Kommentare

Linke und Islamisten

Ziemlich merkwürdige Allianz

Und wer kämpfte da nun für die Sache der Freiheit ?

"Ich traf Liberale, Linke,

"Ich traf Liberale, Linke, Islamisten. Alle waren da, und alle kämpften für Freiheit und soziale Gerechtigkeit. Plötzlich gab es Hoffnung."

Das halte ich für eine gravierende Fehleinschätzung eines jungen Menschen.

Alle waren da, aber die meisten organisierten Gruppen kämpften nicht gemeinsam für irgendwas, sondern die einzelnen Gruppierungen kämpften für sich um einen größeren innenpolitischen Stellenwert und Macht.
Der gemeinsame Feind Mubarak hatte nichts an der grundlegenden Feindschaft einiger dieser Gruppen untereinander geändert.
Der gemeinsame Feind Sisi wird das auch nicht.

Ägyptens Bevölkerung hat sich in meinen 40 Jahren verdreifacht (von 30 auf 90 Millionen) wenn ich statistisch sterbe werden es ca 150 Millionen sein.
Hoffnung für die Zukunft?

Ja es gibt positive Synergieeffekte durch Bevölkerungswachstum, aber nicht um den Faktor 5 in einer Lebenszeit.
Erst Recht nicht, wenn man Grundnahrungsmittel, Baumaterial, Energieträger für jeden Einwohner mehr importieren muß.

Freiheit, Zorn, Stolz - und dann

kommen wieder irgendwann die Berichte über Vorkommnisse auf diesem Platz die stark an die Sylvesternacht in Köln und dutzenden anderen Orten in Europa erinnern...die ägyptischen Frauen kamen damals nie zu Wort, es ging da aber nicht um Handys und Geldbörsen.....Aufklärung und Verfolgung der Täter = Fehlanzeige!

Nirgends im Nahen Osten, im Maghreb,

ist es gut gegangen. Die "Stabilisatoren" werden heute schmerzlich vermisst, und heimlich denkt die Weltpolitik wohl: Gut, dass es diesen Sisi gibt. Und die Idealisten des Tahir suchen das Weite, Richtung Deutschland. Sind wir nun das Paradies der Freiheit? Unsere Demokratie gerät auch gerade in Turbulenzen, durch Flüchtlinge und mehr noch durch die Landsleute, die nichts dazu gelernt haben oder nie was gelernt haben. Die Führungspersonen" kochen ihr Süppchen, aber die vielen Hinterherläufer sollten sich mal mit einem jungen Menschen vom Tahir-Platz unterhalten, wenn's dann geht.

Tahrir-Platz: Taharrush gehörte leider auch dazu

'Eine paar Monate noch blieb der Tahrir ein Festplatz der Freiheit, auf dem eine Art Polit-Kirmes stattfand.'

- In den nächsten zwei Jahren seit dem 2011 erfolgten Rücktritt Mubaraks kam es zu einem sprunghaften Anstieg sexueller Übergriffe (Taharrush) gegen Frauen auf dem Tahrir-Platz.

http://www.welt.de/110079486/

Treffpunkt für ein Interview gefährlich

Schlimm genug- - - sollte nirgends auf der Welt so sein__ Die internat. Presse sollte eher durchaus informiert werden.

Doch was hat Ägypten denn so falsch gemacht. . .. .

Etwa dass sie Sharia-Anhängern & anderen dem entsprechenden Religionsfanatikern keinen freien Zutritt ins Land überlassen?

Ist das falsch?\
:

:
_
Meine pers. Meinung: Ägypten macht das, was Europa & USA nicht wagt zu tun. Wohlmöglich humaner, auf diese Weise.
Doch hier in Ägypten: nur deswegen gab es bisher viel weniger Selbstmordattentate von Religions-Fans, als in Afrika und in Europa.

Da wählte erstmalig in der neueren Geschichte ein

"arabisches" Volk frei einen Präsidenten und was
machte der demokratische Westen?
Es sah zu, als das Militär den gewählten Präsidenten
mit Gewalt stürzte, als hunderte friedliche Demonstranten
brutal auf offener Straße durch Polizei und Militär
ermordet wurden.
Kein Aufschrei der üblichen Empörten. Wo blieb unsere
Kanzlerin, unser Außenminister, von Herrn Gauck sowieso
nix ? Von Euro-Schulz ganz zu schweigen.
Im Gegenteil, nach frisierter Verfassung wird der
Diktator Sisi als Staatschef mit allen Ehren empfangen.
Und dann wundern wir uns, wenn die Menschen
in ihrer Verzweiflung sich religiösen Hassparteien
anschließen?
Jeder Terrorist in Ägypten ist heute gleichzeitig ein
Freiheitskämpfer?!
Dieses Dilemma hat der Westen zu verantworten.
Wir haben die Ägypter in Stich gelassen. Machen
wir nicht den gleichen Fehler in der Türkei.

Peter Scholl-Latour hatte zu Beginn der Proteste

vor Illusionen des Westens gewarnt.
Gehört haben ihn viele, geglaubt hat ihm kaum wer.

Nicht schön, aber mir ist

Nicht schön, aber mir ist eine säkulare Militärdiktatur immer noch 1000 mal lieber als diese Muslimbruderschaft mit ihrer Vorstellungen, den ganzen Staat auf Basis der Sharia auszurichten.

was mich jetzt erstaunt,

der aufgeweckte farid hat nicht mitbekommen, daß dort auf dem platz viele junge frauen umzingelt und vergewaltigt wurden?

das zumindest behauptet die deutsche polizeiführung nach den vorfällen in köln.

Ganz ehrlich?

Ich hatte damals hellseherische Kräfte.
Ich erinnere mich an einen Besuch bei meinen Eltern. Es kamen im TV Bilder vom Tahrirplatz.
Meine Mutter freute sich über die neue Freiheit der Ägypter die dort Tage/Wochen später ausgelassen feierten.
Und ohne lange darüber nachzudenken wie ich das finde und einschätze, sagte ich voller Überzeugung aus dem Bauch heraus:
Was soll daran toll sein?
Schau dir die Bilder an.
Das ist eine Horde junger, wild gewordener Männer die austicken.
Was hat das mit Demokratie und Freiheit zu tun?
Wo sind die Frauen?
Wie kann man von einer befreiten Gesellschaft reden, in der alle Frauen nichts zu sagen haben?
Das ist nichts gutes!!!

Wie Recht ich hatte.
ABER: Nie hätte ich gedacht, was das für Auswirkungen auf uns in Deutschland selber hat. Ich dachte damals nur: Wenn ihr dieses Chaos als etwas empfindet das es zu feiern gilt, dann bin ich froh dass ich in einer anderen Welt lebe.

Mursi

Die Ereignisse auf dem Tahir im Januar 2011 wurden und werden immer noch als so genannter Arabischer Frühling verklärt. Ich hätte erwartet, dass in dem Artikel auch etwas über die Muslimbrüder unter dem gestürzten Präsidenten Mursi geschrieben wird. Dieser hat durch die Verweigerung des Dialogs mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und die versuchte Gleichschaltung der Justiz das Land weiter gespalten. Ihm wäre die Aufgabe zugekommen, die unterschiedlichen Strömungen im Interesse des Landes zu einen - zumindest aber sie nicht auszugrenzen. Hätte man ihn weiter gewähren lassen, dann wäre Ägypten heute vermutlich ein islamischer Gottesstaat. Die besorgniserregende Lage hatte auch unsere Kanzlerin am 30.01.13 dazu veranlasst, mahnende Worte an Mursi bei dessen Berlin-Besuch zu richten: Wahrung der Menschenrechte, Dialog mit allen politischen Gruppen und gelebte religiöse Toleranz. Mit dem Sturz Mursis ging nichts verloren, was nicht schon vorher nicht vorhanden war. Das ist mein Fazit.

17:45 von JFR ..nun jeder...

kämpft wie es sich gehört für die Freiheit seiner Sache - letztlich vermutlich hängt die Armut und Perspektivlosigkeit allen zum Halse heraus ...

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