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IS-Barbarei: die Welt hat "Sorge" - und schaut zu

"Seitdem herrscht weltweit Sorge, dass die Extremisten die historischen Stätten als 'Zeugnisse der Vielgötterei' nach und nach zerstören"?

Der Begriff Sorge beschreibt ein durch vorausschauende Anteilnahme gekennzeichnetes Verhältnis des menschlichen Subjektes zu seiner Umwelt und zu sich selbst. Eine subjektiv erwartete Not (Bedürfnis, Gefahr) wird gedanklich vorweggenommen und wirkt sich im Fühlen, Denken und Handeln des Besorgten oder Sorgenden aus. (Wikipedia)

Leider sind keinerlei Auswirkungen im "Handeln des Besorgten" zu erkennen, vielmehr wird in schaudernder Sensationslust dem barbarischem Zerstörungstreiben des sogenannten IS die mediale Plattform geboten und fördert so die Botschaft der Terroristen.

Ein erbärmliches Zeugnis für die Staatengemeinschaft.

traurig aber verschmerzbar

Ja das ist traurig, aber im Grunde waren es nur alte Steine. Viel schlimmer ist es doch, dass jeden Tag hunderte Menschenleben ausgelöscht werden, durch Kriege, Nahrungsmittelpreisspekulation usw. ohne das diese in den Nachrichten präsentiert werden.

UN-Arbeit

Da wird die IS-Akte aus dem Schrank geholt.
Es wird vermerkt "08'15 Tempel zerstört"
Und die Akte wird wieder in den Schrank geschoben.
"Jetzt ´nen Kaffee!"

Geduldige islamische Staaten

Es ist eigentümlich, wie geduldig sich die islamischen Staaten die Zerstörung ihrer Geschichte und ihrer Kultur anschauen. Von der Weltgemeinschaft spreche ich doch schon gar nicht mehr. Die scheint sich mit dem morden und brandschatzen abgefunden zu haben.

Das schweigen der Imame

Vor wenign Jahren hat der amerikanischer Prediger Terry Jones aufgerufen, Exemlare des Koran zu verbrennen.
Der Aufschrei in der Welt, und vor allem in der islamischen, war zurecht gewaltig.
Nun aber schweigen alle und gerade die islamischen Geistlichen sagen nichts.
Das ist ein verheerendes Zeichen, das bedeutet, dass der Wert von Kulturgütern nur am eigenen Glauben zu bemessen ist.
Wenn sich die Auffassung des IS durchsetzt, wird in Zukunft nichts mehr respektiert.
Hindus, Moslems oder Christen können mit der gleichen Begründung jeweils die weltlichen oder religösen Kulturgüter der anderen Religion zerstören.
Solch ein Handlen muss dringend von allen allen geistlichen Führeren als das gebrandmarkt werden was es ist:
Reine Barbarei!

Ich wuerde kein Leben....

gegen diese noch so historischen Steine tauschen. Nicht eines. Wir Buddhisten haben lange die Zerstoehrung der Buddhastatuen in Afghanistan diskutiert und sind beinahe kollektiv zu dem Ergebniss gekommen: Was solls. Waren nur Figuren. Den Buddha kann man so nicht toeten ......und haben das laengst hinter uns gelassen. Interessant das da Christen immer noch dran kauen .....wie hier an vorchristlichen Ruinenfeldern.

Keine blinde Wut sondern Kalkül

Man sollte nicht den Fehler machen, derartige Aktionen als blinde Zerstörungswut oder reine Verrücktheit einzustufen. Vor dem Hintergrund der IS-Ideologie macht die Zerstörung vorislamischer Kulturgüter perfekt Sinn. Es handelt sich um Zeugnisse der "Gahiliya," der Zeit vor der Offenbarung des Koran. Diese Zeit muss nach radikalislamischer Lesart überwunden werden, indem man ihre intellektuellen wie baulichen Zeugnisse auslöscht um bildlich auf den Ruinen die "perfekte" islamische Ordnung nach der Scharia zu errichten. Das soll keine Rechtfertigung sein, sondern Erklärung der Denkmuster, nach dem Motto "Verstehe deine Feinde".
Einzigartig ist diese Vorgehensweise auch nicht. Vor dem selben Hintergrund ist die Zerstörung der Buddha-Statuen von Bamian durch die Taliban aber auch die Zerstörung der baulichen Zeugnisse der "überkommenen" Gesellschaftsordnung im Zuge der chinesischen Kuturrevolution zu sehen.

Danke...

... das Sie uns auf dem laufenden halten. Wenn man bedenkt, dass diese Leute unterstützt werden, denn Assad loszuwerden ist viel wichtiger als Denkmalschutz. Die Demokratie die im Irak leuchtturmartig errichtet wurde hat nun auch in die völlige Zerstörung geführt. Bitte zieht doch einmal eine vollständige Bilanz des Kapfes gegen den Terror!
Es erschüttert niemanden mehr wenn Ruinen abgerissen werden.
Und über 3 Millionen tote Iraker traut sich hier schon lange niemand mehr zu berichten.

"UN bestätigen Zerstörung des

"UN bestätigen Zerstörung des Baal-Tempels" ... und tut nichts damit dies nicht wieder passiert.

@Agent lemon
Das ist eine beschämende "nur das ICH zählt" Einstellung, denn diese "Dinge" sind Teil unserer Geschichte ... und damit des Weges wie wir hier hergekommen sind. Oh und sie sind das Vermächtnis von MENSCHEN, deren Existenz damit unsichtbar wird ... und wodurch sie nun endgültig sterben.

Da kauen übrigens nicht "Christen" dran, sondern "Menschen die Kulturen RESPEKTIEREN (selbst wenn die schon tot sind)".

Gegen den IS hätte man schon längst militärisch vorgehen müssen, als die noch Menschen reihenweise geköpft und versklavt haben. Nun scheint das nicht mehr cool genug zu sein und da schnappt man sich eben die Altertümer.

@Ziguin 10:36

Dass darüber nicht berichtet wird, dürfte daran liegen, dass es keine seriösen Quellen dazu gibt. Alle diesbezüglichen Berichte gehen auf das israelische Newsportal Ynetnews zurück. Deren Quelle wiederum wird vage wiedergegeben mit: "Westliche Diplomaten berichten".

Alles in allem also nichts weiter als Gerüchteküche. Echte Nachrichten sehen anders aus.

Grundsätzlich ist DWN übrigens auch nicht gerade seriös. Die Grenze zwischen Berichterstattung und politischem Kommentar ist hier fließend und bereits in mehreren Fällen wurde DWN tendenziöser Journalismus nachgewiesen.

@Agent Lemon

"Ich wuerde kein Leben....
gegen diese noch so historischen Steine tauschen. Nicht eines. Wir Buddhisten haben lange die Zerstoehrung der Buddhastatuen in Afghanistan diskutiert und sind beinahe kollektiv zu dem Ergebniss gekommen: Was solls. Waren nur Figuren. Den Buddha kann man so nicht toeten ......und haben das laengst hinter uns gelassen. Interessant das da Christen immer noch dran kauen .....wie hier an vorchristlichen Ruinenfeldern.
"

Ich würde auch kein "Leben tauschen", aber streng genommen ist die Zerstörung dieses Weltkulturerbes viel frevelhafter als zu töten. Diese "historischen Steine" haben Jahrtausende überstanden, ein Mensch ist so oder so vergänglich. Das soll natürlich KEIN Töten rechtfertigen, aber die Ansicht "es waren nur Steine" finde ich genauso widersinnig wie die Aussage "Christen kauen daran"- was hat das mit Christsein zu tun? Ich kaue daran als kulturbewusster Mensch, auch wenn ich mit Sicherheit NIE dorthin gefahren wäre und es die Bilder weiterhin gibt.

@Agent lemon

Sie sagen es wären "nur Steine", ich zitiere Heinrich Heine:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Wer dieses kulturelle Erbe der Menschheit zerstört, zerstört die Menschheit.

PS: Ich kenne viele Buddhisten die die Zerstörung der Statuen von Bamijan auch heute noch als Verbrechen ansehen.

@CE

Nein. Auch die Akropolis ist fuer mich kein Teil meiner/unserer Geschicht. Das sind Zeugnisse einer laengst vergangenen Kultur. Nett anzusehen aber fuer das heutige Leben voellig irrelevant und kein einziges Leben wert. Mit nur das"ich zaehlt" haben Buddhisten eh nix am Hut. Frage mich wie sie das aus meinem post ableiten.

10:19, Bayuware

"Es ist eigentümlich, wie geduldig sich die islamischen Staaten die Zerstörung ihrer Geschichte und ihrer Kultur anschauen. Von der Weltgemeinschaft spreche ich doch schon gar nicht mehr. Die scheint sich mit dem morden und brandschatzen abgefunden zu haben."

Das hat mit islamisch oder nicht islamisch nichts zu tun. Palmyra liegt in Syrien, und Syrien existiert nicht mehr.

Ist so.

Tatsächlich?

Auf dem einen Satellitenbild ist das Grundstück rechteckig auf dem anderen fast quadratisch. Ist das tatsächlich dasselbe Grundstück?
Und wenn hier uralte Kulturdenkmäler zerstört werden, dann zeigt mir das nur die Unbildung der Täter, denn diese alten Kult(ur)stätten werden ja längst nicht mehr benutzt, sind auch keine "Gefahr" für den Islam.

@12:54 von Agent lemon

"Nein. Auch die Akropolis ist fuer mich kein Teil meiner/unserer Geschichte"

Wenn ich die Vorsokratiker, Platon, Aristoteles etc. etc. lese, komme ich zu einer anderen Auffassung als Sie. Ich habe übrigens auch große Sympathien für den Buddhismus. Zusammenhänge sehen statt auf einem Auge blind zu sein kann hier helfen.

Geschichte ist notwendig

Jeder Mensch wird gespeißt aus der Vergangenheit. Ohne sie wären wir nichts. Das fängt mit dem Atmen an. Erst durch die in der Lunge verarbeitete Luft kann unser Gehirn arbeiten.
So ist das mit Sprache, Musik, Kultur, Information. Desto älter die Zeugnisse des Menschs-Seins sind, um so wichtiger ist das für uns heute (!), weil wir erkennen, dass wir eben früher keine, oder nicht nur Barbaren, sondern Menschen mit Moral und Kultur waren.
Das Vernichten von Vergangenheit ist ein Verbrechen an dem Jetzt und an der Zukunft, denn wir werden Halt- und Wurzellos.
Was wäre z.B. Köln ohne den Dom? Und wie schön könnte Köln sein, ohne WKII
Und ich finde das fehlen des Aufschreiss, gerade auch aus den islamischen Gemeinden, ist peinlich, beschämend und frustrierend. Wenn man bösartig wäre, würde man unterstellen, dass das still und heimlich für gut empfunden wird.
Der Mensch war schon lange vor dem Koran und der Bibel kultiviert! Und Zeugnise davon soll ausgelöscht werden. Schämt Euch.

@Amelia

Die verschiedenen Proportionen erklären sich durch die unterschiedlichen Aufnahmewinkel. Das eine Foto ist ziemlich direkt senkrecht von oben aufgenommen worden, das andere aus einem schrägen Winkel. Dadurch verkürzen sich die Abmessungen in der Richtung, in die man schräg schaut/fotografiert. Wenn Sie die vielen Details der Landschaft vergleichen, werden Sie eine sehr gute Übereinstimmung erkennen, trotz der Verzerrung.

Vernichtung einer Identität

Hier geht es um viel mehr als um "alte Steine".
Einerseits geht es um die totalitäre Durchsetzung einer Ideologie: Was nicht islamisch ist wird vernichtet.
Desweiteren wird hier das historische Erbe und damit ein Stück weit die Identität Syriens zerstört.
Eine zivilisierte Kultur hingegen schützt ihre historischen Schätze, und dabei ist es egal unter welcher Religion diese entstanden sind.
Der IS wird früher oder später wieder verschwinden. Doch er wird dort, wo er gewütet hat, nur verbrannte Erde zurücklassen.

Welch eine Verblendung. Wenn der IS nach Aegypten käme würde er wohl versuchen die Pyramiden einzuebnen.

UN bestätigen Zerstörung des Baal-Tempels

Wie kann man diese Verrückten nur stoppen? Es ist einfach eine Schande!
Eine Satireseite hat diesen Wahnsinn treffend formuliert: "Heldenhafte IS-Kämpfer erringen glorreichen Sieg gegen leerstehende Ruine"

@hans mustermann

Na ja. Wie mans nimmt. Wenn man das, was sich grad so abspielt als kultiviert betrachtet. Nein danke. Gelernt haben wir jedenfalls offensichtlich in der Masse nichts. Gar nichts.

mache Argumente aber auch

Warum tun die islamischen Staaten nichts?
->Weil es auch nicht DEN Islam gibt, ebendso nicht die islamischen Staaten. Es gibt einen haufen Gruppen, die sich untereinander spinnefeind sind. (z.B: Saudi Arabien und Iran)

Warum haben wir (der Westen) nichts getan?
->Weil der Westen kriegsmüde ist. Selbst die Amis haben eingesehen, dass mit konventionellen Kriegen kein alter Steinhaufen mehr zu retten ist.
Achja, und Kriege kosten Geld. Was in einer mehrjährigen Schuldenkriese meistens knapp ist.

Noch vor 9 Monaten...

habe ich zu Weihnachten in einer Salzwedeler Kirche eine Komposition eines Syrers über Palmyra gehört. Damals standen die Ruinen noch. Es ist unglaublich mit welchem Tempo die KULTUR VON UNS ALLEN zerstört wird.
Und NEIN, ich finde den Verlust von "ein paar Steinen" keineswegs verzichtbar, wie es hier einige emsige Kommentatoren schon wieder schreiben.

Genau das ist das Problem an Religionen...

Wenn Sie sagen: "Was solls. Waren nur Figuren. Den Buddha kann man SO nicht toeten ..."
tun Sie nicht mal im Denkansatz etwas gegen das rasante Fortschreiten der Babaren.
Christen und Buddhisten halten regelrecht ihre Köpfe zum Köpfen hin.

Bildersturm

Die Parallelen zum Christentum sind verblueffend: Im 15.Jahrhundert gab es, z.B. in Deutschland und in England, die Bilderstuerme der Protestanten die sicher von der Katholischen Kirche als aehnlich barbarisch und fanatisch angesehen wurden wie wir heute nach Palmyra blicken.

So schade es ist diese Juwelen der Antike zu verlieren, aber so ist es offenbar mit Religionen. Sie laufen ueber ein Jahrtausend gut, dann laufen sie aus der Bahn um dann allmaehlich in Gleichgueltigkeit zu enden.
Kleiner Trost: Die verbleibenden Kulturschaetze werden mit dem Verlust anderer umso wertvoller......

'Sorge um weitere Zerstörungen'

Lippenbekenntnisse!
Die 'Vereinten Nationen' können tolle Fotos machen, aber sich vereinen um diese geistesgestörten Mörder effektiv zu stoppen, das können sie nicht.

Im Gegenteil ...:
Was viele dieser 'vereinten Nationen' können ist, weiter mit Waffen Geschäfte machen, versuchen Öl irgendwo billiger zu kriegen, z.B. schwarzbeflaggte Killer-Schmuggelware etc. etc.

Und was die 'vereinten Nationen' auch gut können ist, sich immer wieder grossartig kulturell besorgt geben, und gleichzeitig wieder und wieder diesen Wahnsinn zulassen.

Nennen wir es doch mal direkt beim Namen:
Ein paar Strategen hetzen eine amphetamin-aufgeputschte Meute los, die alles kaputt oder tot machen soll, was ihnen begegnet.

Eine koordinierte Aktion, in der nur wenige dieser 'vereinten Nationen' Palmyra abriegeln, die Schwarzkappen einzingeln, die Wasserzufuhr stoppen bis sie vor Durst aus ihren Löchern kommen, und dann verhaften, reicht ohne Schiesserei aus!

Es bräuchte dafür ein paar hundert 'Vereinte'.

wen juckt das?

Der IS begeht Verbrechen, die an Grausamkeit unübertroffen sind. Niemanden interessiert das in Europa wirklich. Wenn das so weitergeht, reicht in 20 Jahren die Wüste vom Oman bis an die Türkische Grenze.

Kultur und Fanatismus

Historisches Bewusstsein mit Konservierung historischer Stätten, Museumskultur usw. ist ein relativ spätes Phänomen, das auch in Europa erst ab etwa 1600 auftaucht.

Diese Kulturentwicklung hat der fanatische Islam nicht mitgemacht. Er ist geistig im 7. Jahrhundert stecken geblieben.

Für diese Fanatiker handelt es sich nicht um historische Bauwerke, sondern um Götzentempel, die vernichtet werden müssen.

Nicht unähnlich war übrigens das Verhalten der frühen Christen: Sie haben auch die antiken Tempel zerstört und den Götterstatuen die Köpfe und Genitalien abgeschlagen, gewissermaßen zur Depotenzierung.

I

Darstellung: