Kommentare

Luxusprobleme im Krisenland

"[Anzahl] Tote bei Anschlag in [Krisenland]"

Solche Schlagzeilen lesen wir fast jeden Tag und nehmen sie schon gar nicht mehr wahr.
Wenn aber auch nur ein Mensch in Westeuropa einem einzelnen Irren zum Opfer fällt, überschlagen wir uns vor Aufregung, sprechen unser Beileid aus, ändern unser Profilbild bei Facebook und suchen die Schuld bei denen, die in Afghanistan gegen eine Stromleitung demonstrieren. Diese Menschen sind uns ähnlicher, als wir glauben.

Was ist daran neu?

Diese Nachrichten sind ja nun schon Monate her, es hat schon damals keinen unsere Politiker interessiert, es wurde nichts unternommen, So macht man den IS stark. Unsere amerikanischen Freunde haben schon Bin Laden aufgebaut als er noch gegen die Russen zu Felde zog. Der Zweck heiligt in der Politik die Mittel bis man merkt ich habe mich ins eigene Knie geschossen. Erdogan und die Türkei machen Geschäfte mit den IS und unterstützt den IS gegen die Kurden. Aber EU und Frau Merkel hoffierten Ihn.

@Nachfragerin Vor Kommentieren lesen!

"[wir] ...suchen die Schuld bei denen, die in Afghanistan gegen eine Stromleitung demonstrieren. Diese Menschen sind uns ähnlicher, als wir glauben."

Die Menschen demonstrierten nicht GEGEN sondern FÜR eine Stromleitung. Sie machen genau das Gegenteil von dem was in Deutschland passiert.
Niemand sucht die Schuld bei denen die dort demonstriert haben. Die Schuld liegt klar bei den Selbstmordattentätern, die offenbar mit den Angehörigen der unterdrückten persischsprachigen Minderheit eine zustimmungsfähige Opfergruppe für ihre Gewaltorgie ausgemacht haben.

@Nachfragerin

Ganz Ihrer Meinung.

Es wird immer schlimmer ...

und die Krisengebiete immer mehr.

Vor Jahren wurde der Kampf in Afghanistan gg die Taliban geführt. Bis man nach vielen Jahren und unzähligen Toten merkte, dieser Krieg ist nicht zu gewinnen. Nun verhandelt man mit den Taliban. Zu spät. Denn mittlerweile haben sich viele noch mehr radikalisiert und kämpfen jetzt für den IS. Und das nicht nur in Afghanistan.

Überall wo irgendwelche Allianzen unter Führung der USA westl. Werte einführen wollte, kommt es zu derartiger Radikalisierung. Den IS nur auf das Gebiet vom Irak und Syrien zu beschränken ist zu einfach, wie wir jetzt in Afghanistan sehen. Was passiert im Jemen, in Nigeria, in Mali .... ?

Eigentlich betreiben wir eine Kolonialisierung 2.0. Die Staaten, die uns von wirtschaftlichem bzw. strategischem Interesse sind, werden solange wirtschaftlich, politisch und zur Not militärisch indoktriniert, bis uns das System passt. Unsere Politiker vergessen nur, dass dort auch Menschen leben.

Dem Beitrag

von deutschermichel55
kann ich nur zustimmen.
Hinzufügen würde ich das deutsche Waffenexporte sofort eingestellt werden.

@Nachfragerin

Klasse Kommentar.

Zivilisten sind unschuldig....

wenn sie keine Waffe trage. Das gilt in Muenchen wie in Kabul. Haut endlich ab ihr "Willige". Dann gibts sicher sehr viel weniger Tote ueberall. Ihr habt das Desaster allerorts doch erst ausgeloest. Habt ihr das vergessen? Es reicht langsam. Man soll sich dort unabhaengig endlich auf Stammesebene einigen. Das ist sicher moeglich.

Es fällt mir heute irgendwie besonders auf

"Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens 80 Menschen getötet und 231 verletzt. Die Opfer sind überwiegend Zivilisten."
Wo sind die warmen Worte des Mitgefühls von Obama, Merkel, Gauck, und wie sie alle heißen, die beim Anschlag in München "in Gedanken bei ..." waren? Wo sind die sich überschlagenden Meldungen auch in ausländischen Medien, die Dauerberichterstattung? Sind es nicht überall Menschen, Zivilisten? Mindestens 80 Menschen getötet und 231 verletzt. Mindestens 80 Menschenleben wurden einfach so ausgelöscht, 231 wurden verletzt. Dabei sind die seelischen Leiden wohl noch gar nicht mit eingerechnet, und die Leiden der Angehörigen.
Wer ist in Gedanken bei diesen Menschen in Kabul? Ach so, die Gedanken sind ja alle noch in München.
Bitte nicht falsch verstehen: Ich finde furchtbar, was in München passiert ist. Aber was ist los, sind wir so abgestumpft, dass wir Meldungen aus Krisenregionen so hinnehmen, während für unsere Region pathetische Worte fließen?

@ 17:37

Unsere Politiker vergessen nur, dass dort auch Menschen leben.

Wie ist das möglich?
Vielleicht Taiginseng vorher nehmen oder Pad programmieren. Prozessoren vergessen nichts.
Ernsthaft, es interessiert sie nicht.
Ansonsten stimme ich Ihnen zu.

Mein Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen

dieser Toten und mein Mitgefühl gehört den Verletzten und schwer Verwundeten. Dieses Leid, dieses Elend und diese Not, dass die Menschen dieses Landes in den vergangenen Jahrzehnten ertragen mussten besonders die Frauen ist kaum noch zu beschreiben.

Schrecklich was passiert ist.

Schrecklich was passiert ist. Gegen Idioten, die sich in die Luft sprengen, gibt es keine Maßnahmen die es verhindern. Man kann nur hoffen, dass sich keine Trottel mehr finden, die gleiches tun werden. Ich befürchte, es gibt noch genug Idioten

17:37 von spom .. natürlich, wir haben ..

nur die eine Chance und die Zeit läuft uns davon.
Es wird immer enger, wie werden uns immer fremder (obwohl wir uns immer ähnlicher werden) und die Natur brennt uns durch um so mehr wir über sie zu herrschen suchen.
Das Projekt Moderne ist von verschiedenen Seiten bedroht, von den Traditionalisten, von den Aufklärungsverweigerer (was nicht dasselbe ist) und von den Modernisierern selbst, die die Sprengkraft ihres Unterfangens völlig unterschätzen.
Wir sind das zentrale Problem - abseits aller hier immer gern durchs Dorf getriebenen Verschwörungstheorien. Einfach nur, weil wir Bauern oder Soldaten sind, wie bei den 7 Samurai und weil wir uns weigern beides zugleich zu sein.

München ist schlimm

Nizza eine Katastrophe, Breivik ein Monster.
Kabul, Bagdad die wahr gewordene Hölle auf Erden.
Es gibt aber keinen Teufel, jedenfalls nicht für mich.
Die Hölle hat Väter.
Das waren die Männer und Frauen , die fanatische
Islamisten instrumentalisierten , mit modernen
Waffen ausrüsteten um die Regierung zu stürzen, die
es gewagt hatte, die Sowjets um militärische Hilfe zu bitten.
Die freie westliche Presse feierte diese mörderischen
Truppen als Freiheitskämpfer.
Heute werden diese Leute gedrohnt, nachdem Afghanistan
flach gebombt wurde.
Im Irak wurde die gesamte Welt belogen , um diesmal mit Hilfe der Willigen das Land flach zu bomben.
In Libyen wurde eine Diktatur flach gebombt, die gegenüber der jetzigen Diktatur in Ägypten fast
"heilig" war.
Und wer leidet unter dieser Zerstörungswut. Die
Zerstörer? Nein, die Menschen, die das Pech hatten
hier geboren zu sein und nicht das Geld , um sich aus zu kaufen.
Hören wir doch einfach mal hin, was der jetzige Papst hierzu sagt.

Meine Güte

Ich kann es nicht mehr verstehen, warum einige Leute so sehr damit hadern, dass uns geographisch nähere Katastrophen mehr beschäftigen als weiter entfernte. Es ist das normalste der Welt, dass man sich mehr um die eigenen Leute schert. Auch wenn es jetzt einige Leute schockt, glauben sie, dass es bei anderen Menschen anders ist? Glauben sie, dass es Brasilianer mehr interessiert, wenn in Deutschland 10 Menschen sterben als in Brasilien selbst? Oder in Afghanistan? Was soll dieses ständige, leere Empören über Dinge, die jedes Kleinkind intuitiv versteht. Es ist das normalste der Welt, es ist natürlich, nicht unmoralisch und nicht rassistisch. Jedes Volk, jede Kultur, jeder Mensch tut es. Was sollen wir gegen diese Anschläge machen? So leid es mir tut, das einzig zukunftsfähige Konzept ist, dass die Afghanen es selbst machen. Unsere militärische Präsenz dort hilft nicht. Schon gar nicht die amerikanische. Mein Beileid für die Hinterbliebenen, auch wenn es niemand hier liest.

21:06 von MeisterÄder

Sie haben ja so Recht.

18:22 von jukep

Vielen Dank für Ihren Kommentar und die aufrichtigen Worte des Mitgefühls.
Vielleicht ist dies das einzige. was unsere Welt noch heilen kann.

Defender411

Sie meinen, das es gegen Idioten, die sich in die Luft sprengen wollen, keine Massnahmen gibt um dies zu verhindern?

Sie waren wohl nie bei der Bundeswehr?
Natürlich kann man effektive und effiziente Massnahmen einleiten, um solches zu verhindern!
So etwas ist bei der Bundeswehr unser täglich Brot!
Aber die Bundeswehr ist halt nur für das Ausland zuständig, und nicht für das Inland!

So einfach ist das!

Meisteräder um 21:06

Was Sie sagen ist nur scheinbar plausibel. Natürlich ist es menschlich nachvollziehbar, dass uns München näher ist als Kabul. Aber den Terror in Afghanistan haben wir vom Westen aus wesentlich mit befördert. Dass seit 2003 im Irak jeden Tag Dutzende Menschen bei Terroranschlägen ums Leben kamen, hat uns hier überhaupt nicht gestört. Das war nicht nur der räumlichen Distanz geschuldet, darin drückt sich meiner Ansicht nach auch ein Stück Rassismus aus. Der Anschlag in Boston vor einigen Jahren geschah ja auch 4000km entfernt von uns und hat große Aufmerksamkeit bekommen. Ich denke, wir sollten bewusst lernen, nicht nur unserer Natur zu folgen, sondern Interesse an allen Menschen zu entwickeln, einfach aus dem Grund weil sie Menschen sind.

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