üblen Bedingungen arbeiten müssen.
Über Flugbetrieb, der durch den wirtschaftlichen Druck zur Gefahr für die Allgemeinheit werden kann.

Ich erinnere mich, damals, als die "Emirates" Whistleblower von den Zuständen berichteten, da wartete ich und wartete und suchte ich in den deutschen Medien .... und fand nichts...

Ausser RT berichteten auch viele andere internationale Medien... aber die Deutschen waren .... marktkonform.

Und: jeder kann wissen, dass was nicht stimmt. Wenn 600 KM im Zug in Deutschland Hin und Zurück genau so viel kosten wie 1 Woche, all Inklusive mit Hin-und-Rückflug in die Türkei.

Irgendwo muss der Gewinn erwirtschaftet werden. Und das beginnt: bei den Arbeitsbedingungen.

Das läßt sich doch..

auf die gesamte Arbeitswelt übertragen mit Prekären Arbeitsverträgen und Lohndumping.
Denn Piloten geht es da noch am besten, den trotz allem stehen die ganz oben in der Nahrungskette.

Realistische Flugpreise für mehr Sicherheit

Der Preisdruck durch die Billigflieger fördert Sparmaßnahmen der Airlines. Weniger und schlechter bezahlte Piloten führen zu einer größeren Arbeitsbelastung, größere Arbeitsbelastung zur Gefahr der Ermüdung. Dies bedeutet zwangsläufig schließlich auch eine geringere Sicherheit für die Passagiere. Zudem bringen massenhafte 19-Euro-Flüge einen immensen Schaden für die Umwelt. Für wache Piloten mit genügend Ruhezeiten und gegen unsinnige Energieverschwendung bräuchte es auch wieder realistischere Flugpreise. Niemand muss etwa von München nach Frankfurt fliegen, und es kann auch nicht sein, dass ein Flug auf dieser Strecke oft billiger ist als ein Bahnticket.

Naja, nachdem die FAA vor

Naja, nachdem die FAA vor einigen die maximalen Flugzeiten um eine Stunde reduziert hat, hat die EASA diese um eine Stunde erhöht... ein Geschenk an Ryan Air und Co.

Interessant sind für Piloten

Interessant sind für Piloten ja nur noch Start und Landung. Der restliche Flug ist langweilig und kann schnell müde machen.

Wirtschaftssystem

Das deutsche Wirtschaftssystem erfordert hohe Leistung.

Dass ein Passagierflugzeugpilot, Lokomotivführer oder ein Busfahrer dabei müde wird, ist nicht weiter von Belang.

Wenn Deutschland sein Wirtschaftssystem nicht ändern will, dann werden auch Fernlastfahrer weiterhin oftmals müde am Steuer sein, denn das System erwartet Leistung - und keinen Erholungsschlaf, wann man es braucht und es gerne möchte.

es gibt eine technische Lösung gegen Übermüdung....

.....den AUTOPILOT

Deshalb wurden bereits Flüge mit vollautomatischer Flugführung vom Start über Reiseflug bis hin zur Landung erfolgreich durchgeführt, wobei die vorhandene Leit- Infrastruktur der verwendeten Flughäfen zum Einsatz kam.

Das ist die Zukunft für Flugzeuge und auch für schienengebundene Bahnen. Beispielsweise fährt
in Nürnberg bereits eine fahrerlose Stadtbahn.

Beim PKW und NFZ ist dies noch eine Frage der zu entwickelnden Infrastruktur, also eine Kostenfrage....

@Markus2

+1. Schoener Kommentar:-))

@debattierer

Wenn das so ist machen Sie sich mitschuldig, wenn Sie das nicht anzeigen. Oder schauen Sie zuviele Katastrophenfilme?

@Feiburg von Eggherr

Keine Sorge, in 8-10 Jahren machen all diese Arbeiten Automaten und Roboter. Das ist nur noch nicht so richtig durchgedrungen. Da gehen weltweit 100 e Mio. Jobs floeten.

14:33 von Leporello

Wenn es von jedem zweiten Piloten beobachtet wird und zwei Piloten im Cockpit sitzen, dann sitzt also in jedem Flugzeug mindestens ein übermüdeter Pilot. Bei Billigfliegern sind es statistisch sogar manchmal beide. In der Tat, diese Entwicklung sollte sorgfältig beobachtet werden.
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Eventuell könnte die Verlängerung der Arbeitszeit Besserung bringen.
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Die ist bisher mehr reguliert als das exessive Ausleben der Freizeit.
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In meiner Spedition waren einzig zwei Trunkenheitsunfälle nach kompletter Wochenendruhezeit am Heimatort zu beklagen.

16:14 von Werner40

Interessant sind für Piloten ja nur noch Start und Landung. Der restliche Flug ist langweilig und kann schnell müde machen.
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Theoretisch könnte ja einer den andern aufwecken.
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Aber Pausen müssen alle Beschäftigten ja zusammen machen, es droht ja sonst soziale Isolierung.

Die Moralfrage blieb bisher unberührt

Es ist zwar eine Frage der Sicherheit, aber vorrangig ist es auch eine Frage der Moral, die in diesen Diskussionen bisher total unberücksichtigt blieb.

Wer ein Minimum an Verantwortungsbewußtsein hat, der setzt sich im übermüdeten Zustand weder hinter das Lenkrad eines Autos noch als Pilot ins Cockpit.

Wenn nun Piloten dagegen protestieren, daß sie übermüdet Flüge antreten müßten, dann stellt sich die Frage, wie genau dieses "muß" zu definierten ist.

Nach meinem Empfinden bezieht sich solchen "müssen" auf den Beibehalt des Lohns bzw. des Jobs, wobei Sicherheitsüberlegungen in den Köpfen solcher Piloten noch nicht einmal ansatzweise vorhanden sind, es sei denn als Pseudobegründung.

Ich meine, Piloten, die so denken, gehören überhaupt nicht ins Flugzeug oder in sonstige Bereiche, in denen es auf Sicherheit ankommt. Will man ihnen dennoch Gutes tun, dann wäre allenfalls eine fachkundige Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl.

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