Kommentare

Jahreszahl

Sehr geehrte Redaktion, die Konferenz war im Jahre 1942.

@NH278

Vielen Dank für Ihren Hinweis.

Wir haben die Jahreszahl umgehend geändert.

Mit freundlichen Grüßen
Die Moderation

Ein hessicher Jurist & Humanist, Fritz Bauer,

angefeindet von den Vertretern der geräuschlosen Amnestierung von NS-Verbrechern, ein Kämpfer gegen die täterfreundliche Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und die Lethargie der Ermittlungsbehörden.
Als Ankläger brachte er den großen Frankfurter Auschwitz-Prozess in Gang, mit dem eine Mauer des Schweigens gebrochen wurde.
Er war es, der in Deutschland gegen Adolf Eichmann ermittelte und dessen Versteck in Argentinien ebenso aufspürte.
Er hoffte auf den Prozess in Deutschland.

Sehenswert der Film 'Der Staat gegen Fritz Bauer'.

Eichmanns Gnadengesuch

OK - jeder Mensch auf der Erde hat das Recht zu leben und zur Verteidigung !
Aber das mindeste, was man als erwachsener Mensch machen MUSS, ist die Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen.
Befehlsnotstand zu äußern, zeugt von der absolut verachtenswerten Einstellung gegenüber den Mitmenschen.
Aber die Gemeinheit dieser Nazis war ja sowieso namenlos !

Unglaublich.

Adolf Eichmann hat nicht wirklich geglaubt, dass er nicht hingerichtet wird, oder?

Er war undeutig und unzweifelhaft mitverantwortlich für die Ermordung vieler Millionen Juden. Ohne sein Mitwirken hätte die Tötungsmaschinerie nie so reibungslos funktionieren können. Er selbst hat alle Vernichtungslager inspiziert. Er wusste ganz genau, was er tat. Er war zwar vom Dienstrang ein kleines Rädchen im Gefüge, aber doch ein entscheidendes. Das darf nicht übersehen werden. Obwohl ich ein Gegner der Todesstrafe bin, habe ich in seinem Fall das Gefühl, dass er seine gerechte Strafe erhalten hat.

Reue und Einsicht hat er bis zuletzt nicht gezeigt. In Argentinien soll er sich sogar seiner Taten gerühmt haben.

Eine Begnadigung hatte er nicht verdient; für die vielen Opfer des Holocausts gab es auch keine Gnade.

Lest Hannah Arendt

Wer mehr erfahren will, dem sei Hannah Arendts Buch "Eichmann in Jerusalem" sehr empfohlen. Danach hat man endlich eine Ahnung, wie auch "ganz normale Deutsche" zu dem wurden, was man heute für undenkbar hält. Eine weitere Besonderheit: Man bekommt einen Bericht, der aus nahezu unparteiischer Sicht geschrieben wird, unfassbar nüchtern, was bei dem Thema eigentlich unmöglich ist (Jede Diskussion wird ja inzwischen zermalen zwischen "Man wird ja wohl noch" und der Nazivergleichskeule).

Warum sollte der Mann kein

Warum sollte der Mann kein Gnadengesuch stellen ?? Das sollte den heutigen , sich humanistisch nennenden Gesellschaften nicht verwunderlich sein . Oder gibt es nur das Recht das gefällt und in den Mainstream paßt ??

Nachvollziehbar

Eichmann war am Judentum Anfangs interessiert, sollte er doch eine neue Heimat für die deutschen Juden finden. Als überzeugter Nationalsozialist und in preussischen Diensten war er auch karrierebedacht. Sein Hinweis im Gnadengesuch auf Privilegien, die er nicht bekam, weisen darauf hin. Das er an der Wannseekonferenz teilnehmen durfte, weist ebenfalls darauf hin, dass er pflichtbewußt und gern die Befehle seiner Vorgesetzen ausgeführt hat. Sicherlich gehörten die Teilnehmer der Wannseekonferenz zum ausgewählten Zirkel der Staatsführung.

Dass es nach Bekanntwerden einen Schrecken gab über den Gräuel der Konzentrationslager, ist bekannt.

Und dann wollte es niemand gewesen sein. Auch Eichmann nicht. Dass er dann nur Befehle ausgeführt haben wollte, entspringt einem Verdrängungsprozess mit dem Ziel, jede Verantwortung zurückzuweisen.

"nur unter Befehl gehandelt"?

Und wie viele Soldaten suchen ( immer noch) ihr Gewissen mit solchem Argument (es war Befehl) zu beruhigen?

Es kann nimmer gelingen.

Hätten sie bloß das Wort Gottes gehabt, gehört, befolgt, Gott gefürchtet,
sie wären nicht gefallen.

17:31 von Liane8151

Ich stimme Ihnen zu nur nicht beim letzten Satz:
"Aber die Gemeinheit dieser Nazis war ja sowieso namenlos!"
::::::::::::
Es ist meistens von den Nazis die Rede aber die hießen ja nicht z.B. Helmut Nazi, Fritz Nazi usw. sondern Müller, Meier, Schulz oder wie auch immer.
Gruß

wahrscheinlich würde heute

wahrscheinlich würde heute kein gegner
der todesstrafe die große trommel trommeln,für adolf eichmann.
nur so hypothetisch!
dem zeitgeist verpflichtet.

Unglaublich

Ehrlich gesagt, kann ich die Aussage aus diesem Artikel nicht wirklich als glaubhaft hinnehmen, denn Eichmann müsste doch solange er noch ein Verstand hatte wissen, dass es gar nicht anders als die Vollstreckung der Todesstrafe gäbe, selbst wenn er in ein neutrales Land verurteilt wäre, so hätte nichts anderes als die Todesstrafe lauten können.
An einer Umwandlung seiner Strafe konnte er nicht wirklich denken, irgend was stimmt da nicht.
Ein Bürokrat des Teufels, der die totale Auslöschung der Juden zur Aufgabe hatte konnte man nur hinrichten.

Nahe am Beweis der Banalität des Bösen.

Die Theorie Hanna Arendts wird auch hiermit stark untermauert.
Ohne diese vielen Hanswürste, die vielen gedankenlosen perfekt funktionierenden Rädchen im Getriebe, wäre uns der Massen- und Völkermord erspart geblieben.

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@carlsand, 18:36

wahrscheinlich würde heute kein gegner der todesstrafe die große trommel trommeln,für adolf eichmann.
Da irren Sie sich. Wenn ein angeblicher Gegner der Todesstrafe das je nach Delinquent mehr oder weniger relativiert, hätte ich doch eher Zweifel an seiner Überzeugung. Ich wäre auch bei Eichmann, ja bei Hitler selbst, gegen eine Hinrichtung gewesen. Und das bestimmt nicht, weil mir die Dimension ihrer Verbrechen nicht klar wäre. Nein, dazu ist diese Frage wirklich zu grundsätzlich. Wenn wir anfangen zu rechnen, ab welchem Grad von Bosheit die Todesstrafe gerechtfertigt ist, dann wird sich diese Grenze beständig nach unten verschieben. Und genau das darf nicht passieren.

Gnadengesuch

Wie viele von den 6 Millionen jüdischen Opfern, den 1 Million Opfer der Roma und Sinti und den anderen Opern konnten eigentlich ein Gnadengesuch der Unschuld stellen.

Eichmann starb für alle Holocaust-Opfer und ich habe meine Zweifel, dass man ihn in Deutschland zum Tode verurteilt hätte.

re kim buch

"ich habe meine Zweifel, dass man ihn in Deutschland zum Tode verurteilt hätte."

Ganz sicher nicht, weil die Todesstrafe in Deutschland abgeschafft ist.

Wofür wir uns weder schämen noch rechtfertigen müssen - nicht mal, wenn's um Eichmann gegangen wäre.

@18:35 von PS 37 dass Nach...

"Und wie viele Soldaten suchen ( immer noch) ihr Gewissen mit solchem Argument (es war Befehl) zu beruhigen?"

Aktuell Bundeswehrsoldaten die ohne UN Mandat, in somit Völkerrechtswidrige Einsätze sind.

Eigentlich ist es mir egal

ob Eichmann ein Gnadengesuch gestellt hat oder nicht. Die Todesstrafe hat er verdient. Die Nachricht ist irgendwie muessig.

Wieviele Menschen sind genau heute wegen Ihrer Abstammung, ihres Glaubens, ihrer Lebenswahl bedroht. Zu viele . Und es gibt noch immer zu viele Eichmaenner die im Namen eines Befehls oder Ideologie oder Religion morden und Menschen der Freiheit berauben.

Geschah nicht gerade ein Genozid an Jessiden. Wueten nicht irgendwelche Pseudereligioese Banden in Nigeria und anderswo. Gibt es nicht genuegend Laender in denen die Freiheit zum Ersticken eingeschraenkt ist. Und gibt es nicht genuegend Entschuldigungsgruende wegzusehen?

Es faengt halt immer klein an.

Ich bin gegen die Todesstrafe. Auch bei Eichmann.

Mitleid zu empfinden, fällt mir jedoch schwer, und auch wenn ich die Todesstrafe niemals als gerecht empfinden kann, so finde ich es sehr wichtig und richtig, dass Eichmann nicht straflos dvongekommen ist. Wer an solchen Gräueltaten mitwirkt, sollte sich niemals auf das Befolgen von Anweisungen berufen können. Was ich allerdings sehr bedauerlich finde, ist dass viele Übeltäter der Menschheitsgeschichte weder verurteilt, noch deren Taten annähernd so sorgfältig aufgearbeitet wurden, wie die Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Mir scheint es manchmal so, als wäre es für manche Länder recht kommod, dass sie ihre eigenen Verbrechen hinter dem nationalsozialistischen Terror als Maß alles Bösen verbergen können. Mir fehlt etwa eine konsequente Aufarbeitung der Verbrechen der Kolonialstaaten wie Großbritannien, Frankreich und Belgien oder der USA von Korea über Vietnam bis zum Irak. Dabei geht es nicht um Relativierung, sondern um Gerechtigkeit und Anerkennung aller Opfer.

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