Ihre Meinung zu: Afghanische Provinz ruft über Facebook um Hilfe

21. Dezember 2015 - 4:27 Uhr

Weil der afghanische Präsident Ghani auf anderem Weg nicht zu erreichen sei, hat der Vize-Gouverneur der afghanischen Provinz Helmand einen Facebook-Eintrag verfasst: Die Region stehe kurz vor einer Machtübernahme der Taliban.

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Kommentare

Ja wie jetzt...

er hatte keine andere Möglichkeit außer Facebook...was für ein Blödsinn! Erstmal muss er ein IT Netz gehabt haben um Überhaupt via Internet ( Facebook) kommunizieren zu können. Das ist Fakt! So und nun frag ich mich, warum ein regionaler Politiker obwohl er Netz hat...nicht auf anderen Wege seinen Hilferuf absetzt... z.B. Telefon...

Das war so schon laenger abzusehen.....

Leider hat man uns diese Entwicklung in der Presse nicht mitgeteilt. Als Kundus praktisch ohne jede Gegenwehr besetzt, eben nicht eingenommen, wurde, wurde im gesammten Umland gekaempft. Der NATO muss endlich klar werden, dass die Taliban sprachlich und kulturell einem grossen Teil der Bevoelkerung weit naeher stehen als die NATO Truppen. Ob uns das nun gefaellt oder nicht spielt keine Rolle. Nach dem nun eher bizarr anmutenden Aufruf des Governeuers ueber facebook scheinen auch alle Verbindungen gekappt. Die afghanische Armee scheint hilflos oder, was vermutet werden muss, unwillig weiter zu kaempfen. Nur welcher Schluss kann aus den Puzzleteilen gezogen werden? Ist die Armee in Helmand uebergelaufen? Was will die Masse der Bevoelkerung? Das Ganze bekommt zunehmend einen "vietnamesischen Geschmack". Fuer eine wirkliche Beurteilung ist die Nachichtenlage zu duenn.

@Agent lemon

>Das Ganze bekommt zunehmend einen "vietnamesischen Geschmack"<

Wenn man dazu in der Historie forscht und dabei auf das Schlagwort "Vietnamisierung" stösst, dann finden sich tatsächlich einige Parallelen.

Besonders auffällig ist dabei, dass bei so manchen westlichen Medien und ihren Konsumenten nichts dazu gelernt wurde...

...wahrscheinlich spielen hier gewisse Grundüberzeugungen eine wichtige Rolle?

Re: Ja wie jetzt...

Vielleicht weil er per Telefon den Präsidenten nicht erreicht und es auch sonst niemand ernst nimmt?

"Er warf Ghani vor, die bedrohliche Lage in Helmand herunterzuspielen."

Was,

hätte man mit all dem Geld tun können, nur weil wir die "deutschen Interessen" am Hindukusch verteidigen müssen. Alles zum Fenster rausgeworfen.
Hier brauchen wir den Herrn Pofalla, der die Sache für beendet erklärt.

Was für ein Chaos

Was passiert denn da in Afghanistan? Wie kann es sein, dass scheinbar auch die dort stationierten Soldaten von all dem nichts mitbekommen? Es scheint mir mehr als fragwürdig, ob es überhaupt einen Sinn macht vor Ort zu bleiben und gleichzeitig die Augen und Ohren zu schließen.

Ja die Taliban. Die haben wir

Ja die Taliban. Die haben wir doch auch zu Terroristen erklärt, oder? Zwar werden sie immer nur als "Kämpfer " bezeichnet, aber warum diese dahergeschlichene Abstufung. Also, Staaten gemein schaft, Bomber, Drohnen und Tornados, werden per Facebookeintrag angefordert. Wo bleibt ihr?!

Offenbarungseid

Dass wir in Europa diese Entwicklung nicht gut finden, tut nichts zur Sache. Es kann nicht anders sein, als dass die Taliban im Lande sehr viel Unterstützung haben. Wenn ein Afghane diese Entwicklung nicht gut findet, soll er selber um seine Freiheit kämpfen.

Um diese ganzen Länder

Eine Mauer drumherum und die dort einfach machen lassen, abschotten, Sanktionieren und geografisch abriegeln. Das läuft auch bei Nordkorea. Diese Völker wollen es doch so, dann sollen sie es so haben. Die Einwohner die für eine Demokratie sind können sich ja dann mit den Taliban in eigenregie zusammensetzen und einen Autonomen Staat ausrufen in dem die Demokratie anerkannt wird. Was soll dieses Federlesen die ganze Zeit? Es wird nie aufhören, schlimm nur dass der Westen überhaupt kein Interesse hat diese Konflikte zu stoppen, da dort mit Waffen viel zu viel Geld verdient wird.

@Agent lemon

"Der NATO muss endlich klar werden, dass die Taliban sprachlich und kulturell einem grossen Teil der Bevoelkerung weit naeher stehen als die NATO Truppen."

Auch hier gibt es einen "vietnamesischen" Beigeschmack.

Uwe Siemon-Netto beschreibt in seinem Buch "Duc, der Deutsche" sehr gut die Methoden, mit denen die "Einheimischen" aus dem Norden den Südvietnamesen "sprachlich und kulturell" nahe stehen wollten.
(Er war jahrelang Reporter in diesem Krieg und hatte schon damals keine roten Scheuklappen vor den Augen.)

07:12 von DD1962 wer weiß schon ...

was "die Soldaten" wissen - das mag etwas anderes sein, als das was Frau von der Leyen uns wissen lässt.
Niemand lässt und wirklich wissen, woher die Talibane ihre Schlagkraft nehmen, warum alle "Anderen" dastehen und wache halten während um sie herum die Welt zusammen bricht. Oder ist es so, das nur die "Knechte des Westens" und ein paar Stammesführer Angst vor den Taliban haben brauchen und natürlich Frauen und Kinder ... selbst dann sollten aber doch die Männer zu den Waffen greifen ... Wenn sich keine Selbstreinigungsmechanismus in dieser Hinsicht durchsetzt, ist jedenfalls jede Einmischung von Außen Unsinn.

Hilferufe

Hilferufe zeugen davon, dass Viele erkannt haben, welches Elent ihnen droht, sollte der Steinzeitislam über sie kommen - hier im Westen kokkeriert man noch mit ihm - dort weiß man aber bereits was er bedeutet.
Sein Vormarsch sind die Folgen des nicht Gewinnen wollens des Westens und unsere westlichen "Gutmenschen" haben daran einen großen Anteil.
Mit Apellen und mit Diplomatie allein ist gegen Hass und wilde religöse Entschlossenheit sowie gegen die internationalen Geldgeber, die die Taliban, ebenso wie den IS und andere islamische Gruppierungen unterstützen, nichts zu machen.
Der Westen muss sich entscheiden, und
es gibt nur zwei Optionen: Raus aus dem Gebiet und den Steinzeitislam wüten lassen, oder zuerst den weltweiten Geldgebern das verbrecherische Handwerk legen und dann reingehen - aber reingehen um endgültig zu gewinnen und zu befrieden.
Man kann keinem "Leviatan" am Halsband spazieren führen und ihn durch gutes Zureden gewinnen.

Beide Seiten der Medallie betrachten

Warum um alles in der Welt sieht der Westen nicht ein das die Afghanen einen anderen Weg gehen wollen als den vom Westen geplanten - ein paar wenige minderheiten mögen die Westliche Lebensweise begrüssen - aber offensichtlich lehnt der Grossteil der Afghanen die Westliche Weltanschauung ab, auch das sollte man akzeptieren.
Was wir als Hilfe für Afghanistan sehen - verlängerung des Bundeswehr einsatzes - sehen die Mehrheit der Afghanen als Verlängerung Deutscher Besatzung an.

Ob es überhaupt einen Sinn macht vor Ort zu bleiben

Es macht schon Sinn. Entscheidend ist von welcher Warte es betrachtet wird. Wenn der „Westen“ abhaut und die Talis das Land übernehmen wird leider der weltgrößte Drogenanbauplatz platt gemacht. Wie schon mal zu Talis Zeiten. Das ist schon ein Schlag ins Kontor für einige Profiteure. Dann der Militärische Waffennachschub und alles was damit zusammenhängt. Und leider auch wieder die Scharia, zwar nicht so grausam wie in Saudi Arabien ,dafür aber nicht vom „Westen“ toleriert. Und es werden weniger Kollateralschäden
sein. Die Frage ist immer die Gleiche. Wem nutzt es! Mir jedenfalls nicht.
Ich versuche hier in Deutschland die mir noch gebliebene Freiheit und was noch an Demokratie ist, zu Verteidigen.

Käßmann Kommentar

Nichts ist gut in Afghanistan, wie schon ex Bischöfin Käßmann sagte. Und dort wird auch nicht unsere Freiheit verteidigt (alter sPd Slogan).

Unterstützung der Bevölkerung für die Taliban

Es ist doch wohl Tatsache, daß die Taliban (welche Taliban das dann auch immer sein mögen, gemäßigte, nicht gemäßigte, ganz andere...) in der Bevölkerung Afganistans einen großen Rückhalt haben, mehr als die "eigene" Armee, der "eigene" Staat, der "eigene" Präsident.
Wenn dem so ist, woher nehmen wir eigentlich dann das Recht eine Gruppierung/en die von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt wird zu bekämpfen, oder deren Bekämpfung zu unterstützen?
Warum lassen wir die Afganen nicht in dem System leben, in dem sie leben wollen?
Änderungen, "Modernisierung" eines Systems kann in der Regel nur von innen her gelingen, nicht von außen her aufgedrückt. Und das zeigt sich überall, bestes Beispiel ist doch der Untergang des europäischen Kommunismus. Der würde von innen her beseitigt, nicht durch die Nato.

Vergleichen wir einmal UDSSR und den USA Feldzug

Machen wir es ganz platt, UDSSR besetzt Afghanistan um die Kommunistische Regierung zu halten. Erlangen Kontrolle über die Städte aber nie über die ländlichen Gebiete. Kabul 1980 Frauen ohne Schleier, Mädchenschulen - Berggebiete 1980 Frauen mit Schleier und Scharia. Nach 10 Jahren lassen die Rotarmisten jede Menge Waffen da gehen und kurz darauf fällt der Kommunismus und sekuläre Staat an die Islamisten.

NATO Feldzug: Einmarsch, man stürzt die Taliban und etabliert nun eine Regierung die ohne NATO Schutz genauso fallen wird wie die Kommunistische davor. Die NATO verschwendet dort ihre Zeit.

Das wir den Abzug weiter hinauszögern ist unsinnig, wir haben dort verloren.

Trauerspiel Afghanistan wie bei Theodor Fontane

06:47 von Mayaguez_75

"...Wenn man dazu in der Historie forscht und dabei auf das Schlagwort 'Vietnamisierung' stösst, dann finden sich tatsächlich einige Parallelen.
Besonders auffällig ist dabei, dass bei so manchen westlichen Medien und ihren Konsumenten nichts dazu gelernt wurde...
...wahrscheinlich spielen hier gewisse Grundüberzeugungen eine wichtige Rolle?"

Es sieht so aus, als ob der frühere Hauptgegner der "westlichen" Welt, der Kommunimus bzw. der "Warschauer Pakt" ersetzt wurde durch den Islam bzw. den Islamismus. Die sog. "Grundüberzeugungen" des Glaubens an Demokratie und sozialen Fortschritt spielten und spielen bei den machtpolitischen Ambitionen vor allem einer Großmacht, der die NATO folgt, nur eine Nebenrolle. Diese Überzeugungen sind nur ein Vehikel, um der Bevölkerung die Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu vermitteln. Wie damals machen die Medien wieder denselben Fehler, nichts wirklich kritisch zu hinterfragen und vor allem, die Leute aufzuklären. Es wird wohl wie in Vietnam enden...

Gründe

Die USA hatten ihr Vietnam, die Russen ihr Afghanistan. In beiden Fällen haben die Supermächte erkennen müssen das man ein Land gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit zwar in Schutt und Asche bomben aber nicht erobern kann.
Im Umkehrschluss bedeutet das doch wohl, das in Afghanistan die Mehrheit die Taliban unterstützt. Da dies augenscheinlich so ist kann man das nur akzeptieren und die Truppen abziehen, alle Verhandlungen einstellen oder aber die Mehrheit der Bevölkerung auslöschen.

08:50 von tobeorwhat

"...Sein Vormarsch sind die Folgen des nicht Gewinnen wollens des Westens und unsere westlichen 'Gutmenschen' haben daran einen großen Anteil. ..."

Wenn man die "westlichen Gutmenschen" schon kritisiert, sollte man einen Vorschlag zum besseren Vorgehen haben! Welche Strategie schlagen Sie vor, die erfolgreich sein könnte? Und die noch nicht von den Planungsstäben der Militärs durchdacht worden wäre? A-Waffen? Or what?
Bis jetzt sind drei "Supermächte" in den vergangenen Jahrhunderten gescheitert: Die Briten, die Russen und jetzt die USA mitsamt NATO.

die richtigen Schlüsse ziehen

Ich denke, dass viele Kommentatoren hier unrecht haben, wenn sie die Sinnhaftigkeit des Nato-Einsatzes in Afghanistan anzweifeln. Radikale Extremisten wie die Taliban muss man mit Waffen bekämpfen, und natürlich die Bevölkerung davon abhalten, sie zu unterstützen. Das geht dann durch Entwicklung.
Vielleicht liege ich da falsch, aber ich ziehe die folgenden Schlüsse aus den Ereignissen der letzten Wochen:
Deutschland und Europa versuchen den muslimischen Flüchtlingsstrom einzudämmen und wollen u.A. Afghanen wieder in ihre Heimat zurückschicken. Afghanistan nimmt sie nicht zurück. Aha! Warum wohl? Plötzlich nimmt die Gewalt in Afghanistan wieder zu, damit mehr Menschen nach Europa fliehen und damit den Druck auf die Grenzen erhöhen. Das Ziel des (radikalen) Islam ist seine Ausbreitung in Europa und der Welt. Daher ist eine Nato-Einsatz in Afghanistan m.E. sinnvoll, um dort Frieden zu halten und Flüchtlingsströme zu verhindern.

Helmand... Ziel der letzten Offensive der Koalition

... und jetzt schon wieder gegen die Taliban am Ende?
Wenn man die Entwicklung und die Kämpfe in Afghanistan verfolgt hat, kann das nicht wirklich als erstaunliche Nachricht gewertet werden, sondern es zeichnete sich bereits während der letzten Offensive der Koalitions-Armee gegen die Taliban ab. Die Offensive lief weitestgehend ins Leere und die Taliban hatten es nicht nötig, sich auf einen offenen Kampf mit der Koalition einzulassen. Sie haben ihre Kräfte konserviert und abgewartet... Jetzt gibt es im Prinzip nichts, was sie aufhalten kann. Die afghanische Armee steht auf verlorenem Posten und ist in Teilen selbst schon unterwandert.

Der Nahe Osten versinkt im Chaos

Nicht nur Afghanistan ruft um Hilfe sondern auch die Unterdrückten der Nachbarstaaten. Haben die Regierenden der NATO Staaten nicht Schuld an der heutigen Lage? Was geschieht heute in Syrien, Irak und auch in der Türkei? Werden nicht in allen genannten Staaten Andersdenkende verfolgt, inhaftiert, gefoltert, verstümmelt oder getötet? Werden nicht die Verursacher dieser Dramen teilweise geschützt, wird nicht der Tod von vielen Unschuldigen geduldet? Täglich geschehen gerade in diesen Ländern Kriegsverbrechen ohne dass die Verantwortlichen in den Medien kritisiert werden, geschweige zur Verantwortung gezogen werden. Das Schweigen der Regierenden auf dieser Erde zu den begangenen Kriegsverbrechen stachelt die Kriegstreiber im Nahen Osten zu weiteren Kriegsverbrechen an. Siehe Quelle: "Merkels Pakt mit den Komplizen." Aus dieser Quelle Zitat: "Der Pakt mit Erdogan macht die gesamte EU zu Komplizen der skrupellosen Politik der türkischen Regierung und der Kriegstreiber im Nahen Osten."

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