Kommentare

Der Außenhandel als notwendiges Übel des Wirtschaftswesens

Grundsätzlich sollte man zwar den wirtschaftspolitischen Grundsätzen Friedrichs des Großen folgen und sich weitgehend vom Außenhandel unabhängig machen: „Sie fordert aber auch die möglichste Erhaltung des Volksvermögens, damit es nicht unnötig ins Ausland abwandert. Dies ist der Grundsatz bei der Aufstellung der Akzise- und Zolltarife, darum besteuern wir unbarmherzig alle Waren, die wir selbst herstellen, und unsere Bodenerzeugnisse. So verhindern wir auch, daß wir durch übertriebenen Luxus bettelarm werden. Aus den Einfuhrlisten erfahren wir ferner, was ins Land kommt; auf ihrer Grundlage baut man seine Berechnungen auf und zieht neue Industrien ins Land, um fremde Waren entbehren zu können.“ Aber so ganz umgehen wird man den Außenhandel dennoch nicht, allein schon wegen des lieben Rohstoffbedarfes, weshalb hier nach Möglichkeit immer ein Überschuß zu erwirtschaften ist, da dieser dem Staat einen Devisenschatz verschafft, auf welchen er in Notzeiten zurückgreifen kann.

Voll Schizo

Heute feiern sie "Exporte" (nebenbei: in eine Binnenwirtschaftszone), und morgen heulen dieselben "Experten" dann über die Verschuldung dieser Länder. Als ob das Eine mit dem Anderen nichts zu tun hätte.

Ewiges Ungleichgewicht...

... geht nicht. Wenn man das hochrechnet, wird Deutschland 2016 wieder Leistungsbilanzüberschuß von ca. 240 Mrd. € aufweisen. Letztes Jahr waren es ca. 250 Mrd. €. Wie soll das gegenüber Deutschland verschuldete Ausland jemals seine Schulden zurückzahlen können? Das ist Irrsinn. Und von Monat zu Monat wird es schlimmer. Wenn die Exporte wegbrechen sollten - und irgendwann werden sie es tun, denn irgendwann geht den Abnehmern deutscher Exporte mal die Puste bzw. das Geld aus bzw. sie sind nicht mehr kreditwürdig um noch mehr deutsche Produkte zu kaufen, dann bräuchten wir eine gesunde Binnennachfrage. Dank Hartz IV und Lohndumping gibt es die aber nicht. Und was fällt unseren Politikern ein? Die schwäbische Hausfrau, schwarze Null, eine lächerliche Anhebung des ohnehin geringen Mindestlohns.

Starker Handel

Der Außenhandel ist eine der großen Stärken der deutschen Wirtschaft. Wer (fast) keine Rohstoffe hat, ist auf intelligente und innovative Produkte und auf gute Dienstleistungen angewiesen, die in der ganzen Welt begehrt sind. Und da ist und bleibt Deutschland Spitze.
Weiter so. Alles gut.

Alte Rezepte haben sich überlebt

um 12:22 von Karl der Hammer
"Grundsätzlich sollte man zwar den wirtschaftspolitischen Grundsätzen Friedrichs des Großen folgen und sich weitgehend vom Außenhandel unabhängig machen ..."

Für eine Volkswirtschaft vor 250 Jahren haben Sie völlig recht. Vorausgesetzt natürlich, es existiert eine komplette Kontrolle des totalitären Staates über die Ein- und Ausfuhren und das gesamte Wirtschaftsleben. Leider hat man in der Zwischenzeit aber die Marktwirtschaft und die Demokratie erfunden.

um 12:47 von marvin

"Voll Schizo Heute feiern sie "Exporte" (nebenbei: in eine Binnenwirtschaftszone), und morgen heulen dieselben "Experten" dann über die Verschuldung dieser Länder. Als ob das Eine mit dem Anderen nichts zu tun hätte."

Hat es auch nicht. Die Verschuldung, die Sie meinen, ist eine Staatsverschuldung. Die Abnehmer für mehr als 99% der deutschen Exporte sind aber gar nicht die Staaten selbst, sondern Firmen und Privatpersonen. Und die sind gar nicht so verschuldet, wie Sie glauben.

um 13:06 von Schlimmer

"Und was fällt unseren Politikern ein? Die schwäbische Hausfrau, schwarze Null, eine lächerliche Anhebung des ohnehin geringen Mindestlohns."

Beides hat allerdings wenig miteinander zu tun. Erstens, eine Anhebung des Mindestlohns kostet Arbeitsplätze. Schade, ist aber so.
Und zweitens, die schwarze Null, also der Verzicht auf neue Staatsschulden, ist absolut notwendig, denn immer mehr Schulden kann nicht funktionieren, das leuchtet unmittelbar ein. Ihnen sicherlich auch, denn Sie warnen an anderer Stelle ja geradezu vor dem Zusammenbruch, der uns bevorsteht.
Keine zukünftige Regierung wird noch neue Schulden machen können, auch keine linke Regierung.

Ehre, wem Ehre gebührt

Obwohl keiner mehr unsere Schiffe kauft, wir weder Hosenleder noch Kruppstahl verkaufen, wir als Fotopionier (Leica, Zeiss und Agfa) gestorben sind, als Erfinder des Fernsehens keine Fernseher mehr bauen, unsere Automobilindustrie an der Klippe ins Nirwana steht, alles was einen Chip enthält zugekauft werden muss, nach Konrad Zuses Holzrechner kein deutscher Computer mehr gebaut wurde, unsere Telefone & (Handys) kein Mensch auch nur mit dem Podex anguckt usw. - exportieren wir die Welt immer noch tot!?

Chapeau!

@ FroleinPutinsPo....

Und was ist mit den Target-2-Salden? Wenn es Ausfälle gibt, haftet der Steuerzahler.

... steht wohl weitestgehend wieder als Soll auf den Saldenkonten der Importstaaten bei der EZB. Insofern schließt sich der Kreislauf bis das System möglicherweise irgendwann in (naher) Zukunft kollabiert.

um 14:14 von Menelaus

Die Dampfloks haben Sie in Ihrer Aufzählung vergessen, die produzieren wir auch nicht mehr.
Und? Ich verstehe Ihre Message nicht.

Übrigens sind die beiden Firmen Zeiss und Leica in ihren Sparten immer noch top. Ohne Zeiss gäbe es keines der großen Teleskope, die in unseren Himmel blicken.

brexit

aha, das grösste plus im handel mit grossbritannien ?? interessant - reagiert die britische industrie noch schnell auf den drohenden brexit, weil dann alle importe aus deutschland für GB teurer werden ??
aber sie wollen´s ja so !

FroleinPutinsPo... 12.47

Die Verschuldung des Staates und Privatpersonen können sie nicht trennen, denn wenn die Privatkunden die Schulden bei ihrer Bank nicht mehr bedienen können dann springt der Staat bei den Banken ein.

um 14:55 von boesermann

"interessant - reagiert die britische industrie noch schnell auf den drohenden brexit, weil dann alle importe aus deutschland für GB teurer werden ??"

Woraus schließen Sie das denn, dass es nicht genau umgekehrt kommt?

Kollaps?

um 14:46 von HMaier
"... steht wohl weitestgehend wieder als Soll auf den Saldenkonten der Importstaaten bei der EZB. Insofern schließt sich der Kreislauf bis das System möglicherweise irgendwann in (naher) Zukunft kollabiert."

Meinen Sie, dass es irgendwie weniger "kollabiert", wenn die deutschen Firmen die Exporte einfach einstampfen und die Beschäftigten entlassen?

Anstieg deutscher Exporte:Lichtblick im Februar.....

Ja,daß ist die ökonomische Strategie der Bundesrepublik.Ein starker Export.Begünstigt durch eine einheitliche Währung(die anderen können nicht Abwerten,um deutsche Importe teurer zu machen) führt dies zu Handelsbilanzdefiziten in den meisten anderen Ländern.Und zu wirtschaftlichen Ungleichgewichten,welche die Widersprüche im EU-Raum verstärken.
Man kann sagen:Ein auseinander brechen der EU würde die deutschen Exportfirmen treffen,aber den meisten anderen Volkswirtschaften eher gut tun.

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