Kommentare

Mindestlohn

Ich kann keinen verstehen der gegen einen Mindestlohn ist. Im Gegenteil. Der Mindestlohn sollte mindestens ein "normales" leben finanzieren können. Mit dem Mindestlohn steigen ja nicht nur die Ausgaben für die Unternehmer, sondern auch deren Einnahmen.
Mehr Geld für den Konsumenten, mehr Umsatz, mehr Einnahmen.

Kleine Ergänzung

6,20 Pfund wären jetzt etwa 7,80€.
7,20 Pfund wären jetzt etwa 9,00€.

Deutschland hat 8,50€
Frankreich 9,61€
Luxemburg 11,12€

Also sicher doch liebe EU Gegner in England, man wird eure Insel stürmen für 60 cent weniger als in Frankreich.

die Briten könnens

Höherer Mindestlohn stärkt den Binnenmarkt und senkt Sozialausgaben. Dazu macht es Arbeit attraktiver. Es ist immer wieder erstaunlich wie Niedriglöhne gefordert werden, wo Menschen kaum oder nicht davon leben können. Arbeit muss sich "lohnen". Ansonsten sollte man nicht von Lohn sprechen.

Mindestlohn ist i. d. R. beschäftigungsneutral

Einige Jobs werden wegfallen, aber seien wir mal ehrlich, sind solche unterbezahlten Beschäftigungen wirklich schutzwürdig? Soll ein Staat prinzipiell zum Unterhalt der arbeitenden Bevölkerung beitragen, damit Unternehmen ihre Gewinne maximieren können?

Auf der anderen Seite stellen Mindestlöhne auch eine Mindestkaufkraft dar. Zahlreiche Unternehmer können sich freuen, dass ihre Kunden mehr Geld ausgeben werden und sie zusätzliche Kräfte einstellen können. Was der eine an Lohn erhält, nimmt der andere als Umsatz ein. So ist das in einer Marktwirtschaft.

Ob ein höherer Mindestlohn zu mehr saisonaler Zuwanderung führt, bleibt abzuwarten. Aber wir wollen doch alle einen freien und grenzenlosen Markt. Dazu gehört auch der Arbeitsmarkt. Die Öffnung des Arbeitsmarktes für osteuropäische Zuwanderer hielt sich im Übrigen in Grenzen.

Währungs-Wirrwarr

Liebes tagesschau.de-Team,

in diesem Beitrag vermisse ich sehr eine Euro-Angabe zum neuen UK-Mindestlohn - ich musste selbst umrechnen, um einen Vergleich mit dem deutschen Mindestlohn anstellen zu können.

Auch der Satz "In ihrer Heimat könne sie damit 300 Euro im Monat verdienen, sagt Victoria, hier dagegen 500 Pfund in der Woche." mit zwei verschiedenen Währungen ist nicht gerade erhellend.

Mit freundlichen Grüßen,
T.P.

Kann sagen wer will was er

Kann sagen wer will was er will, aber die haben es begriffen.
Wettbewerbsfähigkeit darf nicht durch Armut der Beschäftigten gewährleistet werden.
Nicht durch die innerhalbe der EU noch durch die außerhalb der EU.
Waren aus Billiglohnländern sollten höhere Einfuhr Steuer zahlen.
Die eigene Bevölkerung zu Gunsten einiger weniger Profiteure zu verarmen ist ekelhaft aber in der EU in Mode geraten.
Durch die niedrigen Preise spart der Bürger nichts denn dieser bekommt dafür ja auch weniger.
Weniger Arbeit, weniger Steuern……
Nur einige wenige Investoren und Milliardäre profitieren davon.
Die Einheitsparteien wissen das, genehmigen es und schieben dem Bürger den schwarzen Peter zu.

Die arme Frau vom Kindergarten

Interessanter Artikel, allerdings sollte vielleicht darauf hingewiesen werden, dass in England die Kindergaerten grundsaetzlich privat sind. Wir zahlen am Rande von London fuer zwei (!) Tage die Woche (15 Stunden) £250 Pfund plus Steuern pro Monat, ich denke also nicht, dass die "arme" Besitzerin des Kindergartens ihre Angestellten entlassen muss oder keine Spielsachen mehr kaufen kann...

Währungs-Wirrwarr

Nun gut, dass 500 Pfund ca. 625 € entsprechen ist das Eine. Das Andere sind die doch etwas anders gelagerten Lebenshaltungskosten in den jeweiligen Staaten. Es reicht nicht, die reine Zahl (des Mindestlohnes) zu betrachten, entscheidend ist immer die Relation.

Ein Grundgesetz der Ökonomie

Ein Grundgesetz der Ökonomie besagt, wenn der relative Preis eines Gutes steigt, dann wird von diesem Gut weniger nachgefragt. Steigt also der Preis der Arbeit relativ zu anderen Gütern (z.B. Maschinen) wird weniger Arbeit nachgefragt. Betroffen von diesem Nachfragerückgang sind diejenigen, deren sog. Grenzproduktivität unterhalb des Mindestlohns liegen. Mindestlöhne benachteiligen also immer die ärmsten der Gesellschaft.

@Selbstständiger

Sie schreiben, sie verstehen nicht wer gegen den Mindestlohn sein kann.

Es ist ganz einfach. Menschen mit geringer Produktivität, geringer Ausbildung, mit Behinderungen usw. müssen gegen einen Mindestlohn sein. Sie werden durch den Mindestlohn aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Ausserdem. Löhne sind Kosten. Höhere Löhne sind höhere Kosten. Sie führen nicht zu mehr Umsatz und mehr Einnahmen sondern zu weniger Umsatz und weniger Einnahmen. Wenn es anders wäre müssten wir den Mindestlohn bei 100 EUR pro Stunde ansetzten.

@Oberkobold

Sie schreiben der Mindestlohne stärkt den Binnenmarkt und senkt Sozialausgaben.

Das Gegenteil ist der Fall. Löhne sind Kosten. Wenn höhere Kosten zur Stärkund der Wirtschaft führen würden sollten wir alle Kosten rauf setzten. Zudem, Mindestlöhne verdrängen Menschen mit geringer Produktivität aus dem Arbeitsmarkt. Dadurch steigen die Sozialausgaben.

@seneca165

Zitat:
"Mindestlohn ist i. d. R. beschäftigungsneutral

Einige Jobs werden wegfallen, aber seien wir mal ehrlich, sind solche unterbezahlten Beschäftigungen wirklich schutzwürdig? "

Richtig seneca165 es fällt kein Job weg duch den MiLo
So haben wir in meinem Unternehmen gar keinen Job im Bereich des MiLo.

Der MiLo bedeutet allerdings in jedem Fall, dass nur noch der Mitarbeiter einen Job bekommt, der die Produktivität hat um seine Kosten zu erwirtschaften.
Kurzum:
Ich stelle keinen ungelernten oder anderweitig leistungsgeminderten Mitarbeiter ein, der nicht den erforderlichen ROI (Return of Invest) erwirtschaften kann.
Diese Schwelle ist direktproportional zur Höhe des MiLO.

Im Ergebnis bleibt die Langzeitabeitslosenquote auf hohem Niveau und wird mit Sicherheit weiter steigen.

@All
Der Staat darf/kann die MiLOhöhe gesetzlich festlegen und vorschreiben wieviel zu zahlen ist.
Allerdings kann der Staat nicht vorschreiben, dass man zu diesen Bedingungen Mitarb. einstellen muss.

Jobs fallen durch MiLo dann weg, wenn

die daraus resultierenden Kosten eine Rationalisierungsinvestition rechtfertigt.

Auch hier ein Beispiel aus unserem Unternehmen.
Wir haben vor 2 Jahren Massiv in die Lager&Verpackungslogistig investiert.
Durch neue Maschinen und Automationsabläufe konnten wir die erforderlichen einfachen Lagerarbeitsplätze um 6 Personen reduzieren.
Im Ergbenis konnten wir somit unsere Gesamtkosten abzgl. der Investitionskosten um mehr als die Hälfte reduzieren.

Diesen Prozess werden wir entsprechend weiter führen, was natürlich auch von den gültigen Lohnuntergrenzen abhängt.

P.S.: Ach ja eines hat der MiLo bei uns doch bewirkt!
Wir bieten keine Praktika mehr an, die nicht im Rahmen eines Pflichtseminars erforderlich sind.
Kurzum: Absolventen die nach einem Praktikum fragen bekommen eine Absage, denn die damit verbunden Kosten sind uns zu hoch!

@oberkobold Bin gleicher

@oberkobold

Bin gleicher Meinung. Wie kann es sein das es Jobs gibt wo der Lohn nicht zum Leben reicht und diese Menschen noch auf Sozialhilfe angewiesen sind.
Genauso eine Sauerei ist Leiharbeit.

Auf dem Weg

Geschrei um 7,20 oder 9,00 BritischePfund/pro Stunde.
Akzeptanz bei Grundgehältern im Millionenbereich und bei Millionenboni für Luftgeschäfte von Bankern.
Ja, das ist unser Zeit, dass ist die Soziale Gerechtigkeit- die "Soziale Frage", wie sie im 21. Jahrhundert verstanden wird - wobei?- das hatten wir doch schon im 18. Jahrhundert und davor?
Ups! Ich vergaß: der Neue Geldadel, die einzigen Leistungsträger dieser Gesellschaftsform!
Und dann fallen also Arbeitsplätze weg oder - oh Gott - die Polen kommen und nehmen den unterpreviligierten Briten auch noch diese Jobs weg!
Hier erkennt man die Grenzen der "Freien Marktwirtschaft", die das soziale Elent und soziale Unruhen in sich trägt.
Bisher wird sie als Waffe gegen den abhängigen Bürger zu dessen Ausbeutung benutzt und daher wollen die, die Chance haben, aus diese Abhängigkeit raus - mit Millionenbezügen!
Zurück bleiben Arbeiter die sich gegenseitig bekämpfen - da lächelt jeder Unternehmer und senkt nochmals die Löhne.

@12:26 von Emil66 - Der Mindestlohn hat seinen Preis

"Die eigene Bevölkerung zu Gunsten einiger weniger Profiteure zu verarmen ist ekelhaft aber in der EU in Mode geraten."

Es geht den Kritikern des Mindestlohns nicht darum die Bevölkerung auszubeuten. Der Kritikpuntk am Mindestlohn ist hauptsächlich, dass geringqualifizierte und v.A. Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schon Probleme haben. Werden Arbeitgeber dazu gezwungen ihnen den Mindestlohn zu zahlen sinkt die Chance, dass sie in Lohn und Brot kommen - denn einige Jobs lohnen sich dann schlichtweg nicht mehr und werden gar nicht mehr nachgefragt.

Kein Unternehmer wird bei einem Mindestlohn von 8,50€ einen Mitarbeiter einstellen, der nur 8,49€ erwirtschaftet.

April! April!

Ein klarer Aprilscherz

@12:58 von bürgerschreck

"Ich stelle keinen ungelernten oder anderweitig leistungsgeminderten Mitarbeiter ein, der nicht den erforderlichen ROI (Return of Invest) erwirtschaften kann."
#
#
Toller Satz, wer kann es sich leisten Mitarbeiter zu bezahlen die unproduktiv sind?
Wer dem ML von 8,50 Euro nicht bezahlen kann, will seine Mitarbeiter ausbeuten oder soll seine Geschäftsidee überdenken.
Wir schaffen den ML ab und Ihr direkter Konkurent stellt jetzt Mitarbeiter für einen Stundenlohn von 5,00 Euro ein, glauben Sie das Sie dann noch lange auf dem Markt sind?

@12:52 & 12:56 von Economist70

Die bessere Weisheit besagt wenn ich mehr Geld an die untere Seite der Einkommen bringe, steigen die Umsätze.
Das resultiert daraus das diese kaum sparen können, wovon auch.
Die kosten für die Allgemeinheit sind entweder gleich, oder günstiger aber niemals teurer.
An diesen Hungerlöhne (im wahrsten Sinne des Wortes) verdienen nur wenige Ausbeuter, die Kosten werden auf die Allgemeinheit umgelegt.
Ergo der Steuerzahler kommt für die Wettbewerbsfähigkeit Skrupelloser auf und nichts anders.
Diese Unternehmer die das befürworten, wollen nur faire Arbeitgeber aus dem Geschäft drängen und die Kosten dafür dem Steuerzahler aufhalsen.
Wer so dumm ist und darauf reinfällt verdient es nicht besser.

@12:56 von Economist70

"Mindestlöhne verdrängen Menschen mit geringer Produktivität aus dem Arbeitsmarkt. Dadurch steigen die Sozialausgaben."

Die Aussage ist nicht falsch, aber so pauschal gesamtwirtschaftlich gesehen nicht korrekt.
Denn für Aufstocker z.B. (falls es das in UK gibt) sorgt der Mindestlohn für sinkende Sozialausgaben.
Wie sich das dann gesamtwirtschaftlich auswirkt hängt davon ab, welcher Effekt der Größere ist. In Deutschland hat durch den Mindestlohn kaum jemand den Job verloren (allerdings kam es wohl zu einem geringeren Jobwachstum als ohne Mindestlohn). Der Einfluss auf die Sozialausgaben war wohl eher positiv.

Die Personalkosten sind aus Unternehmersicht zwar Kosten, das Geld ist jedoch nicht einfach weg.
Da Menschen mit geringem Einkommen dazu tendieren fast alles zu "verkonsumieren" was sie verdienen kann es sogar zu einer Steigerung der Binnennachfrage kommen. Das lässt sich allerdings auch nicht so pauschal sagen, da es mehr als nur einen Faktor gibt der dies beeinflusst.

@13:04 von bürgerschreck

"Diesen Prozess werden wir entsprechend weiter führen, was natürlich auch von den gültigen Lohnuntergrenzen abhängt."
#
#
Ihr Name ist Programm. Investieren Sie nur in Maschinen, aber wundern Sie sich nicht, wenn der Umsatz sinkt.
Maschinen benötigen nur Strom und Öl.

@13:13 von WiPoEthik

"Der Kritikpuntk am Mindestlohn ist hauptsächlich, dass geringqualifizierte und v.A. Langzeitarbeitslose auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schon Probleme haben. Werden Arbeitgeber dazu gezwungen ihnen den Mindestlohn zu zahlen sinkt die Chance, dass sie in Lohn und Brot kommen..."
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Langzeitarbeitslose sind aus dem ML rausgenommen, um genau das zu verhindern.

Hier ist eine Erhöhung angebracht!..

Hier ist eine Erhöhung angebracht! In Deutschland spricht man auch von einem Mindestlohn 8,50 Euro. Kann man eigentlich von einem Mindestlohn sprechen wenn ihn nicht alle bekommen?

@oberkobold

Zitat:
"Bin gleicher Meinung. Wie kann es sein das es Jobs gibt wo der Lohn nicht zum Leben reicht und diese Menschen noch auf Sozialhilfe angewiesen sind."
__________________________________
==> Ganz einfach, wenn der betreffende Mitarbeiter diesen Lohn nicht erwirtschaften kann!
"kein Schulabschluss, keine Ausbildung, evtl. vorhandene Leistungseinschränkung etc."
8,50€/h Lohn entsprechen für den Unternehmer mind. 15€/h kosten.
Wer das nicht erwirtschaften wird derjenige nicht eingestellt.
_________________________________
Genauso eine Sauerei ist Leiharbeit."

Herr Oberkobold,
die Leiharbeit ist eigentlich nur für Produktionsspitzen.
Allerdings wird die Zeitarbeit auch als Mitarbeitspuffer genutzt.
Dies könnte man arbeitstechnisch einfach lösen, wenn der Kündigungsschutz flexibler wäre.
Kurzum: Bei struktureller Auftragsflaute ist es als Unternehmer extrem schwer festangestellte Mitarbeiter freizusetzen.
Aus diesem Grund werden 10-15% Zeitarbeiter eingesetzt.

Ganz einfach

Bei 8,50€ muss bei unserer

Bei 8,50€ muss bei unserer Firma der Mitarbeiter etwa 17 € pro Stunde erwirtschaften. Und das ist in Deutschland im Allgemeinen machbar. Auch für Geringqualifizierte.

Wenn mein Geschäftsmodell nur funktoniert, wenn ich nicht so hohe Löhne zahlen kann und die Differenz zum Grundeinkommen durch den Staat bezahlen zu lasse, sollte ich meine Kalkulation überdenken.

@Economist70

So "einfach" wie Sie den Mindestlohn erklären ist es nicht. Die User haben schon Recht mit ihren Kommentaren, ebenso wie Sie. Nur, gibt es eben nicht nur schwarz / weiß, da sind noch etliche Farben dazwischen, auch schöne.

Kein Aprilscherz, aber ein

Kein Aprilscherz, aber ein kleiner Skandal. Der neue Mindestlohn gilt nämlich erst ab 25 Jahren, also nicht für 95% der Studentenjobs. Die sind in England in dem Alter nämlich in der Regel schon fertig mit dem studieren.

@WiPoEthik

Kein Arbeitgeber wird einen Menschen anstellen, der nur 9 € die Stunde erwirtschaftet!

Was bei der Mindestlohndebatte für Deutschlang regelmäßig vergessen wird, ist der Arbeitgeberanteil für die Sozialversicherungen, die natürlich nicht auf der Abrechnung stehen.
Da mit dem Mindestlohn und den Arbeitgeberanteil zur SV etwa 9,12€ (ok, die Zahl war 2013 aktuell) aufgewendet werden müssen.

Aber die Einrechnung des Arbeitgeberbruttos zwecks besserer Vergleichbarkeit mit anderen Ländern, die das nicht haben,scheint ja auch unsere Politiker und Medien zu überfordern...

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