François Fillon

Ihre Meinung zu Interview zu Fillon: "Eine Art Schröder von Frankreich"

François Fillons Programm klingt schwer nach deutscher Agenda-Politik - doch genau das wollen offenbar viele Franzosen, sagt ARD-Korrespondent Wagner im tagesschau.de-Interview. Außerdem: Was der Sieg des "französischen Schröders" bedeutet und warum sich Le Pen die Hände reibt.

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29 Kommentare

Kommentare

august pichl
eine Art Schröder

Das werden die Franzosen noch bereuen!
Das wir Chaos hoch N

wolf 666
Die Agenda- und ...

...Globalisierung-Lobpreiser haben wohl den Knall im Wahlvolke als Folge der Spaltung der Gesellschaft (ob in den USA oder in den EU-Ländern) immer noch nicht gehört?
Eine wahrhaft schönes Beispiel solch neoliberalem Geschwätz bietet dieser Artikel.
Der Höhepunkt neolibertärer Verarsche gleich zu Beginn:
"François Fillons Programm klingt schwer nach deutscher Agenda-Politik - doch genau das wollen offenbar viele Franzosen"
Da kann man dem Artikelschreiber nur zurufen:
Deshalb gingen die Franzosen bisher sofort auf die Straße, sobald die Hollande-Regierung auch nur Agenda in Ansätzen einführen wollte.
Könnte jemand aus der Redaktion Herrn Wagner zustecken, nicht wegen der Zustimmung zu Agenda-Politik sondern wegen kategorischer Ablehnung.

wenigfahrer
Kleiner Schröder

Er will 500.000 Beamtenstellen abschaffen und das klingt für viele sehr gut bei der Wahl.
Das Sie für die Abschaffung der35 Stunde Woche sind wage ich zu bezweifeln, ich musst vor Schröder schon 40 arbeiten und nach Schröder noch mehr um auf das gleiche Geld zu kommen.
Länger arbeiten bedeute meist auch weniger machen die gleiche Arbeit, mal sehen wann die Franzosen das merken.

Und ich kann mich nicht erinnern das es unter Schröder ein Spruch gab das es weniger Beamte werden sollen.

Aber das ist alles noch Vorwahl.

Gruß

pnyx

Fillon ist kein französischer Schröder, sondern eher ein französischer Thatcher. Er will als Farce nochmals durchspielen, was als Tragödie schon stattgefunden hat.

karlheinzfaltermeier
Erstaunlich....

ist doch nur, daß in Frankreich der Wähler immer noch nicht erkannt hat, daß LePen außer Parolen nichts anzubieten hat, was die wirtschaftliche Situation entscheidend und anhaltend verbessern würde! Das schwenken der Tricolore ist letztlich genausowenig hilfreich, wie "America great again"! Frankreich hat eben nicht mehr den Franc, der seit seiner Einführung stets nur zu politischen Zwecken mißbraucht wurde und letztlich immer nur Spielgeld war, wie die Drachme oder die Lire!

Bernd39
Schon vorgefühlt?

"Fillon gilt als unaufgeregter "Monsieur nüchtern" - konservativ, antiamerikanisch, prorussisch."
Vieleicht hat tagesschau.de, wer immer das auch ist, mit dieser Keule, wie doch Trump zeigte, niemand mehr erschreckt werden kann, vorgebaut. Ist hier schon wieder das mediale Pulver ausgegeben worden, mit dem man jeden nicht "genehmen" Kandidaten abschießen kann?
Schon die Zusammenstellung konservativ-antiamerikanisch (wenn schon, müßte es es US-amerikanisch heißen) und prorussisch...
Wie war noch mal die Vorhersage?
Sarkozy knapp vor Juppe und abgeschlagen Fillon.
Sollten sich Journalisten nach den Peinlichkeiten der letzten Wochen nicht einmal zurückhalten und einfach nur berichten?
Antiamerikanisch vs Prorussisch.
DIE Universalwaffe der Gegenwart.
Nur gut, daß der Interviewte darauf NICHT eingeht.

Gast
Schrecklich

Ein französischer Schröder? Die armen Franzosen, denn das heißt, Sozialabau wo es nur geht. Der Bürger ist nichts mehr wert, er wird ausbluten.

lenamarie
nun ist dieser Mann, wenn man sich informiert

ein REchtspopulist

LangariaUtah
Egal ob Juppé oder Fillon beide schlagen Le Pen in der Stichwahl

Letztlich wird es eine Stichwahl geben und bei der Stichwahl würde Marine Le Pen gegen jeden verlieren, es sei denn die Gegner würden Francois Hollande oder Nicolas Sarkozy heißen. Sarkozy wirds schon mal nicht und Hollande wohl auch nicht. Letztlich werden bei einer Stichwahl auch die Linken alles daran setzen um Le Pen zu verhindern. Der Vergleich Trump Clinton, den einige bringen funktioniert hier auch nicht. Keiner der Gegenkandidaten von Le Pen wird derartig viel Probleme mit sich herumschleppen wie Hillary Clinton.

lenamarie
nun, FRanzosen sind nicht Deutsche. Sie werden auf die

STrasse gehen

Ernst-
Eine Agenda a la Schröder täte Frankreich richtig gut

"Was Fillon vorschlägt, ist sehr wirtschaftsliberal: Die 35-Stunden-Woche, eine heilige Kuh der Franzosen, will er schlachten. Er will 500.000 Beamtenstellen abschaffen, er will Erleichterungen für Unternehmer"

Das sind sinnvolle Vorhaben, denn Frankreich leidet unter zu viel Beamten und zu geringer Produktivität, was zu hoher Arbeitslosigkeit beiträgt.

Auch Schröders Agenda hat in Deutschland die Arbeitslosigkeit sinken lassen und die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Und so etwas hebt den allgemeinen Wohlstand.

Ich fürchte nur, im sozialistisch orientierten Frankreich, werden solche Vorhaben nicht die nötige Mehrheit finden, es sei denn, der Leidensdruck ist inzwischen groß genug oder das Bild, was durch die Proteste vermittelt wird, spiegelt eben doch nicht die Mehrheitsmeinung.

Gast
Und da soll nochmal jemand sagen, dass ..

.. die Amerikaner seltsam wählen.

Ein französischer Schröder, das heißt dann wohl eine weitere Verarmung der Mitte.

Es gibt hierzu eine dreiteilige Arte-Dokumentation (Dank Youtube noch verfügbar):

https://www.youtube.com/watch?v=VhHAMJUEwFg

Immerhin steht Frankreich bei der Ungleichverteilung von Vermögen noch vor der Republik Niger, Glüchwunsch!

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verm%C3%B6gens…

Marine Le Pen wird also spätestens nach Fillon Präsidentin, denke ich. Vielleicht aber auch schon jetzt.

Ernst-
@16:19 von wolf 666

"Eine wahrhaft schönes Beispiel solch neoliberalem Geschwätz bietet dieser Artikel."

Dabei war es doch die neoliberale Wirtschaftspolitik eines Ludwig Erhard, der in Deutschland Wohlstand für alle ermöglichte und Deutschland zu einer der führenden Wirtschaftsnationen in der Welt werden ließ.

“Je freier die Wirtschaft, desto sozialer ist sie.” (Ludwig Erhard)

GrussAusFr
Wer wählte bei dieser Wahl ?

Die hohe Anzahl der ausgezählten Stimmen legt nahe dass auch Wähler des linken und rechten Lagers ihre Stimme abgegeben haben. Durch dieses Wahlsystem ist eine Steuerung der Kandidaten für die nächste Runde und nächstes Jahr durchaus möglich. Es wird nächsten Sonntag sehr interessant sein, die Anzahl der Wählerstimmen mit denen von gestern zu vergleichen.
Ich glaube die Präsenz von E. Macron hat linke unzufriedene Wähler von A. Juppé abgelenkt.
Ich glaube auch, dass die vielen Stimmen für Fillon aus anderen Lagern kamen. Das Programm spielt noch keine grosse Rolle.
Wer wird wohl nächsten Sonntag wählen?
Die Meinungsumfragen erscheinen ganz klar, immer unklarer.

marciaroni
na toll

die nächste Wahl bei der zwischen irgendeiner Form von Radikalismus entschieden werden muß.

fathaland slim
17:02, Bernd39

Vielleicht sollten Sie sich ein wenig mit französischer Geschichte abseits der Schlagworte "antiamerikanisch" und "prorussisch" beschäftigen, die im Tagesschauartikel leider verwendet werden.

Frankreich Ist quasi nur assoziiertes Natomitglied, die französischen Atomwaffen stehen nicht unter Nato-Oberbefehl.

Frankreich ist alte Kolonialmacht und stand deswegen immer in Konkurrenz zu den USA und ihren weltpolitischen Ambitionen. Aus dieser Tatsache heraus ist auch die Position des hier gern zitierten und kaum verstandenen Peter Scholl-Latour zu verstehen.

Und wenn man sich mal die Nähe des französischen und russischen Adels zueinander klarmacht und sich vor Augen führt, daß die Sprache am Zarenhof französisch war, dann versteht man vielleicht auch die französische Spielart von "prorussisch" etwas besser und erkennt, daß sie mit der Putinverehrung der Rechten bzw. der Querfront wenig bis nichts zu tun hat.

Himene
So what?

Rechtspopulisten siegen über Linkspopulisten.

Ich frag mich gerade, ob es dort auch möglich ist im Amt zu bleiben wie in Russland mit Putin oder in Deutschland mit Merkel.

fathaland slim
Rechts und ganz rechts

Sollten Fillon und Le Pen in die Stichwahl kommen, so würde Frau Le Pen gewiss versuchen, eine verlogene antikapitalistische Kampagne zu fahren. Ein Großteil der Franzosen wird das aber wohl durchschauen.

Man kann nur hoffen, daß Hollande nicht wieder kandidiert und die Linke einen starken Kamdidaten präsentiert.

Und damit meine ich nicht Manuel Valls.

brbrbr
@ lenamarie: Frankreich und die Strasse

Sie haben recht. Die Franzosen werden auf die Straße gehen, egal, was oder wer kommt. Das ist aber auch die Crux in diesem Land. Die Franzosen, die auf die Straße gehen, verteidigen stets nur ihre Partikularinteressen, vor allem die CGT, die enorm an Einfluss verloren hat. Denn was in Frankreich fehlt - anders als in Deutschland - ist der Wille und die Fähigkeit zum Kompromiss. Herr Wagner irrt übrigens, was die Kandidatenvorwahl angeht; das hat die PS 2011 schon gemacht und sie wird es im Januar wieder machen. Vielleicht rafft sich ja die Linke insgesamt zusammen und sucht einen gemeinsamen Kandidaten, das wäre wünschenswert, denn die Grünen sind total zerstritten und die Kommunisten spielen keine Rolle mehr. Es bleiben Macron und Mélanchon. Sollte Le Pen tatsächlich an die Macht kommen, gibt es hier Bürgerkrieg. Nicht auszudenken!

No pasaran
Das schönste überhaupt...

… Was man den Franzosen, so wie ich sie kenne, antun kann, ist ihnen zu sagen, dass sie als Deutsche etwas tun sollen. Puh! Mon Dieu! Alles, aber DAS nicht!
.
Also, vergessen wir den Herren, die es mit Frau Le Pen sich anlegen wollen. Sie ist eben eine eine Populisten, d.h., sie wird schon einen Weg finden, per Definition, alle Wähler irgendwie anzusprechen.
.
Und das, im Angesichts der Lage Frankreichs und Schwäche ihren Konkurrenten, ist wohl keine besonders schwierige politische Aufgabe. Das macht sie mit… rechts.

traurigerdemokrat

"... dass Frankreich innerhalb von zehn Jahren die wirtschaftliche Nummer eins in Europa sein soll."

Und die deutsche Wirtschaft steht am "Rande" und guckt applaudierend zu?

Ne, liebe Franzosen, zur Not werden die Löhne bei uns nochmal gedrückt (den Mindestlohn kriegt man per Notgesetzgebung auch noch weg)

acki
na dann

hoffe ich das die Franzosen merken das es mit diesem französischen Ableger von Schröder nur abwärts geht und hoffe dann doch das es Marie Le Pen macht ,wäre ja toll 2 Frauen in Europa an der Macht die gegensätzlicher nicht sein können. Aber warten wir erst mal Österreich ab in knapp 2 wochen .

brbrbr
@fathaland slim und das Französische

Apropos Geschichte: am russischen Hof wurde nicht deshalb französisch gesprochen, weil es eine gewisse Nähe zum französischen Adel gab, sondern weil französisch die Sprache der europäischen Höfe war, und Versailles das Vorbild.
Bekanntlich sprach sogar Friedrich der Große kaum deutsch. Und bekanntlich war Katharina die Große keine Französin sondern eine Deutsche, n'est-ce pas, Monsieur?

Gast
Das würde heißen das man im Niedriglohnbereich konkurieren ..

Das würde heißen das man im Niedriglohnbereich konkurrieren würde welches Land es billiger kann. Fazit Arme ärmer, Reiche reicher!

Realist_2016
Frankreich-Deutschland

Ein Vergleich kann man schwer zwischen
beiden Ländern vollziehen. Die Mendali-
täten und somit das private, politische und
wirtschaftliche Handeln ist selbstständiger
mutiger und überlegter.
Bernd 39, Diese Zeilen geben Ihnen meine
Zustimmung. Vive la France.

Werner40

Frankreich bräuchte schon lange eine Agenda 2010 um wieder wettbewerbsfähig zu werden. Aber besser spät als gar nicht, wenn sie denn kommt.

fathaland slim
18:13, brbrbr

>>Bekanntlich sprach sogar Friedrich der Große kaum deutsch. Und bekanntlich war Katharina die Große keine Französin sondern eine Deutsche, n'est-ce pas, Monsieur?<<

Oui, c'est vrai.

Gast
@Ernst

Das ist ja schön, dass Erhard hier zitiert wird. Das Problem ist, dass Erhard nicht die Herrschaft der großen Konzerne über die Wirtschaft im Sinne hatte, sondern den Mittelstand. Es war nie die Rede von mehr Reichtum für die Reichen - sondern von Wohlstand für alle. Ich kann nicht erkennen, wie die Agenda 2010 dazu beigetragen hat, genau das zu erreichen. Und ich kann nicht erkennen, wie Fillon den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft gerecht werden will. Er wird ausschließlich Politik für die Großkonzerne machen, auf Kosten des Mittelstandes. Die Arbeitslosigkeit wird langfristig steigen deswegen.

Bundeswehropa
Die Franzosen haben tatsächlich noch Kinder, und deshalb..

auch faktisch keinen demographischen Wandel!
Deutschland hätte auch eine wesentlich höhere Arbeitslosigkeit, wenn wir so viele Kinder wie die Franzosen hätten!

Und unser Staatshaushalt würde auch viel schlechter aussehen, wenn wir so viele Kinder wie die Franzosen hätten, denn Kinder sind für den Staat richtig teuer!

Trotzdem lobe ich in diesen Punkt ausdrücklich die Franzosen! Lieber etwas weniger Wohlstand, aber dafür Familien mit Kinder!

Das ist durchaus nachahmenswert!