Kommentare

Sonderkonditionen

Gelten diese Fang-Quoten auch für Großbritannien oder bekommt das Land nach dem Brexit mehr Rechte?

Kompromiss ohne Augenmaß

Ganz anders sieht das Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der von einem "Kompromiss mit Augenmaß" spricht.

Es ist historisch belegt, dass vor vierhundert Jahren die Fische in Nord- und Ostsee beinahe ohne Hilfsmittel gefangen werden konnten - So reichhaltig waren die Fischbestände. Die darauf folgende und noch immer anhaltende Überfischung unserer Gewässer ließ die Fischbestände dramatisch sinken, erschwerend kam im industriellen Zeitalter die Wasserverschmutzung hinzu...

Auch wenn es einigen nicht "schmeckt", aber wir müssen die Fischbestände in den Ozeanen und allen Nebenmeeren, dazu gehören auch Nord- und Ostsee, einige Zeit stärker als bisher ruhen lassen, andernfalls befinden sich bald selbst Dorsch und Hering auf der "roten Liste"!

Ich muss jetzt dumm fragen

Ich hab keine Ahnung von Geographie... deshalb.. also ich hab jetzt noch mal nachgeguckt.

Mein Dorsch stammt aus Island.
Gefangen wohl im Nordmeer.

Ich hoffe ich verwechsele da nichts.

Aber wenn ich das richtig verstanden habe:
Die deutschen Fischer kriegen nun die Beschränkung der Fangquoten. In der Ostsee.

Heisst das nicht, dass das eigentlich nur jenen nutzt, die in anderen Gebieten heiter weiter fischen dürfen?
Also dass die deutschen Fischer im Endeffekt aus dem Dorschgeschäft gedrängt werden?

Und die andere Frage ist: was zum Teufel machen "private Fischer" mit solchen Mengen Dorsch, bzw. wie viele sind da unterwegs, dass die genau so viel rausholen wie die Fischer????

Entschuldigung... wie gesagt: Geographie bin ich schwach... und ich hab auch keine Ahnung vom Angeln.
Aber so versteh ich die Meldung nicht so ganz. Oder genauer: ich versteh den Sinn der Massnahme dann nicht so ganz.

Oh die armen Menschen,

sie stehen vor dem Ruin. Na dann lieber den Dorschbestand ganz abfischen oder zerstören und dann pleite gehen. Das ist dann viel besser. Außerdem hat ja wohl der Dorsch Schuld, vermehrt er sich doch nicht so, wie der Verbraucher (Esser). Oder könnte es sich hier doch um selbstverursachtes Leid handeln? Man weiß es nicht.

bis der brunnen leer ist

Ja wir Menschen scheinen wohl doch nicht aus der Vergangenheit lernen zu wollen. Nur ein Beispiel: Gab es nicht vor über Hundert Jahren Tunfische in der Nordsee?
Ja wir Menschen schöpfen den Brunnen so lange ab, bis nichts mehr da ist.
Letztendlich überwiegen auch die wirtschaftlichen Interessen.

Sofern es nur um wirtschaftliche Interessen geht, ...

... kann man sicherlich auch Wege finden, das Ganze in künstlich gezüchteten Bereichen aufzubauen. Wäre nicht die erste Fischfarm. Zugleich würde man die Natur entlasten.

Bzgl. Fisch & Fleisch Verzehr mag dann jeder wieder seine/ihre eigene Meinung haben.

Warum gibt es keine

Warum gibt es keine Mindestmaß? Da liegt das Problem. Gerade Angler fangen selektiv was ein großer Vorteil ist.

Fangverbot

Es gibt eigentlich keine Alternative zu einem generellen Fangverbot. Die Krux der Fischer ist doch, wenn sie weiterfischen dürfen, bricht der Bestand in Kürze zusammen. Dann ist sowieso Schluss. Es werden vor Allem zu viele kleine Dorsche gefangen, die noch nicht einmal gelaicht haben. Aber die meisten Fischer denken wohl: nach mir die Sintflut.

Wenn man's nicht weiss dann dollte man fragen.

Der ist der Kabeljau der Ostsee. Siehe wikipedia.
Auch wenn es den betroffenen Fischern Schmerzen bereitet. Eine nachhaltige Fischerei muss erstes Gebot der Stunde sein, um dauerhaft Fische fangen zu können. Also: Fangquoten noch stärker absenken und gleichzeitig die Betroffenen nicht vergessen. Um deren Existenz geht es nämlich auch.

Welchen Studien zufolge?

"Freizeit-Fischer ziehen Studien zufolge mittlerweile genauso viel Dorsch an Land wie Berufsfischer."

Dann müssten die Fischer eigentlich schon längst ruiniert sein, oder es sind sehr viel weniger, oder der Dorsch ist nur Beifang. Ansonsten kann man mit einer Angel in der Hand und wenigen Stunden am Tag einem Berufsfischer wohl kaum Konkurrenz machen. Wo kommt diese Studie her?

Falsche Entscheidung

Eine falsche Entscheidung: ist der Fisch erstmal weg, bleibt er weg. Nicht nur der Thunfisch ist weg aus der Nordsee, auch der Hering, bis in die 50er Jahre ein Massenfisch war, ist kaum noch da. Insgesamt ist die moderne Technik so radikal, dass die Fische keine Chance habe. Das Watt wird immer noch von extremen holländischen Kuttern umgepflügt, Dänen fischen alles weg, im Zweifel für Gammel, es braucht starke Fangstopps, Beifanganrechnung - und es braucht für den Übergang Überlebenshilfen für die Fischer, ähnlich wie für die Bauern. Und bei der volkswirtschaftlichen Bedeutung sind die Touristen pro Fisch wahrscheinlich sehr viel umsatzstärker als die Fischer, da geht es um Strukturwandel.

Die EU sollte sich ruhig

Die EU sollte sich ruhig durchzusetzen versuchen bei solchen Regulierungen. Wir wissen, dass die jeweiligen Industrien sich einen feuchten darum scheren was mit der Umwelt und Natur passiert.

Seit Jahren liegen bei uns die Fischerboote am Kai

und haben nichts mehr zu tun.
Die Fangquoten sind schnell erreicht und damit die Arbeit erschöpft.
Dagegen stehen etliche Hobbyangler am Kai und fangen ohne große Kontrollen ihre täglichen Eimerchen voll. Auf dem Land wird schwarz geräuchert, was der Ofen her gibt.

Die großen Trawler sind das Problem.
Sie erzeugen günstige Endpreise für den Fisch.
Fischrestaurantes schießen aus dem Boden.
Dabei ist deren Giftstoffansammlung schon lange in der Presse.
Was man durch Glyphosat vom Acker nicht will, nehmen die Fischverspeiser hier fast kommentarlos hin.

Zuviel Fisch reichert den Körper mit Schwermetallen und auch zunehmend mit Radioaktivität an.
Ein Boykott der Verbraucher müsste her.
Aber solange Norwegen & Co nicht bereit sind, sich anders zu ernähren und hier immer mehr das Schwein gegen Fisch eingetauscht wird, wird sich an den Trawlern nichts ändern.
Damit werden Überfischungen weitergehen und kleine Kutterfischer aussterben.
Hobbyfischer werden weiter angeln, was sie nicht dürfen

um 05:30 von Keilstein

Sehr guter Kommentar! Zumal der eine oder andere Kommentator in der Schutzmaßnahme wieder eine Verschwörung gegen "uns Deutsche" wittert...

Rücksicht auf natürliche Flutuationen!

Es liegt in der Natur der Reproduktion von Arten wie dem Dorsch in Randmeeren wie der Ostsee, dass einzelne Jahrgänge aufgrund ungünstiger Witterungsbedingungen zur Laichzeit weitgehend "ausfallen". Dies hat auch etwas mit Gewässerverschmutzung zu tun, aber eben nicht nur.
Der Sinn einer intelligenten Fischereipolitik muss nun darin bestehen, solche schwachen Jahrgänge zu schützen, um nachhaltigen Schaden von den Beständen abzuwenden. Es ist aber paradox, wenn mit großem Aufwand wissenschaftliche Untersuchungen zu Bestandesgrößen und der vertretbaren wirtschaftlichen Nutzung derselben erstellt werden, sich dann aber die politischen Entscheidungsträger aus kurzfristigem Kalkül über diese Expertise hinwegsetzen.
Mit ein wenig Disziplin wären aber schon mittelfristig die Bestände wieder zu stabilisieren. Natürlich ist diese Situation für die Fischer verheerend. Eine vorübergehende wirtschaftliche Unterstützung von staatlicher Seite wäre die nachhaltigste und damit billigste Lösung!

Stell sich die Frage

was hier unter westlicher Ostsee zu verstehen ist, und in welchem Gebiet genau die Beschränkung gilt für welche Länder.

Angler fangen einzelne Fische gezielt und kein Netz voll mit Tot gedrückten Dorsch, die können sicher mal einen guten Tag haben.
Aber gegen Netzfischerei ist das wohl eher ein Witz, aber eine Begrenzung auf xxx Fische wird sicher keinen stören außer der Tourismus Branche.

Und die bringt den den Ländern mehr ein als die Fischer, also ohne mehr Daten wo und wer nicht darf plus welche Stückzahlen.
Lässt sich jetzt nicht viel sagen.

Gruß

Und die Kontrollen???

Was nützen die tollsten Fangquoten und Einschränkungen, wenn diese nicht kontrolliert werden? In der Eckernförde Bucht sind einige Fischer nachts mit Schleppnetzen unterwegs, was verboten ist! Wenn man dann bei der Wasserschutzpolizei anruft, erreicht man keinen oder die sind nicht zuständig, stattdessen soll man in Bad Bramstedt abrufen- die kommen dann eventuell nach 1 Stunde dort an, denn Bad Bramstedt ist knapp 100 km entfernt....

Fischlose Zukunft der Ostsee?

Die Ostsee macht in letzter Zeit häufiger ökologische Schlagzeilen mit Ausrufezeichen.
In seiner Gesamtökologie aufgrund der besonderen Lage als geologisch junges un d flaches Brackwasserbinnenmeer ist sie Lebensraum, der nur wenigen Arten ( wie zum Beispiel Dorsch und Hering) Bedingungen bietet, die noch tolerierbar sind. So muss man sich klar machen , dass die Ostsee wesentlich artenärmer ist und aufgrund ihrer Besonderheiten als Lebensraum ohnehin auch ohne Befischung nur begrenzte Populationen dieser Seefische erhalten kann.

Hinzu kommen in den letzten 20 Jahren vermehrte ungiftige, aber auch giftige Algenblüten ( bedingt durch vermehrten Phosphateintrag vom Land ), problematische eingeschleppte Neophyten und Neozoen, welche die bestehenden Populationen NEBEN der Befischung zusätzlich unter Druck setzen.

Das " Ruhenlassen" gerade auch dieser letzten fragilen Bestände ist letzlich die einzige Chance, ihr Weiterbestehen in der Ostsee für die Zukunft zu sichern.

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