Kommentare

Der Binnenmarkt boomt

Von vielen Kritikern wurde in den letzten Jahren bemängelt dass die deutsche Wirtschaft zu sehr vom Export abhängig ist.
Narürlich wird auch in Zukunft der Export ein wesentlicher Träger der deutschen Konjunktur ein, aber positiv ist die Tatasache dass aufgrund der Reallohnzuwächse der letzten 6 Jahre auch der Binnemerkt stärker zum Wachstumsträger geworden ist.
Das ist wichtig denn dadurch wird die Abhängigkeit vom Export etwas geringer und kleine Dellen wie z.B. jetzt in China können besser bewältigt werden ohne dass es negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und vor allem auf den deutschen Arbeitsmarkt hat!
Damit ist auch gewährleistet dass die Einnahmezuwächse des Staates bei den Steuern (siehe Überschuss von 12 Mrd. € in 2015) genügen um die Mehrkosten für die Flüchtlingsaufnahme OHNE Steuererhöhungen problemlos bewältigt werden können. Zukünftig werden diese ja nach der Aufnahme als Asylanten einen weiteren Aufschwung für die Wirtschaft bewirken!
Den Deutschen geht es gut!

Wachstum von Schulden

Der Konsum lässt die Wirtschaft wachsen, aber die Kauflust auch bedingt durch penetrante Werbung, die uns täglich einlullt, verleitet viele dazu, dass sie sich Dinge kaufen, die sie sich nicht leisten können.
Die 0% Zinsen und monatliche Raten ermöglichen den Spaß.
Letztendlich wird viel konsumiert und die wenigstens können es sich wirklich leisten.
Schön für die Wirtschaft, aber ob dieses Wachstum so gut ist wie es klingt, bezweilfe ich schwer.
Ich bezweifle auch schwer, dass Deutschland so reich ist, wie viele es immer noch glauben. Es ist nicht reich, sondern weniger arm als andere Länder, denn wir sind mit über 2 Billionen Euro verschuldet und pro Sekunde kommen fast 2000 Euro dazu.
In Anbetracht dieser Lage ist die Meldung zum Wachstum also irgendwie nicht wirklich so erquickend. Im Jahr 1988 waren es 43 Milliarden DM Schulden und jetzt sind es über 2,2 Billionen Euro, (also ca. 4500 Milliarden DM). Was auf jeden Fall super wächst sind die Schulden!

Die Zahl sagt wie immer überhaupt nichts aus, ...

...weil nur Transaktionen gemessen werden, bei denen Geld fließt. Zudem sagt der Geldfluss nichts darüber aus, ob nun effizienter oder mehr Güter produziert wurden (oder einfach alles nur teurer geworden ist).

Aber in der Politik ist man wie immer ziemlich geil auf diese nichtssagende Zahl und findet es ganz toll wenn sie steigt...

Genauso gut könnte man das Wasser das in einem Fluss fließt messen und während man das Wasser das vom Himmel regnet ignoriert.

@ 11:59 von _ben

Sie schreiben:
"Die Zahl sagt wie immer überhaupt nichts aus, ...
...weil nur Transaktionen gemessen werden, bei denen Geld fließt. Zudem sagt der Geldfluss nichts darüber aus, ob nun effizienter oder mehr Güter produziert wurden (oder einfach alles nur teurer geworden ist)."
*
Wie kommen Sie denn bitte zu dieser Aussage?
Da man ja aufgrund der Inflationsrate weiß dass insgesamt nicht so vieles teurer geworden ist MÜSSEN wohl auch mehr Produkte gekauft (und damit auch gefertigt) worden sein wenn mehr Geld geflossen ist.
Die Steuereinnahmen des Staates (insbesondere die Lohnsteuereinnahmen) sind extrem gestiegen!
Ohne Steuererhöhungen geht das nur durch mehr Lohnzahlungen (Logik?).
Es sind mit über 43 Mio. mehr Menschen in Arbeit als jemals zuvor in Deutschland.
Kein Arbeitgeber beschäftig Menschen wenn er damit keine Produkte erzeugen bzw. Umsätze machen kann, denn kein Arbeitgeber verschenkt sein Geld.
Die Zusammenhänge zu verstehen ist dabei wohl entscheidend!

Und warum läuft es jetzt

Und warum läuft es jetzt plötzlich in der Binnennachfrage ? Merkel hat dafür nichts getan.
Die Leute geben mehr aus weil sie mehr Geld in der Tasche haben - Antwort billigere Treibstoffkosten / Heizkosten etc.
Das ist erheblich was dadurch zusammen kommt.
Klare Antwort auf eine falsche Politik . Und auch die Gewerkschaften die jahrelang ihre Aufgaben nicht erfüllt haben, den angeblichen Problemen der geschröpften Kapitalisten auf den Leim gegangen sind, tragen eine Mitschuld. Das nennt man Opportunismus .

das ist doch

keine gute Nachricht. Es kommen über eine Million Zuwanderer die konsumieren und entsprechend wächst der private Konsum. Wird das rausgerechnet, ist das Wachstum bei Null oder Minus.

@ Bernd1 um 11:38

Schön einmal wieder einen Kommentar von Ihnen zu lesen.
Ich stimme Ihnen zu, den Deutschen geht es gut. Auch die aktuellen Reallohnsteigerungen werden dazu führen, dass der Binnenmarkt in naher Zukunft weiter gestärkt wird.

@ dersenf

Genau!
Das Einzige, wo ich mir hundertprozentig sicher bin, dass es wächst, sind die Schulden.

Wachstum 1,7 % - Gut......aber 2016 ?

Das Wachstum dürfte wohl etwas höher ausgefallen sein als womit man gerechnet hat. Da hat wohl auch das 4.Quartal zu beigetragen. Trotzdem berücksichtigt man die extrem niedrige Zinsen, den weiteren Verfall des Euros, der total niedrige Ölpreis und fast allen sonstigen Rohstoffen von Eisenerz über Weizen, von Gold über Kaffee, Soja, Schweine-und Rindfleisch, die extrem niedrige Welttranportkosten, so ist das Wachstum doch etwas enttäuschend. Und wenn man berücksichtigt, dass die Staatsausgaben um satte 2,8 % gestiegen sind so bleibt doch etwas Sorge darüber, wie wird es in diesem Jahr. Die Weltkonjunktur hat sich in den letzten Wochen doch erheblich schneller abgeschwächt als erwartet, nicht nur durch China, sondern weltweit. Die USA und Europa werden dies nicht auffangen können.

@ dersenf um 11:55

Sie schreiben:
"... denn wir sind mit über 2 Billionen Euro verschuldet und pro Sekunde kommen fast 2000 Euro dazu."
Wie Mitkommentator bernd1 bereits erwähnte, hatten wir in 2015 einen Haushaltsüberschuss. Demzufolge sinkt durch permanente Rückzahlung von Staatsanleihen (in den Staatsausgaben enthalten) und ohne weitere Kreditaufnahme der Schuldenstand. Wie kommen Sie darauf, dass dieser mit 2.000€ pro Sekunde wächst? Das ist faktisch falsch. Unter http://www.staatsverschuldung.de/schuldenuhr.htm können Sie sehen, dass nach deren Berechnung der Schuldenstand um genau 539€ pro Sekunde sinkt. Ihnen persönlich geht es dadurch nicht besser? Klar, genau so wie es Ihnen bei steigender Staatsverschuldung nicht schlechter geht.

re _ben

"Die Zahl sagt wie immer überhaupt nichts aus, ..."

Dann verraten Sie uns doch mal, mit welchen Parametern Sie Wirtschaftsleistung erfassen würden.

Oder geht's ihnen nur um die krampfhafte Erfüllung des Glaubenssatzes: Es geht uns immer schlechter und die Deutschen sind fast nur noch Prekariat?

@dersenf, 11:55

Der Konsum lässt die Wirtschaft wachsen, aber die Kauflust auch bedingt durch penetrante Werbung, die uns täglich einlullt, verleitet viele dazu, dass sie sich Dinge kaufen, die sie sich nicht leisten können.

Tja. Als ich jung war, hieß sparen, Geld, das ich habe, nicht auszugeben. Heute soll ich Geld ausgeben, das ich gar nicht habe, und die Werbung erzählt mir, dass ich dabei spare.
Und natürlich spart unser Staat auch, wenn er seine Schulden nicht verdoppelt, sondern nur um 20% erhöht.

Eine leistungsfähige Wirtschaft ...

... die sowohl international wettbewerbsfähig ist wie auch binnenwirtschaftlich auf breiteren Füßen steht - das können wir aus den Zahlen lesen. Die übellaunige, faktenarme Mäkelei daran ist nicht nachzuvollziehen.

Lässt sich diese gute Lage in die Zukunft fortschreiben ? Nicht selbstverständlich.

Die Herausforderungen sind mannigfaltig. Einerseits die Transformation Chinas von der Werkbank und dem Rohstoffschlucker der Welt hin zu einer diversivizierten Wirtschaft und der damit einhergehenden geringeren externen Nachfrage limitieren unseren Export.

Die Digitalisierung der globalen Wirtschaft erfordert neue Geschäftsmodelle und bringt neue Player in den Wettbewerb.

Was dieses Land braucht sind nicht Umverteilungsphantasien sondern neue Geschäftsideen, eine Gründer-Inititiave und eine moderne Bildung/ Qualifizierung. Neue Unernehmen, die neue Arbeitsplätze schaffen.

Hier ist nicht nur die Politik sondern jede Einzelne gefragt.

re parteibuchgesteuert

"Die Leute geben mehr aus weil sie mehr Geld in der Tasche haben - Antwort billigere Treibstoffkosten / Heizkosten etc."

Auch falsch. Die Verbilligung von Produkten erhöht nicht die Kaufkraft, sondern lenkt sie nur auf andere Produkte. Mehr ausgeben geht dadurch gar nicht.

re frosthorn

" Als ich jung war, hieß sparen, Geld, das ich habe, nicht auszugeben. Heute soll ich Geld ausgeben, das ich gar nicht habe, und die Werbung erzählt mir, dass ich dabei spare."

Sie armes, armes Werbungsopfer ohne jeden eigenen Willen ...

Tanz auf dem Vulkan

Ein auf Schulden basierender Konsum birgt die Gefahr der Blasenbildung (Immobiliencrash USA 2008).

@karwandler

Dann verraten Sie uns doch mal, mit welchen Parametern Sie Wirtschaftsleistung erfassen würden.

Mit der Erfassung der Wirtschaftsleistung mag es ja seine Richtigkeit haben. Aussagen tut diese Zahl aber in der Tat nur einen Teil.

Oder geht's ihnen nur um die krampfhafte Erfüllung des Glaubenssatzes: Es geht uns immer schlechter und die Deutschen sind fast nur noch Prekariat?

Das widerum ist die Frage, die die Studie nicht beantwortet. Wer profitiert denn eigentlich vom Wirtschaftswachstum? Man müsste sie nicht stellen, wenn das von allen erarbeitete Plus auch auf alle verteilt würde. Wer wollte behgaupten, dass das der Fall ist? Angeblich müssen wir doch korrigierende Demographiefaktoren in die Rentenberechung einbauen (--> Absenkung des Rentenniveaus). Warum denn? Wenn mehr produziert wurde als im letzten Jahr, müsste doch auch für alle mehr da sein?

@ 12:17 von Bernd1

Angenommen ich passe heute auf meine eigenen Kinder auf und mein Nachbar passt auf seine Kinder auf, dann ist das eine Dienstleistung bei der kein Geld fließt.

Jetzt wollen wir Wirtschaftswachstum, also passe ich auf die Kinder von meinem Nachbarn auf und er auf meine. Dafür bekommt und bezahlt jeder 100 €. Wir bekommen also ein Wirtschaftswachstum um 200 € und einen Wohlstandsgewinn von 0. Wenn man dies weiter denkt, endet man irgendwann dabei jeden Handgriff zu monetarisieren (siehe z.B. in der Pflege).

Genau so wenn mein Handy jetzt statt nach drei Jahren bereits nach zwei Jahren kaputt ist. "Geplante Obsoleszenz" ist Wirtschaftswachstum komplett ohne Wohlstandswachstum. Letztlich wollen die Menschen letzteres, fokussieren sich aber auf ersteres. Mit allen Konsequenzen wir Ressourcen-Verschwendung etc.

Alles nur auf Pump

Wenn ich mir die ganze Müll-Werbung von Möbel-, Auto-, Elektronikmärkten in meinem Briefkasten ansehe, kann ich bereits ab ca.150 € in Raten zahlen, meistens mit 0% Zinsen. Lt. FAZ von dieser Woche werden 3/4 der Autos auf Kredit gekauft. Leasing ist auch eine Art Kredit. Das ist doch eine Scheinblüte, die vollkommen auf Sand gebaut ist und in nächster Zeit zum Crash führt. Wieviel Privat-Insolvenzen von unbedarften Bürgern sind auf unmäßiges Konsumverhalten zurückzuführen? Jede Menge. Ich soll sparen, indem ich Geld ausgebe. Das ist eine Verdrehung der Begriffe, wie auch in vielen anderen Bereichen. Ich mache diesen Blödsinn nicht mit und gebe nur das aus, was ich habe und auch benötige, also Ersatzbeschaffungen.

Schulden werden nicht weniger!

@ wuchtbrumme

Diese Seiten über Staatsverschuldungen sind mehr oder weniger Schwachsinn. Da wird per Skript einfach eine Zahl addiert oder subtrahiert, die man im Skript fest eingeben hat, die aber pure Schätzung ist und sich nicht auf reale Werte bezieht. Ein Teil geht weg und dafür kommen aber wieder neue Schulden dazu, also sind es unterm Strich immer mehr Schulden, auch wenn diese Seite es beschönigt und es so aussehen lässt, als würde die Schulden weniger werden.

Nach dem Einwanderungsstrom 2015 und weitere werden in den nächsten Jahren noch kommen, können sie ganz sicher sein, dass der Schuldenberg nicht zurück gehen wird. Zudem sind 539 Euro pro Sekunde sowieso ein Witz im Verhältnis zu den Schuldzinsen, die bei über 2 Billionen wieder anfallen.
Es fallen zwar keine so hohe Zinsen an wie beim Dispo oder Privatkredit, aber selbst bei 1% sind es in der Sekunde grob aufgerundet 40.000 Euro plus den neuen Schulden.
Mir gehts nicht schlecht, aber besser deswegen nicht.

System

Käufer werden gelockt durch 0% Kredite, andererseits erhalten wir für Angespartes keine Zinsen, dadurch das Wirtschaftswachstum.
Als Boom würde ich ein Wachstum von 1,7% nicht nennen, klingt nur besser.

Gesundes Binnenwachstum würden wir erreichen wenn das Geld gerechter verteilt würde, das würde aber die Vermögenden belasten und das will das ,,System,, nicht.

Parteispenden verhindern Gerechtigkeit, daher wird die Einkommensschere immer weiter auseinander gehen.

@ 12:50 von karwandler

Bevor man die Frage nach der Wirtschaftsleistung stellt muss man sich über die Ziele der Wirtschaft einig sein. Hier kann man sich je nach politischer Farbe streiten, aber letztlich wollen wir alle Wohlstandsgewinne (Bessere Produkte und Dienstleistungen für weniger Geld, bzw. eben für weniger eigenen Arbeitsaufwand).

Daraus folgt, ich möchte die Effizienz der Wirtschaft messen und steigern. In Unternehmen hat man relativ bald erkannt, dass eine Betrachtung nur von Umsatz und Gewinn nicht zielführend ist. Als Lösung hat sich z.B. die "Balanced Score Card" etabliert. Und genau so etwas sollte man auch Nutzen um die Wirtschaftseffizienz zu messen. Als Parameter kann man dann z.B. Ressourcenverbrauch, Arbeitskraft und ggf. ethische Parameter aufnehmen. Diese dann zu Gewichten ist wiederum eine politische Aufgabe.

@karwandler, 13:27

Sie armes, armes Werbungsopfer ohne jeden eigenen Willen ...

Ich danke Ihnen für Ihr Mitgefühl, aber Ihre Rührung war vorschnell. Durch nochmaliges Lesen meines Beitrags werden Sie sehen, dass ich nur die Werbung und ihre Verballhornung des Begriffs sparen beschrieben habe. Dass ich mich dem willenlos unterwerfe, steht da nicht, und ist auch nicht so.

re theo hundert

"Ein auf Schulden basierender Konsum birgt die Gefahr der Blasenbildung (Immobiliencrash USA 2008)."

Wieviel vom privaten Konsum ist denn schuldenfinanziert?

Junge junge

Was ist das denn für ein Ökonom...Inflation ist ein Wachstumimpuls, keine Inflation oder gar Deflation bewirkt das Gegenteil.
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Aber interessant, dass der Konsum - auch durch höhere Löhne - anscheinend mitverantwortlich für das Wachstum ist. Es scheint die Agenda2010 und Befürworter der Niedriglöhne zu widerlegen.
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Zum Thema sparen: wenn Haushalte sparen, der Staat spart und die Unternehmen auch nicht investieren - dann können gleich alle zuhause bleiben, die Wirtschaft bricht dann über Nacht zusammen. Auch wenn sicher die Ressourcenfrage problematisch wird über kurz oder lang: wenn wir nicht griechische oder schlimmere Verhältnisse hier haben wollen, kommen wir um Schulden nicht herum. Das ist normal und funktioniert auch, wenn man nicht - wie leider oft in letzter Zeit BWL mit VWL verwechselt.

re frosthorn

""Man müsste sie nicht stellen, wenn das von allen erarbeitete Plus auch auf alle verteilt würde."

Auch für Sie eine Neuigkeit: Das BIP ist gar keine zu verteilende Masse, daher auch nicht dessen Zuwachs.

Oder glauben Sie, der gesamte Produktionswert eines Unternehmens kann als Arbeitsentgelt verteilt werden?

re _ben

"Jetzt wollen wir Wirtschaftswachstum, also passe ich auf die Kinder von meinem Nachbarn auf und er auf meine. Dafür bekommt und bezahlt jeder 100 €. Wir bekommen also ein Wirtschaftswachstum um 200 € und einen Wohlstandsgewinn von 0."

Richtig. Das BIP ist ja auch kein Wohlstands- oder Gewinnindikator.

Auch wenn ein Unternehmen Verlust macht geht der Wert seiner Produktion ins BIP ein.

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